Schweinfurter Rutsche

  • Was verhindern? Das Eltern ihre Kinder bestmöglich fördern u.U. auch besser als der Staat das mit Ganztagsbetrueung kann?

    Die Frage ist, was ist das optimale für dich und was ist das optimale für die Gesellschaft als ganzes. Am Ende trifft es dich dann auch wieder. Die Eltern, die ihre Kinder auf dem Gymnasium haben, brauchen sich erstmal keine Gedanken machen über Kinder an Brennpunktschulen. Aber wenn die später von Sozialleistungen leben, müssen das ihre Kinder wieder verdienen. An einer anderen Schulform wären diese Kinder vielleicht Handwerker geworden und produktiv für die Gesellschaft aktiv geworden.

  • Wenn die Eltern nicht da sind, kann das aber dann schnell ein reiner Bildschirmnachmittag werden.

    Fast jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, bedeutet, in vielen Familien ist die Mutter nachmittags zuhause. Laut Deutschem Jugendinstitut wohnen in einem Drittel der Fälle die Großeltern in unmittelbarer Nähe. Es sind also nur wenige Fälle, bei denen nachmittags wirklich gar kein Erwachsener zumindest mal ab und zu nach den Kindern schauen könnte. Ein teures "Vergnügen", das aber in bestimmten sozioökonomischen Kreisen Anwendung findet, ist die Betreuung durch ein Au-Pair. Ich kenne eine (durchaus gutverdienende) Familie, die ein Au-Pair nutzt und zusätzlich unterstützt die (noch berufstätige) Oma noch. Zudem sollten wir nicht vergessen, dass es nicht nur das klassische 9-to-5 gibt. Wenn Eltern früh morgens oder spät abends arbeiten (Stichwort Schichtarbeit), bringt eine Gantagsbetreuung, die effektiv auch "nur" bis zum Nachmittag geht, nur bedingt etwas.

  • Die Frage ist, was ist das optimale für dich und was ist das optimale für die Gesellschaft als ganzes. Am Ende trifft es dich dann auch wieder. Die Eltern, die ihre Kinder auf dem Gymnasium haben, brauchen sich erstmal keine Gedanken machen über Kinder an Brennpunktschulen.

    Du meinst, die Eltern in "guten Gegenden" brauchen sich erstmal keine Gedanken machen über Kinder an Brennpunktschulen.
    Es gibt Gyms in Brennpunktstadtteilen, die auch kämpfen, und es gibt Sek1-Schulen in sehr guten Gegenden, die überhaupt keine / kaum Probleme haben.

    Aber wenn die später von Sozialleistungen leben, müssen das ihre Kinder wieder verdienen.

    Wer ist "die", wer ist "ihre Kinder" ?

  • Fast jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, bedeutet, in vielen Familien ist die Mutter nachmittags zuhause.

    Stimmt, "Teilzeit" bedeutet nur vormittags...

    Laut Deutschem Jugendinstitut wohnen in einem Drittel der Fälle die Großeltern in unmittelbarer Nähe. Es sind also nur wenige Fälle, bei denen nachmittags wirklich gar kein Erwachsener zumindest mal ab und zu nach den Kindern schauen könnte.

    Rechne mal nach und überlege, ob
    - die "jungen" Großeltern ihren Job aufgeben müssen, um sich um die 6jährigen zu kümmern? oder
    - die "alten" Großeltern mit 70 sich um die 6jährigen kümmern sollen?

    In der Nähe bedeutet, dass man - bei guter Beziehung - vielleicht einspringt und unterstützt. Doch nicht, dass man 5 Tage die Woche kein eigenes Leben mehr hat.

    Zudem sollten wir nicht vergessen, dass es nicht nur das klassische 9-to-5 gibt. Wenn Eltern früh morgens oder spät abends arbeiten (Stichwort Schichtarbeit), bringt eine Gantagsbetreuung, die effektiv auch "nur" bis zum Nachmittag geht, nur bedingt etwas.

    Ist es jetzt ein Argument für noch längere Pflichtbetreuungszeiten?
    Für Regulierung von Arbeitszeiten (zum Beispiel Einschränkung von Ladensöffnungszeiten?)
    Für komplettes Aufgeben, weil man nie alle erreichen kann?

  • Stimmt, in der Nähe heißt "ab und zu einspringen und unterstützen".

    Zum letzten Absatz: Meine ideale Vorstellung wäre ja die erweiterte Nachbarschaftshilfe, indem wir als Gesellschaft die Vorteile der demographischen Entwicklung nutzen, sodass z.B. noch vitale Senioren (m/w/d), die mittags zeitliche Kapazitäten haben, dabei helfen, Einkäufe zu erledigen oder auf Kinder aufzupassen, während die Eltern arbeiten. Ach ja, und es dürfen gerne auch ältere Männer anpacken - viel zu oft kriege ich mit, dass die Arbeit an "der Oma" hängenbleibt, dabei kann das Opa bestimmt auch gut, wenn er nur will.

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