Umfrage Masterarbeit: Lehrkräfte im digitalen Wandel - Tablets im Unterricht

  • Hallo zusammen,


    ich möchte euch herzlichst dazu einladen, an der Umfrage zu meiner Masterarbeit "Lehrkräfte im digitalen Wandel: Chancen und Herausforderungen bei der Implementierung von Tablets an allgemeinbildenden Schulen" teilzunehmen. Die Umfrage richtet sich an Lehrkräfte, an deren Schulen, Schüler*innen in irgendeiner Form auf Tablets zurückgreifen können. Für die Beantwortung ist die Möglichkeit des Zurückgreifens jedoch ausreichend und der Einsatz von Tablets im Unterricht keine Voraussetzung.

    Es soll überprüft werden, ob es für eine erfolgreiche Integration von Tablets in den Unterricht notwendig ist, dass Maßnahmen/Schulungen zum gewinnbringenden Einsatz von Tablets im Unterricht zentral gesteuert angeboten werden oder ob dafür das Engagement und die eigene Medienkompetenz der Lehrkräfte ausreichend ist. Die Umfrage wird ca. 15 Minuten in Anspruch nehmen.


    https://www.soscisurvey.de/tabletsimunterricht/


    Vielen Dank bereits jetzt für die Teilnahme. Wer Interesse an den Ergebnissen hat, kann mich gern benachrichtigen.


    Liebe Grüße

    Anna

  • Conni

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Es soll überprüft werden, ob es für eine erfolgreiche Integration von Tablets in den Unterricht notwendig ist, dass Maßnahmen/Schulungen zum gewinnbringenden Einsatz von Tablets im Unterricht zentral gesteuert angeboten werden oder ob dafür das Engagement und die eigene Medienkompetenz der Lehrkräfte ausreichend ist.

    Ich nehme mal das erwartbare Ergebnis vorweg: Bei denjenigen, die sowieso schon sehr "medienaffin" (digitale Medien) sind, sich sehr viel selbst fortbilden und einfuchsen in dem Bereich, ihren eigenen Unterricht selbst nur noch mittels Tablet und Co halten, wird das eigene Engagement und die eigene Medienkompetenz völlig ausreichend sein. Bei denjenigen, die diesen Zugang nicht haben und/oder sich überfordert fühlen und/oder die sich eine systematische Fortbildung wünschen würden, um Anregungen zu bekommen, wie sie z. B. ihr Dienstgerät sinnvoll in ihren Fächern einbinden können jenseits von reinem Bildchen und Filmchen zeigen oder die einen verstärkten Einsatz schlichtweg ablehnen, kann und wird es ohne systematische Fortbildung und ein entsprechendes (verpflichtendes) Medienkonzept der Schule(n) auch keine wirklich erfolgreiche Integration von Tablets in den Unterricht geben.


    Bekomme ich dafür eigentlich auch einen Master?

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Bekomme ich dafür eigentlich auch einen Master?

    Es ist nicht das Ziel einer Abschlussarbeit, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Das wird erst bei der Promotion erwartet. Es ist doch bei so gut wie allen Anfragen hier so, dass die Ergebnisse der Studien erwartbar sind. Aber man braucht halt eine Datenbasis, wenn man sich für empirisches Arbeiten entscheidet.

  • Ich fand einige Aspekte durchaus interessant, mir war nicht so bewusst, was man alles intuitiv schon macht und wo man ggf. Nachholbedarf hat.


    Die Krux an der Nutzung digitaler Medien liegt meiner Einschätzung nach aber nicht an mangelnden Fortbildungsmöglichkeiten, sondern daran, dass sich jemand in seiner Freizeit um die Administration der vorhandenen Endgeräte kümmern muss. Fortbildungen gibt's, bei uns zumindest, recht viele.


    Ob jemand, der keinen Spaß am Ausprobieren der vorhandenen Tablets hat, sich an der Umfrage beteiligt, halte ich zumindest für zweifelhaft. Das ist aber generell das Problem, wenn Erhebungen nur noch auf Auswertung von Fragebögen im Internet basieren. Schade, dass Studierende nicht mehr rausgehen, um mit den Menschen über ihre Erfahrungen und Bedürfnisse zu reden.

  • Eine kleine Rückmeldung:

    • Strukturier die Umfrage lieber in kleinere Packete/Seiten. Dann ist sie übersichtlicher und die Anzahl der gleichzeitigen Fragen schreckt nicht so ab.
    • Viele Fragen sind so gestellt, dass sie vermutlich einen positiven Bias erzeugen, vor allem auf der ersten Fragenseite.
    • Eventuell wäre es sinnvoll, Kontrollfragen einzubauen, mit denen du die Antworten auf Plausibilität checkst. Natürlich nicht so plump und offensichtlich a la "verneinte Fragewiederholung", wie man das manchmal sieht.
    • Offizieller Beitrag

    Ich nehme mal das erwartbare Ergebnis vorweg: Bei denjenigen, die sowieso schon sehr "medienaffin" (digitale Medien) sind, sich sehr viel selbst fortbilden und einfuchsen in dem Bereich, ihren eigenen Unterricht selbst nur noch mittels Tablet und Co halten, wird das eigene Engagement und die eigene Medienkompetenz völlig ausreichend sein. Bei denjenigen, die diesen Zugang nicht haben und/oder sich überfordert fühlen und/oder die sich eine systematische Fortbildung wünschen würden, um Anregungen zu bekommen, wie sie z. B. ihr Dienstgerät sinnvoll in ihren Fächern einbinden können jenseits von reinem Bildchen und Filmchen zeigen ...

    Äh, ja doch. Also wenn jemand mir zeigen würde, wie ich mein Tablet erfolgreich einsetze, würde es zumindest schneller gehen. Aber halt nicht auf einer Fortbildung mit 15 Leuten (ohne Lüftung mitten in der Pandemie), wo schöne Bilder am Smartboard gezeigt und ein paar Apps durchgehechelt werden, sondern praktisch, kleine Gruppen, sofortiges Ausprobieren.

    Ich erarbeite mir das alles selbst - neben der normalen Arbeit, in der Freizeit. Es geht in winzigen Schritten, da ich das alles nicht selbsterklärend finde und dann immer wieder mal Unterstützung vom Bezirks-IT-Menschen brauche, der zu selten da ist und zu wenig Zeit und Geduld hat. Er kommt dann in den Unterricht, zeigt schlechtgelaunt, wortarm-nuschelig und superschnell was, während die Klasse aufdreht und vielleicht kann ich mich nach Unterrichtsende noch dran erinnern, wie das ging.

    Für Active-Inspire (schon mehrere Werbe-Fortbildungen herumgeschickt, soll total toll sein) haben wir keinen Schulaccount. Da muss man sich dann selbst anmelden und in der Freizeit per Video einarbeiten. Ja, steht auf meiner ToDo-Liste. Wenn ich wieder Energie und Lust habe, gucke ich mal danach.

    Bisher konnte ich alles, was ich am Smartboard machen wollte, per Stick oder Internet lösen.


    Es gibt in meinem Bundesland seit kurzem Fortbildungen: Präsenz, ca. 2 h Fahrzeit + 3 h Kurs am Freitag nach der 6. Stunde, wo ich manchmal das Gefühl habe, es nach 6 Stunden Unterricht kaum noch nach Hause zu schaffen vor Erschöpfung. Dazu wenige Plätze, alles sofort ausgebucht.


    Ich fände es super, wenn man sich da einarbeiten könnte, aber neben all den anderen Zusatzaufgaben bin ich wohl für weitere Zusatzaufgaben zu alt. Ein paar Wochen lang einen Tag pro Woche keinen Unterricht, stattdessen praktische Fortbildungen vor Ort in Kleingruppen. Das wäre was.

    SCHOKOEIS!


    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Ich habe brav alle Fragen beantwortet. Mir fehlen aber die wichtigsten Fragen:


    1. Glauben Sie, dass der Einsatz von Tablets die Kenntnisse und Fähigkeiten der Schüler verbessern werden?

    Meine Antwort: Nein


    2. Glauben Sie, dass der Einsatz von Tablets zu weiteren gesundheitlichen Problemen der Schüler, wie Unkonzentriertheit, Kopfschmerzen, Spielsucht, Mediensucht, ..., führen wird ?

    Meine Antwort: Ja


    und ganz wichtig:


    3. Glauben Sie, dass die politischen Entscheidungsträger den Einsatz von Tablets vorantreiben, um bei ihren Wählern den Eindruck zu erwecken, sie würden sich um eine positive Entwicklung des Bildungssystems kümmern, obwohl es ihnen sch...egal ist ?

    Meine Antwort: Klares Ja.


    4. Glauben Sie, wenn der Tablet-Aktionismus zu keinen positiven Veränderungen im Bildungssystem geführt hat, die Lehrer wieder die Schuld bekommen, weil sie faul, dumm und selbst bildungsunwillig sind ?

    Meine Antwort: Wer denn sonst


    5. Glauben Sie, dass die Tablet-Hersteller mit gezieltem Lobbyismus die Einführung der Tablets vorantreiben, um ihren Umsatz zu vergrößern und ihre Überproduktion abzubauen ?

    Meine Antwort: ganz viele Ja

  • Mir ist folgendes aufgefallen


    Vor 2 Jahren hätte ich positiver geantwortet, ich hätte gedacht, meine Kenntnisse sind ausreichend, ich verwende mein Tablet u.a. effektiv und gezielt im Unterricht, wir waren bereits vor Corona damit ausgestattet. Jetzt weiß ich einiges mehr, habe ganz neue Felder erschlossen und merke, meine Kenntnisse sind teilweise sehr beschränkt, ich wüsste gerne mehr.


    Kurz, jemand, der nicht soviel weiß, beantwortet die sehr offenen Fragen vielleicht mit ich kann alles, weil er gar nicht weiß, was alles möglich ist.


    Und genau dafür sind Fortbildungen notwendig, ich kann mich nicht in Themen einarbeiten, von denen ich gar nicht weiß, dass sie existieren.


    (Bei uns fehlen auf jeden Fall Fortbildungsangebote, wir versuchen uns im Kollegium gegenseitig zu helfen.)

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Was ist denn mit Lehrkräften und Schulen, die mit digitalem Spielzeug nichts anfangen können? Ich brauche richtige Arbeitsgeräte und habe zum Glück kein großes Smartphone zum Arbeiten.

  • Es geht hier ja eher um Tablets für die SuS, nicht als Arbeitsgerät für die Lehrkräfte. Im Unterricht finde ich es zum Beispiel schon manchmal recht praktisch für die Nutzung von physikalischen Apps/Simulationsprogrammen und dergleichen, für die ich früher mit der Klasse in den Computerraum gegangen wäre oder die Smartphones der SuS verwendet hätte. Ersteres kostete auch Lernzeit (Weg vom Fachraum zum Computerraum und eventuell auch noch zurück, je nach Stundengestaltung, außerdem brauchen die ollen Kisten dort ewig zum Hoch- und Herunterfahren) und außerdem haben wir dort weniger Geräte zur Verfügung, und zweiteres ist ebenfalls nicht optimal (Privatgeräte, winziger Bildschirm). Zudem es für den Physikunterricht einige Apps gibt, die nur mit mobilen Geräten sinnvoll eingesetzt werden können. Tablets nur um der Tablets willen ist natürlich Unsinn, da verweigere ich mich auch.

  • Es geht hier ja eher um Tablets für die SuS, nicht als Arbeitsgerät für die Lehrkräfte. Im Unterricht finde ich es zum Beispiel schon manchmal recht praktisch für die Nutzung von physikalischen Apps/Simulationsprogrammen und dergleichen, für die ich früher mit der Klasse in den Computerraum gegangen wäre oder die Smartphones der SuS verwendet hätte. Ersteres kostete auch Lernzeit (Weg vom Fachraum zum Computerraum und eventuell auch noch zurück, je nach Stundengestaltung, außerdem brauchen die ollen Kisten dort ewig zum Hoch- und Herunterfahren) und außerdem haben wir dort weniger Geräte zur Verfügung, und zweiteres ist ebenfalls nicht optimal (Privatgeräte, winziger Bildschirm). Zudem es für den Physikunterricht einige Apps gibt, die nur mit mobilen Geräten sinnvoll eingesetzt werden können. Tablets nur um der Tablets willen ist natürlich Unsinn, da verweigere ich mich auch.

    Es ging mir auch um meine Lerngruppen. Selbst bei jüngeren würde ich nicht auf Spielzeugs, sondern auf echtes Arbeitsgerät gehen. Viele können heute keine PCs mehr richtig bedienen, sondern nur auf bildschirmen rum schmieren.

  • Es ging mir auch um meine Lerngruppen. Selbst bei jüngeren würde ich nicht auf Spielzeugs, sondern auf echtes Arbeitsgerät gehen. Viele können heute keine PCs mehr richtig bedienen, sondern nur auf bildschirmen rum schmieren.

    Hier genau so. Digital ja (mit Bedacht), aber nicht mit Tablets (wenn's ein Surface ist, soll's mir recht sein). An Geräten, die sich genauso bedienen wie ein Handy, kann man zentrale Bedienkonzepte nicht erlernen, und informatische Kompetenzen erst recht nicht (irgendwie "gehen" tut natürlich alles, ich kann auch Bach auf einer Bontempi-Orgel spielen, aber es ist suboptimal).

  • OK, verstehe. Ich denke aber, es kommt darauf an, welche Kompetenzen erlernt werden sollen - wenn es zum Beispiel darum geht, eine Videoanalyse einer Bewegung zu machen, geht das auch mit dem Tablet. Wenn andere Lerninhalte im Vordergrund stehen, natürlich nicht. Jetzt kann man argumentieren, dass man dann aber das Gerät mit den breitesten Einsatzmöglichkeiten nehmen sollte, also eben kein Tablet; da würde ich ebenfalls mitgehen.

  • OK, verstehe. Ich denke aber, es kommt darauf an, welche Kompetenzen erlernt werden sollen - wenn es zum Beispiel darum geht, eine Videoanalyse einer Bewegung zu machen, geht das auch mit dem Tablet. Wenn andere Lerninhalte im Vordergrund stehen, natürlich nicht. Jetzt kann man argumentieren, dass man dann aber das Gerät mit den breitesten Einsatzmöglichkeiten nehmen sollte, also eben kein Tablet; da würde ich ebenfalls mitgehen.

    Im Hinblick auf die Vorbereitung für das Berufsleben (ich weiß das ist eigentlich nicht die Aufgabe von Schule per Definition, aber ich finde schon es sollte gemacht werden) ist die Bedienung von "richtigen" PCs (ob stationär oder mobile ist egal) deutlich zielführender. Wenn man dann später doch nur einem abgespeckten Gerät arbeiten muss, ist die Umstellung deutlich leichter als anders herum. Da hat man nämlich keine Zeit für Basics. Es soll doch alles digitalisiert sein, also muss man auch die groben Strukturen und Zusammenhänge kennen und damit arbeiten können.

Werbung