Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Je älter man wird, desto weniger kann man das verstehen. Es gibt nichts, was diese Ignoranz rechtfertigt, wir leben doch alle nur 70, 80 Jahre hier auf diesem Planeten. Warum werden Staatschefs immer egozentrischer, je älter sie werden und verlieren das, was Bedeutung hat komplett aus dem Fokus?

    Die Staatschefs wollen wieder gewählt werden, die Mehrheit der Wähler will es so.

    Und auch hier im Forum sind viel zu viele dieser Meinung. Es gab einige Sätze, bei denen ich nur entsetzt reagieren konnte. Umweltschutz nur, wenn es für mich lohnt und absolut nichts abverlangt. Dann wird auch mal behauptet, dass keine Anstrengung etwas bringen würde und die anderen noch viel schlimmer seien.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • 20 Lerngruppen mit größtenteils einer Unterrichtsstunde?

    So ungefähr. 15 Gruppen mit jeweils einer Stunde, dazu eine Gruppe mit 3 Stunden und 4 Gruppen mit 1-2 Stunden, wo ich mich aber noch mit jeweils einem anderen Kollegen abstimmen muss, weil wir ein zusammengewürfeltes Fach haben, uns überlegen müssen wer welche Lerninhalte übernimmt und am Ende eine Note bilden müssen. Vom Gefühl her weiß ich jetzt schon, dass das nur schiefgehen kann, allein schon weil es sich über mehrere Abteilungen erstreckt und jede Abteilung die Verwaltung (z.B. von zu spät kommenden Schülern) komplett anders handhabt.

    Als ich das Thema: "Bitte eine schulweit einheitliche Verwaltungsprozesse, damit auch die Lehrer, die quer über alle Abteilungen eingesetzt werden, eine Chance haben das 'richtig' zu machen", angesprochen habe, gab es in den jeweiligen Bildungsgang-Konferenzen durchweg Ablehnung. Die wollen alle ihr eigenes Süppchen kochen mit eigenen Entschuldigungsformularen etc. ...

    Oder, um es auf allgemeinbildende Schulen umzumünzen: Versetzt Euch mal in die Person des Religionslehrers, der mit jeweils einer Stunde durch alle Klassen gejagt wird. :autsch:

  • Mein SL weiß, dass ich das ganz schlimm fände.

    Aber man hat an sich immer auch eine Klassenleitung und darum mehr Unterricht in einer Klasse, man hat genug Fächer, die mehr als 1 Stunde im Plan haben und die Schule ist klein genug, dass man bei einstündigen Fächern noch genug Stunden übrig hätte, um andere Fächer zu erteilen - spätestens dann ja in den gleichen Klassen.

    plattyplus Liegt das an deinen Fächern oder wäre auch ein anderer Einsatz denkbar?

  • Liegt das an deinen Fächern oder wäre auch ein anderer Einsatz denkbar?

    Ein Großteil liegt wohl an den Fächern. An einem technischen Berufskolleg bekommen halt alle Schüler eine Stunde BWL/Woche. Daher auch mein Vergleich mit dem Religionslehrer, der mit jeweils einer Stunde durch alle Klassen gejagt wird. Zumindest bei uns in NRW braucht man für den Religionsunterricht ja die Missio Canonica (katholisch) bzw. Vocatio (evangelisch), weshalb an der Stelle der Religionslehrer dann ran muss und man das nicht einfach einem anderen Kollegen übertragen kann. Bei mir ist es ähnlich. In den Abschlussklassen muss jemand mit der Fakulta für Wirtschaftswissenschaft ran. So komme ich dann ins Spiel und eben nicht der fachfremde Kollege, der eh schon zieg Stunden in der Klasse eingesetzt ist.

    Bisher hatte ich aber immer noch einen Ausgleich. Mein bisheriger Rekord waren 14 Klassen. Das es jetzt im nächsten Jahr 20 werden, ist noch einmal eine ganz andere Herausforderung.

  • plattyplus : Ich finde es schwierig, wenn immer eine einheitliche Lösung "von oben" gefordert wird, da hierdurch die Autonomie der einzelnen Schulen beschnitten wird. Ein gewisser Entscheidungsspielraum ist nicht per se schlecht.

    Bei den Fächern, die du dir mit anderen Kollegen teilst, würde ich mich noch vor Beginn des nächsten Schuljahres mit den entsprechenden Kollegen treffen, das Curriculum ausdrucken und dann markieren, wer was im Unterricht behandelt. Du unterrichtest dann sagen wir mal die gelben Inhalte, die Kollegen die roten oder grünen Inhalte. Müsst ihr gemeinsame Prüfungen oder darf jeder Kollege je eine eigene Prüfung durchführen? Bei der Endnote würde ich dann 50/50 machen - liegen Schüler (m/w/d) genau zwischen zwei Noten, könntet ihr eine finale mündliche Abfrage oder so machen.


    PS: Wirtschaftspädagogik ist doch keine seltene Fachrichtung. Wenn ich mich richtig erinnere, ist dieses oft vom Quereinstieg ausgeschlossen, weil es genug Lehramtsabsolventen (m/w/d) gibt. Warum bekommt ihr an eurer Schule dann keine zusätzliche Lehrkraft mit dieser beruflichen Fachrichtung zugewiesen, wenn anscheinend so hoher Bedarf besteht?

  • Ich finde es schwierig, wenn immer eine einheitliche Lösung "von oben" gefordert wird, da hierdurch die Autonomie der einzelnen Schulen beschnitten wird. Ein gewisser Entscheidungsspielraum ist nicht per se schlecht.

    Moment! Ich meine eine einheitliche Lösung innerhalb der Schule. Zur Zeit haben wir individuelle Lösungen für jeden Bildungsgang. Da bist montags in der 1. Stunde bei den angehenden KFZ-Mechanikern, dienstags in der 1. Stunde bei den Fachinformatikern und donnerstags in der 1. Stunde in der Berufsfachschule. An allen Tagen kommt ein Schüler zu spät und je nach Bildungsgang mußt Du es anders handhaben. Ich meine mit "von oben" eine einheitliche schulweite Lösung von der Schulleitung, ich meine damit nicht eine Regelung von der Bezirksregierung oder vom Schulministerium.

  • PS: Wirtschaftspädagogik ist doch keine seltene Fachrichtung. Wenn ich mich richtig erinnere, ist dieses oft vom Quereinstieg ausgeschlossen, weil es genug Lehramtsabsolventen (m/w/d) gibt. Warum bekommt ihr an eurer Schule dann keine zusätzliche Lehrkraft mit dieser beruflichen Fachrichtung zugewiesen, wenn anscheinend so hoher Bedarf besteht?

    Es gibt doch keinen Bedarf und deswegen unterrichtet jeder nur den kleinsten Teil, wofür er ausgebildet wurde. Und an einem technischen BK gibt es eben nicht zuviele mehrstündige Kurse, die nur WiPäd zugeordnet werden?
    Ich würde versuchen, die Schule zu wechseln.
    (Dein Beispiel - und andere - sind übrigens der Grund, warum ich bei einem möglichen Wechsel zu einem BK mich sehr gut absichern würde, dass meine Fächer mehrmals gut gebraucht werden).

  • Die Reli-Lehrkräfte sind ein klassisches Beispiel. Aber auch bei Sportlehrkräften oder Musiklehrkräften kann es, wenn auch nicht so drastisch, auftreten. Wenn Du eine SEK 1 Schule hast und Du hast nur 1 Religionslehrkraft gibt es auch wenig Alternativen. Bei uns an den Grundschulen ist teilweise mit Sport oder Musik so. Musik wird teilweise in 1 und 2 noch gerne von den Klassenlehrkräften mitgemacht. Aber Sport machen in der Regel nur die ausgebildeten Lehrkräfte. Und dann haben wir Schulen, die haben nur 1-2 ausgebildete Lehrkräfte. Die haben dann halt jede Klasse 2 Stunden in Sport. Auch nicht schön. Aber natürlich nicht so extrem.

  • Sport ist aber fachfremd möglich und man kann das auch aufteilen, also nur eine Stunde an die Sport-Lehrkraft geben oder nur die 3/4. Klassen oder je Halbjahr wechseln, denn auch die Stunden der Sport-Lehrkräfte sind endlich.

    Bei uns würde man nach internen Lösungen suchen, damit die Lehrkräfte nicht über Gebühr belastet werden und auch noch ausfallen.

  • Sport ist aber fachfremd möglich und man kann das auch aufteilen, also nur eine Stunde an die Sport-Lehrkraft geben oder nur die 3/4. Klassen oder je Halbjahr wechseln, denn auch die Stunden der Sport-Lehrkräfte sind endlich.

    Bei uns würde man nach internen Lösungen suchen, damit die Lehrkräfte nicht über Gebühr belastet werden und auch noch ausfallen.

    Sport fachfremd kann man eigentlich nur mit Zustimmung der Lehrkraft machen. Gerade beim Sport ist immer die Gefahr, dass irgendwas passiert.

    An unserer Schule haben wir genug Sportlehrkräfte. Aber an einigen Nachbarschulen gibt es Kollegien mit wenigen und vor allem auch oft älteren Lehrkräften. Da habe ich volles Verständnis, dass die nicht fachfremd Sport unterrichten. Aber auch bei jüngeren Lehrkräften würde ich das nie gegen den Willen der Lehrkraft machen. Da finde ich eher, dass man einer studierten Sportlehrkraft viele Klassen zumuten kann.
    Wir haben bei uns Schulen ohne Schwimmlehrkräfte. Es gibt auch Sportlehrkräfte, die die Rettungsfähigkeit nich mehr haben. Da wird das dann tatsächlich auch mit Abordnungen gelöst. Ist natürlich noch unschöner für die Lehrkräfte. Aber ich finde auch ganz klar, dass der Unterricht da Priorität haben muss.

  • Wir haben bei uns Schulen ohne Schwimmlehrkräfte. Es gibt auch Sportlehrkräfte, die die Rettungsfähigkeit nich mehr haben. Da wird das dann tatsächlich auch mit Abordnungen gelöst. Ist natürlich noch unschöner für die Lehrkräfte. Aber ich finde auch ganz klar, dass der Unterricht da Priorität haben muss.

    Also die Sport-Lehrkraft, die die Rettungsfähigkeit nachgewiesen hat, wird dafür noch bestraft, indem sie für den Schwimmunterricht tageweise an die Nachbarschulen abgeordnet wird? Warum sollte diese Lehrkraft dann die Rettungsfähigkeit alle 4 Jahre (gilt für NRW, in anderen Bundesländern ggf. andere Intervalle) unter Beweis stellen und nicht einfach verfallen lassen, um so den Abordnungen zu entgehen?

  • Also die Sport-Lehrkraft, die die Rettungsfähigkeit nachgewiesen hat, wird dafür noch bestraft, indem sie für den Schwimmunterricht tageweise an die Nachbarschulen abgeordnet wird? Warum sollte diese Lehrkraft dann die Rettungsfähigkeit alle 4 Jahre (gilt für NRW, in anderen Bundesländern ggf. andere Intervalle) unter Beweis stellen und nicht einfach verfallen lassen, um so den Abordnungen zu entgehen?

    ich stimme selten deinen radikalen Ansichten / Kommentaren zu, aber ich muss zugeben: selber Gedanke, selbe Beobachtung im Schuldienst.
    Es ist manchmal so einfach, bestimmte Qualifikationen verfallen zu lassen.
    Und ich habe mir sehr gut überlegt, meine Rettungsfähigkeit (ich bin NICHT Sportlehrerin!!!) nicht mehr in der Schule abzugeben (ich habe sie auch mittlerweile nicht mehr, aber ich habe sie auch mal bewusst nicht angegeben, bevor mein Körper selbst beschlossen hat, dass ich zu langsam rette :-D)
    und ich habe einen Sportkollegen, der auch mal Überhang macht, weil wir sonst kein Schwimmen angeboten hätten.

    Leider geht es nicht mit jedem Fach so einfach.

  • Also die Sport-Lehrkraft, die die Rettungsfähigkeit nachgewiesen hat, wird dafür noch bestraft, indem sie für den Schwimmunterricht tageweise an die Nachbarschulen abgeordnet wird? Warum sollte diese Lehrkraft dann die Rettungsfähigkeit alle 4 Jahre (gilt für NRW, in anderen Bundesländern ggf. andere Intervalle) unter Beweis stellen und nicht einfach verfallen lassen, um so den Abordnungen zu entgehen?

    Warum sollte sich die Geschichtslehrkraft, die lieber ihr Zweitfach unterrichten möchte, nicht einfach total blöd anstellen, damit sie nicht mehr in Geschichte eingesetzt wird?
    Gerüchteweise gibt es auch genug Leute, die gerne als Klassenlehrkraft so schlecht sind, dass man sie lieber nicht mehr dafür einsetzt.

    Das Sicherstellen der Rettungsfähigkeit gehört erstmal zur Dienstpflicht. Wenn ich jetzt als 30jährige sportliche Lehrkraft das plötzlich nicht mehr schaffe, würde ich als Schulleitung schon mal nachfragen. Es kann natürlich auch sein, dass die Lehrkraft gesundheitliche Einschränkungen hat und vielleicht einfach nicht mehr tauchen darf/kann.
    Auch wenn man über 50 ist, kann es auch für sportliche Lehrkräfte schon herausfordernd sein, die Prüfung zu schaffen.

    Für Religionslehrkräfte ist es noch einfacher und legal. In Nds. darfst Du nicht zum Religionsunterricht verpflichtet werden. Außerdem kannst Du einfach aus der Kirche austreten. Dann darfst Du es sowieso nicht mehr unterrichten.

  • Gerüchteweise gibt es auch genug Leute, die gerne als Klassenlehrkraft so schlecht sind, dass man sie lieber nicht mehr dafür einsetzt.

    Diese Leute würden sich bei mir für eine individuelle schulinterne Lehrerfortbildung qualifizieren. ;)
    Also unter Aufsicht bekommen sie dann gleich drei Klassen. "Defekt spielen" gemäß der Spieltheorie darf sich nicht lohnen.

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