37° Grad Reportage "Immer am Limit" Lehrer und ihr harter Job

  • Hallo!


    Für alle Interessierten: Dienstag 22.15 Uhr ZDF

    Zitat

    "Ich bin jetzt echt frustriert", sagt Charlotte Hornbostel. Ein Satz, den die Lehrerin der Gesamtschule in Bad Hersfeld häufig sagt. Genauso wie ihr Kollege Jürgen Liefke aus Duisburg. Nur den Bruchteil des Lehrplans haben die beiden in ihren Englisch-Stunden durchbekommen, den Rest der Zeit mussten sie lärmende Schüler bändigen oder unmotivierte ermutigen. Nach solchen Stunden fragen sich die beiden, warum sie überhaupt bis spät in die Nacht den Unterricht vorbereiten. Ob in Bad Hersfeld oder Duisburg - überall in Deutschland kämpfen Lehrer mit einer Fülle neuer Aufgaben - und damit mit Stress und Überbelastung. Das Bild des faulen Lehrers, der viel Freizeit und Ferien hat, macht Liefke wütend. Bis nach Mitternacht korrigiert er Klassenarbeiten oder telefoniert mit ratlosen Eltern. In den Ferien bietet er den Schülern sogar die Nachbereitung des alten und die Vorbereitung des neuen Schuljahrs an. Dass er dabei an den Rand seiner Belastbarkeit geht, will Liefke nicht wahrhaben. Auch Charlotte Hornbostel ist schockiert, als ihr der Arzt einen beginnenden Burn-out attestiert. Die 35-Jährige hat Herzrhythmusstörungen, häufig starke Kopfschmerzen und manchmal ein Rauschen im Ohr. Lehrer sind in den letzten Jahren zu Trainern der Kinder geworden, da die individuelle Förderung von den Ministerien vorgeschrieben und die Erziehungsarbeit häufig von den Eltern an die Pädagogen abgegeben wird. Schüler verbringen inzwischen mehr Zeit vor dem PC oder Fernseher als beim Spielen mit Freunden. Hausaufgaben werden, wenn überhaupt, nebenbei erledigt. Also sitzen viele Lehrer nach einem vollen Unterrichtstag mit sozial auffälligen Schülern oder deren Eltern zusammen, diskutieren mit Polizei und Jugendämtern oder überlegen mit Kollegen, ob man Problemschüler trotz schlechter Noten nicht besser versetzt, damit man nachfolgende Klassen nicht zusätzlich belastet. Dazu kommen neue zentrale Prüfungen und ausführliche Bewertungen. Die Folge: Viele Pädagogen werden krank. Ein Film über Lehrer am Limit.


    Gruß Line

  • hui, interessanter beitrag. konnte mit den beiden lehrern gut mitgehen (emotional). diesen alltäglichen stress kennen wir wohl alle - je nach schule unterschiedlich ausgeprägt. schon 'ne echte leistung, was wir so tagtäglich leisten :)


    ich frage mich, wo wir lehrer in 20 jahren stehen werden ...

  • Ich bin enttäuscht von diesem Beitrag, weil er die Belastungen im Lehreralltag, um die es doch gehen sollte, nicht wirklich sinnfällig machen konnte. Nur ein Gesichtspunkt: Warum hebt eine dreißigminütige Sendung sogar noch durch Kamerabegleitung hervor, dass ein Lehrer zwischen zwei Gebäuden pendeln muss, zwischen denen 6 km liegen, und davon genervt ist? Erst einmal ist so etwas nicht der Regelfall, zudem verstehen sich die Gefühle des Lehrers von selbst.

  • ich fand die sendung auch eher enttäuschend. denn ich finde, die wirkliche belastund, die sich durch die administrativen aufgaben ergibt und das oftmals so sinnlose vorgaben der bezreg einen in den wahnsinn treiben, das wurde meines erachtens zu wenig verdeutlicht. denn klar ist es anstrengend, wenn man sehr viel disziplinieren muss, aber DAS empfinde ich nicht als den aspektes des berufes, der mir vielleicht nen burn-out verschafft.


    war auch schockiert, dass die kollegen mit dieser gefahr doch sehr sorglos umgingen bzw. relativ uninformiert waren...

  • Zitat

    Original von Vaila
    Ich bin enttäuscht von diesem Beitrag, weil er die Belastungen im Lehreralltag, um die es doch gehen sollte, nicht wirklich sinnfällig machen konnte. Nur ein Gesichtspunkt: Warum hebt eine dreißigminütige Sendung sogar noch durch Kamerabegleitung hervor, dass ein Lehrer zwischen zwei Gebäuden pendeln muss, zwischen denen 6 km liegen, und davon genervt ist? Erst einmal ist so etwas nicht der Regelfall, zudem verstehen sich die Gefühle des Lehrers von selbst.


    Ganz einfach, weil es sich um eine Reportage handelt und es ein wichtiges Stilmittel ist, aus individuellem Blickwinkel Erkenntnisse hinter den Kulissen zu gewinnen. Wer die Sendereihe 37° kennt, wird wissen, dass hier Einzelschicksale besonders im Fokus stehen.


    Eine gute Reportage sollte natürlich auch den Anspruch haben, in gewissem Grad pars pro toto zu stehen. Das Beispiel von pendelnden Lehrern (Stichpunkt Abordnung) ist keineswegs weit hergeholt und ist eben EIN Beispiel für zusätzliche Belastungen der Kollegen.


    Schade finde ich, dass hier wieder einmal reine Schwarzweißmalerei betrieben wurde. Um 20.15 lief in der ARD noch die engagierte und erfolgreiche (fiktionale) Pädagogin Stein und um 22.15 Uhr verkündet uns die ZDF-Reportage, dass die Schulwelt außer Rand und Band sei, dass Lehrer stets überfordert seien und bestenfalls in AGs noch ihre Freude hätten. BEIDES ist natürlich nur ein kleiner Teil der Schulrealität.


    Ich denke, es wäre wirklich mal an der Zeit, in einer Sendung Hintergründe, Dokumentarisches und Reportagehaftes zur Realität im deutschen Bildungssystem zusammenzufassen. Aber das Fass mit der Qualität der Öffentlich-Rechtlichen machen wir jetzt lieber nicht auf.

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

  • Ich musste bisher an allen Schulen, an denen ich unterrichtete, in jedem Schuljahr zwischen mehreren Schulen hin- und herfahren, immer in der fünf oder zehnminütigen Pause. Genießt es, wenn ihr das nicht tun müsst und glaubt mir, das IST Stress. Und ich war froh, dass diese Belastung endlich einmal thematisiert wurde.

  • Ich bin auch geteilter Meinung, was die Reportage angeht.
    Bemerkenswert finde ich, dass die zwei Kollegen mit ihren Problemen und Schwierigkeiten an die Öffentlichkeit gegangen sind und sich somit evtl. Angriffe bezüglich Schwäche im Beruf von Eltern, Kollegen, Schülern aussetzen werden. Hoffentlich wird dieser Schritt ins Fernsehen nicht nachteilig für die beiden Lehrer.


    Schwäche zeigen. Genau das ist auch ein großes Problem. Wie ist das bei euch im Kollegium?
    Bei uns wird über Belastung und das Erreichen/Überschreiten der Belastungsgrenze nur unter vier Augen gesprochen. In der großen Runde schweigt die Mehrheit und gibt nicht zu, dass eigentlich mal einen Gang zurück geschaltet werden könnte. Das finde ich sehr schade, zumal es sicherlich Schritte gibt, die für alle eine kleine Entlastungen bringen könnten.


    Und eure Schulleitung? So aufmerksam wie der Direktor im Beitrag?
    Das habe ich bislang auch noch nicht so erfahren. Eher im Gegenteil. Je mehr Arbeit uns die Schulleitung aufbrummen kann, desto besser. Da hilft leider auch kein klärendes Gespräch...


    Nun ja, das war jetzt etwas Unmut meinerseits vermischt mit ein paar Bemerkungen zur Sendung.


    VLG DO_it

  • Ich habe mir den Beitrag gerade über den Stream angesehen.


    Die Situation der beiden Lehrer ist auf der einen Seite klassisch, auf der anderen auch sehr individuell, wie z.B. die Pendelei zwischen 2 Schulteilen.


    Ich habe mich zwischendurch bei der jungen Lehrerin wiedergefunden, ich bin nicht alleinerziehend aber ich teile z.B. ihre Schwierigkeit, die Schüler als Ware anzusehen, so wie es ihr von einem Kollegen vorgeschlagen wurde.
    Gut fand ich an dem Beitrag, dass die Lehrerin die oft fehlenden Erziehungsarbeit zuhause angesprochen hat.


    Als ich mit der vollen Stellen angefangen habe, das ist jetzt fast 2 Jahre her, war mit das erste Thema in einem Gespräch mit meinem SL die Arbeitsbelastung. Mein SL ist da relativ sensibel und versucht nach seinen Möglichkeiten, seine Lehrer zu entlasten - was bei manchen administrativen Angelegenheiten (Auschuss für Ordnungskonferenzen) mehr oder weniger funktioniert.

  • ich fand die reportage realistisch, in meinen drei bisherigen schulen musste ich auch immer pendeln - oft sogar so, dass beide vormittagspausen drauf gingen. und das eingepackte essen wieder nach hause tragen kommt bei mir auch 3-4 mal die woche vor.


    ich frag mich nur, was diese reportage eigentlich will. wirklich neues gab es nicht und mehr verständnis in der gesellschaft wird sie auch nicht bewirken (von veränderungen durch vorgesetzte ganz zu schweigen). dass ich als lehrer auf meine gesundheit nur selbst achten kann, wußte ich aber auch schon.

  • @rauscheengelsche: Warum denkst du denn, dass solche Reportagen nichts in der Gesellschaft bewirken?


    Ich habe die Tatsache, dass ein nicht unerheblicher Teil der Unterrichtszeit mittlerweile eben nicht mehr fürs Unterrichten, d.h. die Vermittlung von Lerninhalten, sondern für Disziplinieren, Streitschlichten, "menschliches Zuwenden" draufgeht, so noch in keiner breitenwirksamen Sendung gesehen.
    Was mich schwer bestürzt hat, war der Blick in die Gesichter der Mitglieder der Lehrerkonferenz kurz vor den Sommerferien. Ich habe mich gefragt, ob wir auch alle so fertig aussehen...
    Daneben fand ich das Verhalten der Schüler für 6. Klässler schon sehr krass. Was waren eure Empfindungen? Deckt sich das mit eurem Lehreralltag oder sind eure Schüler "disziplinierter"? Zu bedenken ist auch, dass sie sich vielleicht vor der Kamera "extra aufgeführt" haben...

  • Ich habs auch gesehen, fand es nicht schlecht, kann aber auch die Kritik meiner VOrredner verstehen. Ehrlich überrascht hat mir der Schulleiter. So etwas habe ich bisher nur selten erlebt!

    Ich bin Grundschullehrer, ich muss nicht die Welt retten!!!

  • Zitat

    Original von Pet
    Ich habs auch gesehen, fand es nicht schlecht, kann aber auch die Kritik meiner VOrredner verstehen. Ehrlich überrascht hat mir der Schulleiter. So etwas habe ich bisher nur selten erlebt!


    Ich fand das Gespräch des Schulleiters auf tragische Weise lächerlich. Tenor: "Herr Bla, ich mache mir Sorgen, Sie machen zu viel, nehmen Sie sich zurück. Und nun weiter mit dem Alltag." Und der Kollege unmittelbar danach im Lehrerzimmer: "Ich habe einen Anspruch an mich, den ich aufrecht erhalten muss". So will der SL Burnouts vermeiden? Ich hatte nach der Ansage erwartet, dass nun kommt...


    "... ich habe hier noch eine Sammlungsstunde für Ihre XY Zusatzarbeit."
    "... ich habe Ihnen für das nächste Jahr die angenehmeren XY Klassen zugeteilt."
    "... überlegen Sie doch einmal, ob Sie nicht Fobis o.ä. koordinieren, dafür kann ich Ihnen eine Anrechnungsstunde geben."
    "... haben Sie schon einmal an die Möglichkeit eines Sabbatjahres gedacht?"


    Wenn der SL selbst einen Burnout hatte, hat er daraus rein gar nichts gelernt. Aber nicht jeder, der früher in Pension geht oder in der Schule umkippt, ist ausgebrannt (wobei, wenn's bei Lehrern brennt, sollen sie die Feuerwehr rufen oder eine kühlende Salbe nehmen ;) , dann erledigt sich das vielleicht auch mit dem Bornout).

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

    Einmal editiert, zuletzt von Timm ()

  • Ich stimme Timm etwas zu.
    Anscheinend hat der Schulleiter eine gute Nase für überarbeitete Kollegen. Aber was mit ihnen tun? Als der Lehrer mit "Das habe ich zur Kenntnis genommen" geantwortet hat, habe ich auf eine Reaktion, Vorschläge, etc. vom Schulleiter gewartet. An diesem Punkt war ich auch etwas enttäuscht.

  • Zitat

    Original von DO_It
    Als der Lehrer mit "Das habe ich zur Kenntnis genommen" geantwortet hat, habe ich auf eine Reaktion, Vorschläge, etc. vom Schulleiter gewartet. An diesem Punkt war ich auch etwas enttäuscht.


    Es ist aber auch Sache des Lehrers, zumindest etwas mehr über die Sorge des Schulleiters nachzudenken. Ich glaube das Gespräch war so schlecht, da es allein für die Kamera geführt wurde. Mir klang es so, als ob das schon vorher Gespräche liefen.


    Ich fand die Einstellung des Lehrers höchst problematisch. So nach dem Motto: "Nur mehr als hundert Prozent Einsatz sind gerade gut genug. Alles darunter kann ich nicht akzeptieren. Das meine Gesundheit leiden könnte ist mir klar aber auch egal."

  • Zitat

    Ich fand die Einstellung des Lehrers höchst problematisch. So nach dem Motto: "Nur mehr als hundert Prozent Einsatz sind gerade gut genug. Alles darunter kann ich nicht akzeptieren. Das meine Gesundheit leiden könnte ist mir klar aber auch egal."


    Sehe ich auch so!


    Zum Schulleiter: Klar, er hätte Lösungsoptionen anbieten sollen. Aber das ein Schulleiter überhaupt einmal das Thema anspricht, so was habe ich noch nicht erlebt!

    Ich bin Grundschullehrer, ich muss nicht die Welt retten!!!

  • So, jetzt habe ich den Report auch gesehen.


    Zum einen sehe ich in der Haltung der beiden Kollegen genau das, was ich hier so regelmäßig als falschverstandenen, selbstzerstörerischen und im pädagogischen Sinne vollkommen ineffektiven Idealismus betrachte, und wofür ich hier und anderswo ebenso regelmäßig kritisiert werde! Dazu gleich mehr.


    Aber zunächst zum Schulleiter. Timm hat vollkommen Recht! Das vom Schulleiter veranlasste Gespräch war voraussehbar folgenlos, war Blahfasel, auch wenn es irgendwie so richtig gut warm mit seiner pädagogischen Sprache war und man so so richtig sehen konnte, dass es den Schulleiter ein Stück weit betroffen gemacht hat, weißt du. :sabber: Das war doch nur Show und es sollte mich nicht wundern, wenn es überhaupt nur für die Kamera war. (Der Schulleiter weiß ja schließlich, worum es in der Reportage geht, er hat ja schließlich die Dreharbeiten genehmigt.) Von der Gesprächsführung her war das Murks. Der Schulleiter war unfähig oder unwillig einen echten Dialog einzuleiten und es war an seiner Körpersprache beider Beteiligten abzulesen, dass das Gespräch nach seinem unbeholfenen Monolog als beendet betrachtet worden ist.


    Praktisch verheizt er doch seinen Lehrer weiter. Natürlich gibt es an Schulen Außenstellen, an meiner auch. Aber wenn der Schulleiter zulässt, dass sein Lehrer wöchentlich, wohlmöglich noch mehrfach!, 6km im Auto in 15 Minuten im Stadtverkehr im gehetzten, nervösen Zustand zurücklegen soll, setzt er wissentlich Leben und Gesundheit seines Mitarbeiters aufs Spiel. Von Standpunkt der Betriebssicherheit ist das eine Katastrophe - da ist doch ein Unfall vorprogrammiert und der geht dann auf die Kappe des Schulleiters! Der soll nicht pädagogische Warmlüfte absondern und die Verantwortung auf seine Kollegen schieben, sondern aktiv eingreifen - stundenplanerisch lässt sich so ein Problem mit den Außenstellen nämlich bewältigen; im Zweifelsfall gehen dann eben bestimmte Fächerkonstellationen nicht. Und wenn der Schulleiter sieht, dass der Kollege anscheinend nicht in der Lage ist, sich selbst zu schützen, dann gebietet ihm die Fürsorgepflicht, das im Zweifelsfall gegen den Willen des Kollegen zu tun. Wenn er sich mit Zusatz-AGs über Gebühr belasten will, dann kann der Schulleiter das eben nicht genehmigen - klar gibt das dann Knatsch, aber, wie der Schulleiter ganz richtig bemerkt, es ist seine Aufgabe, den Laden am Laufen zu halten. Es ist nicht seine Aufgabe, dass ihn alle lieb haben.


    [weiter im 2. Beitrag]

  • [2. Teil]


    Bei den Kollegen haben die Macher aber auch wirklich zwei prächtige Exemplare ausgesucht! Die Frau geht ja noch, sie sucht ja wenigstens noch einen Arzt auf, hört allerdings nicht auf ihn und was psychosomatische Symptome eigentlich sind, scheint sie auch nicht so richtig zu interessieren. ("Verstehe ich nicht..." ) Erstklassige Burnout-Kandidatin!


    Aber bei dem Mann geht mir echt die Kappe hoch. Der handelt UNVERANTWORTLICH als zweifacher Vater. Nicht nur, dass er sich mit seinem im Straßenverkehr selbst gefährdet, der setzt ja wirklich seine Familie aufs Spiel. Entweder ist der in fünf Jahren schwerkrank oder geschieden - wahrscheinlich beides! Da werden die Kurzen unter Zeitdruck ins Bett abgeschoben, damit die Eltern noch irgendwelche Elterngespräche(!) führen können, um dann bis spätnachts am Schreibtisch zu sitzen. Aber Lehrbucharbeit ist ja nicht möglich, weil "da sehe ich mich irgendwie nicht." Wo denn sonst? Am Schreibtisch festgekettet? Und die Frau schaut schafsäugig in die Kamera und meint, dass sie wohl mal eine Fortbildung zum Zeitmanagment besuchen sollten, aber, tja... Mann! Die brauchen keine Fortbildung, die müssen mal ihre Lebensprioritäten richtig setzen!


    Aber "Hundert Prozent sind gerade genug." Und seine Gesundheit ist ihm egal. Was für ein Dummkopf.


    Was mir bei beiden wirklich aufstößt ist die vollkommen passive Haltung, die die beiden an den Tag legen. Sie leiden unter den Verhältnissen aber zeigen so überhaupt keine planerische Phantasie, wie sie ihre Situation verbessern könnten. Die Verhältnisse werden als gegeben hingenommen und es scheint den beiden überhaupt nicht in den Sinn zu kommen, dass man sie auch in begrenzten Rahmen verändern kann. Wenn ich jeden Tag eine Stunde und mehr Protokolle schreiben, würde ich aber ganz dringend und zügig überprüfen, ob die Sache rechtlich oder von der Sache her in dieser Form überhaupt notwendig ist und ob man das nicht organisatorisch straffen kann. Dem Mann kommt es offensichtlich überhaupt nicht in den Sinn, dass er sich der Gefährdung im Straßenverkehr auch verweigern kann - ja, das geht! Das habe ich in einer ganz ähnlichen Situation auch gemacht. Bei mir waren es in einer halben Stunde 15km, teilweise durch den Hagener Berufsverkehr, die ich fahren sollte. "Nö, mach ich nicht, zu gefährlich," habe ich mit angemessenem Nachdruck gesagt, und siehe da, es ließ sich alles organisieren.


    Allerdings; aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich leider, dass "Das haben wir schon immer so gemacht!" anscheinend für Lehrer eine mosaische Satzung ist, die dann nur noch mit resigniertem Schulterzucken quittiert wird.


    Ob der Report Öffentlichkeitswirkung hat, weiß ich nicht. Wichtig ist wahrscheinlich, dass schlicht und einfach immer öfter routinemäßig aus dem Lehrerberuf berichtet wird. Das kann prinzipiell nicht schaden. Was ich viel wichtiger finde, ist, was man als Lehrer mal auch mal in der Außenwirkung sehen muss, in welchen absurden Verhaltensweisen man da steckt.


    Nele

    Einmal editiert, zuletzt von neleabels ()

Werbung