Schädigung der Gesundheit

  • Im Moment leide ich unter großen gesundheitlichen Problemen und bin seit zwei Wochen krankgeschrieben, da ich einen Zusammenbruch hatte. Darüber hinaus leide ich schon seit längerer Zeit an erhöhter Nervosität, zeitweiliger Verringerung des Hörvermögens bzw. Tinnitus.
    Ich weiß nicht, ob der Stress, den ich durch Schule und Seinteneinsteigerausbildung habe, dafür verantwortlich ist. Aber es ist wahrscheinlich, dass dieser zumindest eine Teilursache ist.
    Nun habe ich Angst, dass ich die Ausbildung nicht fortführen kann oder ich aufgrund meiner gesundheitlichen Probleme nicht verbeamtet werden kann. Es kommt hinzu, dass ich seit der esten Untersuchung durch den Amtsarzt, bei der noch alles in Ordnung war, auch noch ein deutliches Übergewicht bekommen habe.
    Ich suche daher nach Kollegen, die ähnliche Erfahrungen mit gesundheitlichen Problemen gemacht haben. Ich wüßte gern, wie Ihr damit umgeht.

  • ...habe gerade nur wenig Zeit. Daher in Kurzform:


    Habe die Anstregung des SEs auch körperlich gemerkt.


    Amtsarzt: Da wäre eher das Übergewicht ein Problem. Da geht - wenn's mit dem BMI nicht passt - dann kein Weg am Abnehmen vorbei.


    Problematischer ist die private Krankenversicherung. Die sind sehr streng mit ihren Aufnahmebedingungen! Achte darauf, dass Deine Ärzte bloß nix mit Psyche oder irgendwelchen langfristigen Dingen in deine Akte schreiben (Ich habe vor fast 5 Jahren ein paar Stunden bei nem Therapeuten wegen eines heftigen Todesfalls in der Familie genommen und bin aufgrund dessen von allen privaten Krankenversicherungen abgelehnt worden - hatte zu Glück eine bestehende Anwartschaft bei einer weniger guten PKV über die ich aber jetzt erst mal drin bin). Erkläre deinen Ärzten, dass Du bald in die PKV willst... Da haben die meisten Verständnis für und schreiben dann eher Grippe, Durchfall o.ä. rein.


    Zur Not: Heilpraktiker o.ä. während der Ausbildung privat bezahlen - gerade was nervöse Störungen betrifft können die einem vielleicht in der (definitiv extrem) belastenden Situation weiterhelfen.

  • Tinnitus kann durchaus ein Stresssymptom sein. Auf jeden Fall benötigst du bei Tinnitus SEHR schnell professionelle Hilfe und blutverdünnende Infusionen / Ruhe, damit der Tinnitus nicht chronisch wird. Mach dir zunächst keinen Kopf über den Amtsarzt - schau, dass du wieder gesund wirst - eventuell durch eine Kur. Dann ist auch der Amtsarzt kein Problem mehr ;-)


    Links zum Thema Tinnitus findest du hier:
    http://www.autenrieths.de/links/gesund.htm#Gesund

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • das ist ja interessant - man darf auf keinen Fall bei einem Pycho gewesen sein - aber ich dachte eher, es geht da um die Verbeamtung, kann natürlich sein, dass in Wirklichkeit die private Krankenkasse dahinter steckt. Weißt du zufällig, wie das bei Angestellten ist? Ich habe es ja bisher ohne Psycho geschafft, aber eine Kollegin wollte ein paar Stunden bei einem Therapeuten nehmen, und die hat nun Angst, dass das in die Akte kommen könnte, und sie dann nicht unbefristet in den ÖD eingestellt wird (geht also nicht um Verbeamtung).
    Wenn du Näheres weißt, meld dich mal, gerne auch per PN!


    LG


    Sonnenkönigin

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.

  • Also ich kenne Fälle, in denen bei psychotherapeutischen Behandlungen innerhalb der letzten 5 Jahre die entsprechenden Personen "nur" nicht verbeamtet wurden, aber ansonsten ganz normal im öffentlichen Dienst als Lehrer arbeiten konnten.


    Eine Psychotherapie kostet nicht pauschal die Verbeamtung.


    Was Du, Zurbaran, nun als allererstes tun solltest, ist Deine Gesundheit wiederherzustellen. Alles andere, auch die Verbeamtung, ist vor dem Hintergrund Deiner Erkrankung sekundär. Du musst gesund werden und wieder arbeits- bzw. ausbildungsfähig werden.


    Wenn Dich der Seiteneinstieg bzw. das System Schule so krank gemacht haben sollte, dann müsstest Du ferner überlegen, ob Du diesen Beruf wirklich glücklich und gesund ausüben kannst. Jetzt alles daran zu setzen, möglichst bei der PKV unterzukommen und die Verbeamtung hinzubekommen, mag isoliert betrachtet verständlich und erstrebenswert sein, kann auch kurzfristig ein Vorteil sein, kann aber langfristig ziemlich nach hinten losgehen - nämlich wenn Du dann in einem System gefangen bist, aus dem Du nicht mehr (finanziell und perspektivisch) problemlos herauskommst.


    Dann noch eine andere Sache:


    Wie glauben diejenigen, die sich wegen Besuchen beim Therapeuten Sorgen machen, dass das "in die Akte kommt", wie das vor sich gehen soll?


    Selbst eine bei der Beihilfe beantragte Therapie findet aufgrund der Schweigepflicht nicht ihren Weg in die Einstellungsbehörde (wenn es um eine Festanstellung nach dem Ref. geht). Eine vor oder während des Refs. durchgeführte Therapie kommt nur dann "offiziell" in die Akte, wenn aufgrund von längerer Erkrankung als Grund eben eine psychische Erkrankung angegeben wird. Kommt es zu keinen Fehlzeiten und geht man mit der Therapie nicht "hausieren", kommt das allenfalls dann heraus, wenn man im Anamnesebogen des Gesundheitsamts bei der amtsärztlichen Untersuchung entsprechende Fragen gestellt bekommt und die (und davon gehe ich jetzt einmal aus) wahrheitsgemäß beantwortet. Selbst dann bedeutet das nicht automatisch das Aus. Mit entsprechenden (glaubwürdigen) Gutachten lassen sich da auch Amtsärzte von der gesundheitlichen Eignung für die Übernahme in das Beamtenverhältnis überzeugen.


    Es mag immer noch den Anschein haben, dass das Land lieber "heimlich psychisch erkrankte Bewerber" verbeamtet als "genesene, ehemals psychisch erkrankte Bewerber", die sich ihren Problemen gestellt haben. Diese "Weisheit" kennen aber auch die Amtsärzte.


    Gruß
    Bolzbold

  • Vielen Dank für die Antworten!
    Mein Hausarzt hat mich zwar (noch?) nicht als psychisch erkrankt eingestuft, aber es ist gut zu wissen, dass die privaten Versicherungen solche Maßstäbe anlegen. Ich denke aber auch, dass es (abhängig vom Amtsarzt) deswegen Probleme bei der Verbeamtung geben könnte. Schließlich bin ich bei meiner Untersuchung auch nach psychischen Erkrankungen/Behandlungen gefragt worden.


    Natürlich hat die Genesung für mich jetzt auch höchste Priorität, aber der Abschluss der Ausbildung ist mir auch wichtig. Und aus der Angst vor der Unsicherheit und Ungewissheit resultiert auch wieder ein Teil meiner nervlichen Belastung.

    Zitat von Bolzbold

    Wenn Dich der Seiteneinstieg bzw. das System Schule so krank gemacht haben sollte, dann müsstest Du ferner überlegen, ob Du diesen Beruf wirklich glücklich und gesund ausüben kannst. Jetzt alles daran zu setzen, möglichst bei der PKV unterzukommen und die Verbeamtung hinzubekommen, mag isoliert betrachtet verständlich und erstrebenswert sein, kann auch kurzfristig ein Vorteil sein, kann aber langfristig ziemlich nach hinten losgehen - nämlich wenn Du dann in einem System gefangen bist, aus dem Du nicht mehr (finanziell und perspektivisch) problemlos herauskommst.

    Das ist natürlich ein wichtiger Punkt, den Du ansprichst. Aber mir ist noch nicht ganz klar, was Du mit "in einem System gefangen [...], aus dem Du nicht mehr (finanziell und perspektivisch) problemlos herauskommst" meinst. Welches System meinst Du (Beamtenschaft, private Versicherung oder Schule allgemein)? Und wieso besteht die Gefahr, dass ich nicht mehr aus diesem System heraus kann?

  • Jetzt war ich inzwischen bei drei verschiedenen Ärzten, und alle haben unabhängig voneinander konstatiert, dass meine Probleme wahrscheinlich auf eine zu starke nervliche Belastung und auch Lärmbelastung zurückgehen.
    Ich muss mir auch eingestehen, dass das Unterrichten tatsächlich eine sehr starke Belastung für mich bedeutet. Nichtsdestotrotz würde ich gerne weitermachen, da ich schon viel Energie in diese Ausbildung investiert habe und es mich auch viel schlechter hätte treffen können.
    Ich habe aufgrund meiner Probleme auch schon angefangen, mich nach Alternativen umzusehen. Bisher hat diese Suche nach Alternativen jedoch nur ergeben, dass meine momentane Situation mir immer noch die beste zu sein scheint.


    Wenn ich ebendiese Situation genauer analysiere, dann denke ich, dass die Ursache für die Belastung vermutlich darin liegt, dass ich Schwierigkeiten mit den Schülern habe. Im Prinzip ist fast jede Stunde ein neuer Kampf um die Disziplin (oder es erscheint mir zumindest so), und das vertrage ich auch sehr schlecht. Vielleicht lassen sich die Probleme ja von dieser Seite her lösen. Für Tipps aller Art wäre ich sehr dankbar, denn ich habe eigentlich den Wunsch, weiter durchzuhalten (zumindest bis sich eine echte Alternative für mich ergibt).

  • Sonnenkönigin - unter Angestellten: Mich hätte eine halbjährige ambulante Psychotherapie (nach fortgesetzter Dauerschikane durch meinen letzten Arbeitgeber) um Haaresbreite die WIEDERaufnahme in die Berufsunfähigkeitsversicherung gekostet - dabei fehlte ich in dem Jahr keinen einzigen Tag (nicht mal schnupfenbedingt), und dabei wurde mir am Ende (nämlich wo ich nämlichen Arbeitgeber nur noch von hinten sehe) von Pycho-Doc wie dem Haus-Doc exzellente Gesundheit bescheindigt. Dennoch musste ich mit massiven argumentatorischen Mitteln Einspruch erheben und mehrere energische, halbstündliche Telefonate mit der Versicherungshauptstelle führen, bis ich die Wiederaufnahme durchgesetzt hatte.
    Ging gerade noch mal gut, doch diese Erfahrung war mir (egal ob ÖD oder Privatwirtschaft) eine Lehre.
    Das Bemühen, mit Eigeniniative die Gesundheit (auch für den Arbeitgeber, der sie in meinem Fall mitgeschädigt hatte...) zu erhalten und eben kein langfrisitger teuerer Krankheitsfall zu werden, wird in diesem Land mithin sehr hart bestraft.

  • Dem Amtsarzt musst Du ja nicht alles auf die Nase binden. Vorsichtig solltest Du allerdings später bei der privaten Krankenversicherung sein.
    Mit Deinem Aufnahmeantrag (bei jeder PKV!!) unterschreibst Du u.a. auch, dass Du jeden Deiner Dich jemals therapierenden Ärzte von der Schweigepflicht entbindest.
    Sollte dann in 3 Jahren irgenwas passieren und Du benötigst eine stationäre Therapie (aus psychischen Gründen), so kann es Dir passieren, dass die PKV daraufhin recherchiert (höchstwahrscheinlich macht sie das). Kommt hierbei raus, dass Du bei Deinem Antrag etwas verschwiegen hast, bist Du Deinen PKV Schutz los und bleibst auf den Kosten hängen.
    Ich kenne selber eine Ärztin (!) der es so ergangen ist. Sie durfte nachher etwa 20000 EUR aus eigenen Tasche zahlen. Im Zweifel musst Du dich eben freiwillig bei der Gesetzlichen versichern (das geht auch als Beamter).

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • By the way: Kostet Morbus Crohn (chron. Darmentzündung) die Verbeamtung oder die unbefristete Einstellung in den ÖD? Weiß das jemand?

  • Bin zwar auch nur Anfänger, aber vielleicht ist das ja auch eine hilfreiche Sicht ...
    Ich hatte vor kurzen wegen eines Trauerfalls einen kleinen Nervenzusammenbruch vor einer Klasse. Das hat mich zum Beispiel gelehrt, dass körperliche Fitness beim Unterrichten für mich ganz wichtig ist. Soll heißen: Ausreichend Schlaf (ich weiß, SE ist hammerhart, aber soviel Zeit muss sein)! Gesunde Ernährung (Hilft auch beim Übergewicht - Ist nicht böse gemeint. Ich habe seit Beginn meiner Vertretungsstelle wegen einer Unverträglichkeit meine Ernährung umgestellt und bin viel (!) leistungsfähiger - OK, ich habe den Luxus, dass mein Partner mich dabei unterstützt: Wenn ich nach hause komme steht schon lecker Essen auf dem Tisch, und die Lunch-Pakete lassen sich auch sehen).
    Außerdem arbeite ich viel mit Arbeitsblättern (müsste bei Mathe und Physik auch gut funktionieren). Die Arbeitsanleitungen müssen aber sehr detailliert sein. Damit musst Du nicht immer Vorne "rumturnen" (Und damit den Flohzirkus domtieren ---> Anstrengend), sondern kannst helfend durch die Reihen gehen (---> Sehr entspannend. Vorrausgesetzt AB war nicht zu schwer bzw. zu leicht).
    Grundvoraussetzung ist natürlich, dass Du den Kindern bzw. Jugendlichen gegenüber positiv eingestellt bist. Ich mag meine Schüler im Grunde alle sehr und sehe die Unruhe (Disziplinlosigkeit) eher als mein Problem, da ich einfach noch keine guten Unterrichtstechniken zur Hand habe. Es gibt nämlich Tage, das läuft es super, und manche da geht alles daneben. Dann muss selbstkritisch geguckt werden, und meist stellt sich heraus, dass zu schwere (oft), zu unpräzise (manchmal) oder auch zu leichte Aufgaben von mir gestellt wurden, oder ich körperlich nicht fit war (doch noch den Krimi abends geguckt und zu wenig geschlafen zum Beispiel).
    Ich habe es mal versucht mit "laut", aber da bin ich unauthentisch und es ist super anstrengend. Ich bleibe mir lieber treu, lache auch mal über den Quatsch, den die Schüler so machen, dadurch haben wir ein gutes Verhältnis, denke ich. Ab und zu fliegt auch einer mal vor die Tür oder wird nach Vorne gesetzt, aber wenn man die Mannschaft gut beschäftigt hält, klappt es ganz gut.
    PS: Beim letzten UB vom SL habe ich viel Lob für den Lernfortschritt der Klasse bekommen, also Lernen die auch ganz gut was, wenn man viele Arbeitsblätter nutzt. Die Disziplin war natürlich top: SL saß ja drin. ;)
    LG Georgia

  • Ich hatte jetzt ein bißchen Ruhe, um meine Probleme näher zu analysieren, und bin zu dem Schluss gekommen, dass es mir im Unterricht vor allem an Geduld mangelt. Ich kann einfach nicht gelassen auf Störungen reagieren und werde in den Klassen schnell nervös. Außerdem habe ich auch nicht mehr die Kraft, bei diesen Störungen richtig durchzugreifen.
    Ich habe nichts gegen das Unterrichten und arbeite auch gerne mit Kindern, wenn die bereit sind mitzuarbeiten. Aber das Disziplinieren liegt mir überhaupt nicht.
    Auf der anderen Seite ist mir klar geworden, dass ich vor allem gerne den Unterricht vor- und nachbereite, Arbeitsblätter gestalte sowie Klassenarbeiten entwerfe und korrigiere.
    Jedoch bin ich immer noch nicht sicher, ob ich die Ausbildung abbrechen soll. Ich werde zunächst weitermachen und alles weitere auf mich zukommen lassen. Ich danke nochmal allen für ihre Tipps und wünsche Euch einen erholsamen Jahresausklang.

  • Ich habe noch eine (dumme?) Grundsatzfrage zur PKV:
    Was passiert eigentlich, wenn ich verbeamtet werde, aber keine Krankenkasse mich aufnehmen will? Muss ich dann ärztliche Behandlungen aus eigener Tasche zahlen? Oder darf ich dann gar nicht als Beamter arbeiten?

  • Hi,

    Ich habe noch eine (dumme?) Grundsatzfrage zur PKV:
    Was passiert eigentlich, wenn ich verbeamtet werde, aber keine Krankenkasse mich aufnehmen will? Muss ich dann ärztliche Behandlungen aus eigener Tasche zahlen? Oder darf ich dann gar nicht als Beamter arbeiten?

    Wenn dies der Fall sein sollte, so gibt es bei einigen PKV die sogenannte Öffnungsaktion, d.h., die nehmen dich mit einem (höchstens) 30%igen Aufschlag. Allerdings gibt's dann keinen Beihilfeergänzungstarif. Die Öffnungsaktion greift aber nur, wenn du innerhalb von 6 Monaten nach der Verbeamtung auf Probe einen Antrag stellst.
    Außerdem kannst du immer noch als sogenannter 'freiwillig Versicherter' in der GKV bleiben, musst dann aber 100% der Beiträge bezahlen (und nicht 50% du und 50% der Arbeitgeber wie bei Angestellten).


    Hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen...


    LG


    Sylvana

  • Danke für die Antwort! Unter dem Stichwort "Öffnungsaktion" findet man im Netz auch einige Informationen.
    Ich habe jetzt zwar schon einige Bewerbungen losgeschickt, aber ich werde natürlich vorerst mit der Ausbildung weitermachen, bis ich tatsächlich eine andere Stelle sicher habe.

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