Eine fünf im zweiten Staatsexamen. Existenzängste

  • Ihr habt in BaWü keine Ausbildungsnote und der Prüfungstag/Prüfungswoche/zeitraum zählt 100% des 2. Staatsexamens? Ich dachte, die 50/50-Regelung sei Pflicht in ganz Deutschland...

    Dass man keine 5 haben darf, finde ich allerdings logischer..

    Ich nehme an, mit Ausbildungsnote sind die Vornoten aus den UBs gemeint? Nein, so etwas gibt es bei uns im Vorbereitungsdienst nicht. Wir (=Sek.I) haben wirklich nur beratende UBs in der Vorbereitungsphase (hat auch etwas für sich, dass die nicht von Beginn an benotet werden), dafür gibt es von denen aber auch nur zwei pro Fach. Die Prüfungsleistungen fürs zweite Staatsexamen (Sek.I, bei drei Fächern) bestehen dann aus Schulrecht (vorgezogen im September/Oktober), einer Lehrprobe je Fach (im Regelfall Ankündigungsfrist von einer Woche), einem Kolloquium in Pädagogik (vorgezogen im September/Oktober), einem vorgezogenen Fachkolloquium (vorgezogen im September/Oktober, dafür schriftlicher Entwurf zur Lehrprobe) und einem Fachkolloquium im Anschluss an die Lehrprobe in einem Fach (dafür mündliche Präsentation des Entwurfs vor der Lehrprobe- das ergibt noch am ehesten einen "Prüfungstag", weil man mit Pausen den Vormittag über beschäftigt ist), in einem Fach gibt es kein Fachkolloquium, dafür muss ebenfalls ein ausführlicher schriftlicher Entwurf eingereicht werden, dazu noch die schriftliche Hausarbeit und das Schulleitergutachten. Lehrprobennoten und SL-Gutachten werden dabei am Ende fünffach gewertet, Schulrecht einfach, der Rest jeweils dreifach. Wird eine Teilleistung (abgesehen vom SL-Gutachten) nicht bestanden, darf diese bei einem Gesamtdurchschnitt von 2,5 oder besser vor den Sommerferien noch wiederholt werden, wird das SL-Gutachten nicht bestanden, müsssen alle Lehrproben ungeachtet ihrer Bewertung wiederholt werden im kommenden Halbjahr.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • BK könnte ich mir auch vorstellen; auch z.B. alternative Schulformen, wie z.B. in einer JVA. Aber ich mag meine Schule, das Kollegium und die Schülerschaft ungemein. Würde sooo gerne an der Schule bleiben.

    Meine Kollegen unterrichten auch an der JVA, die ist bei uns ebenfalls untergebracht. Muss wohl ein ganz eigenes Ding sein... Ich bin da nicht, die Grundbildung hat aber das Potential, JVA-Kunden zu beinhalten. ;)


    Zu deiner UPP: Da scheint mir ein Streit zwischen Fachleitern vorzuliegen. Beschissen, sowas.

  • Wenn ich das in meinem Fachseminar richtig verstanden habe, dann darf ich selbst ohne zusäzliche Qualifikation Geschichte Bilingual unterrichten, da ich die Fakultas in Englisch und in Geschichte habe. Bin mir aber nicht sicher, ob ich mich richtig erinnere.

    Darfst du, ich bin auch für den (damals gerade neu einsetzenden) Bilizweig eingestellt worden und hab keine formelle Qualifikation.

    (ich hab aber vorher 1 Jahr Vertretung gemacht und dort bei Vollzeiteinstellung fast ausschließlich bili gemacht.. vermutlich hat das zumindest geholfen)



    Ich finde übrigens auch, dass das Zustandekommen deiner Note arg willkürlich klingt. Das Frustrierende am Ref ist, dass man keine Möglichkeiten der Einsichtnahme in die Begründungen hat und ein Widerspruch somit auch eigentlich nur bei Formfehlern erfolgreich ist. Eine dermaßen intransparente Praxis ist eigentlich null zeitgemäß und gehört dringend reformiert.

  • Mich wundert es, dass man mit einer 5 in einer Examensprüfung das Examen bestehen kann. Hier wäre das nicht möglich (weder im ersten noch im zweiten Examen).

    Ja, hier muss man in allen Teilbereichen mindestens eine 4 haben.

    Ebbes isch emmer.


    Wenn man nicht immer alles weiss, nervt man sich unter Umständen weniger. (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun)

  • Ja, hier muss man in allen Teilbereichen mindestens eine 4 haben.

    Typisch Baden-Württemberg eben. :sterne:

    Da wird die Messlatte in dieser extrem stressigen Zeit teilweise natürlich noch "ein paar Lichtjahre" höher gehängt, als in anderen Bundesländern.


    Ich mache heute noch regelmäßig einen "Sekt auf", weil ich mich gleich gegen den Vorbereitungsdienst in Ba-Wü, ganz zu schweigen von Bayern, entscheiden konnte. ;)


    Zum Thema:

    Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Examen!

    Ich drücke dem TE die Daumen, dass er schnell eine Nische findet, um unterzukommen. Ich denke die meisten Schulleiter werden auch die vorangegangenen Noten und Leistungen berücksichtigen und natürlich das Schulleitergutachten genauer betrachten.

    Da ist ja ersichtlich, ob man sich über einen längeren Zeitraum in der Praxis bewährt hat.

    Prüfungsstunden sind lediglich Momentaufnahmen.

  • Ja, hier muss man in allen Teilbereichen mindestens eine 4 haben.

    Schon komisch, dass der Abschluss ja in allen Bundesländern anerkannt wird, aber jeder hier was anderes macht.


    Bei uns muss die Summe der Punkte in den beiden Prüfungslehrproben mindestens 10 ergeben und keine darf mit 0 Punkten bewertet sein. Also geht 1 Punkt und 9 Punkte noch durch.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Schon komisch, dass der Abschluss ja in allen Bundesländern anerkannt wird, aber jeder hier was anderes macht.


    Bei uns muss die Summe der Punkte in den beiden Prüfungslehrproben mindestens 10 ergeben und keine darf mit 0 Punkten bewertet sein. Also geht 1 Punkt und 9 Punkte noch durch.

    Vielleicht ist es hier ja auch so, dass der Durchschnitt der Prüfungslehrproben gemeint ist. Ich habe das nur nachgelesen, in echt ist es mir nicht begegnet.

    Ebbes isch emmer.


    Wenn man nicht immer alles weiss, nervt man sich unter Umständen weniger. (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun)

  • Vielleicht ist es hier ja auch so, dass der Durchschnitt der Prüfungslehrproben gemeint ist. Ich habe das nur nachgelesen, in echt ist es mir nicht begegnet.

    Nein, 4,0 im Durchschnitt reicht in BW nicht aus. Jede einzelne Prüfungsleistung muss für sich bestanden werden. (Zumindest der Teil gilt in allen Lehrämtern in BW einheitlich, auch wenn die Prüfungsbausteine sich dann in Gewichtung und Anzahl unterscheiden.)

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Wenn ein Prüfungsteil nicht bestanden wird, die übrigen aber relativ gut sind (ich weiß nicht, wo genau die Grenze ist), dann kann meines Wissens der nicht bestandene Prüfungsteil im gleichen Prüfungsdurchgang wiederholt werden, ohne dass das Ref. verlängert werden muss. Werden mehrere Teile nicht bestanden (Ausnahme evtl. Schul- und Beamtenrecht, weil das sehr früh ist) oder ist der Durchschnitt der bestandenen Prüfungen bei einem nicht bestandenen Prüfungsteil auch nicht so gut, muss der Vorbereitungsdienst um ein halbes Jahr verlängert werden. Ebenso, wenn nach einem halben Jahr nicht die Befähigung zum eigenständigen Unterricht ausgesprochen werden kann.

  • Ebenso, wenn nach einem halben Jahr nicht die Befähigung zum eigenständigen Unterricht ausgesprochen werden kann.

    Das wird zu Beginn überprüft? Wie kann ich mir das vorstellen?

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Bei mir hat das niemand geprüft. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen 🤫.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Das wird nach einem halben Jahr überprüft. So lange hat man nur 'angeleiteten Unterricht' (Lehrer hockt mit drin). Überprüft wird das durch einen Unterrichtsbesuch. Seminar und Schulleitung müssen zustimmen.

    In Zeiten von Corona ist das auch anders. Unserer Referendarin kam im Februar, im März war der Lockdown und seit September unterrichtet sie selbstverantwortlich. Ob überhaupt ein Unterrichtsbesuch stattgefunden hat, wage ich zu bezweifeln. War eh niemand mehr da, dessen Aufgabe das gewesen wäre...

    Ebbes isch emmer.


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  • Bei dem Kurs galt sowieso (zumindest in der Sek.I, ich gehe insofern aber davon aus, dass das auch z.B. die GS mit umfasst angesichts des dort herrschenden gewaltigen Lehrkräftemangels), dass im Prinzip jede_r in den eigenständigen Unterricht kommt, der nicht infolge völliger Unfähigkeit komplett rausfällt bzw. umgekehrt, dass Verlängerungen deutlich umfassender zu dokumentieren, zu rechtfertigen und in jedem Einzelfall von oben genehmigt werden müssen, weil diese möglichst nicht vorgenommen werden sollen, um eben schnell viele Anwärter im eigenständigen Unterricht einsetzen zu können zum Stopfen von Lücken. Vor dem Hintergrund war es aus KM-Perspektive vermutlich kein Drama, dass beratende UBs, die über die Versetzung entscheiden, nicht stattgefunden haben. Für die Anwärter ist das oft schwieriger, weil diesen nicht nur viel Praxis bis zu den Sommerferien gefehlt hat, sondern auch die Beratung durch Mentoren und das Seminar, um eben im Hinblick auf die Prüfungen zu wissen, woran zu arbeiten ist. Das ist in diesem Halbjahr für die aktuellen Anwärter direkt viel belastender, weil eben jetzt schon die Schulrechtsprüfungen laufen, bis Januar die Hausarbeiten zu schreiben sind und dann schon ratzfatz der Prüfungszeitraum beginnt. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich nicht während dieser Corona-Situation Anwärterin war. Das stelle ich mir noch belastender vor wie es aktuell ist, als es das sowieso schon ist im Ref.

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  • Für Sopäd. ist der Prüfungszeitraum für Lehrprobe + Kollquium im ersten Förderschwerpunkt schon Ende Januar / Anfang Februar, weil die Anwärter dann mit dem Großteil ihrer Stunden an eine Schule des zweiten Schwerpunkts wechseln. Da haben sie dann auch entsprechend wenig Zeit, sich einzuarbeiten und auszuprobieren, bevor die Prüfungen kommen. Die Termine erscheinen mir aber - coronabedingt? - etwas nach hinten verschoben zu sein in diesem Durchgang ... Normalerweise waren die Prüfungen in der Erstfachrichtung meiner Erinnerung nach seit der neuen Prüfungsordnung immer schon im November/Dezember ... ?

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