Einsatz von Mikrofonen/ Aufnahmen in der Grundschule (1./2. Klasse)

  • Ich frage für eine Freundin. Sie bekommt 5 Mikrofone zur Verfügung gestellt und möchte die in der 1./2. Klasse sinnvoll einsetzen, gerne zur Sprachförderung (viele Kinder mit Migrationshintergrund). Hat jemand Erfahrung damit?

  • Es reicht den Kinder schon, ein ausgeschaltetes Mikro in der Hand zu haben (daher kann man es auch gut aus leerer Klorolle und Jonglierball basteln). Sprechen dann deutlicher, langsamer etc.

  • Falls sie Aufnahmen machen möchte, kann sie mit den Mikrofonen alleine nichts anfangen. Die müssen ja irgendwo angeschlossen werden.


    Ist es denn eine Spende? Also sind die Mikros schon da? Oder kann sie welche anschaffen und vielleicht auch mit entscheiden, was es werden soll?

  • Die sind schon da und sie kann sie benutzen. Aufnahmevorrichtung ist integriert. Sie möchte sie sinnvoll einsetzen, zur Sprachförderung, gerade der mündliche Sprachgebrauch kommt ja im Schulalltag oft zu kurz. Sie hatte schon überlegt, kurze Texte wie Gedicht aufzusprechen und dann abzuspielen, damit die Kinder sie sich gut merken können, aber sie hat da eine andere Methode, die deutlich besser geeignet ist.

  • Das klingt ja ganz gut. Kann man die Aufnahmen dann auch direkt vom Mikro wiedergeben, ggf. mit Kopfhörern, ohne sie erstmal übertragen zu müssen?


    Ich hätte sonst eher was zur technischen Seite beitragen können als zum Einsatz im Unterricht. Aber als Idee: Die Kinder könnten einzelne Teile einer Radiosendung erstellen und aufnehmen. Am einfachsten Nachrichten oder ein Interview. Für eine Umfrage müsste man schneiden, das wäre dann eher eine Aufgabe für deine Freundin. Aber Interviews mit vorgegebenen Fragen und freien Antworten könnten klappen. Nachrichten können ja auch erfunden sein. Wahrscheinlich würden manche Kinder sie auswendig lernen und andere könnten sie schon vorlesen.


    Das Ziel würde ich dann eher darin sehen, dass die Kinder über ihren eigenen Sprachgebrauch reflektieren (zu leise, zu undeutlich, zu schnell etc.). Wie man das einsetzen könnte, um an sprachlichen Strukturen zu arbeiten, wüsste ich auf Anhieb nicht.

  • Meinst du nicht, dass es z. B. bei der Therapie phonologischer Störungen sinnvolle Übungsmöglichkeiten beim Übergang von der Fremd- zur Selbstwahrnehmung geben könnte?

    Doch, gut möglich! Ich wollte nicht zum Ausdruck bringen, dass in der Richtung nichts geht, sondern dass ich dazu hier nichts beitragen kann.

  • Was genau ist die Frage? Technik? Didaktik? Recht? So lange die Aufnahmen in der konkreten Unterrichtsiutation verbleiben, ist alles möglich.

  • Grundsätzliche Anmerkung: Ich finde die Fragestellung falsch herum, auch wenn es jetzt hier naheliegend ist.


    Die Frage ist nicht: "Wie kann ich ein Medium sinnvoll einsetzen." Die Frage sollte sein: "Was für ein Medium brauche ich für meine didaktischen Überlegungen."


    Sprich: legt die Mikros in den Schrank, konstruiert nichts. Wenn ihr eine didaktische Überlegung habt, wo ihr sie einsetzen könnt, wisst ihr, wo sie liegen.


    kl. gr. frosch

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    Merke: wer auf dem Rad friert, fährt zu langsam. (By O.Meier ;) )
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    Die meisten meiner Beiträge entstehen auf einer tablet-Tastatur. Da es dort kein haptisches Feedback gibt, schleichen sich schneller Tippfehler ein. Sorry.

  • Es geht um die Didaktik - wie können die Mikros als Medien im Rahmen des Unterrichts sinnvoll eingesetzt werden?

    Mir würde einfallen:
    Wiederholung von Unterrichtsinhalten z.B. aus dem HSU in Form von gespielten Interviews oder Nachrichten:


    Expertenbefragung,
    Nachrichtensprecher fasst das Wichtigste zusammen


    Da tut es aber eigentlich auch ein selbst gebasteltes Mikro ohne Funktion und ein schwarz angemalter Papprahmen als Fernseher :-)


  • Die didaktischen Überlegungen hängen aber von den zur Verfügung stehenden Mitteln (Medien) ab. Ein Medium kann es einem eben ermöglichen, manche Kompetenzen erst überhaupt (besser) zu fördern - und manche Medien verändern generell die Ziele des Unterrichts.
    Insofern finde ich die Frage schon richtig gestellt.

  • Morgen!


    Ich habe damals eine Unterrichtsreihe mit Diktiergeräten durchgeführt. Es ging um das Erzählen von "Mumpitzgeschichten". Die SuS sollten ihre Fähigkeiten des deutlichen Sprechens und schließlich spannenden Vortragens verbessern. Dazu hatten sie unterschiedliche Stationen und konnten ihre Aufnahmen immer wieder anhören und reflektieren und auch in der Schlussreflexion noch einmal abspielen.
    Auch gut finde ich das Aufnehmen eigener Hörbücher. Das habe ich auch schon einmal angefangen. Entweder sucht ihr euch selbst schöne tolle Kurzgeschichten und lasst die einsprechen und z.B. auf MP3 Player ziehen, so dass Kids später auf eine Sammlung von selbsterstellten Hörbüchern und Büchern zugreifen können, um ihre Lese- und Sprachfähigkeiten zu fördern. Oder ihr lasst von den Kids selbstverfasste Geschichten einsprechen. Dadurch könnt ihr die schuleigene Bibliothek mit selbsterstelltem Material ergänzen. Auf der einen Seite hast du dann die guten Kids gefordert, indem sie Hörbücher einsprechen. Auf der anderen Seite kannst du dieses Material zur Förderung für Kinder mit Sprachschwierigkeiten einsetzen.
    Teilweise bekommt man übrigens von den Herstellern (MP3 Player) aussortierte Altmodelle, wenn man sie nett anschreibt. So bin ich vor Jahren mal an einen Satz Digitalkameras gekommen für ein Fotoprojekt.
    Wenn es um den DAZ Bereich geht: Die Geschichten könnten auch Satz für Satz erst auf Deutsch und dann z.B. auf Farsi eingesprochen werden.

  • Die didaktischen Überlegungen hängen aber von den zur Verfügung stehenden Mitteln (Medien) ab. Ein Medium kann es einem eben ermöglichen, manche Kompetenzen erst überhaupt (besser) zu fördern - und manche Medien verändern generell die Ziele des Unterrichts.
    Insofern finde ich die Frage schon richtig gestellt.

    Ich würde das gerne unterschreiben - das didaktische Potenzial von Technologie, Methoden, Orten, Gelegenheiten erkennt man i.d.R. erst, wenn man Erfahrung damit gemacht hat. Ich denke, dass man als LehrerIn durchaus mit Multimediatechnik experimentieren und spielen muss, bevor man ihr didaktisches Potenzial richtig erkennt und nutzen kann. Dabei darf ruhig was schiefgehen und dabei sollte man durchaus die Meinung und Vorschläge seiner LernerInnen einholen. Zumindest habe ich mit dem Grundsatz gute Erfahrungen gemacht.


    Ich sehe weniger ein lineares "weil -> deshalb" als mehr einen Kreislauf vergleichbar dem hermeneutischen Zirkel.

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