Auch der Sinneswandel in der deutschen Gesellschaft, die 1938 noch in großen Teilen gejubelt hat, als die Wehrmacht die ersten Nachbarstaaten ohne großen Wiederstände überrollt hat, kam nicht von selbst sondern wurde dadurch erzwungen, dass die Konsequenzen des verbrecherischen Krieges für die Leute in Form von Millionen toten Soldaten und zerbombten Städten unübersehbar wurden. Und der Holocaust wurde auch danach von weiten Teilen der Bevölkerung und Politik noch lange ignoriert oder verharmlost und es hat noch einmal 10-20 Jahre gedauert, bevor eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nazi-Herrschaft stattgefunden hat.
Die Hoffnung, das in der Breite der russischen Bevölkerung in absehbarer Zeit ein Sinneswandel "einfach so" eintreten wird, ist völlig illusorisch. Das wird nur passieren, wenn der Leidensdruck ähnlich hoch wird, wie in Deutschland 45. Der Unterschied ist, dass man das in diesem Fall nicht militärisch erreichen wird, da kann man maximal den Versuch der Eroberung der Nachbarländer stoppen, das wird aber nicht reichen. Es geht langfristig nur über wirtschaftlichen Druck.