Notenmitteilung während Distanzunterricht?

  • Ja, die Mehrheit der SuS und Eltern wollen den Notenspiegel haben. In eineigen BL ist es verpflichtend, in anderen können die Lehrer selbst entscheiden.

    Es kommt ja auch drauf an, wie sie es gewöhnt sind. Wenn ich das mal vergesse, anzuschreiben (Spiegel und Schnitt ist bei uns am Gym. üblich) oder die Zeit knapp ist, schreien mir noch welche hinterher, wenn ich rausgehe, dass ich das nicht angeschrieben hab oder Eltern schreiben mir sogar eine Mail. Dann hole ich es in der nächsten Stunde nach.


    Ich habe das so im Ref. gelernt, dass das mit rausgegeben wird (werden muss?). Ich finde aber nicht, ob das auch im Schulrecht irgendwo steht. Weiß das jemand (für BY)?

  • Die Frage ist vielleicht doch eher wie Klassenarbeiten zurückgegeben werden?


    Man kann das klassisch machen, wie mein alter Lateinlehrer, den Notenspiegel anschreiben und danach die Hefte sortiert von gut nach schlecht austeilen. Hat sicherlich was für sich, wenn man ein Arsch ist, macht aber dann hoffentlich doch niemand mehr so (ich sortiere selbst die drei Hefte für die Schulleitung alphabetisch wieder ein).


    Meine Reihenfolge ist: Besprechung der Klassenarbeit inkl. Musterlösung, dann die Klassenarbeiten zurück und da stehen Notenspiegel und durchschnittliche Punktzahl in den Einzelaufgaben im Erwartungshorizont mit drin. Ich glaube nicht, dass jemand der gerade eine 5 oder 6 zurückbekommt sich große Sorgen um seine Mitschüler macht, bei uns ist da die Angst vor den Eltern doch relevanter (das ist im Standortfaktor 1 genauso wie es in 5 war). Und das rumfragen innerhalb der Klasse ist tatsächlich ein pädagogisches Problem, aber doch eher eins was man angehen sollte. "Die verprügeln Paul immer in der Sportumkleide" --> Lösung: "Wir machen einfach kein Sport mehr!" Eher nicht, oder?


    Faule Säcke ist selbstverständlich möglich (gibt es in Grundkursen bei uns auch), aber da Faulheit/Fleiß ein intervallskaliertes Persönlichkeitsmerkmal ist, kannst du davon ausgehen, dass das normalverteilt innerhalb der Bevölkerung ist. Wenn das in deiner Schulform nicht so ist, spräche das entweder für einen systemischen oder einen Auswahleffekt. Ich bleibe dabei...nicht annähernd normalverteilte (meinetwegen auch rechtsschief zur schwachen Seite) Punktsummen sprechen aus psychologischer Sicht immer dafür, dass man sich die Testkonstruktion nochmal sehr genau angucken sollte in Bezug auf "Kompetenzsprünge". Bei PISA wäre das z.B. der Fall wenn gar keine Aufgaben auf Kompetenzniveau 500-550 im Testheft wären...das fiele bei der statistischen Analyse der Aufgaben sofort auf, dafür reicht unsere Stichprobengröße nicht aus, aber regelmäßig sollte das nicht passieren. Ausnahme: Es gibt einen entwicklungspsychologischen Grund, den gäbe es z.B. in Klasse 7/8, wenn man lineare Funktionen thematisiert...manche Schüler können den Abstraktionsgrad einfach von der Entwicklung nicht und scheißen da gnadenlos rein, unabhängig vom Fleiß...

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Man kann das klassisch machen, wie mein alter Lateinlehrer, den Notenspiegel anschreiben und danach die Hefte sortiert von gut nach schlecht austeilen.

    Das kenne ich auch von meinem Mathelehrer. Ich war allerdings so aufgeregt (und froher, je länger ich auf meine Klassenarbeit warten musste), dass ich nicht groß mitbekommen habe, wer die schlechten Noten rausbekommen hat.

  • Das kenne ich auch von meinem Mathelehrer. Ich war allerdings so aufgeregt (und froher, je länger ich auf meine Klassenarbeit warten musste), dass ich nicht groß mitbekommen habe, wer die schlechten Noten rausbekommen hat.

    Ich finde das immer wieder erstaunlich, dass es wirklich Kollegen gab, die nichts besseres zu tun hatten als die Arbeiten der Note nach zu sortieren :D

  • Das macht man doch seit 20 Jahren nicht mehr? Ich kenne es so, dass man einfach so korrigiert und zurückgibt, wie es halt abgegeben wurde. Alphabetische Reihenfolge fände ich auch OK.

  • Es geht nicht (nur) um die Wirkung auf die Schülerpsyche. Auch bei dir fürchte ich, du hast unsere Beiträge gar nicht gelesen oder nur sehr flüchtig. Oder schreibe ich so unverständlich?:crying:

    Ich gebe zu, dass ich das meiste nur geschwind quer gelesen habe. :rotwerd:


    Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass ich nebenbei noch Unterricht gemacht habe.

  • Valerianus Nach wie vor finde ich den Ton, den du mir gegenüber anschlägst, mehr als befremdlich, aber ich will gerne nochmal versuchen, mich um Aufklärung zu bemühen. Ich will hier überhaupt nicht streiten oder recht behalten, aber ich mag es auch nicht so, wenn ich den Eindruck habe, dass man mich absichtlich missverstehen möchte, und mir irgendwas in den Mund legt, was ich so nie geschrieben habe. Wie gesagt, es mag an meiner Unfähigkeit liegen, mich in Schriftform verständlich auszudrücken, das schließe ich gar nicht aus. Nun denn:


    Zur Normalverteilung im Zusammenhang mit Noten schrieb ich:

    Zitat

    macht auch nur bedingt Sinn bei der Stichprobengröße und dem, was man da misst

    Zugegeben, vielleicht habe ich das zu ironisch abgeschwächt ("macht nur bedingt Sinn") und zu unkonkret ("bei dem, was man da misst") formuliert, aber was genau an meiner Aussage zum Thema Normalverteilung dann inhaltlich von deinen Ausführungen zu abweicht, ist mir nicht klar. Wer hier als erster die Normalverteilung im Zusammenhang mit Noten erwähnt hat, war übrigens Lindbergh.


    Außerdem, wie du selber ja auch ganz richtig schreibst, spielt ja alleine schon die Stichprobengröße schon auch noch eine Rolle. Aber auch hier wieder, wir sind doch eigentlich nicht so weit voneinander entfernt, denn ursprünglich ging es ja um Lindberghs "total schwere" und "total leichte" Tests, bei denen ich mich (und ihn) fragte, wie das passieren kann, wenn man die Grundregeln zur Testkonstruktion beachtet.


    Bitte hilf mir, wo ist nun der Unterschied zwischen meinem Text:

    Zitat

    Normalerweise schreibt man bei vernünftiger Konzeption eben nicht einmal einen super schweren und einmal einen super leichten Test. Ich kann das gar nicht richtig nachvollziehen, was du damit meinst. Hast du schon einmal eine Klassenarbeit konzipiert? Man kann sich vielleicht mal etwas verschätzen in der Einordnung in einen Anforderungsbereich, aber bei dir klingt es wie wenn ein Schüler schreiben würde ("boah, der Test war voll schwer")... Hast du die Texte von mir und CDL wirklich gelesen? Es gibt doch Vorgaben über die Gewichtung der Anforderungsbereiche und Kriterien über die Notenvergabe.


    und deinem Text:

    Zitat

    Ich bleibe dabei...nicht annähernd normalverteilte (meinetwegen auch rechtsschief zur schwachen Seite) Punktsummen sprechen aus psychologischer Sicht immer dafür, dass man sich die Testkonstruktion nochmal sehr genau angucken sollte in Bezug auf "Kompetenzsprünge".



    Dass mir absichtlich sinnentstellendes Zitieren vorgeworfen wird, erlebe ich auch zum ersten Mal, aber ok, dann nochmal am ganzen Satz:

    Zitat

    Alle Punkte in Bezug auf die individuelle Förderung sind völlig unabhängig vom Notenschlüssel, die gehören in die Förderempfehlung (falls ordentlich in die Hose gegangen) oder in die individuelle Rückmeldung im Heft.

    Ich lese: Eine Förderempfehlung gibt es, falls ordentlich in die Hose gegangen (ansonsten nicht). Ist das falsch interpretiert? Ein logischer Fehlschluss? Mag sein. Bitte um Aufklärung.

  • Zitat

    Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass ich nebenbei noch Unterricht gemacht habe.


    Liebe(r) Susi Sonnenschein , das lasse ich auf jeden Fall gelten! :wink_1:

    Aber da du ja nicht alleine bist mit, äh, interessanten Interpretationen meiner Beiträge, fürchte ich, es könnte doch an mir liegen.

  • Joker13: Ich glaube das mit der Förderempfehlung ist ein Bundeslandmissverständnis: Bei nicht ausreichenden Leistungen gibt es in NRW eine Förderempfehlung, aber für den Rest gibt es trotzdem eine individuelle Rückmeldung zur Klassenarbeit (entweder ins Heft wenn ich keinen EWH brauche, also in der SI oder mündlich, weil ich das nicht zusätzlich zum EWH schreibe in der SII).


    Zu dem mathematischen Unterschied: Wenn du dir Schüler und Items/Aufgaben auf derselben Fähigkeits-/Schwierigkeitsskala vorstellst (MW 500, SD 100 wie bei PISA), dann wäre ein schwieriger Test ein solcher, bei dem die Mehrheit der Items über dem Fähigkeitsniveau der Schüler liegt, wenn deine Schüler von ihren Fähigkeiten z.B. normalverteilt um 450 herumliegen und du deine Items normalverteilt um 500 herumlegst. Das kann angemessen oder auch nicht sein (hängt vom Lehrplan und dem durchschnittlichen Niveau in der Jahrgangsstufe ab). Dasselbe Prinzip geht auch für "zu leichte" Tests.


    Zwei Dinge sollten bei Tests nicht passieren:

    1.) Die Standardabweichung der Aufgaben darf nicht zu gering sein, weil man damit dann keine Kompetenzskala abbildet, sondern im Grunde nur: Hat das Niveau erreicht (aka bekommt eine 1 oder 2) oder nicht (Note 5 oder 6)

    2.) In der Normalverteilung der Aufgaben ist ein "Loch" (d.h. du hast im Aufgabenniveau zwei lokale Maxima), das bildet sich dann direkt in der Notenverteilung bei den Schülern ab (weil die mittlere Kompetenz ja gar nicht abgefragt wird, trennst du da dann sehr scharf zwischen "ist über dem Loch" und "ist im oder unter dem Loch". :)


    Den streiterischen Tonfall der ersten beiden Postings bitte ich zu entschuldigen, das beruht glaube ich darauf, dass mich der Punkt mit "ihr lest unsere Argumente doch alle gar nicht" zu sehr geärgert hat, aber das ging ja gar nicht an mich...:pirat:

    If you look for the light, you can often find it.
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  • In dem Fall ist doch dann nicht der Notenspiegel, also die Bekanntgabe der Gesamtleistung der Lerngruppe, das Problem, sondern das Sozialverhalten der Schüler. Sollte man da nicht eher ansetzen, indem das Recht auf Datenschutz den Schülern verdeutlicht wird?

    Inwieweit wird denn der Datenschutz bei bekanntgabe des Notenspiegles verletzt? Kommen die Verletzungen nicht erst danach, bei der Diskussion übe rdie Ergebnisse in der Klasse ins Spiel?

  • Der Notenspiegel selbst verletzt nicht den Datenschutz, sondern, komplett richtig, mögliche anschließende Diskussionen um Einzelnoten.

  • Ich finde das immer wieder erstaunlich, dass es wirklich Kollegen gab, die nichts besseres zu tun hatten als die Arbeiten der Note nach zu sortieren

    Das ergibt sich u.U. aber automatisch: Ich korrigiere zuerst die Arbeiten derer, bei denen zu erwarten ist, daß nicht viel zu korrigieren ist, und dann die mit der schönsten Schrift - am Ende sind dann die Sauklauen - Echoumenoi dran und die, bei denen erwartungsgemäß der Korrekturaufwand recht hoch ist; ziemlich automatisch kommen die schlechtesten Arbeiten dann zuoberst zu liegen. Die gebe ich dann auch als erste zurück (zuvor gibt es halt schon das Korrekturblatt mit der detaillierten Punkteübersicht - aber die eigene Arbeit interessiert die Schüler eigentlich mehr als die - doch recht abstrakten - Punkte; vor allem wollen sie konkret sehen, wofür es den Punkt (nicht) gab....).

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