Scannen & Speichern von Unterrichtsmaterialien

  • Liebe Kolleg*innen,


    alle Jahre wieder. Ich stehe wieder mal kurz vor der Entscheidung, alle meine Materialien digital abzuspeichern, auch das kleinste Schnipselchen, was ich so habe. Es wird so langsam ungemütlich im Arbeitszimmer. Bisher hatte ich vor, digital+Print zu fahren - aber irgendwie stoße ich nun an meine physischen Grenzen :spritze: und der Wohlfühlfaktor in meinem Arbeitszimmer ist nicht mehr wirklich groß.

    Nun ist das Scannen mit dem Flachbettscanner nicht unbedingt schnell und ich überlege auch, neben ABs, Stundenverläufen etc. auch meine Sammlung an Fachzeitschriften (zumindest auszugsweise) und Materialien zur Fachdidaktik abzuscannen (einfach, um auf alles schnell Zugriff zu haben). Ist das ein ziemlich ambitioniertes Vorhaben oder gibt es tatsächlich welche unter euch, die wirklich alles digital (sprich abgescannt) vorliegen haben? Ich favorisiere momentan die Festplatte als Speichermedium. Die Digitalisierung an meiner Schule nimmt nur ganz, ganz zögerlich Fahrt auf. Von Schulcloud keine Spur.


    Würde mich über einen Einblick von euch zwecks Inspiration sehr freuen! :pirat:

  • Ein Kollege von mir hat tatsächlich alles gescannt (inkl. Fach- und Schulbücher). Er hat einen Scanner mit automatischem Einzug und nimmt die Bücher vorher auseinander (er hebt aber alles auf dem Speicher auf und hofft, damit keinen Ärger zu bekommen, wir haben mal überlegt, ob digitalisieren auf diese Weise (selbst gekauft/weder analog noch digital weiter gegeben) erlaubt ist).


    Praktisch ist es schon, aber mir aktuell rechtlich zu unsicher (und auch 10 Minuten pro Buch zu zeitaufwändig).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Das hilft dir jetzt nicht, aber als Junglehrer habe ich tatsächlich alles digital... Und zwar weil ich eh noch keine so große Sammlung habe. Die wenigen Printmedien, die ich besitze, habe ich auch als eBooks erworben. Ich finde es viel praktischer so, da ich dadurch nicht lange suchen muss und mein Arbeitszimmer immer aufgeräumt aussieht.

  • Viele Kopierer an den Schulen können mit dem automatischen Einzug ganz toll einscannen und alles gleich als pdf auf nem USB-Stick speichern.


    Noch fahre ich zweigleisig, versuche aber Dopplungen auf Papier langsam loszuwerden, neues Material wird nur noch digital aufbewahrt.

  • Ich habe meine Materialsammlung auch digital, allerdings überwiegend nicht eingescanntes Material, sondern von vorneherein digital erstelltes oder erworbenes.

    Und auch hier sortiere ich immer wieder mal aus, je nachdem, was sich bewährt und was nicht.

    Bin aber auch noch nicht ewig dabei. Wenn ich ältere Kolleg*innen mit mit einer dreistelligen Anzahl an gefüllten Ordnern mit analogen Kopien sehe, schreckt mich das sehr ab.

    Ein Kollege von mir hat tatsächlich alles gescannt (inkl. Fach- und Schulbücher).

    Komplette (Schul-)Bücher zu scannen scheint mir rechtlich nicht zulässig zu sein (http://www.schulbuchkopie.de/).

    ich überlege [...] meine Sammlung an Fachzeitschriften (zumindest auszugsweise) und Materialien zur Fachdidaktik abzuscannen (einfach, um auf alles schnell Zugriff zu haben).

    Hm.

    Darf ich Artikel aus einer pädagogischen Fachzeitschrift auch für meinen eigenen Gebrauch kopieren?

    Ja, solange es sich nur um einen Artikel handelt. Mehrere Artikel aus derselben Fachzeitschrift dürfen für den eigenen Gebrauch nicht kopiert werden. Aber Achtung: Das Einscannen solcher Artikel für den eigenen Gebrauch ist nicht gestattet, denn die Beiträge dienen zumindest mittelbar einem eigenen beruflichen Zweck.

    Gilt das auch für Artikel in Fachzeitschriften, die sich im eigenen Besitz befinden? Falls ja, würde ich von obiger Idee absehen.

    Viele Kopierer an den Schulen können mit dem automatischen Einzug ganz toll einscannen und alles gleich als pdf auf nem USB-Stick speichern.

    Eigentlich sollten das heute (fast) alle Kopierer in Schulen können. Es wissen nur nicht alle Kolleg*innen ...

  • Plattenspieler, uns ist die Seite bekannt (und deshalb wurde diskutiert). Sie trifft halt nicht zu 100 % zu, dem Verlag entsteht ja kein Nachteil. Mein Kollege kauft ja alles und hebt das gescannte auf dem Speicher sogar auf, um zu beweisen, dass er es nicht weiter gegeben hat. Er gibt auch keine Kopien an Schüler oder Kollegen weiter. Es geht ihm nur um den Platz im Arbeitszimmer und in seiner Schultasche.


    Wie geschrieben ist es mir aktuell auch zu unsicher. Vor vielen Jahren (um 2000) habe ich im Landkreis einen Fall mitbekommen, wo Schüler eine Kollegin mit verbotenen Kopien erpressen wollten. Der PhV hat damals gewarnt und ich bin seitdem übervorsichtig.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Steht bei solchen Werken nicht vorne im Copyright drin, dass eine elektronische Speicherung unzulässig ist bzw. nicht ohne vorherige Genehmigung des Verlags möglich ist?

  • Bin aber auch noch nicht ewig dabei. Wenn ich ältere Kolleg*innen mit mit einer dreistelligen Anzahl an gefüllten Ordnern mit analogen Kopien sehe, schreckt mich das sehr ab.

    Genau das ist ja momentan mein Problem. Wenn ich nicht sofort aufhöre, knacke ich tatsächlich die dreistellige Zahl an gefüllten Ordnern. Mag ja alles gut und schön sein, aber ob kurz oder lang habe ich Probleme damit, mich angesichts dieser schieren physischen Masse in meinen eigenen vier Wänden (Arbeitszimmer) wohlzufühlen. Ich arbeite auch mit einer Struktur, so ist das also nicht - hier ist kein Chaos. Ich knacke alsbald mein 9. Dienstjahr. So kann es nicht weitergehen. :sterne: Und da ich mit der Technik gut zurechtkomme, will ich das Ganze nun digital angehen. Das würde mir mehr helfen, als das nächste Ordnerregal zu kaufen.

  • Wir haben an der Schule einen Kopierer, der Bücher aller Art als PDF einscannen kann, sei es über den Einzug oder auf der Glasfläche.

    Abgesehen von der rechtlichen Situation bzgl. des Einscannens urheberrechtlich geschützten Materialien möchte ich bewußt eine Provokation in den Raum werfen:


    Was bringt soll das alles bringen?


    Ich könnte mich, so die Theorie, an Lehrwerke für das Fach Englisch in der 8. Klasse aus 4 verschiedenen Verlage aus 4 verschiedenen Generationen bedienen. Ist mein Unterricht anhand dessen deutlich besser?


    Brauche ich eigentlich nach 10 Jahren so eine breite Auswahl an Materialien, guten Unterricht erteilen zu können? Nein!

    Habe ich die Zeit mit einer Vollzeitstelle, alles durchzuforsten? Nein!


    Eigentlich müßte es so sein, dass ich nach 10 Jahren Erfahrung ein "Basisbestand an Materialien" habe, den ich peu à peu erweitere.


    Egal ob digital oder analog: man sollte es nicht übertreiben und an die eigene Gesundheit denken :)

  • Naja, der TE hat offenbar Spaß an der Sortieretei auf dem Rechner, ich sehe da eber keine Gesundheitsgefährdung. Aber wenn man keine Artikel/Bücher scannen darf dann ist es halt so.


    Was immer geht, ist mit Einwilligung des Verlags, man könnte die Verlage jeweils anschreiben. Und da man als Lehrkraft eine Menge privaten Geldes dort lässt, wäre es ja nur nett von denen, das auch zu gestatten...

    ... hebt das gescannte auf dem Speicher sogar auf, um zu beweisen, dass er es nicht weiter gegeben hat.

    Wie will er das damit beweisen?

  • Mag sein, aber es geht ja um das Scannen der Inhalte von 100 oder mehr Ordnern, Büchern und Fachzeitschriften. Das Zeug ist vermutlich kein Geschenk gewesen.

  • Es geht mir nur darum, endlich papierlos zu werden. Wenn Unterrichtswerke nicht gescannt werden dürfen, dann können die betreffenden Bücher weiterhin in meinen Regalen ihr Dasein fristen, aber meine zusammengesammelten Werke (Ordner) sollten so langsam abgebaut werden - um mehr Platz im Arbeitszimmer zu haben. Denn zu viel Zeug zu haben, kann auch auf den Gesundheitszustand gehen und v.a. den Wohlfühlfaktor im häuslichen Arbeitsumfeld beeinträchtigen - abgesehen davon möchte ich den Platz eher für private Bücher nutzen. :pfeifen:

  • Mein Arbeitszimmer scheint erheblich größer zu sein, die Sammlung umfangreich, es gibt Regale nach Fächern.

    Nach weit mehr Jahren sehe ich jetzt, wovon ich mich trennen kann, da sich eine Entwicklung im Unterrichtsgeschehen abzeichnet.

    Die jüngeren KollegInnen erstellen erheblich mehr digital, die Möglichkeiten sind aber auch ganz andere als früher, weshalb alles schön bunt aufbereitet wird. Eine Farbkopie war zu meiner Ref-Zeit nicht leicht zu bekommen und kostete 10€. Und es gab weit weniger Plattformen im Internet, auf denen Material getauscht werden konnte.


    Von den alten Zeitschriften habe ich mich inzwischen getrennt, einige Schulbuchexemplare können raus, in andere schaue ich immer wieder und, ja, mein Unterricht braucht das, weil ich zur Differenzierung ständig noch mal etwas zum Thema benötige, das leichter oder schwieriger oder ganz anders ist. Mit zieldifferent beschulten Kindern (LE und GE) und Flüchtlingskindern braucht man auch ständig den Zugriff auf gesonderte Materialien, Zahlenaufbau Alphabetisierung..


    Das Digitalisieren der Ordner ist mir noch zu aufwändig, aber sicher sinnvoll, es jetzt zu machen, da die neueren Sachen in der Regel digital sein dürften.

    Platz brauche ich auch für Materialkisten, die sind nicht zu digitalisieren.

  • Ich habe auch 90% digital. Ich habe auch von Anfang an digital gearbeitet. Wie bereits geschrieben ist das digitalisieren von Schulbüchern in der Regel nicht möglich. Deswegen kaufe ich Ebooks und habe noch eine kleine Anzahl alter Werke aufbewahrt. Die sind natürlich nicht digital.


    Der große Vorteil ist doch nicht die Menge, die ich verarbeiten kann. Ich kann ohne etwas mitzuschleppen sowohl von der Schule als auch von zu Hause auf meine Unterlagen zugreifen und ggf. schnell etwas ausdrucken. Ich muss mich nicht durch Ordner wühlen. Wenn ich meine Dateien vernünftig sortiert habe, reichen 2 - 3 Wörter und ich finde das Material, das ich suche. In Sachunterricht traf man sich früher in der Schule und hat dann erstmal aus Büchern und Ordnern das Material rauskopiert. Heute starte ich der Schule den Druckauftrag und der Klassensatz liegt fertig bereit. Ich drucke ihn auch erst dann aus, wenn ich ihn brauche. Die Blätter für die nächsten Stunden liegen in der Cloud. Meine Kollegin schleppt ständig einen Ordner mit den vorbereiteten Kopien mit. Ich mein Ipad.

  • Es geht mir nur darum, endlich papierlos zu werden. Wenn Unterrichtswerke nicht gescannt werden dürfen, dann können die betreffenden Bücher weiterhin in meinen Regalen ihr Dasein fristen, aber meine zusammengesammelten Werke (Ordner) sollten so langsam abgebaut werden - um mehr Platz im Arbeitszimmer zu haben. Denn zu viel Zeug zu haben, kann auch auf den Gesundheitszustand gehen und v.a. den Wohlfühlfaktor im häuslichen Arbeitsumfeld beeinträchtigen - abgesehen davon möchte ich den Platz eher für private Bücher nutzen. :pfeifen:

    Evtl. hat calmac auch in diese Richtung gedacht: Digital kann schon sehr von Vorteil sein, wobei es dann auch sehr darauf ankommt, dass die Dateien passend benannt sind und dass man eine gute Ordnerstruktur anlegt. Toll wäre, wenn es eine Möglichkeit gäbe, in den Dokumenten selbst zu suchen ohne dafür die Dokumente öffnen zu müssen.


    Ich würde das Digitalisieren aber vor allem zum Aussortieren nutzen. Knapp 100 Ordner Material erscheinen mir viel zu viel. Ich würde an Schülermaterial (AB etc.) überhaupt nur besonders gutes Material aufbewahren und Material, für das ich bezahlt oder in das ich viel Arbeit gesteckt habe, aufbewahren. Bei Lehrermaterial (Fachzeitschriften etc.) würde ich jeweils hinterfragen, ob du dort in den letzten vier Jahren auch nur einmal reingesehen hast oder glaubst, das in Zukunft noch zu tun.

  • Steht bei solchen Werken nicht vorne im Copyright drin, dass eine elektronische Speicherung unzulässig ist bzw. nicht ohne vorherige Genehmigung des Verlags möglich ist?

    Da vorne kann auch stehen, dass es den Osterhasen gibt. Rechtlich hat das nicht weiter Belang, da es vor dem Kauf nicht wirksam vereinbart wurde.


    Grundsätzlich darf ich "privat" von meinen Büchern Kopien ziehen. Dafür zahlt jeder Gerätegebühren auf Drucker, Scanner, DVD-Laufwerke, usw. Die berufliche Nutzung ist aber gerade nicht privat.


    Folglich: Für die Nutzung im Beruf nicht erlaubt. Allerdings, wie soll das jemand rausfinden? Solange ich das Material auf meinen Speichermedien speichere, kann da niemand rumschnüffeln. Ich halte da nur mit Link geteilte Ordner auf Clouddiensten für gefährlich. Da könnte jemand den Link leaken und man hats nicht mehr unter Kontrolle.

  • Folglich: Für die Nutzung im Beruf nicht erlaubt. Allerdings, wie soll das jemand rausfinden? Solange ich das Material auf meinen Speichermedien speichere, kann da niemand rumschnüffeln. Ich halte da nur mit Link geteilte Ordner auf Clouddiensten für gefährlich. Da könnte jemand den Link leaken und man hats nicht mehr unter Kontrolle.

    Wenn ich morgen meinen Nachbarn vergifte, wer soll das rausfinden?


    Es geht doch nicht darum, ob man dich erwischt. Die Frage hier im Forum kann nur sein, was erlaubt ist. Was man dann privat macht, steht auf einem anderen Blatt.

  • Ich fand es schon im Referendariat komisch, dass man uns zum Urheberrecht als Quelle Publikationen der Verlagslobby gegeben hat. Die haben ja ein Eigeninteresse, das Recht möglichst strikt auszulegen.

    Aber es ist in der Schule ja generell manchmal ein Problem, dass Lobby-Gruppen recht unerkannt ihre Arbeit in der Schule vollziehen können.


    Ich bin kein Rechtsanwalt und kann nicht beurteilen, ob die Seite schulbuchkopie.de das richtig darstellt. Jedoch kann man im Impressum erfahren, dass hinter der Seite der Verein Bildungsmedien steht. Der ist wiederum ein Zusammenschluss der meisten großen Schulbuchverlage wie Cornelsen, Finken, Klett etc. Und da bin ich dann misstrauisch, was die Objektivität der Seite schulbuchkopie.de angeht.

  • Und da bin ich dann misstrauisch, was die Objektivität der Seite schulbuchkopie.de angeht.

    Die Webseite gibt genau das wieder, was die Bundesländer mit den Schulbuchverlagen vereinbart haben.


    Das stand in Hessen auch irgendwann mal im Amtsblatt.

    Es geht doch nicht darum, ob man dich erwischt. Die Frage hier im Forum kann nur sein, was erlaubt ist. Was man dann privat macht, steht auf einem anderen Blatt.

    Für nicht private Zwecke ist es nicht erlaubt. Privat darf ich die Kopien aber haben. D.h. die reine Existenz eines solchen USB Sticks ist erstmal nicht illegal.


    Für jedes gescannte Buch und jedes gescannte Material habe ich Rechnungen. D.h. für Materialien habe ich sogar Rechte erworben, die über die Pauschallösungen hinausgehen. Neues Material ist sowieso schon digital verfügbar.


    Dann sollen die Schulbuchverlage zivilrechtlich gegen mich vorgehen. Es wird schwer einen entstandenen Schaden nachzuweisen, wenn das Material auf Papier ordentlich lizensiert war und es selbstverständlich nicht weitergegeben wurde.

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