Notenmitteilung während Distanzunterricht?

  • allen Schulen, an den ich bisher war, hiess es: die endgültigen Noten legt die Zeugniskonferenz fest.

    Das ist aber nur ein Formalismus. Laut APO-BK kann die Konferenz die Note nur durchwinken. Wenn ich also sage, die Schülerin bekommt eine drei, dann bekommt die Schülerin eine drei. Da können sich meine Schülerinnen auch drauf verlassen. Insofern habe ich auch kein Problem, das per E-Mail bekannt zu geben.

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

  • Humblebee: willkommen im Föderalismus, ich glaube, zur Zeit ist es deine Schockphase (ich hatte sie umgekehrt, als ich nach Arbeit in NRW zum Ref nach NDS wechselte).

    In der Sek 1 werden ja die Noten (in NRW) auf der Klassenkonferenz festgesetzt.
    und Achtung: da sitzen keine Eltern dabei und manchmal wird durchaus auch mal "verhandelt" (Natürlich sind es Ausnahmen, aber auch nicht im Promill-Bereich...), weil es ja auch um eine pädagogische Entscheidung geht.

  • Humblebee: willkommen im Föderalismus, ich glaube, zur Zeit ist es deine Schockphase (ich hatte sie umgekehrt, als ich nach Arbeit in NRW zum Ref nach NDS wechselte).

    In der Sek 1 werden ja die Noten (in NRW) auf der Klassenkonferenz festgesetzt.
    und Achtung: da sitzen keine Eltern dabei und manchmal wird durchaus auch mal "verhandelt" (Natürlich sind es Ausnahmen, aber auch nicht im Promill-Bereich...), weil es ja auch um eine pädagogische Entscheidung geht.

    Die NRW-Somi ... die politische Steuerungsmaßnahme für die Abiquote. Gehört endlich abgeschafft.

  • ich habe das Glück, dass alle meine Schüler noch Nachklausuren/-klassenarbeiten diese und nächste Woche schreiben, die Kollegen teilen im Anschluss meine und andere Arbeiten von Kollegen vor Weihnachten aus (es gab schon Gelächter im Lehrerchat, weil manche sehr viel austeilen müssen), ich selbst habe nächste Woche Aufsicht und werde danach auch austeilen


    Zeugnisnoten sollen wir auch nicht vor der Konferenz mitteilen, wie einige hier schrieben, es kann sich noch ändern und dann ist das Geschrei groß. Wir nennen also nur den aktuellen Notenstand (und dieses Jahr vermutlich nicht).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Das ist aber nur ein Formalismus.


    Das war bei uns nie reiner Formalismus. Den Grund liefert:


    weil es ja auch um eine pädagogische Entscheidung geht.


    In unseren Konferenzen gab es in Einzelfällen immer wieder unerwartete Einzelfälle, die dann doch die Entscheidungen von KuK beeinflussten. Und das ist gut so.

  • Das war bei uns nie reiner Formalismus. Den Grund liefert:



    In unseren Konferenzen gab es in Einzelfällen immer wieder unerwartete Einzelfälle, die dann doch die Entscheidungen von KuK beeinflussten. Und das ist gut so.

    Eben bei uns auch. Ich habe auch schon geändert.

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  • Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann mich auch aus meiner Schulzeit nicht daran erinnern, dass ich großartig Noten vor dem Zeugnis wusste. Da frage ich mich auch ein bisschen, was das Zeugnis überhaupt noch bringt, wenn man sowieso schon alles weiß. Ich erinnere mich daran, dass es da immer noch einen Überraschungseffekt gab :D

    Doch, bei mir wurden damals (zumindest in der BFS-Klasse, die ich besucht habe, und am Gymnasium; weiter zurück in meine Kindheit erinnere ich mich nicht mehr...) auch vor den jeweiligen Halbjahres- und Sommerzeugnissen die Noten mit uns besprochen.

    Das Zeugnis ist dann eben die "Gesamtdókumentation" der Einzelnoten (sowie bei uns an den BBS der Durchschnittsnoten in den Lernbereichen), des Arbeits- und Sozialverhaltens und der entschuldigten und unentschuldigten Fehltage 8).

  • Nun ja, es gab auch schon Stimmen aus manchen Bundesländern, dass es bei ihnen keine Notenübersicht (Klassenspiegel o.ä.) gäbe, was ich schwierig finde, da Schüler so nicht ihre Leistung im Rahmen der Gesamtleistung der Klasse einordnen können.

    Joa, soziale Norm betreiben die SuS schon selbst genug. Ich gebe gerade mal noch den Durchschnitt an bei KA auf Nachfrage, einen Klassenspiegel dürfte ich nicht angeben und würde ich auch nicht angeben wollen, das halte ich für verfehlt, denn das besagt für den Einzelnen weder etwas darüber, inwieweit Inhalte beherrscht und Kompetenzen erworben wurden, noch etwas über die individuellen Fortschritte (die sich nicht daran ablesen lassen, ob man in der Klasse bei den "5 schlechtesten Noten" wäre oder bei den "5 besten Noten"), kann aber ganz problemlos den sozialen Druck erhöhen ("Waaaaas, nur eine 5!? Wer hat die denn? Anna-Simon, hast du die? Nee, aber der/die Leon-Maria, klar, der/die ist IMMER total schlecht."). Braucht nun wirklich keiner noch mehr von im Leben.


    In Freiburg gab es mehrere (sic!)Jahre lang ein Schulprojekt an einer Grundschule, "Schule ohne Noten", wo genau solche Aspekte keine Rolle spielen und insofern ganz praktisch erforscht werden sollten. Wurde leider vom RP eingestampft, ehe man abschließende Ergebnisse aus der begleitenden Forschung hatte (die man vielleicht einfach in der Form nicht haben wollte?).

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Doch, bei mir wurden damals (zumindest in der BFS-Klasse, die ich besucht habe, und am Gymnasium; weiter zurück in meine Kindheit erinnere ich mich nicht mehr...) auch vor den jeweiligen Halbjahres- und Sommerzeugnissen die Noten mit uns besprochen.

    Das Zeugnis ist dann eben die "Gesamtdókumentation" der Einzelnoten (sowie bei uns an den BBS der Durchschnittsnoten in den Lernbereichen), des Arbeits- und Sozialverhaltens und der entschuldigten und unentschuldigten Fehltage 8).

    Ich weiß nicht, ob das jetzt an RLP lag oder an meiner Schule/meinen Lehrern. Als Lehrer in NRW kenne ich es ja auch so, dass immer alles vorher mitgeteilt wird, nur meine persönliche Erfahrung war eine andere.

  • CDL: Es geht ja nicht nur um die individuelle Leistung, sondern um die individuelle Leistung im Kontext kollektiver Leistungen. Aber gut, auch da gibt es wieder förderale Unterschiede, denn bei uns ist der Notenspiegel anzugeben - was ich persönlich gut finde.

  • In der Sek 1 werden ja die Noten (in NRW) auf der Klassenkonferenz festgesetzt.
    und Achtung: da sitzen keine Eltern dabei

    Das allerdings verwundert mich auch! Müssen zu Klassenkonferenzen jeglicher Art (also auch den Zensurenkonferenzen) in NRW die Schüler- und Elternvertreter denn nicht eingeladen werden?

  • Nee. Eltern und Schüler*innen sind bei den Fachkonferenzen dabei (ohne Stimmrecht), bei der Schulkonferenz (Drittelparität! im höchsten Gremium), aber nicht bei der Lehrerkonferenz oder Notenkonferenz.
    Ich weiß nicht mehr, ob sie bei einigen Teilkonferenzen dabei sind, wenn, dann nur sehr seltene Fälle.

  • Ich habe auch schon geändert.

    Ich nicht. Mir ist es aber auch nicht passiert, dass mir eine für die Benotung relevante Informationen erst während der Zeugniskonferenz mitgeteilt wurde.

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

  • Ich nicht. Mir ist es aber auch nicht passiert, dass mir eine für die Benotung relevante Informationen erst während der Zeugniskonferenz mitgeteilt wurde.

    manchmal weiß man (ich) div. Hintergründe nicht, der Schüler lag sowieso zwischen zwei Noten, usw.


    Es wurde noch nie von mir verlangt, die Note zu ändern, da würde ich allergisch reagieren und es ging immer um ein, zwei Zehntel und da habe ich in Baden-Württemberg ausdrücklich pädagogische Freiheit, die ich mit Zusatzwissen ausnützen kann (also Schüler steht Komma 4 oder 6 und ich erfahre etwas, dass in die andere Richtung zieht.). Es kam in 25 Jahren vielleicht dreimal vor, vor einem Jahr hat eine Kollegin ihre Note aufgrund einer Information von mir (Klassenlehrer) noch geändert.


    Und die Konferenz ist auch Austausch. Manchmal bleibt eine Information irgendwo stecken, für mich kein Problem.


    (Ich habe vor Jahren mal mitbekommen, wie ein Schüler nach der Konferenz sich mit einem Betrug gebrüstet hat. Da gab es noch eine Konferenz.)

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  • Wie gesagt, relevante Informationen habe ich während der Konferenz noch nicht bekommen.


    Ich frage mich auch, was das sein könnte, das ich über die Leistungen der Schülerinnen nicht wissen könnte. Mir fällt da nur ein nachgereichtes Attest ein.


    Im Austausch über die Schülerinnen sind wir aber sowieso. Dafür brauchen wir die Konferenz nicht. Wir bräuchten die gar nicht. Wenn alle ihre Noten eingetragen haben, könnten wir die Zeugnisse drucken. Auf den Konferenzen passiert nichts, außer dass sie stattfinden.

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

  • Bei uns ist es während der Zeugniskonferenzen schon diverse Male passiert, dass KuK gemerkt haben, dass sie in den Notenlisten falsche Noten eingetragen hatten (weil sie in der Zeile verrutscht waren o. ä.) und sie mussten diese dann noch ändern. Auch ist es mir selber schon mal passiert, dass ich vergessen hatte, bei einer Schülerin die Befreiung vom Sportunterricht zu berücksichtigen und ihr dadurch fast eine zu schlechte Durchschnittsnote im berufsübergreifenden Lernbereich "verpasst" hätte.

    Dann hatten wir auch schon KuK, die SuS verwechselt hatten und daher falsche Noten eingetragen...

    Na ja, um solche Missverständnisse zu klären und Fehler zu finden, sind die Zeugniskonferenzen auf jeden Fall gut!

  • Wir müssen die Noten vor den Konferenzen bereits über Kontrolllisten abgleichen und bestätigen. *Eigentlich"* kann es da nicht mehr zu Fehlern kommen, wenn alle das gewissenhaft tun.


    Ich muss sagen, der Vorteil der digitalen Zeugniskonferenzen war für mich eindeutig, dass eben NICHT über jeden Schüler und was ihn möglicherweise gerade belastet geredet wurde, das sorgt nämlich sonst jedes Mal für abartiges Überziehen und hat auf Zeugniskonferenzen meines Erachtens nach eh nichts zu suchen (dafür haben wir zusätzlich 1x halbjährlich noch ellenlange pädagogische Konferenzen). Dieses Jahr war es ein schönes, zeiteffizientes Durchscrollen der Noten mit der Bitte um erneuten kurzen Abgleich auf Korrektheit und das wars.

    Gehört zu den Dingen, von denen ich mir wünschen würde, dass sie Corona überdauern.

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