Umgang mit Gefälligkeitsattesten von Querdenker-Idioten

  • Liebe Kollegen und Kolleginnen,

    wie geht Ihr denn an der Schule mit Masken-Befreiungs-Attesten um?

    Vor allem, diejenigen welche nicht vom Hausarzt im Nachbardorf kommen,

    sondern aus Sinsheim vom Bodo Schiffmann Corona-Leugner-Vollpfosten oder vom "Googlesuche: Maske Attest *Wunschort*"-Arzt?

    Wir haben bei uns hier SuS, die Ihre Schniefnase mit Attest seit Wochen jedem zeigen, und die Eltern sind staatlich anerkannte Proleten, Nazis, AfD-Wähler und ex UdSSR-Einwohner oder weitere Mitmenschen mit ausgeprägter Suchtproblematik mit Diagnose Realitätsverzerrung via Telegramm, Youtube, TikTok und Instagramm.

    Mir schwillt hier echt der Kamm. Die Dummheit macht mich traurig und hilflos.


    Kann man gegen solche "Atteste" gar nichts machen und muss sich verarschen lassen von geistig-nicht-ganz-gesunden Minderheiten?

    Grüße

    Tony

  • Nach dem derzeitigen Hygienekonzept in Bayern werden solche Atteste nicht mehr anerkannt. Es muss also ein individuelles Attest sein, ggf.mit Diagnose bzw. Begründung des Attests. Ansinsten darf der Schüler die Schule ohne Maske nicht betreten und fehlt unentschuldigt.


    Sarek

  • Man kann solche Atteste - bei uns enthalten die inzwischen auch die geforderten Diagnosen usw. - bei Verdacht auf Gefällligkeitsattest an die jeweils zuständige Ärztekammer schicken. Geht per Mail unter Unkenntlichmachung der Namen der SuS. Wenn das möglichst viele Schulen machen, kriegen die Ärzte Ermahnungen und evtl. auch dann Anzeigen.

    Hab ich bei uns schon gemacht, weil ich mich maßlos über solche Ärzte und Eltern ärgere. Es traten Ärztenamen auf, die auf der Seite der „Ärzte für Aufklärung“ zu finden waren und ein Arzt aus einer Nachbarstadt war mehrfach dabei, was uns merkwürdig vorkam - ist offenbar ein anthroposophischer Arzt.

    Theoretisch kann man auch die Eltern anzeigen, davon haben wir aber zunächst abgesehen. Manche Attests wurden auch zurückgezogen: Manche Kinder bzw. Jugendliche, die angeblich mal keine Maske tragen konnten, haben jetzt kein Problem mehr damit.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Es ist halt schon Mist, wenn selbst Arzt*innen sich nicht einig sind. Die Überlegung sollte m.M.n. sein: Will ich mich als Schulleiter dem Kampf mit Gesundheitsamt, Politik, Eltern und Ärzten aussetzen, dann finde ich einen Weg, die Kinder zu separieren. Oder setze ich das um, was mir gesagt wird, dann haben eben die mit Attest keinen MNS auf. Ich wüsste schon aus Prinzip, wo meine Verarschungsgrenze liegt und fände eine Lösung. Letztlich sind wir als Schule Teil der öffentlichen Ordnung und wenn ich seit einem halben Jahr die Maskenpflicht durchsetze, dann lass ich mir nicht von Justins Arzt die Autorität nehmen, sorry.

  • Nach dem derzeitigen Hygienekonzept in Bayern werden solche Atteste nicht mehr anerkannt. Es muss also ein individuelles Attest sein, ggf.mit Diagnose bzw. Begründung des Attests. Ansinsten darf der Schüler die Schule ohne Maske nicht betreten und fehlt unentschuldigt.


    Wir haben Kinder mit diesen Pseudo-Masken von Querdenken. Laut Gesundheitsamt müssen wir die akzeptieren...

    Woher der Unterschied, ihr kommt doch beide aus Bayern?




    Bei uns (NRW) wird es nicht anerkannt. Schon gar nicht ohne Begründung. Hatte einen Fall bisher. Bin damit zur Schulleitung.

    Schüler muss einen Antrag stellen, dem wird aktuell meist nicht einfach stattgegeben. Vorsprache beim Amtsarzt möglich. Oder eben :



    Solche Schüler werden von unserer SL ins Distanzlernen befördert und plötzlich geht es dann doch...

    Fertig.


    Bei uns gibt es keine Schüler ohne Masken. Zumindest nicht im Klassenraum.

  • Das ist wirklich unglaublich! Bei uns an der Schule ist - trotz einer SuS-Zahl von über 1500 - noch kein/e einzige/r Schüler/in auf die Idee gekommen, ein Attest zur "Masken-Befreiung" vorzulegen. Es halten sich alle an die Maskenpflicht (wir müssen zwar immer mal wieder ermahnen, die MNB richtig aufzusetzen, aber hatten auch noch keine "Masken-Verweigerer" unter unseren SuS).

  • Bei uns gibt es zum Glück das Problem nicht, auch SuS, die von der Maskenpflicht befreit wären gibt es bei uns bislang nicht. Atteste ohne Diagnose dürfen wir nicht akzeptieren und in jedem Fall läuft das über die Schulleitung, die das zum Glück sehr ernst nimmt und entsprechend streng prüft bzw. abzuwehren suchen würde (genauso, wie der Elternwunsch das eigene Kind rein im Fernunterricht beschult zu wissen in jedem Fall ein Gespräch mit der Schulleitung nach sich zieht, um Eltern über die Konsequenzen auszuklären).


    Dies geschrieben, empfinde ich die Wortwahl in diesem Beitrag

    in vieler Hinsicht als problematisch und mindestens grenzwertig ("staatlich anerkannte Proleten", "ex UdSSR-Einwohner oder weitere Mitmenschen mit ausgeprägter Suchtproblematik mit Diagnose Realitätsverzerrung", "Dummheit", "geistig-nicht-ganz-gesunde Minderheiten"). Für einen Erstlingsbeitrag wirft das Fragen auf und ist insgesamt deutlich zu einseitig, zu stigmatisierend, bedient zu sehr Klischees, Vorurteile und Stereotype über z.B. Spätaussiedler, ALG II-Empfänger etc. Ich verstehe den Ärger, die Ausdrucksweise halte ich für unentschuldbar und nicht tolerabel.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

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  • Da hast du vollkommen recht CDL !!! Ich muss gestehen, dass ich den Beitrag gar nicht bis zum Ende gelesen hatte, sondern nur bis zur Eingangsfrage, auf die ich oben eingegangen war.

    Ich gehe davon aus, dass das (fast?) allen, die geantwortet haben so gegangen sein wird, denn niemandem davon würde ich per se die hinter solchen Formulierungen stehenden Haltungen unterstellen wollen. Umso wichtiger finde ich es, dass wir alle- trotz Corona- uns nicht von solchen Eingangsfragen mitreißen lassen, sondern auch weiterhin sehr kritisch prüfen was wie von wem mit welcher (potentiellen) Intention geäußert wird, insbesondere bei neuen Usern, bei denen es keine weiteren Beiträge zur Einordnung gibt. Wer über die AfD und Nazis schimpft, selbst aber eindeutig diskriminierende Vorurteile bedient in seinem Beitrag ist mir persönlich erst einmal äußerst suspekt als neuer User. Ich habe keine Lust mich über einem begreiflichen "Corona-Ärger" am Ende instrumentalisieren zu lassen.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

    Einmal editiert, zuletzt von CDL () aus folgendem Grund: +s

  • Woher der Unterschied, ihr kommt doch beide aus Bayern?

    Naja, im ersten Fall geht es um Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht. Bei uns haben die Kinder Masken, aber eben unbrauchbare, diese Pseudomasken mit den Löchern. Und das GA ist der Meinung, so lang die Kinder etwas Maskenähnliches tragen, müssen wir uns damit zufrieden geben. Echt toll, oder?

  • Naja, im ersten Fall geht es um Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht. Bei uns haben die Kinder Masken, aber eben unbrauchbare, diese Pseudomasken mit den Löchern. Und das GA ist der Meinung, so lang die Kinder etwas Maskenähnliches tragen, müssen wir uns damit zufrieden geben. Echt toll, oder?

    Glaube da würde ich mich weigern zu unterrichten irgendwann.

    Aber eigentlich sollte da auch der Schulleiter die Fürsorgepflicht hochhalten. Aber das ist eh ein Thema für sich.

    Als Eigenschutz bleibt da erst einmal nur FFp2

  • Es betrifft mich nicht selber, keines dieser Kinder ist in meiner Klasse.

    Und genau, die Schulleitung hat bei Schulamt und Gesundheitsamt nachgefragt - das war das Ergebnis...

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