Spanisch Haupt-/Realschulen inHessen

  • Kann ich nur unterstreichen!

    Tatsächlich habe ich als "Junglehrerin" direkt nach dem Ref nur 7 Jahre Vollzeit gearbeitet und bin da schon dank des Korrekturaufwandes in die Knie gegangen. Lag vielleicht auch an mir, weil ich lange Zeit den Standard meiner Seminar-Schule aufrecht halten wollte, was natürlich in der Praxis Quatsch ist. Ab dann kam der typische Eiertanz, um durchschnaufen zu können: Stundenreduzierung und fachfremd Ethik bzw. Geschichte. Manche KuK haben angefangen Klassen parallel zu unterrichten und finden das heute noch total super, d.h. nicht 30x, sondern 60x der gleiche Mist. Glaube mir, speziell in Deutsch ist das eine freudlose Angelegenheit.

    Aus meiner heutigen Sicht reicht ein Korrektur-/Prüfungsfach völlig, das Beifach bzw. die Beifächer sollten schon im eigenen Interesse lieber Nebenfächer sein.

  • Denk nur drüber nach, ob es nicht schön wäre, ab und zu auch mal Geschichte oder Erdkunde zu haben.

    Das sind doch gerade die Fächer, die auf absehbare Zeit völlig überbelegt sind, da es jetzt schon mehr Lehrkräfte für diese Fächer als tatsächlichen Bedarf gibt.

  • es ist ein Beispiel und ein Deutsch/Spanisch-Student, der ein Erweiterungsfach "ungerne" nimmt, wird wohl kein Chemie-Kandidat sein.
    Wenn eine Schule schulscharf die Auswahl zwischen Deutsch/Geschichte, Geschichte/Politik oder Deutsch/Spanisch/Geschichte hat, was nimmt sie denn?

    Mal das Beste aus seinen Voraussetzungen machen.
    Natürlich wäre eine Dreier-Kombi aus Info/Physik/Chemie besser... tadaaa...

  • Denk nur drüber nach, ob es nicht schön wäre, ab und zu auch mal Geschichte oder Erdkunde zu haben.

    Wäre sicher schön - ich glaube, es ist auch Gang und Gebe, fachfremd zu unterrichten? Passiert das häufig oder wie ist da so die Praxiserfahrung?


    Und ja, Chemie bin ich raus.. Informatik wäre vielleicht noch Interesse da, das kann ich aber nicht auf Lehramt studieren leider - zumindest an meiner Universität. Dafür müsste ich nach Frankfurt. Da ist aber auch die Frage, ob das dann bei HR Lehramt überhaupt so "gesucht" wird, vermutlich so nen Ding wie Spanisch oder?

  • Ist Informatik bzw. Informatische Bildung nicht Pflicht in Hessen?
    Und wie viele % der SuS wählen eine 2. Fremdsprache, wenn sie nicht am Gym sind?

    Und ja, klar kann es sein, dass du fachfremd unterrichtest, aber warum solltest DU fachfremd unterrichten, wenn es jemand mit dem Fach gibt. Vielleicht wirst du dann gezwungen, Bio oder Kunst fachfremd zu unterrichten, weil es genug ausgebildete Leute mit Geschichte gibt und der Englisch-Kollege mit Geschichte in allen seinen Klassen Englisch/Geschichte/Erdkunde/Politik unterrichtet.

    Es geht darum, 1) eine Planstelle zu bekommen (allgemein, aber du hast es doch selbst als Ziel dargestellt), und 2) sich in einer Schule zu etablieren.
    Als ausgebildete Lehrkraft in einem Fach kämpfe ich gerade hart dagegen, dass jemand mein Fach unterrichtet, nur um ein bisschen Spass zu haben. Sorry, ich habe die Qualifikation und halte schon alleine dadurch meinen Unterricht für besser. Es gibt also keinen rationalen Grund, mich auszubooten.
    (Es ist was Anderes, wenn es eh gar keine Alternative gibt bzw. sobald jemand das schon gemacht hat, dann halte ich natürlich den Fachkollegen nicht für minderwertiger... aber trotzdem habe ich noch die Hoffnung, dass ein Studium den Wunsch eines Kollegen schlägt, eine Planstelle zu haben)

  • Ist Informatik bzw. Informatische Bildung nicht Pflicht in Hessen?

    Nee, Hessen ist natürlich sehr speziell ;)

    ich muss mir das mit dem Drittfach mal als "Joker" überlegen, aber aktuell wäre mein Plan das Erststudium und Ref zu beenden denke ich mal.

  • den ganzen sehr dummen Mythen, Spanisch sei so viel einfacher, vor allem in der Aussprache. Das kann man aber linguistisch überhaupt nicht aufrecht erhalten, der Spanischunterricht interessiert sich fatalerweise einfach nur nicht für die Aussprache...

    Aber trifft das nicht auch auf Grammatik und Lexik zu? Und Orthographie?

  • Spanisch ist in jeden Fall leichter, auch aussprechetechnisch, wenn man nicht unbedingt hektisch wie ein echter Spanier reden möchte.

    Im Französischen gibt es viel komplizierte Regeln, alleine die Aussprache plus Benennung (Errechnung) von Zahlen von 10 aufwärts.

  • Also wenn wir schon bei Aussprache sind, ist Französisch viel regelmäßiger als z.B. Englisch, was wiederum von vielen Fremdsprachenlernern (m/w/d) als vergleichsweise einfach empfunden wird.

  • Aber trifft das nicht auch auf Grammatik und Lexik zu? Und Orthographie?

    Grammatik und Lexik dürfte aus deutscher Perspektive im Spanischen nicht einfacher sein als im Französischen. Im Bereich der Verben ist Spanisch meines Erachtens schwieriger (es gibt alles, was es im Französischen gibt plus ein bisschen mehr und in viel mehr Formen), bei Substantiven tut sich nicht viel, ... Was Französisch hat und Spanisch nicht sind die Adverbialpronomen en und y. Die dürften schon auch eine besondere Schwierigkeit darstellen.

    Orthographie ist natürlich ein Punkt, der Spanisch einfacher macht. Das Schriftsystem ist sehr phonetisch. Das führt dann zu ein paar Schwierigkeiten, die eigentlich aber nur Gewohnheit sind. Ich habe immer wieder SuS, die internationale Wörter etymologisch statt phonetisch schreiben, also sowas wie philosophia statt filosofía, physica statt física. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Französisch ist da eine ganz andere Hausnummer.

    Spanisch ist in jeden Fall leichter, auch aussprechetechnisch, wenn man nicht unbedingt hektisch wie ein echter Spanier reden möchte.

    Im Französischen gibt es viel komplizierte Regeln, alleine die Aussprache plus Benennung (Errechnung) von Zahlen von 10 aufwärts.

    Spanier reden nicht hektisch, aber die meisten spanischen Standardvarietäten (auch eine Schwierigkeit an sich!) sind eben silbenzählend. Das ist ein starker Unterschied zum Deutschen und macht den ordentlichen Spracherwerb schwierig, gerade auch weil es in der Didaktik gern versteckt wird. Und das französische Lautinventar ist dem des Deutschen sehr ähnlich, wenn man die Laute in ein Venn-Diagramm legt, dann gibt es eine sehr große Übereinstimmung und nur ganz wenige Laute, die nur im Französischen (u. a. Nasalvokale, der ui-Laut) oder nur im Deutschen (u. a. Glottisschlag, [ç], [h]) vorkommen. Im Spanischen ist das ganz anders, allein schon wegen der ganzen frikatisierten oder approximantisierten stimmhaften Plosive.

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