Veranstaltung mit Eltern

  • Wirklich ratsam ist es halt nicht. Ich würde den Bedenkenträgern zuhören und dann entscheiden. In welcher Rolle siehst du dich, wenn nur wenige Eltern mitfahren, z.B. nur die Elternvertreter? In welcher Rolle sehen dich die Eltern, die teilnehmen? Und die Eltern, die nicht teilnehmen? Wer konnte wissen und ist im Zweifel dafür verantwortlich, wenn die Kinder für eine Radtour in einer größeren Gruppe noch zu jung oder einzelne zu unreif waren? Wer konnte einschätzen, dass die Wegführung für einzelne Radfahrer in Ordnung, für eine Gruppe aber zu gefährlich war?

    Genauso wurde es uns geraten und dringend empfohlen, nicht teilzunehmen. Und nein, es waren nicht die üblichen Bedenkenträger.

    Als Lehrer kennt man die Schüler besser als irgendwelche Eltern, man ist in Verantwortung, auch wenn es "nur privat" ist. Beim Radfahren gibt es weitere Probleme, ein Kind hat kein Helm dabei oder nimmt ihn ab, ein Kind, dass man als leichtsinnig, gedankenlos etc. kennt, fährt bei rot über die Ampel, wie reagiert man und was ist, wenn doch etwas passiert? Hätte man dies nicht verhindern können (müssen)?

    Zum Glück passiert selten etwas und deshalb glauben viele, es sei gefahrlos. Ob Bolzbolds Schreiben im Fall der Fälle reicht, weiß ich nicht. Verantwortung wird man vermutlich nicht komplett los. Wir gelten im Gegensatz zu Eltern als ausgebildet, kennen unsere Schüler, müssen mehr voraus sehen können.

    Ich würde es inzwischen nicht mehr tun. Vor 30 Jahren war ich auch gedankenlos.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Wenn man in so einer großen Gruppe als Radfahrer unterwegs ist, gelten bestimmte Regeln.... (Nebeneinanderfahren, Abstand,...überqueren einer Ampel....) Wissen die Eltern das? Können sie die Kinder bezüglich ihrer Fahrsicherheit richtig einschätzen? Ich gehe mit meinen 4ern demnächst zur Jugendverkehrsschule bzgl. der Radfahrprüfung. Meine Klasse weiß bisher eigentlich nix. Auch nicht, wie man vom Straßenrand richtig losfährt (Schulterblick, Handzeichen...). Das habe ich im Gespräch herausgehört. Die fahren hier bisher nur auf Bürgersteigen und regen sich auf, dass sie ab 10 auf der Straße fahren sollen.

    Wie alt sind deine Schüler/innen?

    Meine Erfahrung mit Radwegen ist, dass sie plötzlich auf einer Bundesstraße enden können. Ich persönlich hätte große Sorge, dass etwas passieren könnte.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Der Thread zeigt wunderbar, warum in diesem Job einfach nichts mehr Spaß macht und Leichtigkeit hat.

    So schade.

    Mich wundert es immer, mit welcher Sorglosigkeit Eltern ihre Kinder in "Freizeiten" schicken, wie es hier heißt. Eine meiner Töchter war als Jugendliche kirchlich engagiert und mit 18 Jahren und 3 anderen, die auch 18 oder 19 waren, die Hauptverantwortliche für ein dreiwöchiges Zeltlager. Alter der Teilnehmer: ca. 8-16.... Die Kleinbusse mit Gepäck und Kindern fuhren sie auch selbst, ich weiß nicht mehr, wie viele Kinder es waren aber mindestens so viele wie eine große Schulklasse. Gecampt wurde an einem See auf einem Campingplatz (hätte doch jemand ertrinken können???). Mehrmals mussten sie die Polizei holen, weil ein älterer Herr im Gebüsch die Kinder beobachtete und sie ansprach... Ich hätte kein Auge mehr zugetan. Das ist ca. 10 Jahre her.

    Sind andere Organisationen sorgloser als Lehrkräfte?

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

    Einmal editiert, zuletzt von Zauberwald (7. Mai 2026 18:51)

  • 5. Klasse und die Schule im Speckgürtel. Ich kenne die Strecke, da ist wenig Verkehr. Waldwege, Wirtschaftswege, Nebenstrecken.

    Qui legere potest, plane praevalet

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