Das Ziel ist immer, dass es keinen Unterrichtsausfall gibt. Grundsätzlich ist das auch positiv zu sehen, wenn die Kapazitäten da sind und nicht die Kollegen alle durch die Mehrarbeit überlastet werden. Und eine Vertretungsstunde mit richtigem Vertretungsunterricht (egal welches Fach) ist meiner Meinung nach kein Unsinn. Unsinn wird es erst, wenn alle die Zeit nur absitzen.
Und meine Erfahrung ist, dass es in allen Klassen Schüler gibt, die lautstark protestieren, wenn der Vertretungslehrer Unterricht macht. Sie wollen sich lieber selbst beschäftigen oder einen Film schauen. Es gibt aber auch Schülern, die solche Zeitverschwendung nicht mögen und doch lieber auch in der Vertretung etwas lernen möchten. Diese sagen nur in der Regel nichts. Also einfach in einer Vertretungsstunde auch eine Einzelstunden in einem deiner Fächer halten. Es bietet sich allgemeine Wiederholung (Bruchrechnen, Vokabelspiele, Lesestunden, …) oder Ergänzungsstunden zu Themen des Vorjahrs an.
Bring das Thema auf einer Lehrerkonferenz zur Sprache. Überlege dir vorher, was du erreichen möchtest und finde im Kollegium Mitstreiter.
- Willst du, dass Randstunden entfallen sollen? Dann erkundige dich vorher, ob es in der Unterstufe bei euch Regelungen zu verlässlichen Unterrichtszeiten gibt, bevor du etwas beantragst, was nie durchgeht. Für ein Entfallen der Randstunden spräche eine Überlastung des Kollegiums durch insgesamt zu viele anfallende Vertretungsstunden.
- Möchtest du dich in Vertretungsstunden nicht mehr langweilen? Dann gib Unterricht und lasse keine anderen Beschäftigung zu. Und mach Werbung dafür, dass möglichst viele andere Kollegen das auch machen, dann nehmen die Schülerproteste ab.
- Möchtest du die Vertretungsreihenfolge ändern? Sollen als erstes Kollegen zur Vertretung herangezogen werden, die selbst in der Klasse unterrichten, damit sie ihren Unterricht fortsetzen können und wenigsten etwas Nutzen für den eigenen Unterricht bei einer Vertretungsstunde haben? Das Konzept passt aber nicht zu einem System mit Bereitschaftsstunden für Vertretungen.
- Willst du erreichen, dass jeder für den Krankheitsfall bereits zu Schuljahresbeginn jederzeit einsetzbares Material bereitstellt? Denk aber daran, dass du das dann auch machen musst. Vielleicht ist es einfacher sich für jeden Jahrgang selbst zu überlegen, was du in deinen Fächern machen kannst.
- Willst du, dass die Klassen in den Zeiten eine Bewegungspause machen? Dann gehe auf den Sportplatz, zu Tischtennisplatten oder mache einen Spaziergang über das Schulgelände. Stelle den Antrag, dass dafür Sportgeräte (Fußball, Basketball, Tischtennisausrüstung) angeschafft werden, die dann auch nicht Sportlehrern zur Verfügung stehen.
- Willst du die studentische Hilfskraft für morgendliche Vertretung? Dann erkundige dich, ob ihr in NRW Lehrerstunden umwandeln könnt, um davon anderes angestelltes Personal für solche Aufgaben zu bezahlen.
zu 2) Die Präsenzzeiten an der Schule sind länger, da du aber die Nachmittagsaufsicht nicht groß vor- oder nachbereiten musst, wird dadurch die Zeit an deinem heimischen Schreibtisch kürzer. Die Arbeitszeit sollte gleich bleiben, wenn der Faktor fair ist. (Du kannst ja mal zum Spaß ausrechnen, wie lange die Präsenzzeit wäre, wenn eine Vollzeitkraft nur Hausaufgabenaufsicht oder Mittagsessenaufsicht machen würde. Wenn das mehr als 46 Zeitstunden sind, fände ich es extrem unfair.)