Handschrift ist wichtig

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    • Handschrift ist wichtig

      Eine Kollegin an einer Grundschule berichtete neulich auf einer Fortbildung, dass an ihrer Schule diskutiert worden war, ob die Kinder noch die Schreibschrift erlernen sollen, denn einige würden große Probleme damit haben. Irgendwo wurde sogar schon vorgeschlagen, die Kinder bräuchten keine Schrift mehr zu lernen, sondern eher Tastatur-Schreiben. Sie fand das unglaublich. Was sagt ihr?

      Zitat schrieb:


      DIE WELT: Muss es unbedingt eine verbundene Schrift sein. Genügt es nicht, Druckbuchstaben zu schreiben?

      Schulze Brüning: Viele denken, die Druckschrift sei doch ganz leicht, weil ihre Formen so leicht erkennbar sind. In der Tat gelingt es Kindern mit anfänglichem Schreibdrucken schnell, Entzifferbares zu produzieren. Eine geläufige Handschrift entsteht daraus aber nur schwer. Die menschliche Bewegung ist nicht auf gerade Linien, Winkel und abrupte Unterbrechungen ausgelegt, sondern sie ist fließend. Die Schreibschrift passt zum fließenden Sprechen und unterstützt die Umsetzung von Sprache in Schrift. Außerdem: Nur durch eine Schreibschrift entsteht eine unverwechselbare individuelle Handschrift.

      hd.welt.de/Kultur-edition/arti…wichtig-fuers-Gehirn.html
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

      „Alle Menschen neigen nämlich dazu, eher nach Hinweisen zu suchen, die ihre eigenen Thesen bestätigen, als nach solchen, die ihnen widersprechen“, erklärt Philipp Hübl (Universität Stuttgart).
    • ... und nochwas zum Thema:

      Zitat schrieb:


      AUSZUG:

      – Durch die zunehmende Digitalisierung gerät das Schreiben per Hand immer mehr in den Hintergrund – auch bei Kindern
      – Experten sagen: Wenn Kinder mit der Hand schreiben, kann ihr Gehirn das Gelernte viel besser abspeichern
      – Doch: Immer mehr Kinder in Deutschland haben Schwierigkeiten, mit der Hand zu schreiben

      huffingtonpost.de/2017/08/02/g…schreiben_n_17655020.html
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

      „Alle Menschen neigen nämlich dazu, eher nach Hinweisen zu suchen, die ihre eigenen Thesen bestätigen, als nach solchen, die ihnen widersprechen“, erklärt Philipp Hübl (Universität Stuttgart).
    • In Hamburg ist die verbundene Schrift abgeschafft. Die Kinder lernen statt der Druckschrift gleich die Grundschrift. Das ist im Prinzip eine Druckschrift mit Verbindungs"haken" an einigen Buchstaben. Der Sinn ist, dass die Kinder bis Klasse 4 selbst aussuchen welche Buchstaben sie verbinden. Es entstehen individuelle Handschriften. So wie wir Erwachsenen ja auch schreiben.

      Meine Fachleitung Deutsch hat bereits einen Durchgang durch und sagt, dass tatsächlich alle Kinder eine individuelle Handschrift entwickelt haben, die keine reine Druckschrift ist.

      Nur Tastenschreiben finde ich nicht sinnvoll, kann mir aber auch schwer vorstellen, dass das so gesagt worden ist. Also das komplette Abschaffen der Handschrift.

      LG Anja
    • Das finde ich einen guten Ansatz. Leider konnte ich an meiner Schule niemand für die Grundschrift begeistern und kämpfe auch in diesem 2. Schuljahr mit der Schulausgangsschrift.

      Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich hab den Eindruck, als ob die Schüler motorisch immer weniger können. Einige kriegen keinen lesbaren Schreibschriftbuchstaben hin... Nun ist schon bald Weihnachten und wir haben erst 6 Schreibschriftbuchstaben (klein und groß) bewältigt.

      Das Wichtigste an einer Schrift ist doch eigentlich ihre Lesbarkeit. Mir wäre es lieber, wenn ich sauber lesbare Beiträge in Druckschrift bekomme als ein Wahnsinnsgeschmiere in Schreibschrift.

      Handschrift ist sicher etwas Schönes, aber im Alltag begegnet einem doch viel häufiger Druckschrift (Straßenschilder, Reklame, Bücher etc.).
    • Ich habe es letztens irgendwo hier noch geschrieben. Meine Tochter (jetzt 5. Klasse) wurde vor Kurzem für ihre tolle lesbare Handschrift (im Vergleich zu ihren Klassenkameraden) gelobt. Aufgrund einer Muskelerkrankung wurde ihr die Schreibschrift erlassen. Inzwischen verbindet sie einzelne Buchstaben, die meisten aber nicht.
    • helianthe schrieb:

      ...
      Handschrift ist sicher etwas Schönes, aber im Alltag begegnet einem doch viel häufiger Druckschrift (Straßenschilder, Reklame, Bücher etc.).
      Die Hoffnung besteht aber doch noch, dass die Kinder mal Aufsätze schreiben und das kann ich mir in Druckschrift nicht vorstellen. Da braucht man doch ewig...

      Im tollen Bildungssiegerland Sachsen wird ja nach DDR-Manier meistens schon in der ersten Klasse ab Herbstferien mit dem Füller geschrieben (egal ob Kinder dazu motorisch in der Lage sind) und ab Osterferien die Schreibschrift durchgedrückt. Bis zum Sommer Ende Kl. 1 haben dann alle die 4x26 Buchstaben durch und können nach den Ferien die ganzen Verbindungen nicht mehr. Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

      Vielleicht gibt’s einen Mittelweg: zunächst Druckschrift mit Bleistift. Wenn das sitzt, Füllerführerschein. Und irgendwann im zweiten Schuljahr die Schreibschrift. Die dann aber konsequent üben, also Schreibschriftlehrgang komplett durchgehen, Verbindungen üben, regelmäßige Hefteinträge.

      Was in Sachsen fast vollständig fehlt ist übrigens Aufsatzerziehung, was ich extrem schade finde. Wir lernen doch (recht)schreiben um des Schreibens, des Ausdrucks Willen! Nicht um die Übungen lediglich isoliert abzuhandeln.

      Also ja, ich finde Schreibschrift wichtig. Schulausgangsschrift ist m.E. praktisch und einfach.

      Was fehlt: im 9. Schuljahr sollte man flächendeckend einen Kurs im Zehnfingersystem anbieten. Also dann, wenn man anfängt, Computer sinnvoll zu nutzen. Wenn ich überlege, wie viele Leute ihre Hausarbeiten nach Adlersuchsystem getippt haben :sterne:
    • Wir sind nach mehreren Durchgängen nur mit Grundschrift und daraus eigenen Verbindungen entwickeln wieder zurück zum Schreibschriftlehrgang (SAS) gegangen. Wir starten also nur noch mit der Grundschrift und schieben noch die Schreibschrift hinterher.
      Das selbst Verbindungen ausprobieren und finden funktioniert bei vielen Kindern zwar, aber es kostet mehr Aufwand und ich fand das Ergebnis oft nicht so überzeugend.
      Es kostet einfach Zeit und Mühe, unabhängig davon ob Schreibschrift oder eigene Schrift entwickeln, wobei die Kinder es überwiegend wirklich gern machen. Aber laut Lehrplan müssen wir es nicht im der 1/2. Nur bis zum Ende von Klasse 4 sollen die Kinder dann eben verbunden schreiben können, haha, fällt eben nicht so vom Himmel sondern muss irgendwann erarbeitet werden.
    • Anja82 schrieb:

      ...

      Nur Tastenschreiben finde ich nicht sinnvoll, kann mir aber auch schwer vorstellen, dass das so gesagt worden ist. Also das komplette Abschaffen der Handschrift.

      LG Anja
      Nein, das ist nicht in der Schule diskutiert worden, DAS habe ich gelesen, z.B. hier:


      Zitat schrieb:

      “Tastatur ist ein großer Segen”: Rot-rote Regierungskoalition will über bessere Förderung der Schreibmotorik von Kindern gar nicht erst reden

      news4teachers.de/2017/03/brand…chrift-richtig-lernen-ab/

      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

      „Alle Menschen neigen nämlich dazu, eher nach Hinweisen zu suchen, die ihre eigenen Thesen bestätigen, als nach solchen, die ihnen widersprechen“, erklärt Philipp Hübl (Universität Stuttgart).
    • Krabappel schrieb:

      Die Hoffnung besteht aber doch noch, dass die Kinder mal Aufsätze schreiben und das kann ich mir in Druckschrift nicht vorstellen. Da braucht man doch ewig...
      ...
      Was in Sachsen fast vollständig fehlt ist übrigens Aufsatzerziehung, was ich extrem schade finde. Wir lernen doch (recht)schreiben um des Schreibens, des Ausdrucks Willen! Nicht um die Übungen lediglich isoliert abzuhandeln.
      ...
      Was fehlt: im 9. Schuljahr sollte man flächendeckend einen Kurs im Zehnfingersystem anbieten. Also dann, wenn man anfängt, Computer sinnvoll zu nutzen. Wenn ich überlege, wie viele Leute ihre Hausarbeiten nach Adlersuchsystem getippt haben :sterne:

      Ich habe dann die Kinder, die in und ab Klasse 5 immer noch keine Schreibschrift schreiben können und nur Druckschrift schreiben. Ja, das ist meist sauberer, aber oft kann man - wenn sie eng schreiben oder der Platz nicht reicht - nicht recht erkennen, wo ein Wort anfängt und wo es aufhört. Und mitunter dauert es ewig, ja, wobei sie meistens dann auch im Druckschriftschreiben sehr schnell geworden sind (Gewohnheitssache eben) !

      Kannst du irgendwie belegen, dass in Sachsen Aufsatzerziehung fast vollständig fehlt? Gibt es hier Lehrer aus Sachsen, die dazu etwas sagen können?

      Einen Kurs im "Tastatur-Schreiben" in Klasse 9 würde ich auch sinnvoll finden.
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

      „Alle Menschen neigen nämlich dazu, eher nach Hinweisen zu suchen, die ihre eigenen Thesen bestätigen, als nach solchen, die ihnen widersprechen“, erklärt Philipp Hübl (Universität Stuttgart).
    • Krabappel schrieb:

      ...Was in Sachsen fast vollständig fehlt ist übrigens Aufsatzerziehung, was ich extrem schade finde. Wir lernen doch (recht)schreiben um des Schreibens, des Ausdrucks Willen! Nicht um die Übungen lediglich isoliert abzuhandeln.
      ...
      Ich frage mich immer, worauf sich solche Aussagen gründen. Hier finde ich bei Google im Lehrplan Deutsch, Grundschule, Sachsen:


      Zitat schrieb:

      Abgeleitet aus dem Beitrag des Faches ergeben sich
      folgende allgemeine Ziele:
      -
      Erwerb von Grundlagen für selbstständiges Lesen und
      Schreiben(Schriftspracherwerb)
      -
      Entwicklung des Leseverstehens
      -
      Entwicklung der mündlichen Sprachfähigkeit
      -
      Entwicklung der schriftlichen Sprachfähigkeit
      -
      Entwicklung der Reflexionsfähigkeit über Sprache
      -
      Erwerb von Lernstrategien und Arbeitstechniken

      [...]

      Für sich und andere schreiben umfasst das situationsangemessene und partnerbezogene schriftliche Sprachhandeln, die Technik des Schreibenssowie Verfahren zur Textüberarbeitung. ... Für den Erwerb der Schriftsprache ist das Wechselspiel von Lesen und Schreiben von besonderer Bedeutung. Unter Berücksichtigung der Erfahrungen der Kinder mit Schrift beim Lesen wird auch beim Schreibenlernen von der Druckschrift ausgegangen. Verbunden mit realen Schreibanlässen lassen sich mit dieser Schriftart schon frühzeitig kleine Texte verfassen, so dass Schreiben für Kinder einen Sinn erhält. Die Freude am Schreiben kann so geweckt und erhalten werden....

      schule.sachsen.de/lpdb/web/dow…lp_gs_deutsch_2009.pdf?v2

      schule.sachsen.de/lpdb/

      Ist doch wohl also in Sachsen nicht bedeutend anders als anderswo in Deutschland. (?)
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

      „Alle Menschen neigen nämlich dazu, eher nach Hinweisen zu suchen, die ihre eigenen Thesen bestätigen, als nach solchen, die ihnen widersprechen“, erklärt Philipp Hübl (Universität Stuttgart).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sofawolf ()

    • sofawolf schrieb:

      ...

      Kannst du irgendwie belegen, dass in Sachsen Aufsatzerziehung fast vollständig fehlt? ...
      LP Kl 4 De: nur 45 von fast 200 Stunden sind für das Verfassen von Texten vorgesehen, davon gehen Stunden für Sachtexte ab. Wenn man das möchte, kann man sich also im 4. Schuljahr nur 4 Wochen mit Erzählung und Bericht beschäftigen. Mein Kind hat nichts von alledem gemacht, nur eine einzige Fantasiegeschichte geschrieben. Gezählt wurden Rechtschreibfehler, klassischer Aufbau wurde nicht behandelt. Das kann natürlich ein Ausnahmefall sein.
    • Krabappel schrieb:

      Die Hoffnung besteht aber doch noch, dass die Kinder mal Aufsätze schreiben und das kann ich mir in Druckschrift nicht vorstellen. Da braucht man doch ewig...
      Ich hatte immer eine schreckliche Schrift. Mittlerweile schreibe ich in einer Art "geschwungener Druckschrift", bei der auch mal einzelne Buchstaben zumindest zum Teil verbunden sind. Sieht nicht schön aus, ist aber wenigstens lesbar.
      Ich frage mich gerade tatsächlich, wann ich mir das angewöhnt habe. Meine letzten langen Texte waren die Klausuren im ersten Staatsexamen. Ich möchte behaupten, dass ich damals schon in dieser Druckschrift geschrieben habe, dass also auch Aufsätze so möglich sind, möchte aber nicht darauf schwören.
    • Krabappel schrieb:

      sofawolf schrieb:

      ...

      Kannst du irgendwie belegen, dass in Sachsen Aufsatzerziehung fast vollständig fehlt? ...
      LP Kl 4 De: nur 45 von fast 200 Stunden sind für das Verfassen von Texten vorgesehen, davon gehen Stunden für Sachtexte ab. Wenn man das möchte, kann man sich also im 4. Schuljahr nur 4 Wochen mit Erzählung und Bericht beschäftigen. Mein Kind hat nichts von alledem gemacht, nur eine einzige Fantasiegeschichte geschrieben. Gezählt wurden Rechtschreibfehler, klassischer Aufbau wurde nicht behandelt. Das kann natürlich ein Ausnahmefall sein.

      Sicherlich wird das nicht am Stück unterrichtet, sondern aufs Schuljahr verteilt.

      Und ansonsten, ja, es kommt auch immer drauf an, was die Lehrkraft draus macht - und ob sie vielleicht lange krank war usw.
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

      „Alle Menschen neigen nämlich dazu, eher nach Hinweisen zu suchen, die ihre eigenen Thesen bestätigen, als nach solchen, die ihnen widersprechen“, erklärt Philipp Hübl (Universität Stuttgart).
    • sofawolf schrieb:

      [...]Irgendwo wurde sogar schon vorgeschlagen, die Kinder bräuchten keine Schrift mehr zu lernen, sondern eher Tastatur-Schreiben. Sie fand das unglaublich. Was sagt ihr?

      Ich halte es für ein bischen früh die Handschrift abzukündigen.

      ABER: Kulturtechniken verändern sich. Die Kunst der babylonischen Keilschrift auf Tontafeln wurde auch irgendwann zu Gunsten einer neueren Schrifttechnik aufgegeben.
      Von daher kann ich mir langfristig einen Bedeutungsverlust der Handschrift in hochtechnisierten Ländern durchaus vorstellen, wenn die Digitalisierung weiter fortschreitet.
      Alexa, Siri, Hörbücher und Ähnliches deuten ja jetzt schon an, dass sich der Stellenwert von Schrift verändert und Schreiben/Lesen langsam zumindest aus dem Freizeitbereich verschwindet.
    • Es gibt ja nicht nur die Aneinanderreihung von Buchstaben. Was ist mit Skizzen, die beschriftet werden sollen? Formeln, die umgestellt werden müssen? Diagramme? Schematische Darstellungen? Typografische Besonderheiten wie Hoch- und Tiefstellung oder Sonderzeichen? Notenschrift?
      All das lässt sich meist nur mit bestimmten Programmen darstellen und nicht mal eben im Standard-Editor. Gut, es geht mit Stifteingabe auf dem Touchscreen, aber dazu muss man es genauso können wie auf dem Papier.
    • helianthe schrieb:

      Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich hab den Eindruck, als ob die Schüler motorisch immer weniger können. Einige kriegen keinen lesbaren Schreibschriftbuchstaben hin... Nun ist schon bald Weihnachten und wir haben erst 6 Schreibschriftbuchstaben (klein und groß) bewältigt.
      Vlt. hast du aber auch einfach ein problematisches Einzugsgebiet. In meinem letzten Schulpraktikum war ich viel in einer 2. Klasse (eine normale 2. Klasse ohne Hochbegabtenstatus o.ä.) und die hatten bis Mitte September die Hälfte des VA-Heftes durch. Die meisten Kinder hatten keine großen Schwierigkeiten bei der Aufgabe und ich erinnere mich auch noch daran, dass ich angehalten wurde, streng zu sein, darauf zu achten, dass sich die Kinder Mühe geben, und sie zur Not etwas neu schreiben lasse (zu dem Zeitpunkt schrieben sie noch mit Bleistift). Natürlich kann ich nicht beurteilen, wie sich die Schriftfähigkeiten auf lange Sicht entwickeln werden, aber zumindest zu dem Zeitpunkt, als sie die Schreibschrift lernten, gab es keine großen Probleme - außer, dass halt die Einen recht schnell mit dem Schreiben durch waren, die Anderen etwas länger brauchten, bis sie in die Gänge kamen.
    • Mir hat eine Gymnasiallehrerin bei einer Diskussion über E-Learning gesagt, dass sie das in ihren Klassen (es waren 5te) nicht einsetzen wird, das die Motorik des Schreibens noch essentiell für den Lernprozeß sei und eben das auch ihrer Erfahrung enspräche.
      Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P

      8_o_) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:
    • Ich teile dann mal kurz meine persönliche Erfahrung aus dem sächsischen Schulsystem. Zu meiner Schulzeit in der Grundschule (Mitte/Ende der 2000er Jahre) lief es bei uns so, dass wir gar keine Druckschrift explizit erlernt haben. Zunächst wurden motorische Übungen durchgeführt und anschließend, nach den Herbstferien, direkt mit der Schreibschrift begonnen, welche am Ende der ersten Klasse bei den meisten Schülern schon erlernt war. Dies hat sich mittlerweile dahingehend weiterentwickelt, dass heute fast ausschließlich "gedruckt" wird...
      Zum Thema Aufsatzerziehung hingegen kann ich Krabappel nur widersprechen (persönliche Erfahrung, sowie Erfahrung durch Familie, Freunde, Bekannte etc.). Hier wurde und wird sehr viel auf die Struktur der Texte gelegt - es wird viel von den SuS ausprobiert und entdeckt, was zu einem guten Aufsatz führen kann.
      Ich spreche hierbei NUR von meinem Eindruck, welcher selbstverständlich nicht repräsentativ für Sachsen ist, aber ich würde da nicht so einfach verallgemeinern.

      Meine Meinung zum Thema Handschrift ist ganz klar jene, dass ich diese zum jetzigen Zeitpunkt für unerlässlich halte und ich finde, dass Schreibschrift noch gelehrt werden sollte (sehen viele meiner Peer group ähnlich, sofern ich das bisher mitbekommen habe). Auch wenn das Ergebnis dabei nicht immer ästhetisch schön ist, hilft es doch auch rine gewisse persönliche Note (Grußkarten etc.) einzubinden und ich persönlich verfasse kurze Notizen lieber per Hand (bleibt besser im Gedächtnis). Außerdem finde ich es eher unpraktisch, wenn man immer erst ein Gerät starten/ ein Programm öffnen muss, um Notizen zu täten oder Brainstorming zu betreiben (wird per Hand meist übersichtlicher und geht schneller). Aber vielleicht bin ich auch einfach altmodisch, da ich auch lieber ein Buch in der Hand habe anstelle eines eReaders...
    • Vielleicht sollte man erstmal unterscheiden: Handschrift und Schreiben mit einer Tastatur. Das zweite Thema wäre, wenn Handschrift: Druckschrift oder verbundene Schrift, also Schreibschrift?

      Was würde verloren gehen, wenn wir nur noch auf der Tastatur schrieben?
      Das halte ich schon für umständlich und kann mir nicht vorstellen, wie das effizient geschehen soll, wenn wir nicht mehr in der Lage wären, etwas per Hand zu schreiben. Was wäre, wenn das technische Equipement ausfiele? Da wäre jeder verloren.

      Die einzige wissenschaftliche Aussage, die ich für die Handschrift finden konnte, war, dass Schüler, die sich von Hand etwas aufgeschrieben haben im Vergleich sich Dinge besser merken konnten.

      unverbundene Schrift (Druckschrift) - verbundene Schrift (Schreibschrift). Mich würde das einmal vom Aspekt der Gehirnforschung her interessieren. Ich habe keine Ergebnisse gefunden. Ich könnte mir zwar vorstellen, dass Buchstaben in Vorwärts- und Rückwärtsbewegung etwas im Gehirn bewirken (Kinesiologie) - letztendlich sind das eher Vermutungen.

      Ebenso stellt sich für mich die Frage: Brauchen wir eine Handmotorik, die über die Schrift trainiert wird und wird sie überhaupt dadurch trainiert oder dienen diese Bewegungen nur einseitig der Schrift?

      Man bräuchte dazu wirklich einmal einige wissenschaftliche Untersuchungen.

      Wenn ich jetzt einmal das Argument der Kulturtechnik (das ist in meinen Augen Einstellungssache) außer Acht lasse: Eine Handschrift braucht man aus praktischen Gründen, aber wie weit soll sie gehen und gibt es nützliche Nebeneffekte, wenn man eine verbundene Schrift lernt? Da hätte ich gerne eine Antwort von (z.B. Gehirn)Wissenschaftlern.

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