„Alte“ Schüler

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    • „Alte“ Schüler

      Immer, wenn ich im Supermarkt des nächsten Ortes einkaufe, erinnere ich mich an einen Schüler, den ich im letzten Jahr der 10 zur Abschlussprüfung begleitete und ziemlich speziell war! Ich mochte ihn aber hey, er wusste sich in den Mittelpunkt zu spielen! Ich sah ihn in jenem Supermarkt noch öfter nach dem Abschluss und konnte beobachten, wie die Ausbildung ihn (auch positiv) veränderte. Meinen Schülern sage ich immer (im Spaß), dass wir ja irgendwann mal die Straße miteinander teilen werden, und ja - manchmal graut mir davor!

      Habt ihr auch interessante, amüsante oder gar traurige Anekdoten über Schüler, die in die weite Welt entlassen wurden?
      MT
    • (Ist hier nicht einer unterwegs, der von nem FDP-Politiker Lehrer war?...)

      Ich finde es immer schön, wenn Ex-SchülerInnen uns besuchen. Meist sind die Karrieren sehr ernüchternd, Aber eine Ehemalige aus meinem Fachunterricht hat nach der Förderschule Haupt- und dann Realschulabschluss gemacht und ist jetzt in einer richtigen Lehre. Das ist wirklich außergewöhnlich und toll, wenn sie zurückkommen, um uns das stolz zu erzählen, weil da können sie echt stolz drauf sein :)
    • Ich war der Lehrer vom amtierenden Weltmeister der Zauberer - aber das hat er nicht von mir. :)

      Da ich bei Facebook und Instagram mit vielen ehemaligen Schülerinnen und Schülern (aus der Realschule damals und auch aus meinen Grundschulklassen) verknüpft bin, bekomme ich viel von dem mit, was meine "Kleinen" immer noch so machen.
      Auch über WhatsApp tauschen wir uns ab und zu mal aus. Zwei meiner Grundschul-Abschluss-Klassen haben WhatsApp-gruppen. Außerdem eine meiner Realschul-Klassen. Sie sind inzwischen so alt, da freue ich mich, dass ich dort mit drin bin und ab und zu mal was lese.

      Irgendwie ist "Lehrer sein" halt doch manchmal mehr als nur ein Job. :)

      Kl.gr.Frosch
      Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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      Die meisten meiner Beiträge entstehen auf einer tablet-Tastatur. Da es dort kein haptisches Feedback gibt, schleichen sich schneller Tippfehler ein. Sorry.
    • Ich habe mal vergessen ein Buch zurück zur Bibliothek zu bringen und die Abholung wurde durch einen Gerichtsvollzieher angekündigt. Da ich eh die ganzen Kosten hatte, wollte ich den "Service" durch den Gerichtsvollzieher auch nutzen (hatte gerade ein Baby und kein Bock auf den Weg in die Stadt, Postweg hat die Bib ausgeschlossen).
      Der Gerichtsvollzieher war ein ehemaliger Schüler.
    • Hin und wieder habe ich zufälligen bzw. unverhofften Kontakt mit ehemaligen Schülern.
      Von zwei ehemaligen Schülern weiß ich, dass sie parteipolitisch aktiv sind. Einer davon war Kandidat bei einer Wahl, ein anderer ist eine lokalpolitische Größe. Da ist man ein Stück weit überrascht, wenn man die Namen in der Zeitung liest.
      Ansonsten ist das Fitnessstudio immer wieder für eine Überraschung gut. Da treffe ich hin und wieder ehemalige Schüler, die ich nicht mehr erkenne, weil sie sich sehr verändert haben, aber die sich mir gegenüber zu erkennen geben. Irgendwie finde ich es schon schön, dass sie das Gespräch mit mir suchen und man merkt, dass sie sich gerne an die Grundschule zurückerinnern.
      Besuch bekomme ich sporadisch - unsere ehemaligen Grundschüler kommen dann gerne, wenn bei ihnen in der großen Schule, die im gleichen Ort ist, früher Schulschluss ist. Dann machen sie einen Rundumbesuch bei allen Lehrern, die sie hatten. Eine Schülerin besucht mich seit Jahren in regelmäßigen Abständen mit ein paar Freundinnen und eine ehemalige Schülerin wollte ihr schulisches Berufspraktikum unbedingt bei mir machen.
    • In meinem Studium habe ich zum Ende hin an einem Gym für ein paar Wochen Vertretungsunterricht gegeben. Bei der einen klasse war es immer eine rechte seltsame Stimmung die ich mir nicht erklären konnte. Die Klasse galt als „schlimmste“ klasse der Schule aber bei mir funktionieren die ab dem dritten Tag wie ne Eins. Am letzten Arbeitstag habe ich die klasse dann gefragt, woran das lag. Daraufhin legte mir ein Schüler dann ein Familienfoto von sich hin. Sein Vater war ein ehemaliger Kamerad aus Bundeswehrzeiten der seinem Sohn erzählt hat, dass ich ihm bei einem Feuergefecht den arsch gerettet habe.
      • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
      • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
      • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
    • Ich treffe öfter mal Ex-Schüler, sei es,weil sie jetzt selbst Azubis betreuen, oder weil sie ihren Meister machen und wir uns in der HWK über den Weg laufen. Die meisten schütteln einem freudestrahlend die Hand uns berichten, Wie es ihnen ergangen ist (Eigentlich immer gut), soviel schein ich also nicht falsch gemacht zu haben.

      Highlight war aber, dass mir am Abend nach meinem 2. Staatsexamen DER Leistungsträger aus meiner 13-Punkte-Examenslehrprobenklasse im örtlichen Brauhaus über den Weg lief. Ich hatte mit ein paar Freunden ordentlich gefeiert, er war auch gut drauf und wollte natürlich wissen, was morgens rausgekommen war.

      Die letzte Erinnerung an den Abend ist, dass ich mit besagtem Schüler gegen halb drei an der Bar saß und einen Schnaps getrunken habe. Danach hat ein unergründlicher Gedächtnisverlust eingesetzt :)

      (Disclaimer: Er war volljährig, und da ich mir die Gymnasialklasse nur "geliehen"hatte,gab es keine Chance,dass ich ihn mal wieder unterrichtet hätte)
      I can't help about the shape I'm in
      I can't sing, I ain't pretty and my legs are thin.
      Don't ask me what I think of you,
      I might not give the answer that you want me to.
    • ^ Wow, Kapa, das ist ja echt ein Ding. Also nicht ein Kamerad deines Vaters, sondern du warst der Retter. (Ich muss grad das geistige Bild der "damsel in distress" wegwischen.)

      Vielleicht off-topic - ich kann nur von der anderen Seite berichten als ehemalige Schülerin berichten. Bin grad in Erzähl-Laune

      Ich als Schülerin habe meinen LK-Lehrer im Fitness-Studio getroffen mit 17 oder so und fand das sehr unangenehm, denn ich "überraschte" ihn beim Handelheben. Das war mir zuviel "Sachen wissen, die ich nicht wissen will" - außerdem wollte ich damals nicht, dass mein LK-Lehrer wusste, dass ich ins Fitness-Studio ging und mich womöglich fragte, was ich da mache usw. Damals hatte ich Probleme mit meiner Figur und wollte einfach "unerkannt" bleiben. Zum Glück blieb es nur bei einem Kopfnicken und Gruß. War eine Kleinstadt, da sind die Kreise nicht so groß und man sieht sich halt. Ich war froh, dass ich in dem Fitness-Studio nur in die Frauen-Sauna ging. (Mit 17 wollte ich noch keine nackten Männer sehen.)

      Eben diesen Lehrer und seine Frau habe ich aber total gern besucht, sie haben ganz in der Nähe der Schule gewohnt. Auch als Erwachsene war ich jetzt schon 2mal dort gewesen. Sind beides super super tolle Lehrer und große Vorbilder für mich. Beide hatte ich in Englisch, ihn im LK in Deutsch + Englisch, sie in der Sek1 in Englisch und durchgehend bis zur Oberstufe war ich bei ihr in der Theatergruppe. Dadurch hatte ich ein großes Vertrauen in beide. Sie haben mich sehr geprägt, waren menschlich ganz ganz toll, haben auch mal was von sich erzählt, waren auch oft streng - bei ihnen habe ich ganz ganz viel gelernt. Sie haben mich in meiner Liebe zur englischen Sprache und zu Theater+Literatur gefördert und geprägt. Meinen Deutsch-Hefter aus der Oberstufe habe ich heute noch und lese ab und zu gern darin. Was wir damals im LK gemacht haben, wahnsinn, ganz hohes Niveau.
      Bei meinem letzten Besuch hat er mir noch irgendeine alte Schreibprobe von mir zurückgegeben - korrigiert :) damals wie heute war ss/ß mein Problem ( - da ich alte und neue Rechtschreibung gelernt habe als Kind, muss ich das auch heute noch immer und immer wieder nachschauen.) Und danke an Herrn S., dass er mir kurz vor meiner mündlichen Abi-Prüfung noch sein Jackett leihen wollte. Hat leider nicht geholfen, ich wurde trotzdem wegen nicht abiturtauglicher Kleidung nach Hause geschickt und musste nochmal nachmittags antanzen. (Damals war das in Thüringen - gibt's so einen Passus heute eigentlich noch? - Ich habe mündliches Abi bei so vielen im Jogging-Dress abgenommen...) Danke liebe Frau S. für die tolle Theater-Zeit, wir haben schöne Fahrten gemacht, sind bei Wettbewerben aufgetreten und menschlich daran gewachsen.

      Jetzt wo ich so ins Schwärmen gerate, muss ich doch mal wieder bei den beiden anrufen und wieder vorbeifahren.

      Von daher, ja bin ich dankbar, dass ich einfach "menschliche" Lehrer hatte, die man einfach so ansprechen konnte, mit denen man auch in den Pausen über alltägliches reden konnte und die nicht gleich mit dem Pausenklingeln ins Lehrerzimmer abgedüst sind.
    • plattyplus schrieb:

      Plunder schrieb:

      Habt ihr auch interessante, amüsante oder gar traurige Anekdoten über Schüler, die in die weite Welt entlassen wurden?
      Bei mir sind es überwiegend traurige Geschichten. Zusammenfassend: Die Jungs sitzen im Knast (reicht bis zum Mord) und die Mädels landen aufm Strich. :schreien:
      Oha :ohh: Wie erfährst du davon? Und wirklich, Prostitution und Knast? Scheiße echt. Das tut mir leid um diese jungen Erwachsenen. Wie hältst du das aus?
    • @mad-eye-moody
      So z.B.: nw.de/lokal/kreis_paderborn/bu…er-Eltern-hat-Erfolg.html
      Beide waren Azubis in einem Betrieb und beide hatten sie die selbe Freundin, was wohl zu der Tat führte. Wenn da auf einmal zwei Personen bei dir im Unterricht fehlen, kommt irgendwann mal die Meldung.

      Wie ich das aushalte? Nun ja, wie schon einmal an anderer Stelle gesagt, denk an die Wenigen, denen du helfen konntest.

      Oder, wie es mein Oberarzt formulierte, als ich Zivi auf einer Kinder-Intensivstation war: "Die Knirpse werden hier aus ganz Deutschland zusammengekarrt. Die anderen Ärzte haben sie schon aufgegeben. Also denk dran, jeder, der hier trotzdem lebend raus kommt, ist Dein persönlicher Gewinn!"

      Und ja, das hat mir damals schon geholfen einfach weiterzumachen, auch wenn ich in den 3 Stunden zuvor zwei Knirpse zum Einsargen schieben mußte.

      Was die Schule angeht, nun ja, da hatte ich als Refi schon so einen Fall. Das Mädel hatte Angst nach Beendigung der Schule irgendwo in Anatolien zwangsverheiratet zu werden. Ihr habe ich damals eröffnet, daß sie eigentlich nur zwei Alternativen hat. Entweder kann sie sich in einem Frauenhaus ihr Leben lang verstecken oder sie kann, da sie einen deutschen Paß hatte, bei der Bundeswehr anheuern. ich würde die Marine empfehlen, weil die Wahrscheinlichkeit doch recht gering ist, daß sie da bei einem Auslandseinsatz ihr Leben verliert. Außerdem will ich sehen, wie ihre Großfamilie es schaffen will an der Wache am Kasernentor vorbeizukommen. Hinzu kommt zumindest noch ein Sold/Gehalt, so daß man nicht von Hartz 4 leben muß.

      Und ja... 4 Jahre später habe ich einen Brief aus Wilhelmshaven von der Marine erhalten, der den Weg über meine alte Schule zu mir gefunden hatte.
      Mein Tipp hatte sich wohl ausgezahlt, auch wenn ich dafür damals Ärger mit der Schulleitung bekommen hatte. Von wegen Bundeswehr und wie man jemandem empfehlen könne dort anzuheuern.

      Soviel zu den Wenigen, die ich erreichen konnte und dem "persönlichen Gewinn".
    • Eine Ex-Schülerin von mir hat "The Voice of Germany" gewonnen und war dann beim ESC.

      Ansonsten kommen uns Ex-Schüler gern beim Tag der offenen Tür besuchen, um ein bisschen zu quatschen. Ich freu mich besonders, wenn meine ehemaligen Hauptschüler glücklich von ihren Ausbildungen erzählen. Oder wenn mir jemand erzählt, dass ihn mein Unterricht gut auf die Oberstufe vorbereitet hat.
    • Eigentlich ja lustig, auch die Kanzlerin oder der Papst waren irgendjemandes Schüler. Irgendwie scheint "ehem. Schüler treffen" sowas ähnliches wie "ehem. Lehrer treffen" zu sein. Das Rollenverständnis bleibt so'n bisschen bestehen, obwohl alle erwachsen sind...

      @plattyplus, ich sehe weder einen Erfolg meiner Schüler als meinen Verdienst, noch deren Misserfolge. Das würde mich sonst zu viele Nerven kosten :traenen: Sie müssen ihr Leben gebacken kriegen, so furchtbar ihre Lebensumstände auch gewesen sein mögen. Wir sind keine Wunderheiler.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Krabappel ()

    • Interessanterweise ist das ein Schüler, der nicht durch permanentes Gequatsche aufgefallen ist und ich hätte ihn vor 9 Jahren für 2 Jahre, also kein Drama.
      Ein anderer Moderator hat übrigens mit mir sein Ref gemacht und macht das noch immer nebenbei, schon zu Unizeiten.
      Und zum Glück reden die morgens wenn ich fahre auch noch nicht so viel ;)
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Ich habe 3 Kinder im paarungsfähigen Alter und die bringen öfter Mal Freunde mit zum klönen, Hausaufgaben machen und mehr und da waren schon ein paar ehemalige Schüler dabei, denn ich habe auch Mal in meinem Wohnort unterrichtet, mehrere Klassen nur in Sport. Da kann ich mit die Namen nie so gut merken
      Wenn sie dann in der Küche den Kühlschrank plündern, mich ungeniert duzen und genau wissen, wer ich bin und ich meine Kinder heimlich Frage, wer das eigentlich ist..
      Manchmal komisch. Die, die ich als Klassenlehrerin hatte, erkenne ich meist und wir freuen uns, uns irgendwo in der Stadt zu treffen.
      Be happy for the moment. This moment is your life.
      Leuchttürme laufen nicht herum, um Boote zu retten. Sie stehen einfach da und leuchten.
      Ein Esel ist ein Zebra ohne Streifen.