Ich bin die Lehrerin meines Sohnes

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    • Ich bin die Lehrerin meines Sohnes

      Mein Sohn ist in der Grundschule und hat mittlerweile so viel Unterrichtsausfall, dass ich ihn zu Hause bald selbst beschulen kann/muss.
      Mein Studium beginnt in Kürze, aber ich frage mich natürlich immer, wie das die Kinder der Eltern kompensieren, die nicht studiert haben und keine Akademiker sind (habe zuvor bereits einen Master in Pflegemanagement absolviert).
      Mittlerweile sind es bis zu 12 Stunden die Woche, da einige seiner Lehrer dauerkrank sind und das finde ich ziemlich viel.
      Gerade in Mathe und Deutsch fehlen dadurch elementare Grundlagen.

      Ist der Unterrichtsausfall bei euch auch so gravierend?
    • Bei uns geht niemand nach Hause,
      GERADE die Grundschule ist verlässlich... alle Kinder bleiben für die angesetzten 5 Stunden - komme, was da wolle.
      Und obwohl wir wirklich knapp mit Lehrkräften versorgt sind, haben wir in den vergangenen Jahren immer die Hauptfächer vorrangig bedient.

      In welchem BL sollte das anders geregelt sein?

      Du weißt schon, dass deine Anfragen von großer Unkenntnis zeugen, die Lehrkräfte kaum ernst nehmen können, oder?
    • primarballerina schrieb:

      Bundesland?
      Eigentlich kann ich mit das überhaupt nicht vorstellen. Gerade Deutsch- und Mathematikunterricht darf in dem Maße nicht ausfallen und muss vertreten werden. Wie macht diese Schule das? Schickt die die Kinder nach Hause?
      Tut es aber. Kann nur für die Schule reden. An anderen, auch an weiterführenden Schulen scheint es extrem zu sein.
      Es wird vertreten, aber auch nach Hause geschickt.

      Letzte Woche waren es 12 Stunden, weil nun auch noch andere Lehrer ausgefallen sind.
      Davor die 2 Wochen 9 .

      An der Nachbarschule wurden die Kinder schon auch mal einen Tag daheim gelassen.
    • Ich frage mich, wie du auf die 12 Stunden in der Woche kommst. Bei uns wird auch niemand nach Hause geschickt. Notfalls werden die Klassen aufgeteilt und in Gruppen auf andere Klassen verteilt. Sie bekommen die Aufgaben, die die erkrankte Lehrkraft uns schickt.
      Be happy for the moment. This moment is your life.
      Leuchttürme laufen nicht herum, um Boote zu retten. Sie stehen einfach da und leuchten.
      Ein Esel ist ein Zebra ohne Streifen.
    • tabularasa schrieb:

      Nicht unsere Schule, aber auch bei uns so. Viele Lehrer auf einmal krank:
      stuttgarter-zeitung.de/inhalt.…7c-af5f-041a43160c9e.html
      Das ist aber wohl schon eine Ausnahmesituation. Obwohl, wenn die Schule von Anfang an mit Lehrern unterbesetzt war, stresst es die vorhandenen auf Dauer natürlich mehr.
      Be happy for the moment. This moment is your life.
      Leuchttürme laufen nicht herum, um Boote zu retten. Sie stehen einfach da und leuchten.
      Ein Esel ist ein Zebra ohne Streifen.
    • Es ist September/Oktober, der Anfang des Schuljahrs. Eine Grippewelle gibt es gerade nicht, wie bei dem Zeitungsausschnitt vom Februar 2019. Um jene Zeit gab es bei uns auch Engpässe. Da wurden Schüler höchstens eine Stunde früher nach Hause geschickt, wenn es nicht anders ging. Alternativ wurde und wird auch immer eine Betreuung angeboten, wenn sie dann auch in andere Klassen gehen müssen. Das muss man auch als verlässliche Grundschule.
      Deswegen gibt es bei uns (als verlässliche Grundschule) im Gegensatz zu den umliegenden Schulen der Sekundarstufe auch kein hitzefrei mehr.

      Mich wundert, dass um diese Zeit (also Anfang des Schuljahrs) schon so viele Lehrer ausfallen und man das nicht regeln kann.
    • tabularasa schrieb:

      Mein Sohn ist in der Grundschule und hat mittlerweile so viel Unterrichtsausfall, dass ich ihn zu Hause bald selbst beschulen kann/muss.
      Mein Studium beginnt in Kürze, aber ich frage mich natürlich immer, wie das die Kinder der Eltern kompensieren, die nicht studiert haben und keine Akademiker sind (habe zuvor bereits einen Master in Pflegemanagement absolviert).
      Mittlerweile sind es bis zu 12 Stunden die Woche, da einige seiner Lehrer dauerkrank sind und das finde ich ziemlich viel.
      Gerade in Mathe und Deutsch fehlen dadurch elementare Grundlagen.

      Ist der Unterrichtsausfall bei euch auch so gravierend?

      Es kommt auch immer darauf an, was man als Unterrichtsausfall betrachtet und was nicht.

      Ist es Ausfall, wenn jemand den Unterricht "vertritt", aber statt Mathe Deutsch macht? Ist es Ausfall, wenn der Unterricht nicht stattfindet, weil die Klasse einen Ausflug macht? Ist es Ausfall, wenn ich in der Mathestunde mit den Kindern einen Streifall kläre, der sich in der Pause zuvor ereignete? Ich zitiere da gerne mal wieder Thomas Böhm, der schreibt:

      Zitat schrieb:

      "Unterricht muss möglich sein - und das ist er nur, wenn Schüler anwesend, ruhig und aufmerksam sind.
      [...]
      Würde der Unterrichtsausfall wegen Unterrichtsstörungen durch Schüler erhoben, kämen erschreckende Ausfallzeiten zusammen, die dem Unterrichtsausfall wegen Lehrermangels Konkurrenz machen können und eine Diskussion einforderten, ob die vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten, Störungen schnell und effektiv zu beenden, ausreichen."

      (Thomas Böhm: "Nein, du gehst jetzt nicht aufs Klo!".- München 2018, S. 41 + 59)

      Ich meine, was du beschreibst, ist heutige Realität. Aus den unterschiedlichsten Gründen findet Unterricht nicht statt, selbst wenn er offiziell nicht mal ausgefallen ist, und Eltern müssen übernehmen, was die Lehrer nicht schafften. Nicht umsonst blüht die Nachhilfebrance.

      Was mit Kindern ist, deren Eltern das nicht leisten können? Die fallen durchs Sieb. Ganz einfach.
      Es gibt für alles ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • Selbst wir am Gymnasium dürfen die Fünft- und Sechstklässler bei Erkrankung eines Lehrers nicht eher nach Hause schicken (es sei denn die SuS wissen es bereits am Tag vorher und eine Betreuung zu Hause ist gewährleistet.) Wenn z.B. morgen in der 6. Stunde Frau Müller, die dann bei den 5ern hätte, krank ist, muss die 6. Stunde vertreten werden. Entweder schickt Frau Müller Aufgaben oder die SuS lösen Aufgaben, die in einem Extra-Ordner stehen für solche Fälle oder machen Hausaufgaben.

      Wenn der Unterrichtsausfall so massiv ist, sollten sich alle interessierten Eltern zusammentun und bei der SL vorsprechen, sodass für einen adäquaten Ersatz gesorgt wird (falls möglich).
    • primarballerina schrieb:

      Bundesland?
      Eigentlich kann ich mit das überhaupt nicht vorstellen. Gerade Deutsch- und Mathematikunterricht darf in dem Maße nicht ausfallen und muss vertreten werden. Wie macht diese Schule das? Schickt die die Kinder nach Hause?
      Ich kann dir sagen, wie es bei uns vorletzte Woche war, da fehlten 7 Kollegen gleichzeitig, die eine Klasse hatte wirklich nicht eine Unterrichtsstunde an dem Tag, sondern wurde dann einzelne Stunden in andere Klassen aufgeteilt, den Rest verbrachten sie im Hort. Geschickte Aufgaben finde ich für Kollegen eine Zumutung und gibt es für uns auch nicht, da müssen sich dann die Lehrer kümmern, wo die Schüler hinkommen, dass sie denen ordentliche Aufgaben geben. Das ging als wir letztes Schuljahr eine Klasse 4 Wochen aufgeteilt haben ganz ordentlich, aber das geht so wie vorletzte Woche meist nicht von jetzt auf gleich, zumal es ja evtl. nicht die eigene Klassenstufe ist.

      Also ja, es kann schon mal sein, dass auch 12 Stunden die Woche ausfallen bzw. im Hort oder in anderen Klassen sind, welche Fächer das betrifft kann man kaum einordnen, denn bei uns gibt es in den ersten vier Jahren ja nur VU.
    • Ich bin an einem Gymnasium im gebundenen Ganztag und wir lassen von der Klasse 5 bis zur Klasse 9 (und demnächst dann wohl wieder bis zur 10) grundsätzlich alle Stunden von der ersten bis zur achten Stunde vertreten, wenn der reguläre Unterricht nicht statt finden kann.
      Bei uns ist es üblich, dass man Aufgaben schickt, wenn man fehlt.
    • Ich finde es auch etwas schade, dass du nicht erklärst, was du mit "Unterrichtsausfall" meinst: Vertretungsunterricht bei einem anderen Lehrer? Betreuung, ohne dass Unterricht stattfindet? Kind nach Hause geschickt/später kommen gelassen?

      Andererseits frage ich mich, woher die große Überraschung bei manchen Anderen kommt. An (zweizügigen) Grundschulen arbeiten nur zehn, elf, zwölf Lehrer. Diese decken (wieder an einer zweizügigen Schule) rund 220 190 bis 200 Wochenstunden ab. Klar kann es vorkommen, dass drei Kollegen ausfallen. Falls es überhaupt Doppelbesetzungen gibt, kann man vielleicht den Ausfall von Kollege 1 kompensieren, indem man diese auflöst. Dann fehlen aber immer noch die bis zu 56 Stunden von Kollege 2 und 3. Wie sollte sich das auffangen lassen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Th0r5ten ()

    • Tayfun Pempelfort schrieb:

      Ist es Ausfall, wenn jemand den Unterricht "vertritt", aber statt Mathe Deutsch macht? Ist es Ausfall, wenn der Unterricht nicht stattfindet, weil die Klasse einen Ausflug macht? Ist es Ausfall, wenn ich in der Mathestunde mit den Kindern einen Streifall kläre, der sich in der Pause zuvor ereignete?
      zu 1: fachfremd vertreten, DE ausgefallen, MA zusätzlich erteilt
      zu 2: offiziell kein gezählter Ausfall, da der "Ausflug" -> z.B außerschulischer Lernort zum Unterricht dazu gehört
      zu 3: kein Unterrichtsausfall, jedoch klärt man Streitfälle in aller Regel nicht 45 min. lang

      Zur Ausgangsfrage: ob bei meinen Kindern ausfällt oder vertreten wird weiß ich schlicht nicht. In einem Fach (Fremdsprache) in der weiterführenden Schule war es aber so extrem, dass das Buch nur halb geschafft wurde. Sonst habe ich schlicht keinen Überblick, es werden Tests und Arbeiten über das geschrieben, was gemacht wurde, ich rechne aber nicht den Lehrplan durch.
    • Ich bin mit einer Lehrerin befreundet, die an einer Realschule tätig ist und da werden ganze Klassen an vereinzelten Tagen zu Hause gelassen. In Klasse 5!
      Die Eltern sind stinksauer. Auch da gibts Langzeitausfälle von Lehrern.

      Die Lehrer sind an der Schule alle so um die 50 oder 60. Es gibt bei 40 Lehrern nur 4 Lehrer und Lehrerinnen, die Ende 20, Anfang 30 sind. Der Rest ist in einem Alter, in dem verständlicherweise die Wehtaten zunehmen.
      Den Lehrern kann man keinen Vorwurf machen. Wenn man sich schlecht fühlt/krank ist, muss man ja zu Hause bleiben.

      Ich sehe das Versagen in der Bildungspolitik und in der Tatsache, dass keine neuen Lehrer eingestellt werden und es Quereinsteigern immer noch schwer gemacht wird.
      Beispiel: Eine andere Freundin hat Anglistik und Germanistik studiert. Bachelor und Master. Sie ist nicht ins Ref gegangen und wird jetzt mit E9 abgespeist. Sie ist an einer Schule, darf aber nur die Schüler mit Migrationshintergrund unterrichten.

      Sie wechselt jetzt das Bundesland.


      Zur Frage: Die Kinder wurden nach Hause geschickt und dann wurde auch fachfremd unterrichtet. Statt Deutsch machte man Englisch usw.
      Was ich natürlich auch nicht verstanden habe.
    • Meerschwein Nele schrieb:

      state_of_Trance schrieb:

      Einen solchen Threadtitel nennt man übrigens Clickbait. Man denkt, es ginge um ein ganz anderes Thema.
      Was steckt in WAHRHEIT hinter dem Thread? Moderatoren klären ein schreckliches Geheimnis auf.
      Die Wahrheit ist, dass ich es nicht annehmbar finde, dass ich meinen Sohn selbst beschulen muss, weil ständig der Unterricht ausfällt.
    • tabularasa schrieb:

      Ich sehe das Versagen in der Bildungspolitik und in der Tatsache, dass keine neuen Lehrer eingestellt werden und es Quereinsteigern immer noch schwer gemacht wird.

      Beispiel: Eine andere Freundin hat Anglistik und Germanistik studiert. Bachelor und Master. Sie ist nicht ins Ref gegangen und wird jetzt mit E9 abgespeist.
      andere Beispiele: Kinder erzählen von Unterricht. Keine Struktur, keine Lernziele, keine altersangemessenen Methoden, dafür altersunangemessene Witze. Dreimal darfst du raten, ob es sich um ausgebildete Lehrer*innen oder Notversorgung handelt.

      Da hab ich lieber Unterrichtsausfall.