Umgang mit Vertretungslehrern in der Berufsanfangsphase und Erwartungen

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    • Umgang mit Vertretungslehrern in der Berufsanfangsphase und Erwartungen

      Hallo,

      ich habe mal eine Frage an euch und möchte kurz ein Problem darstellen:

      Ich habe die Möglichkeit bekommen eine Vertretungsstelle (Grundschule) als Sportlehrer zu bekommen. An sich natürlich super. Nettes Taschengeld und Praxiserfahrung. Bei mir ist es aber so, dass ich so gut wie keine Berufserfahrung habe, sondern nur durch Fachstudium (Bachelor) die Stelle bekommen habe. Als Vertretunfslehrer wurde ich dann praktisch ins kalte Wasser geworfen. Konnte nichts vorbereiten und auch seitens der Schule gab es keine Tipps. Ich habe nicht die Möglichkeit bekommen mich als Lehrer weiterzuentwickeln, sondern die Schule hat von mir erwartet ein fertiger Lehrer zu sein der schon alles kann. Darüber hinaus kommt noch hinzu, dass ich nie alleine mit einer Klasse war. Es war immer ein anderer Lehrer dabei. Manchmal sogar mehrere. Dadurch geht viel Autorität verloren, da den Schülern nicht klar war, dass ich kein Praktikant bin. Es fühlt sich auch einfach blöd an, wenn ein anderer Lehrer dabei ist und sogar eingreift. Vor allem jetzt in der Sommerzeit gab es in der Schule kaum Sportunterricht und war fast nur am zugucken. Habe mich meistens wie ein bezahlter Praktikant gefühlt und die Gesamtsituation war sehr demotivierend. Ich selber konnte vielleicht in der gesamten Zeit 3 Sportstunden halbwegs leiten. Da es nur Einzelstunden waren und ich nie wusste welche Klasse ich wo unterrichten musste, konnte ich ich auch nichts wirklich vorbereiten.

      Nun am Ende der Vertretungszeit wollte ich wissen wie es weitergeht. Die Schulleitung selbst sagte, dass ich es mit dem Schulamt klären soll und dass die es nicht entscheiden. Was ist nun passiert? Das Schulamt hat von der Schule mitgeteilt bekommen, dass ich nichts für die bin. Die Schule hatte nicht mal die Eier es mir direkt zu sagen. Richtig ehrenlos. Nicht einmal die Gründe habe ich bekommen, obwohl ich mir diese denken kann. Habe ich ja beschrieben, dass ich kein fertiger Lehrer bin. Mein Problem hierbei ist, dass nicht die Möglichkeit bekomme mich als Lehrer weiterzuentwickeln und einen Unterrichtsstil zu finden. Dazu kommt noch, dass ich mich gar nicht soooo schlecht fand dem Umständen entsprechend. Wie soll ich auch als Anfänger die Sportunterrichtphilosophie nahtlos weiterführen? Vor allem Grundschulen haben spezielle Rituale und Abläufe im Sportunterricht. Da ist es nicht einfach mal was Neues zu machen. Erst recht nicht als "Praktikant".

      Ist dieser Umgang mit Vertretungslehrern, die Berufsanfänger sind und kein Lehramtsstudium absolviert haben gang und gäbe? Der Umgang mit mir empfinde ich als sehr schwach. Nun werde ich höchstwahrscheinlich keine Vertretungsstellen mehr bekommen, weil das Feedback negativ war. Richtig demotivierend das Ganze. Habe mich wirklich auf die Vertretungsstelle gefreut und dann so was. Habe auch das Gefühl, dass die Schule versucht einen perfekten Kollegen zu finden und die Schüler bzw. der Unterricht zweitrangig ist. Seiteneinsteiger sind wahrscheinlich auch nicht so beliebt unter Kollegen, was ich teilweise sogar verstehen kann.

      Hoffentlich habt ihr Verständnis für dieses Problem und wirkt nicht zu sehr als Rumgeheule. Bin aber im Moment eher wütend, weil ich einfach entäuscht über deren Vorgehensweise bin.

      MfG
    • Ich verstehe die Situation noch nicht ganz:
      Du warst als Vertretungslehrer für Sport angestellt, ja? Über welchen Zeitraum, hattest du einen festen Stundenplan, warum waren immer andere Kollegen dabei?
      Oder warst du eine "Reserveeinheit" falls ein Kollege kurzfristig ausfiel und du hast auch Mathe etc. vertreten?
    • Alterra schrieb:

      Ich verstehe die Situation noch nicht ganz:
      Du warst als Vertretungslehrer für Sport angestellt, ja? Über welchen Zeitraum, hattest du einen festen Stundenplan, warum waren immer andere Kollegen dabei?
      Oder warst du eine "Reserveeinheit" falls ein Kollege kurzfristig ausfiel und du hast auch Mathe etc. vertreten?
      Ich war für ungefähr einen Monat Vertretungslehrer. Eine festen Stundenplan hatte ich nicht, sondern nur die Tage wo ich da sein sollte. Welche Klassen ich unterrichte sollte wusste ich aber erst am Tag selbst, da die Vertretungspläne kurzfristig erstellt wurden. Die meiste Zeit muss war ich nicht einmal im Sportunterricht. Musste sogar Ausflüge mitmachen oder einfach so in der Klasse rumsitzen bis der Sportunterricht anfing. Warum andere Kollegen dabei waren weiß ich nicht bzw. den Grund für meinen Einsatz dort. Den Lehrer, den ich vertreten sollte, war ja meistens da und der hat dann den Unterricht gemacht. War eigentlich nur dort, falls die Klasse für verschiedene Spiele aufgeteilt wurde. Eine Klasse für mich alleine habe ich nie bekommen. Es war immer irgendeiner dabei.
    • Ich versteh's auch nicht so richtig. Einerseits beschwerst Du Dich über "niemand half mir", andererseits darüber, dass immer jemand mit im Raum war und ggf. eingegriffen hat. Genau so sieht am Anfang (!) Hilfe halt mal aus.

      Die Art Deiner Schule, Dir nicht mitzuteilen, dass es nichts mehr wird, finde ich persönlich nicht ok, formal aber in Ordnung, wenn das tatsächlich das Amt entscheidet.

      Und zur Frage "ist das normal?". Wir haben selten Vertretungslehrer. Wir stellen ihnen grundsätzlich unser Material zur Verfügung Das ist aber von uns freiwillig. Wer für Unterricht bezahlt wird, von dem darf man auch verlangen, dass er sein Zeug selbst vorbereitet, die vorausbildung kann UNS da eigentlich egal sein. Ansonsten werden sie wie jeder andere Kollege auch behandelt.

      Ehrlich, neben dem Alltagsgeschäft werden wir nicht auch noch jemanden "nebenbei" anlernen, der sowieso nur kurz da ist. Ich weiß von der Referendarsbetreuung, WIE aufwändig das selbst bei richtig guten Leuten ist.
      Wer fragt, kriegt natürlich trotzdem geholfen.

      Die teilweise ablehnende Haltung würd ich so erklären: Ihr seid "ungelernt", wie Du ja selbst schreibst. Dazu werdet Ihr (in Deinem Fall, bei unseren war das anders) offenbar vom Amt in die Schule gesteckt. Sobald genug "echte" Lehrer da sind - oder Ihr einfach nicht mehr mögt, wie dummerweise unser letzter, der wirklich was getaugt hat - seid Ihr wieder weg. Letztendlich helft Ihr dabei, die Versäumnisse der Länder bzgl. Lehrereinstellung zu vertuschen und zu kaschieren und würdet, wenn man Euch wie einen Referendar behandeln sollte, auch noch einen erheblichen Mehraufwand für die Kollegen verursachen. Ich kann schon verstehen, wenn Euch da manche Kollegien ablehnend gegenüberstehen, auch wenn Ihr persönlich nichts dafür könnt.
      I can't help about the shape I'm in
      I can't sing, I ain't pretty and my legs are thin.
      Don't ask me what I think of you,
      I might not give the answer that you want me to.
    • DePaelzerBu schrieb:

      Ich versteh's auch nicht so richtig. Einerseits beschwerst Du Dich über "niemand half mir", andererseits darüber, dass immer jemand mit im Raum war und ggf. eingegriffen hat. Genau so sieht am Anfang (!) Hilfe halt mal aus.

      Die Art Deiner Schule, Dir nicht mitzuteilen, dass es nichts mehr wird, finde ich persönlich nicht ok, formal aber in Ordnung, wenn das tatsächlich das Amt entscheidet.

      Und zur Frage "ist das normal?". Wir haben selten Vertretungslehrer. Wir stellen ihnen grundsätzlich unser Material zur Verfügung Das ist aber von uns freiwillig. Wer für Unterricht bezahlt wird, von dem darf man auch verlangen, dass er sein Zeug selbst vorbereitet, die vorausbildung kann UNS da eigentlich egal sein. Ansonsten werden sie wie jeder andere Kollege auch behandelt.

      Ehrlich, neben dem Alltagsgeschäft werden wir nicht auch noch jemanden "nebenbei" anlernen, der sowieso nur kurz da ist. Ich weiß von der Referendarsbetreuung, WIE aufwändig das selbst bei richtig guten Leuten ist.
      Wer fragt, kriegt natürlich trotzdem geholfen.

      Die teilweise ablehnende Haltung würd ich so erklären: Ihr seid "ungelernt", wie Du ja selbst schreibst. Dazu werdet Ihr (in Deinem Fall, bei unseren war das anders) offenbar vom Amt in die Schule gesteckt. Sobald genug "echte" Lehrer da sind - oder Ihr einfach nicht mehr mögt, wie dummerweise unser letzter, der wirklich was getaugt hat - seid Ihr wieder weg. Letztendlich helft Ihr dabei, die Versäumnisse der Länder bzgl. Lehrereinstellung zu vertuschen und zu kaschieren und würdet, wenn man Euch wie einen Referendar behandeln sollte, auch noch einen erheblichen Mehraufwand für die Kollegen verursachen. Ich kann schon verstehen, wenn Euch da manche Kollegien ablehnend gegenüberstehen, auch wenn Ihr persönlich nichts dafür könnt.
      Richtige Hilfe habe ich nicht erwartet. Ein EIngriff im Unterricht ist schon extrem demotivierend. Vor allem wenn man selbst was vorberitet hat, falls mal im Unterricht nichts läuft. Es gab gar keine Absprache. Ein paar Hinweise was ich machen soll und was nicht wären sehr hilfreich. Vor allem in dem kurzen Zeitraum wo ich dort war.

      Das Amt entscheidet ja nicht direkt, sondern vermittelt nur. Wenn eine Schule eine Vertretung braucht, dann vermittelt das Schulamt eben. Die Schule hätte mir ja direkt sagen können, dass es nichts wird oder dass diese keine neue Vertretung brauchen. Das hat mir nämlich das Schulamt gesagt.
    • Susannea schrieb:

      Da geht es dir doch gut. Klingt wie Kollege im Hamburger Modell. Möchtest du lieber wie bei uns gleich als Klassenlehrer alleine eingeteilt werden. Inklusive Zeugnis schreiben und allem?
      Um ehrlich zu sein, ja. Diese Praktikantenrolle liegt mir gar nicht mehr nach so vielen unbezahlten Praktika. Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen und nicht nur die Hilfskraft sein. Das motivert mich mehr.
    • Ich habe es immer noch nicht ganz verstanden.
      Wieso wirst du als Vertretung eingesetzt, wenn der Kollege doch da ist?

      Nach meinem bisherigen Verständnis warst du also eine reine Feuerwehrskraft, die an bestimmten Tagen auf Abruf stand. Und falls nichts zu tun war, bist du mit einem Kollegen gemeinsam in den Unterricht. Dann ist ja eigentlich klar, dass der eigentliche Kollege übernimmt. Ausflüge begleiten ist doch auch okay.

      Ich glaube, dir war nicht klar, welche Stelle du da angenommen hast bzw. die Schule hat das nicht deutlich kommuniziert.
      Es gibt mehrere Varianten, u.a. deine Arbeit als Feuerwehr, aber eben auch "Herr Möller ist 1 Monat krank, vertreten Sie ihn". Dann hättest du auch einen Stundenplan gehabt.

      Bei uns in Hessen nennt sich diese Feuerwehrart der Vertretung "Verlässliche Schule", die "Lehrer" haben dabei unterschiedlichste Hintergründe. (Anführungsstriche deshalb, weil je nach Ortschaft und Stellensituation von der Hausfrau über den Studenten bis zum pensionierten Oberstudienrat alles dabei sein kann und diese Stunden haben mit normalem Unterricht oft nichts zu tun, sondern dienen tw nur der Aufsichtspflicht)

      Wie genau haben die Kollegen denn in deinen Unterricht eingegriffen? Und nochmals, warum war überhaupt jemand dabei?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Alterra ()

    • Herme schrieb:

      Susannea schrieb:

      Da geht es dir doch gut. Klingt wie Kollege im Hamburger Modell. Möchtest du lieber wie bei uns gleich als Klassenlehrer alleine eingeteilt werden. Inklusive Zeugnis schreiben und allem?
      Um ehrlich zu sein, ja. Diese Praktikantenrolle liegt mir gar nicht mehr nach so vielen unbezahlten Praktika. Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen und nicht nur die Hilfskraft sein. Das motivert mich mehr.
      Na dann beende dein Studium, mach dein Referendariat und voilá: Jede Menge Verantwortung!

      Leider ist aktuell die Lage so, dass nicht fertig ausgebildete Menschen Unterricht übernehmen dürfen. Hierunter leidet in aller Regel die Unterrichtsorganisation sowie die Unterrichtsqualität. Das hat nun nichts mit dir persönlich zu tun, aber bei wechselnden Vertretungslehrern wird da niemand die Muße (und die Zeit! und die Motivation!) haben, dich ans Händchen zu nehmen. In aller Regel bleibt trotz eines Vertretungslehrer am Jahrgangspartner/Team/Parallelkollegen noch genug zusätzliche Arbeit hängen, sodass für anderes keine Ressourcen mehr da sind.
    • liest sich ehrlich gesagt wie jemand, der noch nie wirklich bezahlt gearbeitet hat. du bist vertretungskraft, du wirst bezahlt, also musst du auch liefern, hier unterricht machen. es ist nicht aufgabe deiner kuk, dich einzuarbeiten. wenn dein dienstherr meint, dass du momentan lieber hinten drin sitzt oder ausflüge begleitest, dann machst du das, du bist angestellt. wenn er dir jemand in den unterricht setzt, so ist das nun wirklich nicht verwunderlich, sondern sehr gut, falls du gerade mal ein grundstudium fertig hast. du bist vermutlich sehr jung, zudem noch nicht ansatzweise ausgebildet, da finde ich es angemessen, dich eher auf keinen fall mit sus alleine zu lassen. und dass man eingreift, wenn du im unterricht arg mist machst - mei, manchmal nötig. macht man bei praktikanten und refis durchaus, wenn es gerade angebracht ist.

      ob dich persönlich das motiviert oder demotiviert oder du das nervig findest, sind private befindlichkeiten. hart gesagt: wenn du den job nicht magst, mach einen anderen. das wäre selbst in einer ausbildungsposition okay, in einem job ist es das in jedem fall.

      die art des endes der beschäftigung mag menschlich nicht allzu toll gelaufen sein, das ist von außen nur schwer zu beurteilen, wenn man nur eine seite des konflikts geliefert bekommt. im wesentlichen geht es bei sowas aber meist nicht um einen persönlich, sondern um die abläufe, die in einer organisation eben etabliert und mehr oder weniger bewährt sind. du fühlst dich verletzt - versuch, das gefühl zu notieren und dann zur tagesordnung überzugehen, es ging vermutlich nie um dich, nur um deine rolle/position. mund abputzen, weitermachen. mach dein studium fertig, geh ins ref, lern weiter. wird schon. unterrichtenlernen ist hart, für fast alle.
    • Herme schrieb:

      Ich war für ungefähr einen Monat Vertretungslehrer.
      Schau mal, Lehrer studieren 9 Semester und machen 1,5 Jahre Referendariat. Dann unterrichten sie erst voll. Und lernen immer noch dazu! Man sagt, 7 Jahre Berufserfahrung, bis man fertiger Lehrer ist ;)

      Bachelorabschluss und 4 Wochen Vertretung oder besser: bezahltes (!) Praktikum ist also nicht viel, um Erfahrung sammeln zu können. Wenn ich also, aus welchen Gründen auch immer, dich in meinem Unterricht zugeteilt bekommen hätte, hätte ich auch einfach Unterricht gemacht oder dir reingefunkt, wenn du (übrigens ganz normale) Anfängerfehler machst. Warum auch nicht? Solange niemand sagt: "bilde diesen Menschen in 4 Wochen aus" oder "lass mal Herme samt Klasse gegen die Wand fahren" wüsste ich nicht, warum ich anders handeln sollte, ich werde ja für meine Arbeit auch bezahlt.

      Nimms nicht persönlich, studier zu Ende und werde Lehrer, wenn dich der Beruf reizt. Und verbuche das ungute Gefühl unter "Erfahrung". Das nächste Mal kannst du lockerer damit umgehen und wirst bestimmt auch positiver wahrgenommen :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Krabappel ()

    • Ich finde das Konstrukt auch seltsam. Unsere Vertretungslehrer sind fast immer ausgebildete Lehrer, die noch keine Planstelle haben und die machen dann selbstverständlich auch ganz normalen Unterricht wie jeder andere auch. Die müssen auch nicht ausgebildet werden. Wenn die natürlich fragen "Wo steht denn Ordner XY?" oder "Wer kann mir sagen, ob.....?" dann kriegen sie auch eine Antwort, klar.

      Also ich hätte auch keine Zeit, Praktikanten oder Vertretungen auszubilden. Ganz ehrlich: Wenn ich sowieso dabei sein muss, habe ich ja weniger Arbeit, die Stunde gleich ganz alleine zu planen und durchzuführen als wenn ich noch jemanden nebenher ausbilden muss. Das machen wir nur für Referendare.

      Und wenn du in meinem Unterricht wärest, würde ich ganz klar auch eingreifen, denn ich bin ja letztendlich für die Ergebnisse der Klassenarbeiten, Lernstandserhebungen, Abschlussprüfungen etc. verantwortlich und muss zusehen, dass der Lehrplan eingehalten wird.
    • Bei uns laufen ständig neue Vertretungskräfte herum, seit Jahren.
      Es ist einen irrer Aufwand, überhaupt jemanden zu finden, die Fächer passen selten und häufig braucht es einen neuen Stundenplan, der sich dann für die anderen Lehrkräfte auch verändert und Wechsel in Fächern und Klassen bedeutet.
      Hinterher guckt man dann, was überhaupt erteilt wurde und ob es in etwa zu den Vorgaben passt ... oder auch mal gar nicht, sodass man dann hinterher aufräumen bzw. aufarbeiten muss, was vorher nicht oder anders gelaufen ist.
      Auf die Jahre ist es nervig und zermürbend.
      Ja, wir nehmen Vertretungskräfte an die Hand, ein Stück weit, aber die Lehrkräfte an den Schulen bekommen nichts für die zusätzlichen Absprachen, die Organisation, das Bereitstellen von Materialien.
      Ich bin dankbar, wenn überhaupt jemand kommt und das Team unterstützt und ich nicht länger den Mangel auf andere Weise auffangen müsste, aber ich bin trotzdem über Jahre genervt, dass die Schule nicht ausreichend mit Lehrkräften versorgt ist, dass keine Vertretungsreserve an Lehrkräften gibt und jede Pensionierung, längere Krankheit, Schwangerschaft dazu führt, dass die Unterrichtsversorgung ohne Entlastung oder Anerkennung von Mehrarbeit auf dem Rücken der anderen Lehrkräfte abgeladen wird. Dabei gibt es an unseren Schulen keine Mehrarbeit in Form von Unterrichtsstunden, aber eine Menge Aufgaben mit der Einarbeitung von Vertretungen, Umstrukturierung, Weitergabe von Materialien etc. Würde das alles gezählt und entlohnt werden, würde sich das Land sicher bald eine bessere Reserve überlegen.

      Über die Jahre oder auch sofort hat man auf die Mehrarbeit keine Lust mehr. Wenn dann klar wird, dass es um 4 Wochen vor den Ferien geht, da hätte unser Land keinen Handschlag mehr gerührt, ist ein Einarbeiten weder möglich noch sinnvoll, das es viel Zeit braucht, die Vertretung aber doch nur bis zu den Ferien bewilligt wird und dann weiterzieht.
      Bei uns ist es seit Jahren so, dass die Schule abwarten muss, wie sie mit Lehrerstunden versorgt wird, und dann etwa zu den Herbstferien mit Vertretungsstunden rechnen kann.
      Fächer kann man anfragen, aber wenn man Mathe braucht, aber nicht findet, nimmt man am Ende Sport oder Kunst und bastelt es so zurecht, dass andere Lehrkräfte Mathe mit übernehmen.
      Und niemand gibt einem die Garantie, dass genau diese Vertretungskraft nach den Sommerferien wieder an diese Schule kommen darf, da gibt es häufiger intransparente Umstellungen, die mit den Personen selbst nichts zu tun haben.

      Das sind die Hintergründe aus Sicht der Schule.
      An deiner Stelle hätte ich einfach mal gefragt, warum es so eingeteilt ist oder ob die Lehrkraft bereit wäre, dich eine Stunde machen zu lassen, ohne dass sie eingreift, und dir hinterher eine Rückmeldung zu geben.
    • Herme schrieb:

      Hoffentlich habt ihr Verständnis für dieses Problem und wirkt nicht zu sehr als Rumgeheule. Bin aber im Moment eher wütend, weil ich einfach entäuscht über deren Vorgehensweise bin.

      Hallo Herme,

      mach dir keinen unnötigen Kopf. Du warst einfach an einer schlechten Schule, die gibt es überall. Hier blühst du auf, dort gehst du ein (oder wahlweise unter). Schuld ist natürlich immer der Schwächste im Glied.

      Neue Schule: Neues Glück! :top:

      der Buntflieger
    • Ich habe den Eindruck, dass du mit Vorstellungen in diese Vertretungstätigkeit gestartet bist, die man bei einem Referendariat voraussetzt: Hilfe/Unterstützung/Anleitung bei der Unterrichtsplanung, Ausbildung der unerfahrenen Aufsichtsperson ohne vollen Studienabschluss oder volle Lehrbefähigung bei gleichzeitig hohem Maß an Verantwortung für den eigenen Unterricht und dich nicht ausreichend informiert hast, was bei dieser Vertretungstätigkeit tatsächlich auf dich zukommen wird. Wenn du eine Situation wie im Ref möchtest, dann mach deinen Master und danach das Ref. Vorher ist niemand an der Schule zuständig für deine Ausbildung, sondern für die der SuS und ggf. der anwesenden Referendare (oder auch noch Seiteneinsteiger oder Praktikanten) und die Kollegen haben im Regelfall weder die Ressourcen noch den Wunsch auch noch kurzzeitig anwesende Vertretungslehrkräfte anzulernen, die dann wie bei dir nach gerade mal vier Wochen auch schon wieder weg sind. Das ist auch nicht ihr Job.

      Wenn die Stelle für dich nur ein "nettes Taschengeld" war, dann sollte der Wegfall zumindest finanziell nicht dramatisch sein. Einschlägige Berufserfahrung sammelst du noch genügend im Ref, ergänzende Erfahrungen stehen dir bis dahin ja weiterhin offen. Setz dich damit auseinander, was schief gelaufen ist bei dieser Stelle und zwar mit deinem Anteil daran, denn nur dich kannst du ändern. Lern daraus um dich weiterentwickeln zu können. Das wird dir bei jedem weiteren Berufsweg hilfreich sein und ist gerade im Ref ein zentraler Baustein zum Erfolg.


      Buntflieger schrieb:


      Du warst einfach an einer schlechten Schule, die gibt es überall. Hier blühst du auf, dort gehst du ein (oder wahlweise unter). Schuld ist natürlich immer der Schwächste im Glied.
      Woraus schließt du, dass es eine "schlechte Schule" war? Es geht um gerade mal vier Wochen Vertretungstätigkeit, an die der TE mit Vorstellungen und Erwartungen herangegangen ist die sich zwischen "nettes Taschengeld", "bildet mich aus ich bin Berufsanfänger" und "lasst mich gefälligst alleine machen, ich wollte schließlich Verantwortung tragen" bewegen. Vielleicht ist das wirklich eine schlechte Schule, kann ich zumindest nicht beurteilen anhand der Aussagen des TE.Was ich aus diesen aber sehr wohl und klar herauslese sind Vorstellungen die wenig mit dem zu tun zu haben scheinen, was Schulen sich erwarten, wenn sie für vier Wochen eine Vertretungskraft erhalten. Das ist nunmal kein Referendariat mit Anleitung aber eben auch noch kein Arbeitnehmer, den man als volle Lehrkraft einsetzen könnte.

      Es geht grad nicht um dich und deine Geschichte (wo möglicherweise- auch das kann ich nicht beurteilen- wirklich einiges schief gelaufen ist. Solltest du am Seminar Reutlingen sein würde mich das auch nicht wundern, nach allem was ich inzwischen über die Ausbildung dort gehört habe von ehemaligen Kommilitonen..).
    • Herme schrieb:

      Hallo,

      ich habe mal eine Frage an euch und möchte kurz ein Problem darstellen:

      Ich habe die Möglichkeit bekommen eine Vertretungsstelle (Grundschule) als Sportlehrer zu bekommen. An sich natürlich super. Nettes Taschengeld und Praxiserfahrung. Bei mir ist es aber so, dass ich so gut wie keine Berufserfahrung habe, sondern nur durch Fachstudium (Bachelor) die Stelle bekommen habe. Als Vertretunfslehrer wurde ich dann praktisch ins kalte Wasser geworfen. Konnte nichts vorbereiten und auch seitens der Schule gab es keine Tipps. Ich habe nicht die Möglichkeit bekommen mich als Lehrer weiterzuentwickeln, sondern die Schule hat von mir erwartet ein fertiger Lehrer zu sein der schon alles kann. Darüber hinaus kommt noch hinzu, dass ich nie alleine mit einer Klasse war. Es war immer ein anderer Lehrer dabei. Manchmal sogar mehrere. Dadurch geht viel Autorität verloren, da den Schülern nicht klar war, dass ich kein Praktikant bin. Es fühlt sich auch einfach blöd an, wenn ein anderer Lehrer dabei ist und sogar eingreift. Vor allem jetzt in der Sommerzeit gab es in der Schule kaum Sportunterricht und war fast nur am zugucken. Habe mich meistens wie ein bezahlter Praktikant gefühlt und die Gesamtsituation war sehr demotivierend. Ich selber konnte vielleicht in der gesamten Zeit 3 Sportstunden halbwegs leiten. Da es nur Einzelstunden waren und ich nie wusste welche Klasse ich wo unterrichten musste, konnte ich ich auch nichts wirklich vorbereiten.

      Nun am Ende der Vertretungszeit wollte ich wissen wie es weitergeht. Die Schulleitung selbst sagte, dass ich es mit dem Schulamt klären soll und dass die es nicht entscheiden. Was ist nun passiert? Das Schulamt hat von der Schule mitgeteilt bekommen, dass ich nichts für die bin. Die Schule hatte nicht mal die Eier es mir direkt zu sagen. Richtig ehrenlos. Nicht einmal die Gründe habe ich bekommen, obwohl ich mir diese denken kann. Habe ich ja beschrieben, dass ich kein fertiger Lehrer bin. Mein Problem hierbei ist, dass nicht die Möglichkeit bekomme mich als Lehrer weiterzuentwickeln und einen Unterrichtsstil zu finden. Dazu kommt noch, dass ich mich gar nicht soooo schlecht fand dem Umständen entsprechend. Wie soll ich auch als Anfänger die Sportunterrichtphilosophie nahtlos weiterführen? Vor allem Grundschulen haben spezielle Rituale und Abläufe im Sportunterricht. Da ist es nicht einfach mal was Neues zu machen. Erst recht nicht als "Praktikant".

      Ist dieser Umgang mit Vertretungslehrern, die Berufsanfänger sind und kein Lehramtsstudium absolviert haben gang und gäbe? Der Umgang mit mir empfinde ich als sehr schwach. Nun werde ich höchstwahrscheinlich keine Vertretungsstellen mehr bekommen, weil das Feedback negativ war. Richtig demotivierend das Ganze. Habe mich wirklich auf die Vertretungsstelle gefreut und dann so was. Habe auch das Gefühl, dass die Schule versucht einen perfekten Kollegen zu finden und die Schüler bzw. der Unterricht zweitrangig ist. Seiteneinsteiger sind wahrscheinlich auch nicht so beliebt unter Kollegen, was ich teilweise sogar verstehen kann.

      Hoffentlich habt ihr Verständnis für dieses Problem und wirkt nicht zu sehr als Rumgeheule. Bin aber im Moment eher wütend, weil ich einfach entäuscht über deren Vorgehensweise bin.

      MfG


      Hallo,
      dass Du Dich falsch behandelt fühlst, kann ich verstehen. Du hattest da andere Erwartungen mit mehr Verantwortung, im Sinne eines eigenverantwortlichen Unterrichts. Wenn du im Vorbereitungsdienst bist, sieht die Sache schon anders aus: Dann hast du Verantwortung, aber auch mehr Arbeit.
      Ich kenne einen solchen Umgang mit Vertretungslehrkräften nicht und ich teile Deine Ansicht, dass man Deine Zeit an der Schule sinnvoller hätte nutzen können. Bedenke aber auch, dass Absprachen beiderseits getroffen werden können und sich Hilfe gesucht werden kann. Hast du dahingehend Eigeninitiative gezeigt? Viele Kollegen finden einfach nicht die Zeit für detaillierte Absprachen, sind demgegenüber aber aufgeschlossen, wenn man auf sie zugeht.
    • Danke schon einnmal an alle Antoworten.

      Was mich besonders wurmt ist, dass man sich nicht einmal die Mühe gemacht hat am Ende meiner Tätigkeit ein kleines Gespräch mit mir zu führen. Es gab nicht einmal eine Verabschiedung. Es war einfach vorbei. Da war mir eigentlich schon klar, dass man mit mir nicht zufrieden war und ich nicht mehr als eine Hilfskraft war bzw. die Lehrer entlastet habe. Als Lehrer konnte ich mich nicht beweisen, aber die Schule findet mich für den Grundschulunterricht für ungeeignet. So hat es mir das Schulamt gesagt. Das geht schon etwas zu weit, weil die mich als Lehrer gar nicht kennengelernt haben. Ich habe nicht einmal die Autorität bekommen um überhaupt als Lehrer wahrgenommen zu werden. Das Kollegium hat mich auch als Praktikanten behandelt. Zwar war es meine erste richtige Unterrichtsstelle, aber ich habe schon länger Erfahrung (2-3 Jahre) im Grundschulbereich gesammelt. Das Hauptproblem ist wahrscheinlich, dass ich vom Typ her zu ruhig bin. Für ein funktionierendes Kollegium bin ich nicht geeignet und man hat auch nicht versucht mich irgendwie zu integrieren. Mein Unterricht bzw. was die von mir gesehen haben war wahrscheinlich auch zu ruhig. Das ist aber auch wirklich das einzige was ich mir selbst vorwerfen kann. Das ist eben mein Unterrichtsstil. Bin jetzt keiner von den Lehrern die rumbrullen, wenn etwas nicht klappt sondern kläre es ruhig mit den Schülern. Das klappt dann auch meistens. Dass ich aber deswegen als ungeeignet eingestuft werde, weil ich anders unterrichte finde ich blöd.

      Ich habe nie erwartet eingearbeitet zu werden. Im Gegenteil. Ich mache am liebsten mein Ding. Wenn die Schule aber bestimmte Vorstellungen hat wie ein Lehrer dort sein soll, dann sollen die es mir auch sagen und nicht rumheulen, wenn ich nicht die perfekte Vertretung bin. Das ich es erst durch das Schulamt mitgeitlt bekommen habe ist traurig. Hätte mich ja mittendrin noch anpassen können, aber diese Möglichkeit habe ich nicht bekommen.

      Meine Erwartung war eigentlich, dass ich als Sportlehrer normal den Sportunterricht vertrete und Berufserfahrung zu sammeln. Beides konnte ich eigentlich nicht machen. Ein unbezahltes Vollzeitpraktkum wäre da hilferreicher gewesen. Das kleine Taschengeld war es nicht Wert. Vor allem nicht, wenn das Schulamt mich auch als ungeeignet vermerkt hat. Das ich durch die ganze Geschichte auch demotiviert bin macht es noch schlimmer. Habe mich bewusste gegen das "normale" Lehramtsstudium und für den Seiteneinstieg entschieden.
    • Herme schrieb:

      Danke schon einnmal an alle Antoworten.

      Was mich besonders wurmt ist, dass man sich nicht einmal die Mühe gemacht hat am Ende meiner Tätigkeit ein kleines Gespräch mit mir zu führen. Es gab nicht einmal eine Verabschiedung. Es war einfach vorbei. Da war mir eigentlich schon klar, dass man mit mir nicht zufrieden war und ich nicht mehr als eine Hilfskraft war bzw. die Lehrer entlastet habe. Als Lehrer konnte ich mich nicht beweisen, aber die Schule findet mich für den Grundschulunterricht für ungeeignet. So hat es mir das Schulamt gesagt. Das geht schon etwas zu weit, weil die mich als Lehrer gar nicht kennengelernt haben. Ich habe nicht einmal die Autorität bekommen um überhaupt als Lehrer wahrgenommen zu werden. Das Kollegium hat mich auch als Praktikanten behandelt. Zwar war es meine erste richtige Unterrichtsstelle, aber ich habe schon länger Erfahrung (2-3 Jahre) im Grundschulbereich gesammelt. Das Hauptproblem ist wahrscheinlich, dass ich vom Typ her zu ruhig bin. Für ein funktionierendes Kollegium bin ich nicht geeignet und man hat auch nicht versucht mich irgendwie zu integrieren. Mein Unterricht bzw. was die von mir gesehen haben war wahrscheinlich auch zu ruhig. Das ist aber auch wirklich das einzige was ich mir selbst vorwerfen kann. Das ist eben mein Unterrichtsstil. Bin jetzt keiner von den Lehrern die rumbrullen, wenn etwas nicht klappt sondern kläre es ruhig mit den Schülern. Das klappt dann auch meistens. Dass ich aber deswegen als ungeeignet eingestuft werde, weil ich anders unterrichte finde ich blöd.

      Ich habe nie erwartet eingearbeitet zu werden. Im Gegenteil. Ich mache am liebsten mein Ding. Wenn die Schule aber bestimmte Vorstellungen hat wie ein Lehrer dort sein soll, dann sollen die es mir auch sagen und nicht rumheulen, wenn ich nicht die perfekte Vertretung bin. Das ich es erst durch das Schulamt mitgeitlt bekommen habe ist traurig. Hätte mich ja mittendrin noch anpassen können, aber diese Möglichkeit habe ich nicht bekommen.

      Meine Erwartung war eigentlich, dass ich als Sportlehrer normal den Sportunterricht vertrete und Berufserfahrung zu sammeln. Beides konnte ich eigentlich nicht machen. Ein unbezahltes Vollzeitpraktkum wäre da hilferreicher gewesen. Das kleine Taschengeld war es nicht Wert. Vor allem nicht, wenn das Schulamt mich auch als ungeeignet vermerkt hat. Das ich durch die ganze Geschichte auch demotiviert bin macht es noch schlimmer. Habe mich bewusste gegen das "normale" Lehramtsstudium und für den Seiteneinstieg entschieden.

      Das klingt so als wären beide Seiten unzufrieden. Wenn Du einen Seiteneinstieg bewusst gewählt hast und Dich über zu wenig Unterstützung beschwerst, bist Du auf jeden Fall in guter Gesellschaft: Viele Zeitungen berichten davon, dass Seiteneinsteiger besser eingearbeitet werden müssten.
      Wenn Du nun viel hospitiert hast, ist das nicht grundsätzlich schlecht: Dass die Unterrichtsbeobachtung ein wichtiger Teil der Ausbildung für angehende Lehrkräfte darstellt, ist belegt. Insofern waren Deine Beobachtungen eventuell hilfreich. Ansonsten könntest Du nun mit der Erfahrung abschließen und Dich auf den Master konzentrieren. Kopf hoch, vielleicht wird das nächste Praktikum oder die nächste Schule besser. Wenn Du wirklich als "ungeeignet" gilst, hast Du die Chance, es besser zu machen.