Nun brennt es an allen Ecken und Enden

  • Denke, nur wenige Katastrophen kündigen sich so langfristig vorher und mit derart drastischen Warnzeichen an wie das Scheitern der Inklusion. Hatte das zweifelhafte Vergnügen, befristet an einer Hauptschule im Kölner Norden zu unterrichten, einer Schule, die für eine vermeintlich vorbildliche Umsetzung der Inklusion bekannt sein sollte. Die Realität: Zu den "gemeinen" Hauptschülern, einer ohnehin mit ihren Problemen ausreichend befassten Klientel, gesellte sich pro Klasse ein halbes Dutzend Inklusionsschüler mit ebenso vielen Förderschwerpunkten. Die im Haus anwesenden Sonderschulkolleginnen gefielen sich darin, uns in beratender Weise zu unterstützen und auf "weitreichende Möglichkeiten der Differenzierung" (O-Ton Schulamtsdirektor) hinzuweisen. Unterrichten selbst war nicht ihr Ding. Im übrigen saß die mir zugeteilte Kollegin die meiste Zeit in meinem Unterricht und las die "Brigitte". Thank God, it's over. Ach ja, die sog. "QA" war ob der unter einem Dach versammelten "pädagogischen Kompetenz" schwer beeindruckt. Und wer generell an die Inklusion in der so umgesetzten Form (Tür auf, alle rein, Tür zu) glaubt: Die Schule ist notorisch unterbesetzt und der Kontakt ließe sich bei Interesse sicher herstellen.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Klimsamgin ()

  • Wie lange wollen wir noch schweigen???


    Am besten gar nicht mehr. Ich bin seit kurzem auch kurz vor "Kapitulation" und dass obwohlich ich mich an meiner Schule was Kollegium und Schulleitung angeht sehr gut aufgehoben fühle. Trotzdem: 3 hochgradig verhaltensauffällige Kinder in einer Klasse + etliche Kinder mit erhöhtem Förderbedarf aus den unterschiedlichsten Gründen (LRS, Dyskalkulie, Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen, ein Kind mit Lernbehinderung, kaum vorhandene Deutschkenntnisse ....) + die ganz "normal" schwierigen Kinder (zu Hause Chaos, kaum Erziehung bis hin zur Vernachlässigung) + die handvoll Kinder die wirklich lernen wollen und auch könnten, wenn sie mehr Ruihe hätten (wobei ja auch die Kinder mit den Schwierigkeiten das Potential hätten!!!!) .... ich schaff das nicht. Trotz jeder erdenklichen Unterstützung schulintern, trotz gutem Willens und allem... aber es reicht nicht... ich kann keine wunder vollbringen und ich bin nicht bereit mir meine Gesundheit zu ruinieren.... Vermutlich würde ich die aktuelle Situation auch noch eine ganze Weile durchstehen, wenn es die Perspektive gäbe, dass es danach wieder besser wird, aber daran glaube ich nicht mehr. Denn: es sieht mitlerweile in so gut wie allen Klassen unserer Schule so aus. Und: es steigert sich noch!!! Mir macht das echt Angst und wütend macht es mich auch. Insofern finde ich mehr Brandbriefe scheiben ein gute Idee!!! Werde mal sehen ob ich Mitstreiter finde.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • bin nicht bereit mir meine Gesundheit zu ruinieren

    Sehe ich ebenso und ist zudem erste Pflicht vor allen weiteren. Ich habe die wenigen Schüler meiner Klasse, für die diese Schulform eigentlich gebaut ist und die "unverschuldet" in dieses Martyrium geraten sind, mit sehr wohlwollenden Noten an eine andere (höhere) Schulform "weggelobt", die Eltern mit maximaler Transparenz auf das Desaster hinter den verschlossenen Türen hingewiesen und mich selbst dann über einige Versetzungsanträge verabschiedet. Das, was ich heute noch aus der Schule höre, beschreibt dramatische Zustände und würde die Öffentlichkeit - auch die der dafür politisch Verantwortlichen - entsetzen, wenn eben nicht ein allgemeines Interesse daran bestehen würde, die verschlossenen Türen verschlossen zu belassen. Mir fällt immer dann, wenn ich gezwungen bin, einem regierungsamtlichen Würdenträger bei seinen Reden zuzuhören, Jack Nicholson in "Eine Frage der Ehre" ein: "(...) Sie wollen die Wahrheit? Sie können die Wahrheit doch gar nicht ertragen!"

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  • Ein paar Jahre noch, dann werde ich pensioniert. Und dann werde ich Romane schreiben !


    Kurzum : Mich kratzt das gar nicht mehr ! 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • ...und das nächste 'Drama' steht ja bereits vor der Tür... (bitte nicht falsch verstehen).


    Bei uns werden in den nächsten Wochen Flüchtlinge an die Schule kommen. Bei uns hauptsächlich Syrer, die über keinerlei Deutschkenntnisse verfügen. VKl-Klassenlehrer werden bei uns (in Baden-Württemberg) nicht vom Schulamt gesucht. Begründung: es gibt keine Lehrer.
    Jetzt muss unsere Schule sich im Freundes- und Verwandtenkreis umsehen, ob man irgendwo einen Lehrer auftreibt. Nur wer soll das bitte machen. 18 Stunden die Woche. Pensionäre? Die winken dankend ab. Referendare? Sicherlich, nur rückt das Schulamt keine Daten etc. raus.
    Lehrer aus anderen Bundesländern? Tja, die dürfen nicht, weil ihnen die heiß begehrte LBV-Nummer fehlt.
    Und was passiert, wenn kein VKL-Lehrer durch die Schule gefunden wird? Richtig, die Schüler (bei mir wären es wohl 5) werden in die Rgelklasse gesetzt. Meiner Meinung nach SOLL gar kein Lehrer gefunden werden!!!


    Sieht dann bei mir so aus:
    Momentan habe ich 28 Siebtklässler an einer Werkrealschule, darunter 3 Inklusionskinder.
    Somit wären das 33 Schüler, von denen 5 nix verstehen, ein Drittel die übliche Verhaltenskreativität besitzt und der Rest leider auch nicht gerade problemlos funktioniert. Der Klassenteiler wäre somit erreicht. Aber nix war es. Frühestens im nächsten Schuljahr wird die Klasse geteilt.
    Dann bekomme ich in den Medien noch erklärt, dass ich differenzieren, als Lernbegleiter fungieren und jeden Schüler besser machen muss.
    Wie sagte doch Oli Kahn so schön: Da lach ich mich tot!


    Für mich eine Schande für unser Bildungssystem und die Politik (ich hoffe mal, dass sich dieses grün-rote Drama bei uns in 1,5 Jahren erledigt hat) und freue mich schon, wenn in ein paar Jahren wieder auf den Lehrern rumgehackt wird, dass sei nicht in der Lage sind, den Asylbewerbern die deutsche Sprache näher zu bringen!!!

  • VKl-Klassenlehrer werden bei uns (in Baden-Württemberg) nicht vom Schulamt gesucht. Begründung: es gibt keine Lehrer.
    ...
    Und was passiert, wenn kein VKL-Lehrer durch die Schule gefunden wird? Richtig, die Schüler (bei mir wären es wohl 5) werden in die Rgelklasse gesetzt. Meiner Meinung nach SOLL gar kein Lehrer gefunden werden!!!


    Sehr gut beobachtet. Denn genau DAS wird die nächste Argumentationsschiene im allgemeinen BildungsSPARwahn sein:


    "Wir würden ja gerne mehr Lehrkräfte für die Inklusion, Ganztagsschule usw. einstellen, aber leider gibt es keine ausreichende Anzahl auf dem Stellenmarkt". Siehe auch mein Beitrag zu den Kitas: Etwas OT, aber dann doch nicht: 100.000 Erzieher(innen) für KITAS fehlen


    Und ich sage es noch einmal: Die komplette Mehrarbeit wegen Inklusion, Ganztagsschule usw. wird bei den bereits existierenden Lehrkräften hängenbleiben. Notfalls wird man die Unterrichtsverpflichtungen weiter erhöhen, denn die "lieben Kleinen" können ja nichts dafür. Das muss doch jede Lehrkraft einsehen, oder?


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • Bereits 2011 habe ich dieses Chaos kommen sehen.Leider habe ich mich nicht geirrt:
    Medien zeigen Interesse an Rahmenbedingugen bei der Umsetzung von Inklusion, Integration , Suche nach Erfahrungsberichten aus Regelschulen
    Damals habe ich kaum jemanden gefunden, der sich, wenn auch anonym, zu seinen Erfahrungen äußern wollte.
    Vielleicht jetzt? :aufgepasst:
    Das muss an die Öffentlichkeit, damit die Eltern, die ihre Kinder im Regelschulsystem anmelden, wissen, worauf sie sich da einlassen. Noch gibt es die Förderschulen.

  • Da lach ich mich tot!

    Da bin ich ebenfalls mit von der Partie,... hatte doch die in meiner früheren Einlassung beschriebene Kölner Anstalt auch eine VK-Klasse, in der regelmäßig bis zu 20 Kinder aus 15 verschiedenen Nationen saßen, alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach Deutschland gekommen und folgerichtig zu unterschiedlichen Zeitpunkten bei uns eingeschult. Meine Schulleiterin gefiel sich darin, den Unterricht permanent zu unterbrechen und im Beisein der Eltern den Nachwuchs mit blumigen Worten der Verantwortung der am Rande des Zusammenbruchs agierenden Lehrkraft anzuvertrauen: "Sie werden sehen, hier wird man ihrem Kind sicher schnell helfen können...!" Und fort war sie wieder. Hatte was von Simultanschach an zwei Dutzend Brettern. Heute kann ich darüber nur noch lachen. Die Kollegen, die noch immer im Schlamassel stecken, sehen es naturgemäß anders und die Kinder können kaum ahnen, wie sehr sie ihre Zeit verplempern. Das interaktive Whiteboard der Einrichtung kostete knappe 5 Mille, gleich zwei davon hat man geordert, keines wurde je in Betrieb genommen. Vielleicht blauäugig, aber Geld ist ja in Mengen vorhanden, gutes Personal gibt es ebenfalls satt. Was fehlt ist der Verstand bei den Portepeeträgern im Amt.

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  • Zitat

    Und ich sage es noch einmal: Die komplette Mehrarbeit wegen Inklusion,
    Ganztagsschule usw. wird bei den bereits existierenden Lehrkräften
    hängenbleiben.

    Ein Kollege ist im Personalrat. Er berichtete mir heute morgen: Die Schulrätin gab auf den Hinweis, dass durch die "real existierende Inklusion" die Kollegien auf den Zahnfleisch gehen, den Rat, dass man dafür anderweitig Entlastung finden müsste. Das Wochenende diene der Erholung. . Richtig so. Dann aber: Die Anzahl der Feste und andere Veranstaltungen müssten dann einfach mal reduziert werden.


    Bedeutet: Damit Inklusion funktionieren kann, sollen Teile des Schullebens zum Erliegen kommen...

  • Die Anzahl der Feste und andere Veranstaltungen müssten dann einfach mal reduziert werden.

    Ja Danke.... großartiger Vorschlag. Selbst wenn man das wahr machen würde, bleiben die Probleme doch die gleichen. Gut, man hätte nach der Schule mehr Zeit um wieder zu generieren aber ansonsten? Das Problem ist doch nicht in erster Linie, dass es mehr Arbeit ist, sondern dass der Unterricht selber ein unglaublicher Kraftakt geworden ist, den man über einen längeren Zeitraum einfach nicht leisten kann. Ich habe absolut kein Problem damit, im Rahmen der Unterrichtsplanung differenzierte Aufgaben für etwaige I-Kinder zu erstellen (differenzieren muss man als Grundschullehrer so und so), und auch im Förderpläne schreiben bin ich mittlerweile recht flott... das würde ich alles klaglos machen, wenn ich denn die Chance hätte alles, was ich vorbereitet/geplant habe in der Praxis dann auch umsetzen zu können. Aber genau das funktioniert eben nicht. Denn das bräuchte Zeit und Raum, bzw. einfach mal durchgehend eine zweite Lehrkraft (von Fachleuten will ich gar nicht reden....). Wenn ich alleine in der Klasse bin, bin ich mittlerweile so damit beschäftigt, meine drei em.-soz. Kinder im Zaum zu halten, dass ich weder die Zeit noch die Kraft habe, mit irgendeinem anderen förderbedürftigen Kind zu sitzen und irgendetwas einzuführen oder näher zu erklären. Ich schaffe nur noch einen Bruchteil dessen, was ich mir für den Tag vorgenommen hatte, weil die Abläufe immer und immer und immer wieder unterbrochen werden... darunter leidet die ganze Klasse. Die Kinder in unserem Einzugsbereich leiden eh schon mehrheitlich unter mangelnder Konzentrationsfähigkeit, die Aufmerksamkeitsspanne ist minimal, Zuhören ist sehr sehr schwer. Dementsprechend plane ich eh schon nur gaaanz kurze frontale Phasen ein (und die brauchen sie unbedingt, weil sie auch nicht leistungsstark genug sind, um sich alles alleine zu erarbeiten), aber selbst die sind kaum noch durchzuführen, bzw. dehnen sich endlos. Wie bitte schön sollen sich die Kinder konzentrieren, wenn ich jeden Satz, den ich sagen möchte dreimal anfangen muss, weil Kind A ständig dazwischenbrüllt (und ich meine wirklich brüllt), wenn Kind B anfängt auf dem Fußboden herumzukrabbeln und ununterbrochen rein und rausläuft, oder zwar am Platz sitzt aber da durchgängig hochfrequente Quietsch-Geräusche von sich gibt, oder durch den Raum läuft und seinen Pullover herumschleudert oder einen Tannenszapfen durch die Gegend kickt, oder Kind C immerzu eigenmächtig an alle meine Sachen geht, Dinge an die Tafel schreibt , allen Kindern mal ein buntes Blatt austeilt , sich fröhlich lachend lustige Beleidigungen für mich ausdenkt und durch die Klasse ruft usw. usf. ... klar, ich unterbinde alle diese Vorgänge immer und immer wieder, aber es kostet dermaßen viel Kraft und Zeit und Konzentration....(und ratet, was in dieser Zeit nicht stattfindet... richtig: Unterricht) Wie bitte schön soll dabei irgendein Kind arbeiten???? Ich staune mittlwerweile echt darüber, wenn manche Kinder das trotzdem schaffen.
    Ich bin nach so einem Schulvormittag fix und alle. Und ich bin sauer, wenn ich sehe, wie gerade den Kindern, die aufgrund ihrer Herkunft eh schon schlechtere Karten habe, das letzte bisschen Chancen auf bessere Bildung auch noch genommen wird. Es macht mich einfach nur wütend, wenn ich dann Hochglanzprospekte sehe , wo Vorzeige-Schulkind friedlich mit strahlendem Rollstuhlkind zusammenarbeitet und immerzu so getan wird, als ginge es um gleiche Chancen und Teilhabe und blablabla, und in Wahrheit passiert das genaue Gegenteil... Bildungschancen werden systematisch verschlechtert... für alle. Und ich werde stinksauer, wenn dann der Spruch kommt, es läge nur an der falschen Einstellung! Der Witz ist nämlich : ich bin sogar für Inklusion, aber: das hier ist keine!!!! Das ist nichts.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Noch einmal meine Frage: Was sagen denn die Eltern und anderen Schüler? Zustände, wie sie hier beschrieben werden, schaden doch allen Beteiligten. Meiner Meinung nach wird sich erst dann etwas ändern, wenn reihenweise Eltern auf die Barrikaden gehen - überforderte Lehrer am Limit kümmern doch kaum einen Politiker.

  • @ Icke
    Was du beschreibst, kann ich nur unterschreiben. Ich habe zwar nicht die Zahl der Auffälligkeiten, aber die ich habe, reichen schon.
    Und meine "normalen" Kinder motzen schon und sagen: Wegen dem und dem können wir nicht richtig unterrichten.
    Pet

    Ich bin Grundschullehrer, ich muss nicht die Welt retten!!!

    • Offizieller Beitrag

    Noch einmal meine Frage: Was sagen denn die Eltern und anderen Schüler? Zustände, wie sie hier beschrieben werden, schaden doch allen Beteiligten. Meiner Meinung nach wird sich erst dann etwas ändern, wenn reihenweise Eltern auf die Barrikaden gehen - überforderte Lehrer am Limit kümmern doch kaum einen Politiker.


    Ich sehe es ähnlich wie ihr: An der eigenen Schule und an Schulen von Freunden und Bekannten erlebe ich / erleben diese ähnliche Dinge. Der Krankenstand wird sehr hoch, weil die Kollegen auf dem Zahnfleisch kriechen. Die problematischsten Schüler sind natürlich nicht körperbehinderte Schüler - um die geht es hier gar nicht - oder lernbehinderte Schüler, sondern E-Schüler, also diejenigen mit heftigsten (!) Verhaltensauffälligkeiten (bei leichteren Problemen wäre wohl nie ein AoSf gstellt worden). Was mich dabei wahnsinnig macht: Die vielen lieben und netten Schüler gehen in solchen Klassen so unter. :(


    Warum die Eltern nichts sagen? Das kann ich aus Elternsicht sagen: In der Klasse meines Kindes findet auch Inklusion statt und es dauert, bis wir Eltern mitbekommen, was da läuft und selbst dann bekommt man nur Bruchteile davon mit.
    Dann, wenn man den Eindruck hat, dass es in der Klasse wegen vieler sehr verhaltensauffäliger Schüler nicht gut läuft, stellt man sich die hilflose Frage, was man tun kann: Es ist nicht klar, wie viele Inklusionskinder in den Klassen sind und ich bin im Unterricht nicht dabei. Ich erlebe nur extreme Verhaltensweisen auf dem Schulhof, bekomme viele Dinge am Rande mit, höre von den Lehrern vieles zwischen den Zeilen.
    Und was genau könnte man tun? Die Lehrer tun ihr Bestes, wirken aber teilweise hilflos. Inklusion gibt es mittlerweile überall. Was agenau können Eltern tun und wie bekommen sie mit, was in den Klassen "passiert"?

  • nd was genau könnte man tun?


    Den anderen Eltern die Augen öffnen und sie darin bestärken, den Mund aufzumachen und sich an höherer Stelle beschweren: Medien wirken hier Wunder. Uns Beamten hat man ja einen Maulkorb verpasst. In meiner Förderschulklasse sitzen jetzt schon 3 E- Schüler, die im Regelschulsystem nicht mehr tragbar waren. Bei unseren Rahmenbedingungen sind sie kaum wieder zu erkennen. Zwar immer noch sehr schwierig, aber das ist für uns nichts Neues. Die L-Schulen waren schon immer Sammelbecken. Oft gibt es auch die Kombination L und E. So genau kann man das gar nicht trennen. Die E-Schüler haben so große Lerndefizite( weil sie nie was getan haben), dass diese erst mühsam aufgeholt werden müssen. Wenn die Regelschulen das alles stillschweigend hinnehmen, wird es bald keine Förderschulen mehr geben.

  • Maulkorb verpasst

    Ich mache es wie von der "Feuerzangenbowle" vorgesehen ist, stelle mich da mittlerweile immer mal ganz gerne doof, werfe vor den Eltern die Kernlehrpläne, Vergleichsarbeiten und Anforderungen der Abschlussprüfungen an die Wand und halte diesen Fakten den traurigen Leistungsstand entgegen. Nachdem der erste große Schock dann verdaut und das Entsetzen aus den Gesichtern gewichen ist, regt sich der Unmut, der wie ich finde genau jenes produktive Potential besitzt, um sie an die Schulleitung (ihrerseits natürlich ebenfalls unschuldig an der Katastrophe, aber an höherer Stelle mit mehr Gewicht vertreten) zu verweisen. Ich selbst habe mich dazu durchgerungen, mich nur sehr begrenzt dafür verantwortlich zu finden: Von der Grundschule mit Kindern versorgt, die lautgetreu mehr schlecht als recht Lesen und Schreiben gelernt haben, eingepfercht mit bisweilen mehr als 30 SuS, von denen ein immer größerer Anteil handfeste Befunde im Gepäck hat und die daheim von Eltern erzogen werden, die oft schon vor langem kapituliert haben, sehe ich mich nicht als "Retter der Nation". Schließlich: Wenn es allen genannten Verantwortlichen leidlich "wurscht" ist, warum soll ich mir da Stress machen?

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