Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Long-Covid?

  • Ich würde auf jeden Fall gucken, wo in deiner Nähe ein Zentrum ist, dass auf LongCovid spezialisiert ist. In Niedersachsen gibt es zum Beispiel ein Zentrum an der MHH Hannover. Ggf. sind dann auch weitere Behandlungen nötig/möglich.

    • Offizieller Beitrag

    Ein Kalenderjahr oder ein Schuljahr, diese Frage habe ich mir schon öfter gestellt.

    Beides nicht: Es zählen die vergangenen 12 Monate.

    (Ich habe meine Ex-SL so zu einem Gespräch mit Personalrätin und Frauenvertreterin genötigt, war über den Jahreswechsel 4 Wochen auf Reha (zählt mit) und dazu habe ich dann alle Atemwegserkrankungen rausgekramt, dann waren es genau 6 Wochen.


    Hier noch eine Quelle: https://www.haufe.de/personal/…sk_PI42323_HI2627877.html

    • Offizieller Beitrag

    Ich durfte einmal monatlich bei den Nachmittagsveranstaltungen für einen Facharzttermin fehlen. Das war mir eigentlich das wichtigste, um die nicht mehr in den Unterricht legen zu müssen und ein schlechtes gewissen zu haben.

    Ansonsten kommt es eben drauf an, welche konkreten Probleme es gibt:

    Entlastung bei Aufsichten

    Möglichst wenige Raumwechsel/Etagenwechsel


    Am besten wäre eine Beratung durch Schwerbehindertenvertretung /Personalrat.

    Man kann auch ohne GdB zur Schwerbehindertenvertretung gehen, die kennt sich mit möglichen Maßnahmen aus.

  • z.B. ein vermindertes Stundendeputat, keine Aufsichten, keine Vertretungen, keine KL waren Maßnahmen in einem BEM-Verfahren.

    und dann angepasste Steigerungen der Verpflichtunge im Laufe der Zeit, freie Tage sind auch eine Möglichkeit, usw.

  • unbezahlt? Also Teilzeit mitten im Jahr oder bekommt man eine Art Abminderungsstunden?

    Bezahlt. (Besoldung läuft normal weiter genau wie bei Krankheit).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • unbezahlt? Also Teilzeit mitten im Jahr oder bekommt man eine Art Abminderungsstunden

    Natürlich werden die Stunden, die du normalerweise unterrichtest, bezahlt, Du unterrichtest ja weniger, weil du krank bist. Während deiner Krankheit hast du doch auch vorher schon eine Lohnfortzahlung gehabt. Daran hat sich nichts geändert

    Das sind aber keine Entlastungststunden, sondern die Eingliederungsmaßnahme sollte mit einem anderen statistischen Kürzel erfasst werden.

  • Neben Abminderung der Stunden, mit Phasenweiser Aufstockung nach Attest, gab es auch so Sachen wie: keine Mehrarbeit, keine Raumwechsel,...

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Am liebsten würde ich eben aktiv etwas unternehmen. Eure Vorschläge wie spazieren gehen usw mache ich bereits und sollte vielleicht mit den erreichten Fortschritten schon mal zufrieden sein. Ich fände da aber eine begleitende Krankengymnastik o. ä. hilfreich, um nicht zu hohe Ziele zu haben oder zu oft übers Limit zu gehen und nachher schlechter dazustehen als zuvor.

    Kann ich absolut verstehen, dass man selber irgendwas tun will. Einfach nur ein paar Gedanken aus der einigermassen gut informierten Laien-Perspektive bezüglich Reha nach Krankheit/Verletzung: Spazieren gehen ist kein Konditionstraining, damit hältst du im Prinzip nur deinen Kreislauf am Leben. Bevor man sich um die Kondi kümmert ist eigentlich die Regel (sagt die Physio), dass man erst mal mit dem Krafttraining beginnt. Eine leistungsfähige Muskulatur ist gut für die Durchblutung und den Sauerstofftransport. Und "Luft" brauchst du ja für die Ausdauer. Die trainierst du nur, wenn du dich dabei auch anstrengst, also der Puls muss schon mal wirklich hochgehen.


    Ob das nun in deinem Fall direkt ratsam ist, das solltest du wirklich medizinisch abklären. Gerade nach Virusinfektionen besteht die Gefahr von unbemerkten Gefäss- oder Muskelentzündungen (die berühmt-berüchtigte Myokarditis z. B.) und damit marschierst du besser nicht ins Fitness. Insofern hielte ich eine zumindest zeitweilig begleitete Reha auch für sinnvoll, wenn du dir unsicher bist bzw. nicht wirklich Ideen hast, was man tun könnte. Ein guter Physiotherapeut oder Trainier im Gym helfen da mehr als ein Arzt. Nur der muss dich halt vorher durchchecken und dir eine entsprechende Verordnung ausstellen.

  • Bei einer Fatigue ME/CFS geht es um die Bewältigung des Alltags und ein Spaziergang von 200 m kann eine große Herausforderung sein und für absolute Erschöpfung sorgen.


    In der von gingergirl verlinkten Leitlinie ist genannt:

    "Ist die Bewältigung der täglichen Aktivitäten und einer Gehstrecke von 500 m in der Ebene symptomfrei möglich?" (18.4.2)


    Einerseits wird Bewegung zur Mobilisierung empfohlen, andererseits gab es in den vergangenen Wochen diverse Zeitungsartikel, meist mit Bezug auf Interviews mit Marina Weisband oder Irina Angerer, die darauf verwiesen, dass die Bewegung zur Überlastung und zu erheblicher Verschlimmerung führen kann, und in denen Pacing erläutert wurde.

    Darauf wird auch in der Leitlinie verwiesen (21.2.1 Fatigue):

    "Es sollte erfasst werden, ob körperliche Aktivität die Fatigue bessert oder (im Sinne von PEM) zu einer Zunahme dieser und weiterer Beschwerden führt."

  • Danke, danke, danke an alle Schreiber.

    Mir hilft gerade jeder eurer Posts weiter.


    Alleine alles aufzuschreiben war schon hilfreich. Und eure verschiedenen Ideen und Hinweise sind Gold wert.


    Der erste kleine Schritte, den ich direkt Anfang der Woche machen kann, ist nochmal zum Hausarzt zu gehen und mit euren Tipps (wie der Infusion, Krankengymnastik oder doch einer genaueren Abklärung beim Spezialisten, wie weit Belastung sinnvoll ist) entsprechendes einzufordern oder gemeinsam abzuwägen.


    (für eine BEM bringe ich die Krankenwochen sicher nicht zusammen, war nur die beiden Wochen in Quarantäne daheim, dazu hatte ich auch keine Krankschreibung bekommen, weil es Sache des Gesundheitsamtes war)

  • Bei einer Fatigue ME/CFS

    Wo steht denn was davon? Die Fragestellerin schrieb nichts dergleichen, dass so etwas diagnostiziert wurde. Das muss wohl ein Arzt machen und nicht wir hier im Forum. Dass man nach 1 - 2 Wochen krank erst mal erschöpft ist, ist vollkommen normal. Unsere Gesellschaft hat offensichtlich "verlernt" was "krank" jenseits einer Erkältung bedeutet.


    Ferner schrieb ich bezüglich Bewegung:


    Ob das nun in deinem Fall direkt ratsam ist, das solltest du wirklich medizinisch abklären.

    Es gibt also keinen Grund, hier irgendwas "richtig zu stellen".

  • Die AU ist by the way keine Sache des Gesundheitsamtes. Bei meinem Mann war es vor einigen Wochen auch ein ziemliches hin und her, letztendlich ist aber immer der Arzt zuständig eine AU zu schreiben, wenn man auf Grund der Erkrankung nicht arbeiten kann. Insbesondere auch dann, wenn man ansonsten im Homeoffice arbeiten könnte.

  • ... (nur abwarten ist ja auch nicht zielführend) Ich hätte gerne etwas im Hinterkopf, bevor ich nochmal zum Arzt gehe (der schien etwas überfordert, da die messbaren Werte alle okay waren).

    Geh ggf. zu einem anderen Arzt, der auch Physio ver- oder dich krankschreiben kann. Jegliche Tips hier können auch kontraproduktiv sein, möglicherweise hast du etwas ganz anderes als du vermutest. Krankheiten googeln ist immer eine schwierige Sache, da Diagnostik vor Behandlung kommt.

  • Spazieren gehen ist kein Konditionstraining, damit hältst du im Prinzip nur deinen Kreislauf am Leben.

    Dem muss ich widersprechen: Meine 6 km Hausrunde bei ca.5 km/h ist für MICH DURCHAUS Konditionstraining. Es kommt immer auf den individuellen Fitnesszustand an ;)


    Für DICH ist es vielleicht kein Konditionstraining.

  • Ganz ohne Zwinker-Smiley ist Spazierengehen nur für Leute, die gerade halb tot aus dem Bett gekrochen kommen, Konditionstraining. Ja, für jemanden mit einem wirklich diagnostizierten CFS ist Spazierengehen auch höllisch anstrengend. Ansonsten geht mir das Kokettieren mit einer derartigen Bewegungsunlust, dass man als organisch eigentlich gesunder Mensch Spazierengehen als "Konditionstraining" empfindet, eher auf den Keks. Das ist so wie "ich kann halt kein Mathe ... hahaha". 5 km/h ist ganz normales Gehtempo in dem ich mich auch im Schulhaus z. B. von A nach B bewege, das hat mit "Sport" genau gar nichts zu tun. Mein Fitnesszustand war zuletzt nach 10 Tagen im Bett mit einem gebrochenen Lendenwirbel so schlecht, dass mir 5 km/h anstrengend vorkamen. Das nur mal so als Referenz, ob man das wirklich "lustig" findet, wenn man so unfit ist.

  • Wo steht denn was davon?

    In der von gingergirl verlinkten Richtlinie, hatte ich ja schon oben drauf verwiesen und ausgeführt, warum Bewegung dienlich oder hindlich sein kann.


    Auch wenn man davon schreibt, dass man nicht das Niveau vor der Erkrankung erreicht, ist es ein himmelweiter Unterschied, ob man dann seinen Alltag nicht bewältigen kann oder die 15 km joggen um den See nicht mehr schafft.


    Ich finde es denen gegenüber hilfreich, die womöglich ratsuchend hier mitlesen und Symptome haben, die ihnen die Alltagsbewältigung unmöglich erscheinen lassen, deutlich darauf zu verweisen, dass Bewegung nicht immer sinnvoll ist und dass es da unterschiedliche Sichtweisen und offenbar auch Erkrankungen gibt.

    Vielleicht ist es gut zu wissen, dass man nicht der oder die Einzige ist, der weiß, wie man den Tag bewältigen kann, dass es andere Betroffene gibt, damit kämpfen.

    ME/CFS wird erst nach längerer Zeit diganostiziert, die Symptome können schon vorab vorhanden sein. Diejenigen, die seit Jahren davon betroffen sind, hegen jetzt angesichts Long-Covid Hoffnungen dahingehend, dass die Erkrankung(en) mehr Beachtung finden und es dann hoffentlich auch gute Ansätze zur Behandlung geben wird.

    Es gibt also keinen Grund, hier irgendwas "richtig zu stellen".

    Dann lass es doch einfach, statt direkt angefasst zu sein.

Werbung