Informationsaustausch in der Schule über Mails

  • Da, wo er funktioniert, wo es keine Nadelöhre oder Engpässe gibt, würde es mich interessieren, wie er (der Austausch von Informationen) organisiert ist.
    Bei uns hakt es immer wieder mal, und ich hab' mir so gedacht, es wäre doch nicht so schlecht (wir sind so um die 35 Lehrkräfte), Mailinglisten (durchaus unterschiedlich nach Adressaten differenziert) anzulegen und die Infos dann per Mail zu versenden. Das würde den Papierkrieg in der Schule vermindern, und jeder könnte das, was wichtig ist, zuhause oder in der Schule (bei uns wäre es die Lehrerarbeitsstation) ausdrucken, bearbeiten, archivieren etc..
    Voraussetzung ist freilich, dass jede Lehrkraft über eine funktionierende Email-Addy verfügt, damit meine ich:
    - die Lehrkraft weiß, dass sie eine Email-Adresse hat. (das ist kein Witz)
    - sie ist in der Lage Mails entweder übers Internet abzurufen oder kann sogar mit einem Mailprogramm auf dem lokalen Rechner über eine DSL- oder ISDN-Leitung Emails abrufen.
    - sie ist in der Lage, Emails zu schreiben und ggf. unterschiedliche Mailinglisten zu bedienen, kann weiterleiten, verfügt über ein funktionierendes Spam-Programm und ist in der Lage, darüber Kontrolle auszuüben.
    - ruft Emails mindestens einmal pro Tag ab.
    - kann Emails mit einem Anhang welcher Art auch immer versenden, kann Anhänge auch öffnen.
    Mehr fällt mir im Moment nicht ein, es ist ja auch schon eine ganze Menge, was man da können muss.
    Wenn ich Schulleiter wäre, würde ich von meinen Kolleginnen und Kollegen erwarten, dass sie sich in diese Materie einarbeiten; nach einer Zeit von etwa 4 Wochen (inkl. Einweisung vom Systembetreuer der Schule meinetwegen) müsste das eigentlich jede/jeder draufhaben.
    Als Fachbereichsleiter hätte ich dann die Liste der Kolleginnen und Kollegen, die beispielsweise AW unterrichten; die Informationsweitergabe wäre für mich ein Kinderspiel und würde die Arbeit deutlich erleichtern.
    Andere Anwendungsbereiche fallen mir in Hülle und Fülle ein.


    Ist das bei euch schon Gang und Gäbe, so ein System?
    Ist der Anspruch an die Lehrkräfte zu hoch?
    Kann man das verlangen?


    Mich würde eure Meinung sehr interessieren.


    Schöne Grüße von
    Hannes

  • Hallo Hannes,


    mein Traum.
    Ich versuche dies, zum Glück mit Rückendeckung des Schulleiters, momentan auch bei uns durchzusetzen.


    Aber manche Kollegen schaffen es leider nicht einmal täglich ihr Postfach im Lehrerzentrum zu leeren. :rolleyes:


    Gruß
    Super-Lion


  • Genau das versuche ich im Moment auch, morgen lege ich meinem Schulleiter ein entsprechendes Schriftstück vor.
    Ich fürchte, für manche Kollegen ist das eine richtige Kröte. Ist mir aber ziemlich wurscht. Die erwarten doch auch von den Schülerinnen und Schülern, dass sie sich mit neuen, unbekannnten, schwer zu erlernenden Dingen beschäftigen.

  • Hallo,
    bei uns hat die Schulleiterin gefragt, wer regelmäßig in sein Email-Postfach schaut. Diesen Leutchen hat sie dann Konferenzeinladungen, Dienstbesprechungsprotokolle u.ä. per Mail geschickt. Die anderen bekamen die Schriftstücke als solche weiterhin "auf Papier" ins Postfach im Lehrerzimmer. Ich habe dann ein bisschen protestiert, denn ich sehe nicht ein, die Einladung zur Konferenz zu Hause auf meinem Rechner auszudrucken und mit in die Schule zu nehmen, denn ich habe dort in der´Schule meinen Konf. Ordner. Und dort hefte ich alles ab, was dazu gehört. Das kommt normalerweise nicht nach Hause. Es war also echte Arbeitsbeschaffung für mich. Und da die anderen KollegInnen den Krempel schön kopiert ins Fach kriegen, haben ich dringend darum gebeten, es auch wieder ins Fach gelegt zu bekommen. Es ist für mich vom Arbeitsablauf her rationeller. Und warum soll ich dafür bestraft werden, dass ich Mails ausdrucken kann??
    Gruß venti :)

  • Kann ich verstehen, da geht's ja dann ans eigene Budget; aber sacht mal, ist es denn nicht mittlerweile selbstverständlich, dass Lehrkräfte mit sowas wie Emails umgehen können müssten?
    Trotzdem meine ich, dass die Informationsweitergabe und -austausch über Emails wirklich vorteilhaft und von daher anzustreben ist. Spezielle Verteilerlisten sorgen dafür, dass nur die die Infos kriegen, die sie angehen, niemand kann sich mehr beschweren "Das hab' ich gar nicht gewusst" etc.
    Bei uns könnten die Lehrkräfte ihre Mails auch in der Arbeitsstation ausdrucken, da haben wir Arbeitsplätze für 4 Kolleginnen/Kollegen, 4 PCs mit 17" Flachbildschirmen, Laser- und Tintenstrahldrucker. Ist alles da.

  • Bei solchen Themen wird mein Hals langsam immer dicker.. Ich verteidige unseren Berufsstand nach außen immer (noch) fein brav, aber wenn ich es mit Kolleginnen und Kollegen zu tun bekomme, die sich weigern, sich der realen Welt zu öffnen, kriege ich echt ..... Wir sollen die Schülerinnen und Schüler fit für die Zukunft machen und dann gibt es Lehrer, die nicht mal eine E-Mail Adresse haben. Für mich gehört es selbstverständlich zur Professionalität, dass ich mich mit diesen Dingen beschäftige. Lehrer, die sich diesen Dingen verweigern, handeln in meinen Augen vollkommen unprofessionell und gehörten ... naja, aber da steht ja das Beamtentum davor ....
    Als SL würde ich wichtige Informationen nur noch online bereitstellen. Friss oder stirb.
    snoopy64

  • Zitat

    snoopy64 schrieb am 06.11.2006 11:36:
    Bei solchen Themen wird mein Hals langsam immer dicker.. Ich verteidige unseren Berufsstand nach außen immer (noch) fein brav, aber wenn ich es mit Kolleginnen und Kollegen zu tun bekomme, die sich weigern, sich der realen Welt zu öffnen, kriege ich echt ..... Wir sollen die Schülerinnen und Schüler fit für die Zukunft machen und dann gibt es Lehrer, die nicht mal eine E-Mail Adresse haben. Für mich gehört es selbstverständlich zur Professionalität, dass ich mich mit diesen Dingen beschäftige. Lehrer, die sich diesen Dingen verweigern, handeln in meinen Augen vollkommen unprofessionell und gehörten ... naja, aber da steht ja das Beamtentum davor ....
    Als SL würde ich wichtige Informationen nur noch online bereitstellen. Friss oder stirb.
    snoopy64


    Ich sehe es haargenau so. Da gibt's Leute, die damit kokettieren, dass sie von all diesem neumodischen Kram keine Ahnung haben, die im Übrigen von denen leben, die kundig sind, indem sie sie ständig anbaggern... Kannst du mal das ausdrucken oder die einfach nur dumme Fragen stellen, anstatt sich selbst mal mit der Materie zu befassen.

  • Leider etwas OffTopic:
    Es gibt sogar Seminarleiter, die sich weigern Dinge per Email anzunehmen (seien es kurze Infos, im Notfall Planungen für einnen UB, kurze Absprachen oder sonstiges..) Soviel zum Thema: AUSBildung.
    Naja: zurück zum Thema: Ich empfinde es keinesfalls als Zumutung, schließlich ist das Internet nur eine (inzwischen normale) Kommunikationsplattform, wie das Telefon, die Post o.ä.
    Stell sich doch mal jemand vor, dass eine Firma in der freien Wirtschaft sich weigern würde, per Email mit Geschäftspartner zu kommunizieren.... Wie lange würde die es wohl geben.
    LG Schmeili


    P.S. und welcher arme Lehrer es sich nun gar nicht leisten kann zuhause Internet anzuschließen: Zumindest in Nds. gibts in Schulen überall kostenloses Internet.

  • Hallo,
    natürlich ist das Internet eine super Möglichkeit, sich Informationen zu besorgen (danke Hannes ;) )und zum Austausch mit KollegInnen und Eltern möchte ich E-Mails nicht mehr missen.
    Als Personalrat wähle ich manchmal den E-Mail-Weg, um der Schulleitung ein Problem zu schildern, weil wir dazu im normalen Schulstress überhaupt keine Zeit haben.
    Die anderen, die da nicht ran wollen, sind sicher bald weg vom Fenster... sprich:pensioniert. Oder täusche ich mich?
    Gruß venti, auch nicht mehr die jüngste :D

  • Wir haben zwei KollegInnen, die keine email-Adresse haben oder sie nicht preisgeben wollen (die Kollegin möchte Privatleben und Schule getrennt halten ...). Alle anderen sind in den unterschiedlichen Verteilern. Für die beiden wird ein Ausdruck ans schwarze Brett gehängt; den könnte man auch abnehmen und sich kopieren. Ins Postfach muss dann nichts mehr.


    Bablin

    Wer hohe Türme bauen will,
    muss lange beim Fundament verweilen.
    Anton Bruckner

  • Mein Seminarleiter hat das schon vor Jahren bis zum Gipfel getrieben. Das Beste war einmal eine email frühs um 3 (DREI!!!), dass das Seminar sich um eine halbe Stunde verschiebt (nach hinten, aber auch egal). T-online hat seine email (die er aber auch erst abends geschrieben hatte) einige Stunden gelagert bis sie gesendet wurde. DAS war eine Überraschung am Morgen, als alle da waren nur der Chef nicht X( .
    Wir hatten zwei sehr medienunkundige im Seminar, die hatten bei dem echt sehr wenig zu lachen.

    Vermeintliche Rechtschreibfehler sind ein Vorgriff auf kommende Rechtschreibreformen und deren Widerruf.

  • Die Kollegen und Kolleginnen, die Schule und Privatleben getrennt halten möchten, können sich bei diversen Anbietern, z.B. Googlemail (sehr zu empfehlen) auch eine 2.-Adresse besorgen.


    Emails sind heute nun mal ein Kommunikationsmittel, an dem wirklich kein Weg mehr vorbeiführt.


    Und wenn man da etwas guten Willen zeigt, kann das wirklich jeder/jede erlernen.


    Nur so meine Meinung....


    Gruß
    Super-Lion

  • Bei uns läuft fast alles über emails. Also sowohl allgemeine Schulsachen (Weitergabe von Terminen, Einladungen zu Konferenzen, wer hat wann eine Nachprüfung, Arbeitsmaterialien für Vertretungsstunden...) als auch Fachspezifisches (Fortbildungen, wer hat mal wieder nicht in der Sammlung aufgeräumt....) Einige Sachen und Materialien sind auch für alle am Rechenr im Lehrerzimmer abrufbar.
    Funktioniert eigentlich ganz gut und erleichtert den Alltag ungemein.

    Zukunft ist für alle gut. (Harald Schmidt)

    • Offizieller Beitrag

    Bei uns gibt es ein Verwaltungsnetz (nur für die Lehrer zugänglich), in dem jeder Lehrer eine Mailadresse hat, wobei die Mails gleichzeitig an die Privatadresse geschickt werden (wenn man nichts dagegen hat). Im Verwaltungsnetz sind gleichzeitig wichtige Formulare (Verweise, Hinweise etc.)
    Wir haben einen supergeduldigen Administrator und ins Schülernetz kann jeder sogar evtl. Materialien, Hausaufgaben etc. laden. Ist so einfach, dass sogar ich es kann.
    Elternbriefe bekommen wir auch schon per Mail, bevor sie an die Eltern auf Papier gehen.
    Vieles geht per Mail tatsächlich leichter und schneller.
    Ich finde es super, wenn es tatsächlich funktioniert und man als armer, unwissender Lehrer jederzeit zum Admin laufen und sich Rat holen kann.
    Liebe Grüße
    Hermine

  • Wir kommunizieren viel per Mail, was wirklich einige Vorteile bietet. Kollegen können in ihrer Freizeit antworten, wann sie wollen. Bei Telefongesprächen war oft irgendetwas, sodass sie nicht in Ruhe geführt werden konnten. Ich finde es Vorteilhaft.

  • Zitat

    Bablin schrieb am 06.11.2006 16:03:
    Wir haben zwei KollegInnen, die keine email-Adresse haben oder sie nicht preisgeben wollen (die Kollegin möchte Privatleben und Schule getrennt halten ...).



    Wo ist das Problem für die KollegInnen (-Außen?) - ich habe auch eine private Emailadresse, die in der Schule nicht bekannt ist. Das hindert mich doch nicht daran, eine öffentliche GMX-Adresse zu haben.


    Bei uns an der Schule verbreitet sich Email als Kommunikationsform immer mehr seit in einer Masseneinstellung 18 jüngere Kollegen, z.T. als Seiteneinsteiger aus der Wirtschaft dazugekommen sind. Aufgrund unserer Schulstruktur (90 Kolleginnen und Kollegen in einer Hauptstelle und mehreren Außenstellen über einen großen geographischen Bereich verteilt) ist Email auch ein hochgradig praktisches Kommunikationsmittel - da läßt man sich vom praktischen Nutzen schnell überzeugen. Ich persönlich bin vier Tage die Woche in meiner kleinen Zwergschule, für die ich auch die Verwaltungsarbeit zu erledigen habe, und nur einen Tag in der Hauptstelle. Da ist mir einfach lieber, wenn ich von der Schulleitung oder von den Verwaltungsleuten Listen und Informationen als Email erhalte oder als Email versenden kann.


    Abgesehen davon hat die Email einen unschlagbaren Vorteil - sie ist asynchron. Ich bearbeite meine Emails, wenn ich Lust dazu habe. Die Kollegen arbeiten meine Emails, wenn sie Lust und Zeit dazu haben. Ich brauche nicht mühsam versuchen, jemanden ans Telefon zu bekommen und mein Telefon klingelt spürbar weniger.


    Natürlich gibt es immer Spezialisten, bei denen sich "der Anhang nicht öffnet" oder so...


    Nele

  • Zitat

    Wo ist das Problem für die KollegInnen (-Außen?)

    [und andere Bemerkungen zu diesem Verhalten]: Ich bitte um Verständnis, wenn ich mich dazu nicht äußern möchte. Bablin

    Wer hohe Türme bauen will,
    muss lange beim Fundament verweilen.
    Anton Bruckner

    • Offizieller Beitrag

    Ich hab Glück - ich bin an einer Oberstufe mit 60 Stamm- und 40 abgeordneten Kollegen und unsere Schulleitung (ein Glück!) ist der Meinung, dass, wer von Schülern computergestützte Präsentationen im Abi bewerten kann/muss, und den vernünftigen und effizienten Umgang mit neuen Medien dazu als Kriterium anlegen kann/muss - der muss auch in der Lage sein, MINDESTENS so etwas "Kompliziertes" wie ein email-Programm zu beherrschen. Und es sich gefälligst mindestens alle 2 Tage einmal zu Gemüte führen. Basta.


    Daher werden die Fachkonferenzprotokolle, die neuen Erlasse, die neuen Informationen zur Fachschaft, das Schulprogramm und alles Aktuelle gnadenlos nur per email verschickt. Im Mitteilungsordner, den wir täglich zu checken verpflichtet sind, steht dann nur "email mit den neuen Erlassen zum Zentralabitur ist an alle Kolleben raus. Bitte abrufen / ausdrucken. Danke, Schulleiter" "Konferenzprotokoll und neue Operatoren für das Fach Englisch sind als mail raus. Abrufen ausdrucken und die Schüler informieren, bitte. Danke FB-Leitung!"


    Es wird erwartet, dass, wer Probleme mit dem account oder sonstwas hat, sich das gefälligst von Kollegen geben lässt. Versucht man das zu oft, sagen einem die entsprechenden Kollegen, die keine Lust haben, den wandelnden Drucker zu spielen, schon Bescheid. ;)


    Klar gnatzen die ewig renitenten PChasser rum - aber das stört kaum noch jemanden, denn die Begründung, dass "wer von Schülern computergestützte Präsentationen im Abi bewerten kann/muss, und den vernünftigen und effizienten Umgang mit neuen Medien dazu als Kriterium anlegen kann/muss - der muss auch in der Lage sein, selbst so etwas "Kompliziertes" wie ein email-Programm zu beherrschen" halte ich / halten die meisten (und das sind bei uns inzwischen die allermeisten) für zulässig.


    Ich persönlich finde es superklasse, weil das Abspeichern von Protokollen und Erlassen und Rundbriefen und Terminen und Hilfsmitteln und etc etc mir schon X fette Leitzordner, die ich hasse wie die Pest, erspart hat. Alles was auf dem PC ist, ist gut - alles, was in Papierform daherkommt, ist böse und kann verloren gehen oder nie mehr gefunden werden ...ist meine Devise).


    Wohlgemerkt: interne PC - Fortbildungen werden noch und nöcher kostenfrei im hauseigenen Medienraum angeboten, da lassen wir keinen im Regen stehen. Man muss halt nur hingehen ... ;)


    Ud seine email kann man auch in der Schule an einem der vielen PCs abrufen, wenn man sich das Geld sparen will.


    Ich bin wirklich dankbar, dass da relativ strikt vorgegangen wird bei uns - zumal jetzt langsam auch die beratungsresistenten Kollegen endlich lernen, mit dem PC umzugehen, sonst sind sie total abgehängt (und das kannst du dir im Abi nicht leisten). Ich fand es nämlich immer einen Witz, wenn Leute, die noch nicht mal denn "power"-Button am PC finden konnten, Abiturpräsentationen abgenommen und da dann schön kluggeschwafelt haben.
    Das ist wie einen Englischen Vokabeltest zu korrigieren,w enn man selbst kein Wort Englisch kann. Nee, Lehren ist auch lebenslanges Lernen. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

    Einmal editiert, zuletzt von Meike. ()

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