Wie geht ihr dem Corona-Virus entgegen?

  • Lehrer_sachsen

    ...dann überlege dir doch mal, wieviele Leute - gerade ältere - wirklich, auch in den vergangenen Jahren, "einfach so" an Grippe usw verstorben sind. In Deutschland.

    Hat kein Hahn nach gekräht.

    Und jetzt? Werden es durch Corona voraussichtlich mal "etwas" mehr. Ich habe nicht gesagt, dass ich das "schön" finde - aber woran jemand stirbt, macht das so einen Unterschied?

    Ich denke, dass gerade Leute jenseits der 70, oder 80, "einfach mal sterben" gehört durchaus zur Biologie.

    Wir sind nun mal nicht unsterblich. Ich kenne auch viele Fälle, wo ich persönlich nicht mehr von Leben sprechen würde, sondern nur noch ein Dahinsiechen voller Medikamente und Apparaturen wahrnehme...

    Gerade bei diesen Menschen finde ich es eher schlimm, denen nicht mehr den Umgang mit denen zu erlauben, die ihnen noch etwas bedeuten, solange sie überhaupt noch da sind.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Ich finde auch, dass sich hier eine eher faktenbasierte Betrachtung mit einer emotionalen vermischt.


    Es ist kein Widerspruch zu sagen, dass die Zahlen für einen persönlich nicht bedrohlich wirken und trotzdem respektvoll mit dem Infektionsrisiko und Krankheitsverlauf umzugegangen wird. So übrigens, wie man generell mit seinem Körper und seiner Umwelt respektvoll und bewusst umgehen sollte, das ist ja nun bei einem Virus überhaupt nichts Neues.


    Wenn mich ein Todesfall nun persönlich betrifft - sei es aus der Familie oder dem Freundeskreis - dann wird doch nicht plötzlich die Sterbezahl bedrohlicher. Gefühlt vermutlich, weil die Gefahr nun erfahrbar wird. Aber Zahlen sind Zahlen, Relationen sind Relationen und Gefühle sind Gefühle. Ich finde nicht, dass es hilft, das nun alles zu vermischen und diese ganze Diskussion noch emotional aufgeladener zu führen als sie ohnehin schon ist.

  • Ich finde auch, dass sich hier eine eher faktenbasierte Betrachtung mit einer emotionalen vermischt.


    Es ist kein Widerspruch zu sagen, dass die Zahlen für einen persönlich nicht bedrohlich wirken und trotzdem respektvoll mit dem Infektionsrisiko und Krankheitsverlauf umzugegangen wird. So übrigens, wie man generell mit seinem Körper und seiner Umwelt respektvoll und bewusst umgehen sollte, das ist ja nun bei einem Virus überhaupt nichts Neues.


    Wenn mich ein Todesfall nun persönlich betrifft - sei es aus der Familie oder dem Freundeskreis - dann wird doch nicht plötzlich die Sterbezahl bedrohlicher. Gefühlt vermutlich, weil die Gefahr nun erfahrbar wird. Aber Zahlen sind Zahlen, Relationen sind Relationen und Gefühle sind Gefühle. Ich finde nicht, dass es hilft, das nun alles zu vermischen und diese ganze Diskussion noch emotional aufgeladener zu führen als sie ohnehin schon ist.

    Stimmt aber ich würde mal sagen, dass unser Problem hier nicht war zwischen Fakten und gefühlter Bedrohlichkeit zu unterscheiden, sondern zwischen der Bewertung der Fakten nach pauschalen Maßstäben (gemessen an der Gesamtbevölkerung, verglichen mit der Grippe) und nach objektiver, gruppenbezogener Bedrohlichkeit.

  • Ich hab das Gefühl es wäre Mal sinnvoll zu erheben wie viele Lehrkräfte als Risikogruppe erstmal zu schützen wären und ebenso wie viele Schüler das betrifft. Erst dann kann man doch halbwegs vernünftig überlegen wie es weitergehen könnte.

    So sieht es aus.

    Und als aller erstes muss man den Infektionsschutz in vollem Maße gewährleisten.

    Sehen wir mal, was kommen wird. Ich habe die Hoffnung, dass unsere Regierung vernünftig und im Sinne der Gesundheit entscheiden wird.


    Ich habe mehrere schwere Verläufe in meinem Umfeld.

    Einige davon haben Glück gehabt. Mittlerweile 2 liegen im künstlichen Koma, und wir hoffen, dass sie es schaffen.

    Beide sind seit Tagen auf der Schwelle zwischen Leben und Tod. Wir sind alle Tag und Nacht in Verbindung, und haben zur Zeit nur die "Hoffnung"!

  • Firelilly aber wie soll das funktionieren? Ich will natürlich auch jede Form von Erkrankung von mir fernhalten, aber corona wird auch in sechs Monaten noch da sein. Oder in einem Jahr. Und auch dann kann es jeden jederzeit erwischen. Oder etwas neues, schlimmeres kommt, mutiert etc.

    Es kann gut sein, dass es dann Impfstoffe gibt.

    Wenn es keine Impfstoffe gibt, dann gibt es aber eventuell besser wirkende, antivirale Medikamente.

    Je langsamer die Krise abläuft, desto besser ist man auch was Geräte etc. angeht, auf schwere Verläufe vorbereitet.


    Die meisten Mutationen eines kursierenden Virus führen zu einer Abschwächung der Gefährlichkeit. Angepasstheit des Virus an seinen Wirt als Stichwort.


    Alles Argumente, warum das Herauszögern um Monate, oder wie du schreibst, ein halbes Jahr oder Jahr sinnvoll sind.

    In der Zeit kann auch durch Online Teaching viel vermittelt werden.

    "...so makaber das klingen mag - die hätte auch jede "normale Grippe viit. umbringen können..."

    .....

    Pause

    .....

    und jetzt noch einmal lesen, alle, die solche Sätze mittlerweile für normal halten.

    Ja, halte ich auch für total krass, wie abgestumpft hier einige mittlerweile sind.

    Man kann, wenn es einen nicht persönlich betrifft, aus gebührendem Abstand und mit kalter Präzision Zahlen und Fakten analysieren und sich dabei stets auf die Statistik und Wissenschaft berufen, man sollte nur dabei noch ein wenig an Menschlichkeit und Anstand bewahren.

    Das sind keine Zahlen und Fakten, das sind Menschen, Mütter, Großmütter, Väter, Großväter, Onkel, Tanten - sie sind unsere Vergangenheit.

    Und die bringen wir alle in Gefahr, aber, wie einige User hier schreiben, ist es ja wichtiger irreparable Schäden am Bildungsgang zu verhindern. Großartiger Lehrer, aber ....... Tochter / Sohn?

    Oder als Medium arbeiten, da du ja genau zu wissen scheinst, wer hier welche Freunde und Verwandte durch welche Umstände verloren hat.

    Glaubst du, dass Corona keine Menschen tötet? Das ist doch nicht nur Statistik, es trifft reale Menschen!

    Unser Bildungssystem um jeden Preis zu erhalten wie es bisher läuft? Lehrer daran erinnern, dass sie Beamte sind und gefälligst die Schnauze zu halten haben wenn gegen den gesunden Menschenverstand gehandelt wird? Wirtschaftsrettung um jeden Preis denn wir wollen als Gesellschafter immer mehr und mehr und weiter und weiter und höher und höher?

    Das zumindest ist der Tenor, den ich aus 80% aller Postings traurigerweise herauslese, ja.

    Wenn mich ein Todesfall nun persönlich betrifft - sei es aus der Familie oder dem Freundeskreis - dann wird doch nicht plötzlich die Sterbezahl bedrohlicher. Gefühlt vermutlich, weil die Gefahr nun erfahrbar wird. Aber Zahlen sind Zahlen, Relationen sind Relationen und Gefühle sind Gefühle. Ich finde nicht, dass es hilft, das nun alles zu vermischen und diese ganze Diskussion noch emotional aufgeladener zu führen als sie ohnehin schon ist.

    Ich finde, dass es sehr sinnvoll ist sich die Tragweite dieser Zahlen bewusst zu machen. Viele Entscheidungen werden falsch getroffen, weil man von ferner Warte heraus und ohne wirklich begriffen (nicht verstanden, begriffen!) zu haben, was es wirklich bedeutet, entscheidet.

    Wie oft beschweren sich KuK darüber, dass im Ministerium Entscheidungen über die Schule getroffen werden, obwohl sie gar nicht selber vor Ort sind und gar nicht wissen, was es eigentlich bedeutet vor einer Klasse zu stehen.

    Hier wird dann über Schulöffnung gesprochen und vermeintlich beruhigende Zahlen genannt, aber alle, die das Schreiben, sind weder an Corona erkrankt, noch haben sie Verwandte, bei denen das so ist. Wenn sich das nach der Schulöffnung alles ändert und man dann vielleicht "begreift", was da eigentlich los ist, ist es eben zu spät die Uhr zurückzudrehen.

  • Letztlich kann es auch hilfreich sein, sich auf die Dinge zu konzentrieren, bei denen man mit gestalten kann.

    Das wird nicht die grundsätzliche Frage der Schulschließungen sein (obwohl man den Eindruck hat, dass der ein oder andere hier glaubt dagegen anschreiben zu können).


    Die Schule wird nicht bis zum Sommer ausfallen, soweit würde ich mich beim aktuellen medialen Gesamteindruck aus dem Fenster lehnen. Ein langsames wieder hochfahren wird irgendwann kommen, ob nun ab dem 20.4. oder eher Ende Mai wird man dann am 15.4. wahrscheinlich erfahren (der Termin ist wegen eines EU-Termins von Frau Merkel einen Tag verschoben worden). Wir werden uns vom PR sicher in den nächsten Tagen Gedanken machen, wie wir damit umgehen können. Verkleinern der Gruppen und Maskenpflicht sind zwei Aspekte, die man auch Schulintern anstoßen kann, wenn sie denn nicht von Außen sowieso vorgegeben werden. Ich würde es auch für sinnvoll halten Pausenregelungen zu ändern (bei schlechtem Wetter lieber im Klassenraum bleiben, nicht in die Pausenhalle) und über das Vermeiden von Vermischung der Schüler nachzudenken (Übergangsweise bis Schuljahresende kein Unterricht in gemischten Gruppen).


    Einige Kollegen werden als Risikogruppe ausfallen. Auch Kollegen der Sorte "Dann meld ich mich halt krank" gibt es in jeder Schule. Das ist so und lässt sich auch nicht ändern und diesen Kollegen muss man es auch nicht recht machen, das kann man nämlich sowieso nicht. Es muss nur klar sein, dass die Kapazitäten begrenzt sind und die übrigen Kollegen das jetzt nicht auffangen können. Den Eltern muss klar kommuniziert werden, dass es jetzt keine garantierte Betreuung für alle von der 1.-6. Stunde geben kann.

  • Und das Bitte erst über alles nachdenken. NACHDEM der 15.4. war ....

  • Wenn man die PK von Frau Merkel, die gerade live läuft, interpretieren möchte, dann sind Schulen und Kitas das letzte was wieder normal laufen wird.

    Sie sagt selber, das Kitas und Schulen Probleme haben werden die Anstandsregel einhalten zu können.

    Dazu sagt sie, dass sie nichts davon hält jüngere Menschen anders in der Krise zu behandeln als Ältere.


    - Abstandsregeln einhalten bis ein Impfstoff erforscht wurde


    Interessante PK

  • Wenn man die PK von Frau Merkel, die gerade live läuft, interpretieren möchte, dann sind Schulen und Kitas das letzte was wieder normal laufen wird.

    Auf die Frage nach den Schulöffnungen eines Journalisten hat sie sehr aus- und abschweifend geantwortet, das einzige, was ich da als themenbezogenen Beitrag erkennen konnte war die Formulierung mit den "Änderungen in sehr kleinen Schritten, die regelmäßig überprüft werden müssen".


    Sie hat bei einer späteren Frage noch mal darauf Bezug genommen und gesagt, dass "in der bisher bekannten Form von Schulunterricht und Kindergärten die Abstandsregeln schwierig umzusetzen sind" (sinngemäß, nicht wortwörtlich, wer es jetzt genau wissen möchte kann sich ja die PK anhören). Daraus jetzt zu machen "Schulen und Kitas als letztes" erscheint mir Wunschdenken.

  • Das mir Frau Merkel noch mal sympathisch wird.

    Sie macht im Moment vieles richtig, und vor allem geht sie die Dinge klar an.

    Die Abstandsproblematik in Schulen und Kindergärten ansprechen, und dann wieder komplett öffnen, würde ich ich ihr jetzt nicht zutrauen.


    Schulen und Kitas können nur als letztes komplett geöffnet werden. In allen anderen Bereichen kann man den Infektionsschutz garantieren.

    Vorausgesetzt die Bürger halten sich an die Vorgaben. In Schulen ist bei voller Besetzung kein ausreichender Schutz möglich und auch nicht realisierbar.

  • Auf die Frage nach den Schulöffnungen eines Journalisten hat sie sehr aus- und abschweifend geantwortet, das einzige, was ich da als themenbezogenen Beitrag erkennen konnte war die Formulierung mit den "Änderungen in sehr kleinen Schritten, die regelmäßig überprüft werden müssen".


    Sie hat bei einer späteren Frage noch mal darauf Bezug genommen und gesagt, dass "in der bisher bekannten Form von Schulunterricht und Kindergärten die Abstandsregeln schwierig umzusetzen sind" (sinngemäß, nicht wortwörtlich, wer es jetzt genau wissen möchte kann sich ja die PK anhören). Daraus jetzt zu machen "Schulen und Kitas als letztes" erscheint mir Wunschdenken.

    Es geht nicht um Wunschdenken. Ich wünsche mir sehr, dass ich wieder in die Schule gehen kann und unterrichten darf.

    Aber unsere Interpretationen sind ja ähnlich. Bzw. ich meine genau das, was du sagst. "In bekannter From.../Abstandsregeln schwer einzuhalten", daraus entnehme ich, dass die Schulen/Kitas es am schwersten haben.

  • Und die bringen wir alle in Gefahr, aber, wie einige User hier schreiben, ist es ja wichtiger irreparable Schäden am Bildungsgang zu verhindern.

    Und jetzt zitierst du bitte mal 3 Beispiele von Usern, die das geschrieben haben. Du verbreitest hier m.M.n. bewusst Unwahrheiten und Übertreibungen, ich verstehe nicht warum, aber es belastet das Gespräch hier enorm.


    Lehrer_sachsen , Was willst du uns denn mitteilen? Dass du moralisch überlegen bist? Oder dass du dir Sorgen um nahe Angehörige machst? Oder dass du dir die vor 3 Monaten noch nicht gemacht hast, obwohl die Grippe da auch potenziell tödlich gewesen wäre? Der Tod ist nicht die Schuld dessen, der sagt, dass der Tod existiert.

  • Hier nochmal ein Artikel zu den Ergebnissen aus Heinsberg:


    https://m.faz.net/aktuell/gese…e-lockerung-16718884.html


    Was sagt Ihr denn zu folgender Aussage (letzter Absatz):


    Derzeit sei davon ausgehen, dass die Immunität nach einer Coronavirus-Infektion etwa sechs bis 18 Monate anhalte.“


    Wenn die Immunität tatsächlich nur 6 oder 12 Monate anhält, haben wir ja auch im Herbst oder Winter wieder ein großes Problem. Dann hilft uns die Herdenimmunität kaum, da sie nicht lang genug schützt.

  • @samu

    Es liegt mir absolut fern, moralische Überlegenheiten anzudeuten oder für mich in Anspruch zu nehmen.

    Ich dachte, dass ich mein persönliches Unbehagen beim Lesen solch lapidarer Sätze über den (errechneten oder meinetwegen auch halt unvermeidlichen) Tod von Menschen recht gut formuliert habe.

    Die Reaktionen darauf zeigen, dass es nicht nur mir so geht.

    Was ich eigentlich damit sagen wollte : einfach mal inne halten, kurz durchatmen und überlegen was und wie man es schreibt / formuliert.

    Keiner hier ist Experte für dieses Thema (und auch, Gott sei Dank, kein Entscheidungsträger in dieser Sache).

    Vielleicht würde dann der recht rüde Ton, der scheinbar hier zum Standard geworden ist, sich auch entspannen.

    Ich wünsch dir auch schöne Ostern, ein wenig Entspannung und schöne Momente.

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