Informatik und SoWi LA Gym/RS

  • Hallo liebe Leser:gruss:

    Ich bin neu auf diesem Forum und aktuell noch kein Lehramtsstudent. Geplant habe ich allerdings im kommendem WS das LA Studium mit den Fächern Info/SoWi zu beginnen. In Sachen Schulform bin ich relativ flexibel: Gym oder Realschule (theoretisch auch Hauptschule, aber da gibt es ja kein SoWi und Info) ist mir relativ egal. Mir geht es mehr um den Beruf des Lehrers. Nun hätte ich aber mehrere Fragen dazu und hoffe das ihr mir weiterhelfen könnt.


    1. Was ist eure Einschätzung zur Fächerkombi? Werde auf LA in NRW studieren.


    2. Hatte ich kein Informatikunterricht in der Schule, aber ich interessiere mich für die Materie und hab mich auch in ein paar Programmiersprachen reingelesen (Phyton, SQL, Java). Ist man stark im Nachteil wenn man kein Infounterricht in der Schule hatte?


    3. Falls jemand vllt schon Info auf LA studiert hat. Wie schätzt ihr den Matheanteil im Vergleich zum normalen Info so ein?


    4. Hätte ich mit der Kombi theoretisch zu wenig Stunden? Alternative wäre Info/Philo :grimmig:


    5. Bin ich auf meinem rechtem Ohr taub, also insgesamt ein Halbtauber. Hätte ich damit ein Problem in Sachen Verbeamtung? Zur Info: Meine Halbtaubheit schränkt mich in keinster Weise im Leben ein. Ich bin seit meiner Kindheit halb taub und hab nur ein Problem wenn mir jemand etwas in mein rechtes Ohr flüstert.


    Danke dass ihr meinen Beitrag durchgelsen habt. Ich hoffe der ein oder andere Leser könnte meine Fragen beantworten.

  • Hallo!


    Zu meiner Überraschung sind beide Fächer, also auch Sozialwissenschaften, in NRW aktuell gesucht. Im Zweifelsfall ist im H/R-Bereich immer größerer Bedarf als am Gymnasium, weil zu viele auf Gymnasiallehramt studieren, wenn du also sicher gehen willst, solltest du H/-Lehramt machen. Bedenke, dass du bei dieser Fächerkombi (zwei Nebenfächer) später viele Kurse haben wirst und im H/R-Bereich ist es nicht unbedingt die Fächerkombi mit der man bevorzugt Klassenlehrer einsetzt. Käme evtl. auch Informatik und Sozialwissenschaften in der Berufsschule infrage? Dort würdest du Fachinformatiker ausbilden und Sozialkunde in diversen Bildungslehrgängen.


    Mit freundlichen Grüßen

    I am vulnerable, I am raw;
    I am human, I have flaws.

  • 1) Zwar sind beide Fächer in NRW gesucht. bedenke aber, dass die quantitative bedeutung nicht zu groß ist. D.h. Es gibt zwar stellen, aber nicht viele.

    Desweiteren hast du damit zwei nebenfächer. Sprich viele Lerngruppen


    2. Grundsätzlich kann man ohne Vorkenntnisse ein Informatikstudium aufnehmen und erfolgreich ablegen.


    3. Ich studiere gerade Informatik auf Lehramt... der Matheanteil ist verschwindend gering. Falls Formeln gebraucht werden, werden diese i.d.R. mitgeliefert. Die einzig schwierige Vorlesung war die Berechenbarkeitstheorie-Vorlesung, da dort hauptsächlich (auf mathematische art) Bewiesen worden ist. Aber alles machbar.

  • Auf einem Ohr taub: Jedenfalls wird bei der Gesundheitsprüfung ein Hörtest gemacht. Wenn Du das also vorher wissen willst, müsstest Du Dich beim Amtsarzt des angestrebten Bundeslandes erkundigen. Ob Du damit Probleme hast oder nicht interessiert beim Amtsarzt keinen (das war jedenfalls meine Erfahrung beim Amtsarzt, ein sehr bürokratischer Verein ist das).


    Matheanteil: Informatik bedient sich der Sprache der Mathematik (insbesondere Mengenschreibweise), wirkliche mathematische Inhalte sind es nicht so viele (man bräuchte für Informatik sowieso eher diskrete Mathematik, wenn man bestimmte Probleme durch Algorithmen lösen möchte, braucht man z.B. Graphentheorie). Die oben angesprochene Komplexitätstheorie ist ein Gebiet, wo tatsächlich auch mal bekannte math. Funktionen (Logarithmus zum Beispiel) auftauchen.

    Es kann Dir aber passieren (je nach Uni und Studienordnung), dass Du bestimmte Mathevorlesungen (egal, ob Du sie für Informatik brauchst oder nicht) belegen musst und Scheine bestehen musst. Die sind dann sehr mathematisch. Insgesamt also: Möglicherweise brauchst Du Mathescheine, und Informatik sieht oft recht mathematisch aus.

  • Hallo,


    also ich habe nicht Informatik Lehramt studiert, sondern reine Informatik und bin nun im Seiteneinstieg. Aber ich habe einige Jahre in der Lehramtsausbildung an einer Uni in NRW gearbeitet (Bereich Informatik). An der Uni, an der ich war, hing der Matheanteil stark von der Schulform ab. Im Bereich HRSGe gab es keine reine Matheveranstaltung. Kann man als Vorteil sehen, aber ist auch ein Nachteil, weil man für manche Informatikveranstaltungen schon auch Mathekenntnisse benötigt. Im Bereich GyGe haben die Lehrämter, wenn sie nicht Mathe als weiteres Fach hatte, die normalen Mathe für Informatiker Veranstaltungen belegt. Im Bereich BK war es genauso.

    Schaffen kann man ein Informatikstudium auch ohne Vorkenntnisse. Ggf. muss man sich aber gerade am Anfang mehr reinhängen, da dass Tempo einfach für Anfänger sehr hoch ist.


    Der Bedarf an Informatiklehrern wird denke ich an allen Schulformen steigen. Die Diskussion um ein Pflichtfach sehe ich immer noch nicht als Abgeschlossen an. Und es geht ja auch aktuell um die Einführung des Faches in Klasse 5 und 6.


    Ich selbst bin nun am BK und fühle mich da sehr wohl. Grundsätzlich hätte ich mir auch GyGe vorstellen können. Bei mir war der Ausschlag, dass ich gerne auch etwas tiefer ins fachliche gehen möchte ab und an. Da ist BK halt super.

    Für die Sek 1 gibt es inzwischen tolle Dinge für den Informatikunterricht, die machen richtig Spaß.


    Viele Grüße

  • Informatik ist auch am Gym sehr gesucht, wird allerdings oft nicht ausgeschrieben, weil klar ist, dass sich eh niemand bewirbt. Da werden eher die anderen Fächer der bereits vorhandenen IF Lehrer ausgeschrieben, um eben diese noch mehr IF unterrichten lassen zu können.

    Beispiel: Lehrer Meier unterrichtet IF und Mathe, Lehrerin Müller IF und Chemie. Es muss mehr IF unterrichtet werden, also schreibt die Schule Mathe/Chemie aus. Dann unterrichten Herr Meier und Frau Müller im kommenden Schuljahr ggf. nur noch IF, weil für Mathe/Chemie jemand neues eingestellt wurde.

  • Das mit den "vielen Kursen" als "Nebenfahlehrkraft" stimmt zwar, das muss aber nicht zwingend ein Nachteil sein (ich finde es sogar recht gut). Du bist dann eben Fach- und nicht "Klassen"lehrer.

    Was CatelynStark da schreibt ween Ausschreibungen kommt oft hin, aaaaallerdings reden wir hier ja von NRW, dem Land der schulscharfen Bewerbungen. Wenn du schon in etwa weißt, wo du hinmöchtest, kannst du dich ja mal ein wenig umhören, und bei SLen, deren Schulen dir sympathisch sind, mal deine Fächerkombi ganz unverbindlich "anbieten". Und wenn dann einer innerlich "Jackpot" denkt, dann geht da manchmal mehr als du denkst... dann wird ggf gerade deine "exotische" Kombi ausgeschrieben, weil eben DU dich da bewerben sollst.

    Und... Informatik wird vermutlich immer gefragter, weniger wird der Bedarf eher nicht werden. Je nach Schule kann es dir vlltpassieren, dass du (fast) ausschließlich Info unterrichtest.

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  • Hallo,


    als ich studiert habe war Informatik in Baden-Württemberg als 2-Fächer-Kombination nur mit Mathematik möglich. (Zumindest habe ich es so in Erinnerung. Vielleicht war es auch als einzige Variante überhaupt sinnvoll studierbar).

    Ich arbeite 16 Wochenstunden, wovon NULL auf Mathematik entfallen. Die Summe der gesamten letzten sechs Jahre ergibt 4 Wochenstunden Mathematik - vor zwei Jahren hatte ich einmal eine Klasse in Mathe. Davor, bevor ich wegen Kindern reduziert habe, waren es auch mehr Mathestunden. Aber würde ich jetzt aufstocken, ergäbe sich nur noch mehr Informatik. Einige Stunden werden so halb fachfremd unterrichtet.


    Ansonsten gehen die Stunden für Informatik drauf und für NWT, wo ich einen Lernbereich Roboterprogrammierung habe. Ach und die Netzwerkbetreuung! Da ich Informatik studiert habe, muss ich das ja können...


    Wenn du keinen Informatikunterricht hattest wird dir an ein paar Stellen im Studium vielleicht auffallen, dass sich manche Kommilitionen leichter tun. Aber das ist kein Beinbruch und alles was man im Schulunterricht lernen konnte, kapiert man im Studium eigentlich auch. Was habe ich damals belämmert geschaut als ich kapiert habe, dass mein bayerischer Kumpel nicht alles einfach schneller begreift, sondern sehr vieles davon einfach schon im Schulunterricht hatte.... Bayern <-> Baden-Württemberg war im Fach Informatik sehr unterschiedlich...

  • Wenn du infolge der Halbtaubheit einen GdB hast der kleiner 50 ist, dann solltest du prüfen im Hinblick auf den Schuldienst eine Gleichstellung zu beantragen. MIt nachgewiesener Schwerbehinderung oder Gleichstellung ist die Amtsarztuntersuchung sicherlich weniger problematisch für dich, als ohne. Ich würde dir jedoch emfpfehlen dich in der Frage von (d)einer Gewerkschaft (mit Schulbezug) beraten zu lassen bzw. Kontakt zur deren Schwerindertenvertretung aufzunehmen. Diese können dir sicherlich sagen, was im Hinblick auf dich sinnvoll ist, womit du zu rechnen hast beim Amtsarzt etc.

  • Erstmal vielen Dank für all eure Antworten. Konnte leider ne zeitlang nicht schreiben, weil ich private Probleme hatte und meine Frage hier im Forum voll vergessen hab.


    Ich bin mir jetzt auch ziemlich sicher, dass ich LA Studium machen werde. Nur die Sache mit der Verbeamtung macht mir schon Sorgen.. Ich mein mir geht es ja nicht um den Status oder sowas ähnliches. Ich finde einfach dass der Verdienst im Verhältnis vie zu schlecht ist. Da rechnet sich doch kein Studium.. Allein schon was man dann noch an Bafög zurückzahlen muss. Und ein Informatiker in der freien Wirtschaft verdient ja auch viel mehr.


    Nun hab ich ja denn Tipp bekommen mich bei der Lehrergewerkschaft zu informieren. Denk ihr man kann da einfach als angehender Student sich beraten lassen? Lehrer bin ich ja (noch) nicht.


    Aber das soll jetzt alles nicht zu pessimistisch klingen. Ich bedanke mich für eure Infos:victory:. LA Info/SoWi wird mein nächstes Studium werden. Und dann mal gucken wie sich alles entwickelt.

  • Ich finde einfach dass der Verdienst im Verhältnis vie zu schlecht ist. Da rechnet sich doch kein Studium.. Allein schon was man dann noch an Bafög zurückzahlen muss. Und ein Informatiker in der freien Wirtschaft verdient ja auch viel mehr.

    Im Vergleich zu anderen Studienabschlüssen aber immer noch mehr.

    Und keiner muss Bafög erhalten (und somit zurückzahlen). Ich hatte immer mehrere Jobs, um mein Studium zu finanzieren. Dadurch hat es vielleicht länger gedauert (nicht wirklich viel), aber somit hatte ich auch keine "Schulden" zu Beginn des Berufslebens.


    Keiner hindert dich daran in die freie Wirtschaft zu gehen.

    Ich hätte da vielleicht auch mehr verdient. Ich möchte den Job aber auch nicht machen. Der Vergleich ist mühselig, bzw. kommt hier immer wieder.

  • Im Vergleich zu anderen Studienabschlüssen aber immer noch mehr.

    Und keiner muss Bafög erhalten (und somit zurückzahlen). Ich hatte immer mehrere Jobs, um mein Studium zu finanzieren. Dadurch hat es vielleicht länger gedauert (nicht wirklich viel), aber somit hatte ich auch keine "Schulden" zu Beginn des Berufslebens.


    Keiner hindert dich daran in die freie Wirtschaft zu gehen.

    Ich hätte da vielleicht auch mehr verdient. Ich möchte den Job aber auch nicht machen. Der Vergleich ist mühselig, bzw. kommt hier immer wieder.

    Ich meine das E13 Gehalt. Also meine Sorge bezieht sich auf die nicht-Verbeamtung.

    Aber ja, wenn ich mir das genau durch den Kopf gehen lasse, dann ist das mir auch nicht sooo wichtig. Meine Lust auf den Lehrerberuf übersteigt da die Sorge um längen:aufgepasst:.

  • 4. Hätte ich mit der Kombi theoretisch zu wenig Stunden? Alternative wäre Info/Philo :grimmig:

    Was genau meintest du denn damit? Grundsätzlich haben alle Lehrer die gleiche Pflichtstundenzahl unabhängig von den Fächern.


    Bezüglich der Anfrage an eine Gewerkschaft: Mehr als, sorry, wir beraten nur fertige Lehrer (was ich für unwahrscheinlich halte), kann da ja nicht passieren, aber warum nicht da anfragen?

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

  • KarlMags Beim Bafög gibt es diverse Regelung zur Rückzahlung, die diese entlasten, so müssen bei mehr als 10.000€ Bafög-Rückzahlungsbetrag maximal 10.000€ zurückgezahlt werden, bei geringfügigem Einkommen ist es möglich die Rückzahlung aufzuschieben durch Freistellung, unter gewissen Vorraussetzungen können Restschulden nach 20 Jahren vollständig erlassen werden, bei vollständiger Rückzahlung in einem Schwung können bis zu rund 27% der Gesamtschuld erlassen werden (dafür gibt es klare Tabellen in Abhängigkeit von der zurückzuzahlenden Summe- je mehr, desto höher der prozentuale Nachlass- bei einer Rückzahlungssumme von 10.000€ können so 2100€ erlassen werden; gerade bei den aktuell niedrigen Kreditzinsen ist so eine Rückzahlungauf einen Schlag unter Umständen interessanter, als die langsame Rückzahlung). Während des Refs kannst du dich damit beispielsweise durchaus noch freistellen lassen von der Rückzahlung, nach dem Ref mit einer vollen Stelle kannst du dir normalerweise problemlos die monatliche Tilgungsrate (aktuell meine ich maximal 104€ monatlich, eh sei denn, man zahlt eben freiwillig frühzeitig mehr zurück) leisten, ggf. einen Kredit zur vorzeitigen vollsändigen Tilgung aufnehmen, falls sich das rechnen würde oder Rücklagen bilden, um zeitnah den kompletten Restbetrag ablösen zu können.


    Was die Frage der Verbeamtung anbelangt: Alter, gesundheitliche Eignung und Bewährung sind die zentralen Kriterien in Bundesländern die verbeamten. Ob man diese Bausteine einmal erfüllen wird lässt sich nicht vorhersagen, denn schwere Erkrankungen sind beispielweise nicht planbar. (Wobei man dann einen GdB prüfen lassen kann.) Mach deine berufliche Entscheidung nicht von diesem einen Baustein abhängig bzw. wenn dieser das auschlaggebenede Kriterium für oder gegen ein Lehramtstudium wäre, dann lass das Lehramtsstudium sein, denn Garantien für eine Verbeamtung gibt es nicht.

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