Tattoos als Lehrkraft

  • Hallo zusammen,


    ich hätte mal eine generelle Frage an alle. Vielleicht haben ja einige bereits Erfahrungen mit dem Thema gesammelt oder von anderen etwas mitbekommen.


    Es geht um das Thema Tattoos.

    Inwiefern würdet ihr von einem Tattoo als Lehrkraft abraten bzw. wie gesellschaftsfähig ist das Tattoo bereits an Schulen geworden?


    Ich studiere im Moment noch auf Lehramt und brenne für den Beruf und bin mir sicher damit das Richtige für mich gefunden zu haben.

    Allerdings würde ich mich eben auch gerne tätowieren und frage daher mal in diesem Forum bevor ich dann tätowiert nicht mehr meinem Beruf nachgehen könnte und dann all die Jahre Studium vergebens waren.


    Wie sieht es mit großflächigen Tattoos am Arm, Brust, Hand oder sogar Hals aus?

    Gibt es für so etwas bestimmte Regeln bzw. Gesetze, welche es erschweren würden eine Stelle zu finden oder sogar eine Ablehnung auf Grund dessen rechtfertigen würden?

    Oder liegt das immer an den Präferenzen der Schulleitung usw.?


    Ich würde mich sehr über eure Antworten freuen und bedanke mich schon einmal im Vorfeld!:gruss:

  • Ich selber bin zwar nicht tätowiert, habe aber mehrere KuK mit Tattoos (und auch Piercings). Das geht von kleinen Tattoos am Fuß, Arm usw. über großflächige Tattoos, auch am Hals. An meiner Schule ist das also durchaus "gesellschaftsfähig" und stört m. E. niemanden. Allerdings glaube ich, dass wir an einer beruflichen Schule damit doch anders umgehen als es an einigen allgemeinbildenden Schulen der Fall ist. Ich habe häufig den Eindruck, dass es an beruflichen Schulen insgesamt etwas lockerer zugeht, auch was z. B. den Kleidungsstil angeht.

    Ob es zu diesem Thema irgendwelche Regelungen gibt, weiß ich nicht, kann ich mir aber kaum vorstellen.

  • Mein aktueller Stand für NRW ist, dass die Tattoos nicht sichtbar sein dürfen.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Mein aktueller Stand für NRW ist, dass die Tattoos nicht sichtbar sein dürfen.

    Richtig, jetzt fällt mir ein, dass dazu ja ein neues Gesetz erlassen werden soll (oder schon erlassen wurde?). Das soll aber für alle Beamt*innen gelten.

    Na ja, wie gesagt: An meiner Schule gab es damit bisher keine Probleme.

  • Allerdings glaube ich, dass wir an einer beruflichen Schule damit doch anders umgehen als es an einigen allgemeinbildenden Schulen der Fall ist. Ich habe häufig den Eindruck, dass es an beruflichen Schulen insgesamt etwas lockerer zugeht, auch was z. B. den Kleidungsstil angeht.

    Nicht nur da: An einem mir gut bekannten Sonderpädagogischen Bildungszentrum für Geistige Entwicklung gibt es alles: 60jährige Kolleginnen mit Dreadlocks, junge Kollegen, bei denen sehr viel tätowiert ist (habe ich beim gemeinsamen Sportunterricht gesehen), also Arme und Beine komplett, Oberkörper auch, bunte Haare, individueller Kleidungsstil, Rektor mit langen Haaren (gibt es aber öfter)...

    An der Grundschule ist alles eher dezent, da nehmen manche im Ref. sogar die Gesichtspiercings raus.

    Etwas immer schon so gemacht zu haben ist kein Grund, allenfalls ein Hindernis.

  • Rektor mit langen Haaren (gibt es aber öfter)

    ;)

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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  • Prinzipiell glaube ich schon, dass es etwas mit der Schulform zu tun hat. Die hiesigen Gymnasiallehrer kommen doch sehr gesittet daher. Am stressbefreitesten sind da noch die Chemielehrer. Bezieht sich jetzt aber nur auf eine ländliche Ministudie meinerseits und sieht in der Großstadt bestimmt auch wieder anders aus.

    Etwas immer schon so gemacht zu haben ist kein Grund, allenfalls ein Hindernis.

  • Prinzipiell glaube ich schon, dass es etwas mit der Schulform zu tun hat. Die hiesigen Gymnasiallehrer kommen doch sehr gesittet daher. Am stressbefreitesten sind da noch die Chemielehrer. Bezieht sich jetzt aber nur auf eine ländliche Ministudie meinerseits und sieht in der Großstadt bestimmt auch wieder anders aus.

    Entspricht sehr meiner persönlichen empirischen Datenlage... Leider.

  • Meine Grundschüler hat es früher, als ich noch regelmäßig zum Friseur ging immer schon aus der Fassung gebracht, wenn ich die Haare geschnitten hatte. Dieses entsetzte "Warst du beim Friseur :autsch:?" hat mich eine Weile dazu veranlasst, nur noch in den Ferien zu gehen. Jetzt mache ich es schon eine ganze Weile wie der Frosch, aber ich glaube, er ist schneller.

    Etwas immer schon so gemacht zu haben ist kein Grund, allenfalls ein Hindernis.

  • Danke für die vielen Antworten!


    Hätte jemand denn einmal einen Link oder ähnliches zu diesem Gesetz?

    Ich studiere für das Gymnasial-Lehramt aber möchte mir trotzdem gerne meinen Unterarm tätowieren lassen und finde das unverständlich , dass man versucht Tattoos zu unterbinden.


    Denkt ihr denn dass es generelle Probleme bei der Schulsuche geben würde? Also nicht im Verbeamtungsprozess…

  • Allerdings würde ich mich eben auch gerne tätowieren

    Warum?


    Ist nicht allein schon die Unsicherheit, die in dir aufkommt, etwas, dass gegen das Tätowieren spricht?


    Das ist bewusst als Frage formuliert. Ich kann es ohnehin nicht beurteilen, das Tätowierungen bei mir keinen besseren Stataus als „ekelig“ bekommen werden.

  • Denkt ihr denn dass es generelle Probleme bei der Schulsuche geben würde? Also nicht im Verbeamtungsprozess…

    Ich halte es für nahezu unmöglich, zu beurteilen, ob du damit anecken wirst oder nicht.

    „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

  • Ich studiere für das Gymnasial-Lehramt aber möchte mir trotzdem gerne meinen Unterarm tätowieren lassen und finde das unverständlich , dass man versucht Tattoos zu unterbinden.

    Den Unterarm kannst du doch ganz gut verstecken.

    Ich war in der Sportstunde mit dem Kollegen total überrascht, mir war bisher 0,0 aufgefallen, obwohl er schon ziemlich viel tätowiert ist. Es hat dann auch ganz schön abgelenkt.

    Etwas immer schon so gemacht zu haben ist kein Grund, allenfalls ein Hindernis.

  • Hätte jemand denn einmal einen Link oder ähnliches zu diesem Gesetz?

    Momentan kann ich nur den Gesetzesentwurf finden: https://www.bundesrat.de/Share…_blob=publicationFile&v=1


    Infos/Berichte zu dem Gesetz findest du z. B. hier: https://www.mi.niedersachsen.d…osen-symbolen-200271.html und hier: https://www.zdf.de/nachrichten…erscheinungsbild-100.html


    Ich persönlich überlege auch schon seit Längerem mir ein Tattoo zuzulegen (ich finde Tattoos nämlich, wenn sie gut gemacht sind, sehr ästhetisch!), aber ein richtig passendes Motiv habe ich bisher nicht gefunden. Da ich ziemlich schmerzempfindlich bin und nicht lange ruhig liegen kann, scheue ich zudem vor der "Tätowier-Session" etwas zurück. Hinzu kommt, dass ich an Neurodermitis leide und eine sehr empfindliche Haut habe, so dass ich befürchte, auf die Tätowierfarbe allergisch oder überempfindlich zu reagieren.

  • Bin ja mal gespannt ob und dann jetzt meine Frisur ändern muss und nur noch langärmlig zur Schule darf. Ich denke das Gesetzt zielt aber eher Auf die Verwaltung ab.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

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