Unglücklich in der 1. vollen Stelle

  • Ja und?! Wir arbeiten mit ihnen den lieben langen Tag und das ist anstrengend genug. Bedrohen lassen gehört verdammt noch mal nicht dazu. Schon gar nicht von einem Sechzehnjährigen, der bald eine Lehre beginnen soll, volljährig auf die Gesellschaft losgelassen wird und über kurz oder lang Vater wird.

    genau, würde ich auch nicht so stehen lassen und den Kleinen zusammenfalten. Aber, ich würde den auch Kennen, wenn der in meiner Klasse wäre. Wir wissen nichts über die Hintergründe. Das ist eine Hauptschule, kein Gymnsium. Deren Sozialisation mag etwas anderes abgelaufen sein, als unsere. Du musst mit diesem Kind auch noch weiterhin zusammenarbeiten, also einen Zugang finden. Dieses Kind kannst du nicht nach "unten" weiterreichen, wie auf dem Gymnasium. Wie gesagt, dass heisst nicht, das man so was stehen lassen darf, man muss klare Grenzen setzen. Manchmal hilft ein Gespräch mit dem Kind, mit Unterstützung eines Sozialarbeites mehr, als eine Anzeige bei der Polizei. Das ist der letzte Ausweg. Und wie auch schon gesagt, die Geschichte ist ein halbes Jahr alt, warum jetzt?

  • Dieses Kind kannst du nicht nach "unten" weiterreichen, wie auf dem Gymnasium.

    Ach, erzähl bloß, an welcher Schulform unterrichtest du denn? Oder bist du Schulsozialarbeiter, der nie vor Klassen stehen muss?


    Zudem, falls es dir nicht geläufig sein sollte, das Gymnasium darf wegen Verhalten überhaupt nicht "nach unten durchreichen". Schlimm genug, dass es immer wieder so gehandhabt wird.

    Aber, ich würde den auch Kennen, wenn der in meiner Klasse wäre.

    Die TE hat den ausgesiebten Rest bekommen und das als Berufseinsteigerin, ohne Rückhalt von der Schulleitung. Ich könnte echt kotzen, wenn ich sowas lese.

  • Zur Erinnerung:

    ...

    - In meiner zweiten Woche dort verfolgte mich einer meiner Schüler, bezeichnete mich als Hure, drohte mir mit dem Tod und wollte mich anschließend schlagen.

  • Ach, erzähl bloß, an welcher Schulform unterrichtest du denn? Oder bist du Schulsozialarbeiter, der nie vor Klassen stehen muss?

    Zudem, falls es dir nicht geläufig sein sollte, das Gymnasium darf wegen Verhalten überhaupt nicht "nach unten durchreichen". Schlimm genug, dass es immer wieder so gehandhabt wird.

    Wird es das denn? Oft gehen in solchen Fällen Verhalten und Leistung einher, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind mit Note 1 in allen Hauptfächern vom Gymnasium auf die Realschule wechselt - unabhängig vom Sozialverhalten.

    • Offizieller Beitrag

    Aus der Praxis von 14 Jahren am Gymnasium:

    Es gab natürlich immer mal wieder sozial auffällige SchülerInnen. Die wenigsten davon konnte man aber "loswerden", weil die Leistungen insgesamt OK waren. SchülerInnen, die früh bzw. in der Erprobungsstufe mit zwei Fünfen enden, waren bei uns eher selten - aber die wenigen, die ich miterleben durfte, hatten es in der Tat in den meisten Fällen in sich. Ich kann mich ad hoc nur an eine Handvoll Fälle erinnern, wo wir überhaupt nach der Erprobungsstufe "nach unten" durchgereicht haben.

    In der Regel findet die "Aussortierung" (ich hasse dieses Wort in Bezug auf Menschen, aber es bezeichnet den Vorgang recht präzise) bereits in der Grundschule statt und diese Kinder kommen erst gar nicht ans Gymnasium.

    Ein Vorfall wie eingangs geschildert hätte an meiner alten Schule aber mindestens zur Androhung der Entlassung geführt. Da greifen meines Erachtens aber auch keine milderen Maßnahmen mehr und das Verhalten des Schülers ist geeignet, die pädagogische Arbeit nachhaltig zu erschüttern - vom Vertrauen einmal ganz abgesehen.

  • Wird es das denn? Oft gehen in solchen Fällen Verhalten und Leistung einher, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind mit Note 1 in allen Hauptfächern vom Gymnasium auf die Realschule wechselt - unabhängig vom Sozialverhalten.

    Ohmann, ja, man kann sich immer Ausnahmefälle ausdenken, die man sich so gar nicht vorstellen kann, allein des schönen Whatabouts wegen. Erzähl mir von deinen Erfahrungen mit vorbestraften Gewalttäter*innen im Unterricht und deren schulischer Karriere, intellektuellen Vermögens und Psychiatriekarrieren und ich antworte auf deine Frage.

  • Da muss ich tatsächlich passen - hattest du schon vorbestrafte Gewalttäter in deiner Klasse und wenn ja, was ist bei denen so besonders, dass du sie explizit ansprichst?

  • Ach, erzähl bloß, an welcher Schulform unterrichtest du denn? Oder bist du Schulsozialarbeiter, der nie vor Klassen stehen muss?

    Keine Ahnung, was das für ein Ausfall von dir ist. Bei mir steht zumindest die Richtung Grund-Haupt-Realschule, was tatsächlich nicht da steht: seit 15 Jahren in der Grundschule tätig, davon die meiste Zeit im Brennpunkt. Bei dir steht nichts. Nach deiner pissigen unreflektierten Art zu Antworten, würde ich vermuten, du bist Gymnasiallehrkraft, die pädagogisch wertvoll unliebsame Kinder "nach unten" weiterreicht, wie es tatsächlich noch sehr sehr häufig stattfindet, wie du ja auch geschrieben hast?

    Die TE hat den ausgesiebten Rest bekommen und das als Berufseinsteigerin, ohne Rückhalt von der Schulleitung. Ich könnte echt kotzen, wenn ich sowas lese.

    sehe ich genauso, das ist unhaltbar und sie sollte die Konsequenzen daraus ziehen.

  • Zitat

    Wenn das Verhalten der Kinder, welches du beschreibst eher die Regel ist,

    braucht es ein vernünftiges Konzept damit umzugehen, an dem alle Lehrkräfte des Kollegiums mitarbeiten. Es braucht klare Regeln, einen Sozialarbeiter, der euch unterstützt usw.


    Sehr richtig. Leider ist das aber nicht immer der Fall, manchmal mangelt es schon an dem erwähnten Konzept. Ganz zu schweigen von formal-organisatorischen Dingen wie Sozialarbeiter etc. Ich habe ähnliche Situationen erlebt, und leider auch den eher schwach ausgeprägten Umgang in der Schule mit solchen Problemen.

    Die Anzeige ist jetzt theoretisch vielleicht noch durchführbar, realistisch aber nicht mehr. Bereits bei der Polizei wäre die erste Frage, warum man erst jetzt damit kommt. Und ggf. später vor Gericht wieder.


    An die TE: Kannst Du bei der SL erwirken, die Klasse abzugeben? Oder aber den betreffenden Schüler in eine andere Klasse versetzen zu lassen? Das wäre u.U. eine kurzfristig machbare, schnelle Möglichkeit (zumindest der Schülerwechsel). Ich finde, es ist nicht mehr haltbar, einen Schüler unterrichten zu müssen, der einen bedroht. Aber ehrlich gesagt, hätte auch diese Forderung schon im letzten Schuljahr kommen müssen. Sofern es seit dem keine weiteren Vorfälle mehr gegeben hat, ist das jetzt ja kaum noch glaubhaft zu begründen :-/


    Wenn es an der Schule gar nicht mehr geht: Wie wäre es mit einem Versetzungsantrag und parallel eine (bis mehrere hintereinander ;) ) Schwangerschaft? (...)

  • Nach deiner pissigen unreflektierten Art zu Antworten, würde ich vermuten, du bist Gymnasiallehrkraft, die pädagogisch wertvoll unliebsame Kinder "nach unten" weiterreicht, wie es tatsächlich noch sehr sehr häufig stattfindet, wie du ja auch geschrieben hast?

    "Pissige Art zu antworten"?! Na, du hast ja einen netten Ton am Leib... :(

    Wenn du hier öfter mal mitliest, solltest du wissen, dass @samu an einer Förderschule tätig ist.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Zitat

    Ein guter Sozialarbeiter ist an einer Schule mit schwierigen Kindern Gold wert und hat viele Möglichkeiten die Lehrkräfte zu unterstützen und sie zu entlasten.


    Ich befürchte, dann gibt es eine Reihe von weniger guten Sozialarbeitern. Die Probleme (bei diesen Berufsgruppen) fangen schon bei den Betreuern an, die bei einigen SuS im U daneben sitzen :-/

  • Ich befürchte, dann gibt es eine Reihe von weniger guten Sozialarbeitern. Die Probleme (bei diesen Berufsgruppen) fangen schon bei den Betreuern an, die bei einigen SuS im U daneben sitzen :-/

    Diese Betreuer*innen sind aber doch i. d. R. keine Sozialarbeiter*innen sondern "Schulbegleiter*innen"?! Solch eine Qualifizierungsmaßnahme kann bei uns jede/r an der VHS machen (Umfang: 133 Stunden). Das hat u. a. eine Freundin von mir gemacht, die vorher im Einzelhandel tätig war.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ich muss zugeben, mir ist das genaue Berufsbild dieser Betreuer unklar. Aber das wäre wohl ein eigenes Thema. Aber der VHS-Kurs erklärt mir schon so einiges...

  • Wird es das denn? Oft gehen in solchen Fällen Verhalten und Leistung einher, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind mit Note 1 in allen Hauptfächern vom Gymnasium auf die Realschule wechselt - unabhängig vom Sozialverhalten.

    Oft heißt nicht immer.


    Einer meiner problematischten Schüler am Gymnasium war intelligent, zeigte sehr gute Leistungen und mobbte (aus Spaß/Langeweile) extrem. Ich habe ihm kontra gegeben, das hat er mir nicht verziehen. Als sein Jahrgang Abistreich hatte, bin ich nicht hin (das einzige Mal in meinem Lehrerleben, sonst mache ich den Blödsinn mit). Aber ich habe ihm alles zugetraut (und Kollegen und SL haben mir Recht gegeben).


    Und wie du schreibst, es zählen die Leistungen, nicht das Sozialverhalten. Ich verstehe raindrops Kommentar daher auch nicht (sowohl am Gymnasium als auch an der Hauptschule ist Schulverweis bei entsprechendem Verhalten möglich).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Da muss ich tatsächlich passen - hattest du schon vorbestrafte Gewalttäter in deiner Klasse und wenn ja, was ist bei denen so besonders, dass du sie explizit ansprichst?

    Als kleiner Einwurf von der Seite:

    Ich hatte tatsächlich schon öfter vorbestrafte Gewalttäter in der Klasse, das kommt gar nicht so selten vor. Interessanterweise gibt es dabei meist keinen Zusammenhang zwischen Verhalten und Leistung, sondern eher einen Zusammenhang zwischen Lehrkörper und Verhalten. Viele waren leistungstechnisch sogar okay bis gut, treffen diejenigen jedoch auf "die falschen Kuk", gabs schon hier und da Eskalationen. Dann gibt es jedoch den Rückhalt der SL, die dann entsprechende Maßnahmen ergreift. Aber das lag dann nicht an der Leistung.

  • Da muss ich tatsächlich passen - hattest du schon vorbestrafte Gewalttäter in deiner Klasse und wenn ja, was ist bei denen so besonders, dass du sie explizit ansprichst?

    Ich hatte sogar schon aktuell im offenen Vollzug einsitzende Straftäter in der Klasse sitzen. Haben sich immer besonders gut benommen, weil der Freigang nur für die Schule gewährt wurde :D

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