NRW: Der Kolationsvertrag von CDU und FDP ist da

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    • NRW: Der Kolationsvertrag von CDU und FDP ist da

      Wie die meisten mitbekommen haben werden, bekommt NRW nach der Wahl eine neue Regierung, bestehend aus einer Kolation von CDU und FDP. Ich würde hier gerne ein wenig den Koalitionsvertrag mit euch diskutieren, weil mich interessiert, was ihr so darüber denkt :) .

      Hier mal ein paar Punkte aus dem Koalitionsvertrag: cdu-nrw.de/sites/default/files…ag_nrw-koalition_2017.pdf

      "Neben vielfältigeren religiösen Bekenntnissen ist auch die Anzahl der Familien ohnekonfessionelle Bindung angewachsen. Daher werden wir Ethikunterricht an Grund-schulen ermöglichen."

      "Das Gymnasium darf nicht weiter benachteiligt werden. Wir werden den Bildungsauf-trag der Gymnasien stärken. Das Ziel ist die vollumfängliche Studierfähigkeit der Abi-turientinnen und Abiturienten. Hierzu werden wir die MINT-Fächer stärken und denAusbau der Kooperationen mit den Hochschulen des Landes und denen des benach-barten Auslands vorantreiben."

      "Christdemokraten und Freie Demokraten nehmen in der Frage G8 oder G9 zur Kennt-nis, dass der überwiegende Teil der Schüler- und Elternschaft der Gymnasien G9 fa-vorisiert. Daher wird als Leitentscheidung ab dem Schuljahr 2019/2020 an den Gym-nasien der neunjährige Bildungsgang (G9) eingeführt. Zukünftig wird G9 sowohl an
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      Ganztagsgymnasien, aber auch als Halbtagsangebot möglich sein. Demgegenüberwünscht ein ebenfalls ernst zu nehmender Anteil von Schülerinnen und Schülern, vonEltern und Schulleitungen G8. Für Gymnasien, die beim achtjährigen Bildungsgangverbleiben wollen, wird eine unbürokratische Entscheidungsmöglichkeit für G8 eröff-net. Alle Gymnasien werden zusätzlich gestärkt. So wird die Benachteiligung der Gym-nasien beendet und der Umstellungsprozess auf G9 bestmöglich gestaltet. Ebensoerhalten diejenigen Gymnasien, die die Wahlfreiheit für G8 nutzen wollen, eine zusätz-liche Unterstützung, um dieses G8 qualitativ hochwertig umsetzen zu können."

      "Zur Sicherung der Qualität des Unterrichts unter den Bedingungen schulischer Inklu-sion werden wir verbindliche Qualitätsstandards setzen. Voraussetzung für die Bildungvon inklusiven Lerngruppen an allgemeinen Schulen ist fortan die Erfüllung und Siche-rung dieser Qualitätsstandards. Um den Wünschen vieler Eltern nach qualitativ hoch-wertigen inklusiven Angeboten an allgemeinen Schulen zu entsprechen, werden wirmit einer konzeptionellen Neuausrichtung und in Absprache mit den Schulträgern ver-stärkt Schwerpunktschulen für den gezielten Einsatz von Ressourcen bilden." Die Inklusion wird auch anderen Quellen nach wohl ersteinmal gestoppt und die Rolle der Förderschulen gestärkt. Die Inklusion wird voerst begraben, was ich sehr begrüße.











      Insgesamt wird die Schulpolitik logischerweise konservativer, insbesondere im Bereich Inklusion und G9/Gymnasien.

      Was denkt ihr über die Entwicklung bzw. diese Pläne? Was denkt ihr über den geplanten Umgang mit der Inklusionspolitik?

    • Da du gefragt hast, habe ich die Vereinbarung mal (in Teilen überspitzt) übersetzt/kommentiert:

      Teil 1:
      SCHULE

      Unser Anspruch an die Leistungsfähigkeit der Schulen ist hoch, weil auch die Heraus-
      forderungen, denen sich junge Menschen im (Berufs-)Leben stellen müssen, kontinu-
      ierlich wachsen. Dazu gehört etwa eine immer höhere Erwartung an das Erlernen von
      Fremdsprachen, von mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Fächern
      ebenso wie der kompetente Umgang mit digitalen Medien.
      Wie müssen überall besser werden.

      Schulen sind der wichtigste Bildungsort im sozialen Raum. Mehr Öffnung nach außen,
      mehr Gestaltungsfreiheiten, eine bessere Einbindung und Vernetzung mit unterschied-
      lichen Berufsfeldern und Institutionen von der frühkindlichen Bildung über die Jugend-
      hilfe bis zu außerschulischen Partnern können einen wichtigen Beitrag zur Qualitäts-
      steigerung in den Schulen leisten.

      Wir wollen die Schulentwicklungsplanung begleiten
      und so neue Konzepte für „beste Bildung“ in der Abhängigkeit vom jeweiligen Sozial-
      raum umsetzen.
      Begleiten = Die Schule macht die Arbeit, die Politik hält höchstens mal das Gesicht ins Foto.

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      Eine umfassende bauliche Modernisierung unserer Schulen ist von ganz besonderer
      Bedeutung.
      Es gibt Aufträge für unsere Freunde vom Bau.

      Wir brauchen zudem die am besten ausgebildeten Lehrerinnen und Leh-
      rer, engagierte Eltern, technisch gut ausgestattete Schulen, mehr Autonomie für die
      Schulen vor Ort und exzellente Leuchtturmprojekte, die auf die Qualitätsentwicklung
      aller Schulen eine positive Wirkung entfalten.
      Wir brauchen ein paar Vorzeigeschulen, die gut ausgestattet sind.

      Die Modernisierung und Weiterentwicklung unserer Schulen und Schulgebäude wird
      Zeit in Anspruch nehmen und kann nur in Schritten erfolgen. Umso wichtiger ist es,
      dass wir unverzüglich damit beginnen.
      Die Bauaufträge beginnen sofort, aber es ist nicht zu erwarten, dass alle Schulen saniert werden.

      Bildungschancen müssen überall in Deutschland und für alle Kinder gleichermaßen
      zugänglich und unabhängig von der sozialen Herkunft sein. Gerade in Zeiten großer
      gesamtgesellschaftlicher und bildungspolitischer Herausforderungen wie der Inklusion
      und der Integration sind erhebliche finanzielle Ressourcen erforderlich.
      Die Bildungschancen stehen unter Finanzierungsvorbehalt.

      Notwendig ist eine gesamtgesellschaftliche Kraftanstrengung unter Beteiligung der
      Kommunen und der Länder sowie des Bundes. Alle gesetzlichen Hürden, die einer
      solchen gesamtgesellschaftlichen Kraftanstrengung im Wege stehen, müssen besei-
      tigt werden mit dem Ziel, im föderalen Aufbau unseres Landes wieder neue Koopera-
      tionsmöglichkeiten zu schaffen, die wir für die Gesamtfinanzierung unseres Bildungs-
      systems nutzen wollen.
      Wenn Verbesserungen nicht klappen, sind Kommunen, Bund und die Gesellschaft schuld.

      Unterrichtsgarantie und Lehrerversorgung
      Unterrichtsausfall trifft vor allem die Schülerinnen und Schüler, die keine Unterstützung
      durch ihr Elternhaus in Form von Nachhilfe oder anderen Stützen erfahren. Wir wollen
      den Unterrichtsausfall mit allen Mitteln abbauen.
      Es gibt mehr Vertetungsstunden. Mit allen Mitteln = Qualität steht vermutlich nicht im Vordergrund.

      Um für unsere Schülerinnen und Schüler eine bestmögliche individuelle Förderung zu
      erreichen, werden wir die Erteilung des Unterrichts im Rahmen einer Unterrichtsga-
      rantie sichern und hierzu die Lehrerversorgung an unseren Schulen spürbar verbes-
      sern.
      Mehr Überstunden, mehr Seiteneinsteiger, mehr Vertretungslehrer ohne Abschluss oder etwa mehr Lehrerstellen?

      Ausgangspunkt der Bekämpfung des Unterrichtsausfalls kann nur eine genaue Erfas-
      sung sein. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt werden wir eine digitale und schulscharfe
      Erfassung des Unterrichtsausfalls einführen.
      Verwaltungsanteil erhöht sich. Noch mehr Statistiken führen, statt Schüler unterrichten.

      Hierfür werden wir eine transparente De-
      finition von Unterrichtsausfall festlegen.
      Im Notfall definieren wir den Ausfall weg.


      Die von der Vorgängerregierung für die nächsten Jahre in der mittelfristigen Finanz-
      planung mit dem Vermerk „künftig wegfallend“ versehenen Lehrerstellen werden wir
      nicht streichen, um die personelle Ausstattung der Schulen zu sichern und zu verbes-
      sern.
      Gute Nachricht! Wie viele Stellen sind das?

      Vor allem fachspezifische Nachbesetzungen sollen so ermöglicht werden.
      Wo kommen die Lehrer in den Mangelfächern her?

      Mittelfristig streben wir eine 105-prozentige Lehrerversorgung an, vordringlich an den
      Grundschulen.
      Mittelgroße Grundschule mit 12 Kollegen = 0,6 Stellen zusätzlich. Es darf nur ein halber Lehrer krank sein pro Tag. Das ist besser als nix, aber wird nicht viel auffangen.

      Wir wollen die Klassengrößen schrittweise reduzieren und die Schüler-
      Lehrer-Relation verbessern.
      Gute Idee! Für welche Schulformen und was sind die genauen Zahlen?

      Um die Schulen bei den vielfältigen sozialen Herausfor-
      derungen zu unterstützen, werden wir den Einsatz multiprofessioneller Teams aus-
      bauen.
      Wer sind außer Lehrern die anderen Beteiligten in multiprofessionellen Teams? Bekommen die feste Stellen oder werden die weiter mit niedrig bezahlten und stark fluktuierenden Zeitverträgen beschäftigt?

      Um Gestaltungsmöglichkeiten zu erweitern, werden wir ein Programm der offenen
      Schule schaffen. Schulen sollen so vermehrt Persönlichkeiten aus der beruflichen und
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      akademischen Praxis in den Unterricht einbeziehen können. Dafür sollen unbürokra-
      tisch ergänzende Möglichkeiten für den ehrenamtlichen Einsatz oder die temporäre
      Beschäftigung sogenannter Praxis-Lehrer geschaffen werden. Wir wollen Programme
      wie zum Beispiel „Teach First“ ausbauen.
      Fachkräfte interessieren uns nicht. Wir füllen Lücken mit jedem auf, der möchte.

      Gleichzeitig werden wir den pädagogisch
      begleiteten Seiteneinstieg sowie das Anwerben ausländischer Lehrkräfte stärker för-
      dern und die pädagogische Konzeption für den Seiteneinstieg weiterentwickeln.
      Wir setzen auf Seiteneinsteiger statt auf studierte Lehrer.

      Gute Bedingungen für unsere Lehrkräfte
      Wir werden Maßnahmen zur besseren Besetzung von Schulleitungspositionen ergrei-
      fen. Hierzu zählen zum Beispiel Jobsharing und frühzeitiges Mentoring oder auch Fort-
      bildungen zur Unterstützung beim Führungshandeln.
      Jobsharing = noch mehr Schulverbünde?
      Fortbildung zum Führungshandeln? Wir wäre es mit konsequenter Unterstützung der Schulleiter durch die Schulaufsicht bei Problemen?


      Zudem werden wir unter ande-
      rem die bei der letzten Besoldungserhöhung übergangenen Stellvertreterfunktionen
      entsprechend berücksichtigen.
      Gut!

      Wir wollen die Attraktivität des Lehrerberufs generell wieder steigern. Unsere Lehre-
      rinnen und Lehrer bereiten unsere Kinder auf die Zukunft vor und leisten hierzu enorme
      Anstrengungen. Deshalb verdient der Lehrerberuf höchste gesellschaftliche Anerken-
      nung und Wertschätzung.
      Die wird sicher steigen, wenn man die Stellen mit Fachfremden und Seiteneinsteigern füllt und die Unterrichtsbedingungen nicht verbessert.

      Zur weiteren Entlastung wollen wir die Berichts- und Doku-
      mentationspflichten für Lehrerinnen und Lehrer zurückführen und vereinfachen. Eine
      Entbürokratisierung soll auch unter Prüfung der Arbeitsbelastung der Lehrkräfte erfol-
      gen.
      Was genau ist das konkret und wer erfasst die Arbeitszeiten?

      Die Schulen sollen verstärkt durch Schulverwaltungsassistenten unterstützt wer-
      den. Diesen sollen auch Aufstiegsmöglichkeiten eröffnet werden.
      Geht das aus dem Lehrerstellenkontingent der Schulen?

      Um qualitativ hochwertigen Unterricht für Lehrkräfte zu ermöglichen, müssen auch die
      Instrumente zur Unterstützung der Qualitätsentwicklung weiterentwickelt werden. Wir
      werden die Aufgabenstellung des Landesinstituts für Schule „QUA-LiS“ überprüfen. Es
      wird eine „Clearingstelle“ für evidenzbasierte Pädagogik geschaffen.
      Eine Clearingstelle um die Qualität der Forschungsergebnisse der didaktischen und pädagogischen Forschungsergebnisse zu prüfen? Gute Idee, aber sollte die Forschung nicht eigentlich immer evidenzbasierte Ergebnisse liefern? Läuft da nicht eher was an den Unis schief?


      Um mehr Transparenz zu schaffen, werden die Qualitätsberichte und Zielvereinbarun-
      gen zukünftig durch die Schulen im Internet veröffentlicht. Die Schulaufsicht wird wei-
      terentwickelt.
      Wir geben weiter keine Unterstützung, wir stellen nur Prüfergebnisse ins Netz. Die sind doch eh öffentlich einsehbar, meistens sogar im Netz.

      Lehreraus- und Fortbildung
      Für besten Unterricht braucht es bestens aus- und fortgebildete Lehrerinnen und Leh-
      rer. Wir werden zur Unterstützung der Lehrkräfte die Lehrerausbildung überarbeiten
      und die Fortbildung intensivieren.
      Wir haben das Ziel, durch die Stärkung der Fachlichkeit an den Schulen die Lehrpraxis
      wissenschaftlicher zu machen. Parallel dazu muss auch die Wissenschaft der Lehrer-
      ausbildung praxisorientierter werden.
      Wie soll das gehen, wenn die Mehrheit der Hochschullehrenden keine mehrjährige Erfahrung als Lehrer in einer Schule haben?
    • Teil 2:
      Der Stellenwert der Lehrerausbildung an den
      Universitäten soll daher verbessert werden.
      Gut! Allerdings klappt das nur, wenn Erfolg der Unis nicht mehr an Drittmitteleinwerbung gemessen wird oder den Lehramtsstudiengänge ähnliche Vorteile für die Unis/die Profs eröffnen.


      Die Lehrerausbildung wird novelliert und eine Stärkung der Fachlichkeit und der Fach-
      didaktik in den Fächern umgesetzt.
      Was heißt das genau? Was glaubt ihr, was bisher im Studium und in den Fachseminaren gemacht wurde? Gebastelt? O_o


      Die erste und die zweite Phase der Lehrerausbil-
      dung müssen besser verzahnt werden.
      Weshalb wurde dann das Referendariat nicht in den Master integriert?

      Wir werden eine Fortbildungsoffensive für Lehrkräfte durchführen, insbesondere zu
      den Feldern der Inklusion, der Integration und der digitalen Medien.
      Fortbildungs ist gut, wennd ie Qualität gesichert ist! Fortbildungen im Medienbereich sind auch gut, wenn es die nötige Ausstattung dann auch an den Schulen gibt.
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      Es wird eine Evaluierung und Neustrukturierung der Fortbildungen von Lehrerinnen
      und Lehrern mit dem Ziel der Nachhaltigkeit und Wirksamkeit im Unterrichtsalltag er-
      folgen.
      Wer überprüft die Wirksamkeit und mit welchen Instrumenten?

      Dabei wollen wir eine stärkere Einbeziehung der Universitäten und Fachhoch-
      schulen umsetzen sowie neue Wege zur qualitativen Verbesserung der Fortbildungen
      eröffnen.
      Oh nein! Nicht noch mehr Fortbildungsanbieter, die keine Schulerfahrung haben außer der eigenen Schulzeit.

      Auch hierzu wollen wir die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen.
      Freiheit und Eigenverantwortung für unsere Schulen
      Unsere Schulen benötigen mehr Gestaltungsfreiheit, um ihre Kreativität voll entfalten
      und neue Wege beschreiten zu können. Deshalb werden wir den Schulen mit einem
      Schulfreiheitsgesetz mehr Freiheit und Eigenverantwortung ermöglichen.
      Wir schieben den Schulen die alleinige Verantwortung zu.
      Mittel diese auch frei erfüllen zu können versprechen wir nicht.


      Wir wollen
      den Schulen keine erneute Reform von oben und zusätzliche Belastungen aufbürden,
      sondern ihnen mehr Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen, damit sie ihre Ideen besser
      verwirklichen und die erweiterten Handlungsspielräume vor Ort erfolgreich nutzen kön-
      nen.
      Schulen machen alles alleine. Vor Ort = keine Verantwortung jenseits der Kommune.

      Den Schulen ermöglichen wir so viel stärker, ihre pädagogischen Konzepte auf
      der Grundlage klarer Qualitätsstandards fortzuentwickeln.
      Was ist daran neu?


      Wir werden die Arbeit der
      Lehrerinnen und Lehrer und vor allem der Schulleitungen durch eine grundlegende
      Bereinigung unnützer und aufwendiger Erlasse entlasten und die Unterstützung bei
      der Verwaltungsarbeit stärken. Im Rahmen einer Verantwortungsgemeinschaft mit den
      Lehrerinnen und Lehrern und den Schulleitungen wollen wir unsere Schulen Schritt für
      Schritt erfolgreicher und besser machen.
      Wer ist die Verantwortungsgemeinschaft? Schulleitung und Kollegium?

      Dies bedeutet mehr pädagogische Freiheit etwa bei der Bildung von Lerngruppen in-
      nerhalb einer Schule, bei Lehrplänen, bei Stundentafeln oder auch beim Verzicht auf
      Förderpläne.
      Förderung ist nicht mehr wichtig. Bei Engpässen kürzen wir den Unterricht, aber die Verantwortung trägt die Schule.

      Darüber hinaus werden die Lehrpläne zur Stärkung der Fachlichkeit
      überarbeitet und deren Kompetenzorientierung neu bewertet.
      Alle Schulinternen Lehrpläne sollen neu geschrieben werden?

      Auch sollen die Schulen
      selbst über den Anteil von äußerer und innerer Differenzierung entscheiden können.
      ...aber nötige Mittel/Stellen dafür kommen woher?

      Diese gestärkte pädagogische Freiheit wird in eine gleichzeitige Sicherung verbindli-
      cher Standards sowie der Bildungs- und Erziehungsziele eingebettet.
      Schonmal von der Qualitätsanalyse gehört?

      Auf freiwilliger Basis soll es den Schulen ermöglicht werden, ihre Personalmaßnahmen
      eigenständig zu treffen.
      Gehört dazu auch, Personal an andere Stellen versetzen zu lassen?

      Dazu gehören Entscheidungen über Finanzmittel bei Einstel-
      lungen (Freie Personalmittel) oder beim Jobsharing für Schulleitungen. Mehr finanzi-
      elle Freiheit soll durch Schritte von Kleinen zu Großen Schulbudgets, durch die Über-
      tragbarkeit und die Möglichkeit für Anspareffekte sowie gegenseitige Deckungsfähig-
      keit eröffnet werden.
      Was heißt das konkret? Ich darf weiter Stellen kapitalisieren und Haushaltsüberschüsse ins neue Jahr übertragen?


      Neben der pädagogischen, der personellen und der finanziellen Freiheit werden den
      Schulen zudem mehr organisatorische Freiheiten eröffnet. Dies kann mehr Freiheit bei
      der Gestaltung des Ganztags, beim Wechsel von Trägerschaften und bei der Organi-
      sation der Schulgremien (z.B. Schulvorstand) bedeuten oder auch, dass Berufskollegs
      Bildungsgänge verstärkt selber festlegen können.
      Bei Berufsschulen kenne ich mich nicht aus. Was ist am Rest neu?

      Wir wollen die Gleichbehandlung aller Schulformen wiederherstellen. Die Benachteili-
      gung von Realschulen und Gymnasien werden wir beenden.
      Was heißt das? Gleiche Schüler-Lehrerrelation, gleiche Klassenrichtwerte, gleiche Bezahlung, gleicher Anteil an Aufstiegsstellen, gleiche Unterrichtsverpflichtung?

      Zur Sicherung von Schul-
      angeboten der Sekundarstufe I im ländlichen Raum können Sekundarschulen ge-
      nauso wie Realschulen und Gymnasien zweizügig fortgeführt werden. Dabei ist zu
      prüfen, ob und wie gymnasiale Standards umgesetzt werden.
      Ich hoffe doch stark, dass gymasiale Standards an Bildungseinrichtungen, die das Abitur anbieten auch umgesetzt werden.
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      Wir werden unsere Schulen modern ausstatten und die Schulträger finanziell besser
      unterstützen.
      Ihr stattet gar keine Schulen aus, sondern nur die Schulträger tun das.
      Wie stellt ihr sicher, dass mehr Geld auch bei den Schulen ankommt?


      Hierzu ist die Schul- und Bildungspauschale zu dynamisieren und be-
      darfsgerecht anzupassen.
      Dynamisierung = Kürzung? Bedarfsgerecht = geschätzter Kürzungsbedarf durch den Finanzminister?

      Der notwendige Ausbau der multiprofessionellen Unterstützung ist nicht nur eine wich-
      tige Entlastung der Lehrkräfte, sondern stellt auch eine nachhaltige und intensive so-
      ziale Begleitung der Schülerinnen und Schüler sicher. Daher wollen wir eine Stärkung
      und verlässliche Fortführung der Schulsozialarbeit erreichen und den Ausbau der
      Schulpsychologie vorantreiben.
      Dürfen die dann auch fest angestellt werden oder müssen die weiter auf Niedriglohn-Zeitverträgen je nach Haushaltslage arbeiten?

      Wir wollen bei der Aufnahme der Schülerinnen und Schüler die Entscheidungsmög-
      lichkeiten der Schulen aufgrund ihres jeweiligen Bildungsauftrags stärken. Das Pro-
      gramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ werden wir evaluieren und an allen Schul-
      formen weiterentwickeln.
      Gut, dass das weiter gemacht wird. Wurden die bisherigen Evaluationen auch schon mal gelesen?

      Wir wollen Schülerinnen und Schüler besser auf eine selbstbestimmte Lebensgestal-
      tung und einen erfolgreichen Berufseinstieg vorbereiten. Ökonomische Bildung ist ein
      unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung. Christdemokraten und Freie Demo-
      kraten werden daher an allen weiterführenden Schulen das Schulfach Wirtschaft etab-
      lieren, in dem unter anderem Kenntnisse unserer Wirtschaftsordnung ebenso wie As-
      pekte der Verbraucherbildung vermittelt werden. Zur Ausgestaltung werden wir auf be-
      reits bestehende Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen wie auch aus anderen Bun-
      desländern zurückgreifen und schulische, außerschulische sowie wissenschaftliche
      Expertise einbinden.
      PES/PÖG wurde ja bereits beschlossen. Wird PÖG auch Arbeitnehmerrechte vermitteln oder sich wie in einigen anderen Bundesländern auf die Unternehmerseite konzentrieren?

      Wir wollen soziale Nachteile im Bildungsbereich überwinden und Aufstiegschancen für
      alle eröffnen. Hierzu ergreifen wir für alle Schulen geeignete Maßnahmen.
      Damit sind wir erst mal raus und nur die Schulen in der Verantwortung.

      Darüber
      hinaus werden wir als besondere Maßnahme für unterschiedliche Schulformen min-
      destens 30 Talent-Schulen – insbesondere mit MINT-Schwerpunkt – mit exzellenter
      Ausstattung und modernster digitaler Infrastruktur in Stadtteilen mit den größten sozi-
      alen Herausforderungen einrichten.
      Wir setzen auf Leuchttumrprojekte. Die grundlegende Qualität aller Schulen ist egal.

      Hierzu sollen auch privates Engagement aus dem
      regionalen Umfeld der neuen Talent-Schulen sowie Mittel von Sozial- und Bildungs-
      stiftungen zum Einsatz kommen.
      Wir lagern einen Teil der Arbeit an private Anbieter aus.

      Von diesen Talentschulen erhoffen wir uns, dass sie
      als Leuchtturmprojekte der schulischen Bildung eine positive Wirkung auf die Quali-
      tätsentwicklung in allen Schulen entfalten.
      Alle anderen Schulen sollen das gleiche nur ohne Ausstattung und Unterstützung auch machen.

      Wir werden durch Anreizsysteme für Lehrkräfte die Schüler-Lehrer-Relation in sozial
      schwierigen Stadteilen verbessern und die Möglichkeiten des Sozialindexes erweitern.
      Wie sollen diese Anreize aussehen? Eine gute Schulausstattung, gute Arbeitsbedingungen, sanierte Gebäude, kleine Klassen wären ein schöner Anfang. Nur so als Vorschlag...
    • Die Inklusion wird man nicht stoppen können. Das Recht auf einen inklusiven Schulplatz kann man nicht mehr rückgängig machen. Wie wird man das den betreffenden Eltern erklären wollen?
      Ich vermute, es wird sich nichts ändern. Die Inklusion wird so auf Sparflamme weiterköcheln, und bei Beschwerden wird man darauf verweisen, dass da ja auch noch Förderschulen sind ... :uebel:
      Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.
    • Jule13 schrieb:

      Die Inklusion wird man nicht stoppen können. Das Recht auf einen inklusiven Schulplatz kann man nicht mehr rückgängig machen. Wie wird man das den betreffenden Eltern erklären wollen?
      Ich vermute, es wird sich nichts ändern. Die Inklusion wird so auf Sparflamme weiterköcheln, und bei Beschwerden wird man darauf verweisen, dass da ja auch noch Förderschulen sind ... :uebel:
      Was für ein Recht auf einen inklusiven Schulplatz?

      Ich erhoffe mir, dass die Förderschulen endlich wieder die Regelschule für geistig behinderte Kinder werden.
    • dzeneriffa schrieb:

      Schulgesetz NRW Paragraph 19 Absatz 5. Auf den Rest deiner Provokation werde ich hier nicht eingehen...
      "Auf Antrag der Eltern entscheidet die Schulaufsichtsbehörde über den Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung und die Förderschwerpunkte. Vorher holt sie ein sonderpädagogisches Gutachten sowie, sofern erforderlich, ein medizinisches Gutachten der unteren Gesundheitsbehörde ein und beteiligt die Eltern. Besteht ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung, schlägt sie den Eltern mit Zustimmung des Schulträgers mindestens eine allgemeine Schule vor, an der ein Angebot zum Gemeinsamen Lernen eingerichtet ist. § 20 Absätze 4 und 5 bleiben unberührt."

      Das ist nicht per se das Recht auf einen inklusiven Schulplatz - Wenn es nämlich gar keine Schule gibt/gäbe, die entsprechende "Angebot(e) zum Gemeinsamen Lernen" eingerichtet haben, gäbe es keine Möglichkeit zur inklusiven Beschulung. Den Schulen müsste man lediglich plausible Methoden zur Verfügung stellen, glaubhaft nachzuweisen, dass sie diese "Angebote" nicht haben.

      Natürlich ist Inklusion nicht per se schlecht, aber geistig behinderte Kinder zum Abitur zu schleifen, ohne dass sie jemals geistig in der Lage sein werden, den Stoff zu verstehen oder gar ein Studium zu schaffen, ist träumerischer Schwachsinn.

      Man beachte auch:
      "(4) In besonderen Ausnahmefällen kann die Schulaufsichtsbehörde abweichend von der Wahl der Eltern die allgemeine Schule anstelle der Förderschule oder die Förderschule anstelle der allgemeinen Schule als Förderort bestimmen. Dies setzt voraus, dass die personellen und sächlichen Voraussetzungen am gewählten Förderort nicht erfüllt sind und auch nicht mit vertretbarem Aufwand erfüllt werden können. Die Schulaufsichtsbehörde legt die Gründe dar und gibt den Eltern die Gelegenheit, sich zu der beabsichtigten Entscheidung zu äußern. Gleichzeitig informiert sie über weitere Beratungsangebote.


      (5) Die Schulaufsichtsbehörde richtet Gemeinsames Lernen mit Zustimmung des Schulträgers an einer allgemeinen Schule ein, es sei denn, die Schule ist dafür personell und sächlich nicht ausgestattet und kann auch nicht mit vertretbarem Aufwand dafür ausgestattet werden."
    • Lord Voldemort schrieb:

      Natürlich ist Inklusion nicht per se schlecht, aber geistig behinderte Kinder zum Abitur zu schleifen, ohne dass sie jemals geistig in der Lage sein werden, den Stoff zu verstehen oder gar ein Studium zu schaffen, ist träumerischer Schwachsinn.
      Du hast den Sinn und die Konzeption von Inklusion nicht verstanden. Aber erst mal ablehnen. Da wirst Du dem Klischee der Gymnasialkollegen voll gerecht.
      Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.
    • Jule13 schrieb:

      Lord Voldemort schrieb:

      Natürlich ist Inklusion nicht per se schlecht, aber geistig behinderte Kinder zum Abitur zu schleifen, ohne dass sie jemals geistig in der Lage sein werden, den Stoff zu verstehen oder gar ein Studium zu schaffen, ist träumerischer Schwachsinn.
      Du hast den Sinn und die Konzeption von Inklusion nicht verstanden. Aber erst mal ablehnen. Da wirst Du dem Klischee der Gymnasialkollegen voll gerecht.
      Hatten wir schon Inklusionskinder mit geistiger Behinderung? Ja. Hatten wir Sorgen im Voraus? Ja. Haben sich die Sorgen bestätigt? Ja, größtenteils.
      Wir hatten z.B mehrere Kinder mit Trisomie 21. Ja, da war eine Sonderpädagogin, die sich um die betroffenen Kinder kümmern sollte. Wie oft war die da? Einmal am Tag. Für eine Studne, maximal. Den Großteil der Zeit waren die "normalen" Fachkollegen damit beschäftigt, verzweifelt irgendwie den Inklusionskindern den Stoff beizubringen. Mit mäßigem Erfolg. Selbst bei stark reduziertem Niveau was das Inhaltliche betraf, war der Aufwand enorm und der Erfolg sehr gering.
      Die Kollegen waren sich einig: Geistig behinderte Kinder sind auf einer Sonderschule deutlich besser aufgehoben. Nicht nur, weil die für eine erfolgreiche Inklusion finanziellen Mittel absolut nicht ausreichen. Sondern weil das Gymnasium auf ein Studium vorbereiten soll und das ist für den Großteil der geistig Behinderten (leider) ein völlig unrealistisches Ziel.

      Mal ganz davon abgesehen: Glaubt ihr Inklusionsbefürworter eigentlich wirklich, dass die Politik jemals die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen wird? Das grenzt schon an arge Naivität. Die Politik wird diese finanziellen Ressourcen NICHT zur Verfügung stellen - Schon gar nicht mit Schuldenbremse. Und das ist in der ("gehobenen") Bevölkerung auch durchaus erwünscht so.
    • Ich bezog meine Antwort schon konkret auf Deine von mir zitierte Aussage:
      Natürlich "schleift" man nirgendwo "geistig behinderte Kinder zum Abitur". Das ist reine Polemik. Sie verlassen die allgemeinbildende Schule nach dem 10. Schuljahr, bisweilen schon nach dem 9., um dann in eine berufsbildende Maßnahme zu wechseln.

      Ich gebe Dir Recht. Bei der derzeitigen personellen Ausstattung einer durchschnittlichen Schule ist die Inklusion von Kindern mit starken Beeinträchtigungen nicht vernünftig durchführbar. Nun ist es ein (sehr einfacher) Weg, zu sagen, dass es nicht geht, und es deshalb sein zu lassen. Ein anderer (wesentlich unbequemerer) ist es, dafür zu kämpfen, dass die Ausstattung kommt.
      Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.
    • Der eigentlich interessante Punkt ist doch, das der Artikel 24, der eigentlich dafür sorgen soll, das Kinder mit Behinderungen nicht von primärer und sekundärer Bildung ausgeschlossen werden sollen (im Sinne von: ganz ausgeschlossen - keine Beschulung), in Deutschland immer so gedeutet wird als wäre eine Förderbeschulung verboten und das ist mitnichten so. Einen Anspruch auf Gymnasialbesuch aus der Behindertenrechtskonvention herleiten zu wollen ist dann endgültig grenzwertig: "Persons with disabilities can access an inclusive, quality and free primary education and secondary education on an equal basis with others in the communities in which they live"
      Da unser Schulsystem nun einmal nach kognitiven Fähigkeiten selektiert, gilt dieses Kriterium demnach auch für Schüler mit Behinderungen, woraus dann sehr schnell folgt, dass die meisten körperlichen Gebrechen am Gymnasium inkludiert werden müssen (und im Normalfall auch recht einfach: können), während das für Kinder die diese Kriterien nicht erfüllen, überhaupt nie gefragt war.

      Förderschulen bieten eine qualitativ hochwertige und kostenfreie Bildung an und es gibt keine (brauchbaren) Experimentalstudien, die zeigen dass inklusive Beschulung den Kindern irgendetwas bringt. Die Studien die es gibt schauen sich einfach die Kinder mit Förderschwerpunkt im inklusiven und im exklusiven System an und erheben einmal die Daten, was methodisch Irrsinn ist (gibt es bereits vorher Unterschiede, werden Kinder mit besonderen anderen Eigenschaften eher exklusiv beschult, etc.). Was man bräuchte und worum sich Massen an empirischen Bildungsforschern wie Berserker balgen würden, wäre ein Experimentaldesign (ganz sauber geht das nicht, Elternwille und so) bei dem längsschnittlich geschaut wird, welches System welche Voraussetzungen und welche Wirkungen hat. Macht aber keiner...hat auch bei den Gesamtschulen nie einer gemacht. Hat dann bei PISA dazu geführt, dass die Gesamtschulen knapp vor den Hauptschulen und weit abgeschlagen hinter den Realschulen gelandet sind. Hat auch keinen interessiert...in NRW wurde dann die Hauptschule kaputtgemacht und die Realschule gleich mit beschädigt.
      The price of freedom is eternal vigilance. (Leonard H. Courtney)
    • Jule13 schrieb:

      Das ist reine Polemik. Sie verlassen die allgemeinbildende Schule nach dem 10. Schuljahr, bisweilen schon nach dem 9., um dann in eine berufsbildende Maßnahme zu wechseln.
      Tja. Das sehen die Eltern aber anders. Die standen dann nämlich reihenweise (sic) bei der Schulleitung, um durchzudrücken, dass ihre ach so diskriminierten Schüler doch ein Recht auf das Abitur hätten - Diese Diskussion hat sich eiwg gezogen und rechtlich ist das alles andere als abgesichert!

      Ansonsten stimme ich Valerianus voll zu.
    • Ich sehe vor meinem inneren Auge einen User mit Trumpkonterfei das Internet nach Artikeln durchforsten...

      @Lord, die Inklusionsdebatte wurde hier schon millionenfach geführt. Vielleicht greifst du dir einen anderen Punkt raus und trägst etwas weniger polemisch, dafür inhaltlich was bei? Als Konrektor hast du doch bestimmt aus dem Planungsleben einer Schulleitung was beizutragen.

      Talentschulen z.B. klingt richtig böse. Anreizsysteme für Brennpunktschulen- wie konkret...? Etc.pp.

      Da gibt's bestimmt noch mehr Interessantes, worüber man aus obigen Worthülsen rein gar nichts erfährt.