Präsenzverpflichtung der Schulleitung zu Zeiten von Corona

  • Servus liebe Leute,


    ich arbeite noch als Angestellter im öffentlichen Dienst an einer Oberschule und Unterrichte in einem 24 Wochenstundenvertrag. Aufgrund einiger Schwierigkeiten bei uns im Team wurde von der Jahrgangsleitung jetzt eine Präsenzverpflichtung zu den wöchentlichen Jahrgangstreffen (Teamtreffen) angeordnet. An den Treffen habe ich auch nichts auszusetzen, mir geht es nur um die Präsenzpflicht. Im Land Bremen (ich arbeite in Bremerhaven) wurden die Corona-Verordnungen erneut verschärft, sodass 3 x die Woche getestet werden soll, über weitere stärkere Veränderungen soll aber im nächsten Bund-Länder Treffen beraten werden. Da kann es dann doch nicht sein, dass im Rahmen der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers es angehen kann, dass wir uns zusammen in einem Raum in der Schule einfinden müssen? Die Möglichkeit, die Treffen auch über Zoom-Meetings durchzuführen, besteht problemlos ...


    In der Board-Suche bin ich auf folgendes Thema gestoßen:
    Präsenztag ist das eigentlich erlaubt?


    Dort war ein interessanter Beitrag:

    Zitat


    Eine rechtliche Grundlage für Bereitschafts- oder Präsenzstunden gibt es im Lehrerbereich nicht.

    Diese dürfen schon gar nicht von der Schulleitung angeordnet werden.

    Hier habe ich aber leider nichts spezifisches zum Bundesland Bremen gefunden. Meine Frage ist daher, ob hier jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht hat und/oder mich vielleicht in die richtige Richtung bezüglich Gesetzte/Beschlüsse lenken kann, dass ich mich da selbst einlesen könnte?


    Mit freundlichen Grüßen und einen schönen 1. Advent.

  • Hast du schonmal einfach versucht in der Schule mit der SL über deine Bedenken zu sprechen? Diese sind ja durchaus nachvollziehbar aktuell und womöglich lässt sich das Ganze so aus der Welt schaffen OHNE direkt auf größeren Konfliktkurs zu gehen. :) Umgekehrt: Um wie viele Menschen würde es denn gehen? Gibt es einen Raum, wo ihr alle ausreichend Abstand halten könnt und der belüftet werden kann, damit ihr- mit Maske- auch in Präsenz sicher tagen könntet? Denn natürlich gibt es Dinge, die sich deutlich effektiver bei einem persönlichen Treffen klären lassen. Ich bin froh, dass unsere großen Konferenzen aktuell nur digital stattfinden. Ebenso froh bin ich aber auch, dass die Steuergruppe (die nur eine sehr überschaubare Teilnehmerzahl hat) weiterhin in Präsenz mit konsequentem AHA+L tagt, weil das schlichtweg effektiver ist für bestimmte Debatten.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Zudem stellt sich die Frage, welche "Erfahrungswerte" man mit digitalen Konferenzen gesammelt hat.
    Bei uns: Dienstbesprechungen kleinerer Gruppen (z.B. Klassendienstbesprechungen oder anderes durch Kolleg*innen Geleitetes) waren inhaltlich und organisatorisch offensichtlich so herausfordernd, dass es unmöglich war, parallel dazu ein Protokoll anzufertigen (klappt in Präsenz immer). Direkt im Anschluss auch nicht. Später erst recht nicht. Zum Ende des Schuljahres fiel dann auf, dass da ganz viel notwendige Dokumentation in mehrerersten Klassen fehlte.

    Da ist die Präsenz dann doch zu bevorzugen, wenn Distanz zu erheblichem Mehraufwand und Ärgernis führt.

  • Hey, danke schon mal für die Antworten.

    Ich habe meine Bedenken der Jahrgangsleitung geäußert und ihre Aussage war nur, dass die Anordnung zur Präsenz für unseren Jahrgang durchgeführt werden soll, da wir so besser die Möglichkeit haben im Team zusammezuwachsen. Wir haben Räume in denen der Abstand schon gewährleistet werden kann, für eine gute Durchlüftung kann auch gesorgt werden. Ich behalte während der Schulzeit meine Maske eh auf, da ich so für mich das Risiko minimieren kann.

    Bis jetzt waren Zoom-Meetings im Bezug auf Protokoll und Aufzeichnung der Ergebnisse absolut kein Problem. Einer hat das Protokoll geschrieben, jemand anderes war dann der Moderator.

  • Wie du ja schon geschrieben hast, sind die Teamtreffen in Bremen verpflichtend. Sie sind Bestandteil deiner Arbeit.

    Wir haben es so gehandhabt, dass wir uns während der Lockdowns und auch der Wechselunterrichtsphasen digital getroffen haben. Da es zur Zeit in Bremen keinerlei Einschränkungen des Schulbetriebs gibt, sehe ich da zunächst keinerlei Möglichkeit auf digitalen Treffen zu bestehen, zumal ja auch die räumlichen Bedingungen zu stimmen scheinen.

    Wie sehen das denn andere Teammitglieder? Findest du da jemanden, der sich auch lieber digital treffen würde? Gerade, wenn es Unstimmigkeiten gibt, sollte man überlegen, welches Faß man aufmachen möchte.

    Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

  • Bis jetzt waren Zoom-Meetings im Bezug auf Protokoll und Aufzeichnung der Ergebnisse absolut kein Problem. Einer hat das Protokoll geschrieben, jemand anderes war dann der Moderator.

    Mit Blick auf den Datenschutz sollten Zoom-Meetings ein Problem darstellen.

  • Hallo Ninale,


    bei uns ist es gemischt. Einige bestehen auf die Treffen und möchte das nicht digital machen, andere sehen den Vorteil im digitalen Arbeiten. Die Stundenpläne sind recht verschieden, entsprechend haben einige Lehrer eine Stunde, bzw. andere 4 Stunden Leerlauf vor den Treffen. Da die Schule gerade in Containern ausgelagert ist und wir auf den Neubau warten ist es nicht wirklich vorgesehen an der Schule gescheit Unterricht vor/nachbereiten zu können. Ich für meinen Teil, wie auch zwei andere Lehrkräfte haben ihr Büro zuhause, entsprechend ist es dort wesentlich effizienter hier auch zu arbeiten.

  • Hier mischen sich m. E. zwei Themen. a) Corona, da gilt veutlich eh wieder jede Woche was anderes und ihr könnt ich nur miteinander einigen oder verordnungsgemäß treffen.


    Die andere Frage ist die nach der verpflichtenden Anzahl von Treffen überhaupt.


    Habt ihr eine Konferenverordnung? Was steht im SchulG?

  • Im Bremer Schulgesetz konnte ich dazu nichts finden. Jedoch gibt es vom Personalrat Schulen für Bremen eine Interessante Information:


    Personalrat Schulen


    Dort werden Kooperationszeiten besprochen. Wenn ich das richtig lese, dürfen diese 3 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Wie das jetzt jedoch anteilig für Teilzeitkräfte (24h/woche) gehandhabt wird kann ich daraus nicht lesen). Sieht für mich eher aus wie eine Pauschale. Könnte aber teilweise schon die Frage beantworten, da es anscheinend eine Präsenzverpflichtung gibt.

  • Es ist durchaus legitim, dass eine wöchentliche Konferenz angeordnet wird. Das ist was anderes als Präsenz- oder Bereitschaftsstunden wie du schilderst

    Ich glaube, das hast du falsch verstanden. Der/Die TE schildert mMn keine Präsenz-/Bereitschaftsstunden sondern die Stunden, die bis zum Beginn einer Konferenz/Teamsitzung/Besprechung überbrückt werden müssen.


    Bei uns fanden übrigens die alle Sitzungen bis vorletzte Woche in Präsenz statt, seit dieser Woche aber nur noch als ViKo über "BigBlueButton".


    Mit Blick auf den Datenschutz sollten Zoom-Meetings ein Problem darstellen.

    Im Bundesland Bremen ist meines Wissens "Zoom" für Videokonferenzen an Schulen zugelassen (zumindest war das vor den Sommerferien noch der Fall).

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • da wir so besser die Möglichkeit haben im Team zusammezuwachsen.

    Das halte ich im Vehältnis zum Infektionsschutz für ein, räusper, schwaches Argument. Aber jetztweißt du wenig mit welcher Art von ***** du es zu tun hast.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Es muss ja nicht dringend Zoom sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass an einer Schule heutzutage kein datenschutzkonformes Videokonferenztool eingeführt ist.


    Protokollieren fand dich besonders einfach, wenn man eh am Rechner sitzt. Man kann dann den gesetzten Text den anderen via Screen-Sharing einblenden, dann kann man Anmerkungen direkt einarbeiten.


    Bei uns trifft sich die erweiterte Schulleitung diese Woche um explizit solche und andere Probleme zu besprechen, die sich aus den hohen Inzidenzen ergeben.

  • Es ist durchaus legitim, dass eine wöchentliche Konferenz angeordnet wird. Das ist was anderes als Präsenz- oder Bereitschaftsstunden wie du schilderst

    Servus Karl-Dieter


    eine wöchentliches Präsenzmeeting haben wir im Rahmen der Dienstbesprechung. Die wird immer Montags durchgeführt und findet mit dem ganzen Kollegium in Präsenz statt. Findet diese nicht statt, wird hieraus eine zusätzliche Teamzeit/Kooperationszeit gemacht, die ebenfalls in Präsenz stattfindet. Im Anschluss kann es noch eine Fachkonferenz geben, die alle 2-3 Monate 1x stattfindet.

    Dann haben wir am Mittwoch zusätzlich noch ein Treffen in den Teams, also die Kooperationszeit, wie sie wohl in Bremen genannt wird.


    Zitat


    Ich glaube, das hast du falsch verstanden. Der/Die TE schildert mMn keine Präsenz-/Bereitschaftsstunden sondern die Stunden, die bis zum Beginn einer Konferenz/Teamsitzung/Besprechung überbrückt werden müssen.

    Genau ich habe z.B. 4 Freistunden vor der einen und 2 Freistunden vor der anderen Konferenz, die ich so "nutzlos" verbringen würde. Wenn ich nach Hause fahre, habe ich dort mein Büro und kann arbeiten. So fahre ich nach Hause, schaff ein wenig, fahr wieder zur Schule und zurück. Das ist für mich recht unökonomisch und ehrlich gesagt eine richtige Zeitverschwendung ...

    Mir geht es darum, dass man solche Treffen für Kollegen die vorher Freilauf haben auch digital organisieren könnte, wenn es nicht eine Präsenzverpflichtung gäbe. Das versuche ich gerade herauszufinden, ob das angeordnet werden kann.


    Laut meines letzten Beitrages, von der Homepage des Personalrats Schulen in Bremen (der Beitrag muss wohl noch freigeschaltet werden) sieht es aus, als ob 3 Stunden Kooperationszeit pro Woche (meiner Meinung nach also die Präsenzzeit) angeordnet werden können.

    Lieben Gruß

  • Bei uns ist das meiste digital geblieben (Fachschaftssitzung/Klassenkonferenz), das spart Zeit und Kilometer.


    Und seit ca. 4 Wochen ist wieder alles digital.

  • Zoom ist in Bremen zugelassen.


    Wenn du die Wartezeit nicht gut in der Schule nutzen kannst (was ist mit freien Fachräumen?) und gerne möchtest, dass die Sitzungen auch unabhängig von Corona, denn ohne Corona hast du die Zeiten ja nun auch, digital durchgeführt werden, empfehle ich dir einen entsprechenden Antrag auf der nächsten Gesamtkonferenz einzubringen. Kann sein, dass das klappt.

    Wenn du mal genauer auf der Seite des PRs liest, stolperst du dort über den Begriff Anwesenheitszeit.

    Du hast 6 Stunden „Wartezeit“, kommst also auf 30 Stunden Anwesenheit und liegst damit auch anteilig unter den 35Stunden Anwesenheitszeit bei einer vollen Unterrichtsverpflichtung von 27 Stunden. Da ist also nix zu holen.



    Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

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