Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Spring : Es kam zuvor die Anmerkung, dass im beruflichen Gymnasium in BW im Englischunterricht keine Ganzschriften behandelt werden, sondern nur Sachthemen. Und da wollte ich aufzeigen, dass es sicherlich auch hier Möglichkeiten gibt, Ganzschriften einzubinden, vorausgesetzt, es besteht ein grundsätzlicher Wille hierzu.

    Alles klar, danke für die Erklärung.

  • In NRW gibt es am beruflichen Gymansium für die verschiedenen Schwerpunkte auch in den allgemeinbildenden Fächern eigene Lehrpläne. Am beruflichen Gymnasium für Technik behandelt man also andere Themen in Deutsch als am beruflichen Gymnasium für Gesundheit und Soziales. Und entsprechend auch andere Zentralabiturprüfungen (sehr zum Leidwesen der Kollegen, die da unterrichten, die öfter im Leben Prüfungsvorschläge erarbeiten müssen.

    Ui, das ist ja dann echt ein Brett jedes Jahr. Danke für die Erklärung, bundeslandspezifische Unterschiede sind immer wieder anders wild.

  • Das hat nichts mit dem Bewertungsraster an sich zu tun (die wir in der Oberstufe benutzen sollen, in der Sek1 nicht unbedingt), sondern die festen Vorgaben, wie viel AFB1, 2 und3 anteilig gelten, usw.
    Und wenn ich mich nicht täusche, bemängeln ziemlich alle BL (inklusive deins) den Niveauverfall und die Noteninflaton, egal, ob sie Gutachten, freie Texte oder Raster haben.
    In NRW fällt es hier vielleicht am meisten auf, weil hier sehr viele NRWler*innen sind. Weil darunter auch viele aus diesen betroffenen Fächern. Und seien wir mal ehrlich: NRW war nie super gut. Also: der umgekehrte Fahrstuhleffekt kommt auch an Grenzen.
    Ich vermute, Berliner oder Bremer Sek2-Sprachkolleg*innen würden Ähnliches berichten, aber: haben wir überhaupt welche hier?

    Ich bin durch das Ref ins Bremer Schulwesen sozialisiert worden. Meine Erfahrung der letzten Jahre, gerade in der FOS: wir haben sehr viele Schülerinnen und Schüler, die die Prüfungen schlicht nicht schaffen und die wiederholen. Gerade in Deutsch. Schriftlich sind die Prüfungen ungenügend, da kann man gar nichts anderes geben.

    Was allerdings auch stimmt: die Erwartungshorizonte sind nun sehr offen gehalten und die prozentuale Verteilung tut ihr Übriges. Wenn in der Fachhochschulreifeprüfung Deutsch eine kleinteilige strukturierte Textwiedergabe geschafft ist, dann sind schon 40 Prozent des inhaltlichen Teils der Prüfung durch. Im zweiten Teil (Erörterung oder Sachtextanalyse oder Stellungnahme) muss dann echt was passieren, wenn das noch durchgefallen sein soll, da ja auch die sprachliche Darstellung Punkte gibt. Und zack, bestanden.

    Warum bestehen Schüler nicht? Weil sie nicht verstehen, dass es zwei Aufgaben gibt. Weil sie nur eine strukturierte Textwiedergabe schreiben und die Erörterung vergessen. Weil sie eine strukturierte Textwiedergabe mit der Erörterung verschmelzen. Weil sie in einer argumentativen Stellungnahme drei Sätze schreiben. Passiert alles. Da sind wir aber weit von inhaltlichen oder sprachlichen Kriterien entfernt, da geht es um Aufgabenformate, die nach zwei Jahren üben nicht verstanden werden.

    Pflichtlektüre war letztes Jahr z.B. "Das Parfum" von Süskind, von einer Klasse hatten es vier von 23 gelesen. Durch die Wahl des Prüfungsthemas (Sachtexte, juchhu!), wird dann kompensiert, dass man nichts für das Literaturthema gemacht hat. Dann kapieren sie nichts vom Sachtext, schreiben irgendetwas, fallen durch und dann retten sie sich in der mündlichen Prüfung (für die man ja noch ein paar Tutorials oder Zusammenfassungen über den Roman bei YouTube schauen kann).

    Selbst im schriftlichen Abitur in Deutsch hatten wir in den letzten Jahren mehrere ungenügende Leistungen, weil einfach komplett sinnfrei und unverständlich rumgelabert wurde und das seitenweise. Da vermute ich aber in allen Fällen, dass es wirklich mit Prüfungsangst und psychischer Belastung zusammenhing.

  • Ich fasse mal wieder zusammen: Die weiterführende Schule macht alles richtig, bekommt leider nur Dumme geschickt und Kinder, denen die Grundschullehrerinnen zu gute Noten gegeben haben, kann dann aufgrund mysteriöser Umstände selbst aber nur 4en verteilen und das bei jahrelangem Vermitteln von Regenbogenthemen, zu denen das Schulbuch zwingt. Es muss sehr belastend sein, so gar nichts im Berufsleben selbst verantworten zu können.

    Das habe ich weder geschrieben noch gemeint, sondern dass es an allen Schularten Schüler gibt, die die Schule erfolgreich abschließen, ohne die Mindestanforderungen zu erfüllen. Manche User hier zweifeln das nämlich regelmäßig an. Ursachen a la "Lehrer sind schuld" habe ich ebenfalls nicht angeführt, denn die sind absolut vielschichtig und unter anderem systemisch bedingt.


    Ich kann dieses "Dann gib halt realistische Noten", "Dann bring ihnen was bei" oder "Bei mir / uns ist das alles besser", das hier von den immer gleichen Usern ständig gebetsmühlenartig wiederholt wird, einfach nicht mir lesen!

  • Würde mich ja interessieren, wer von den Grundschullehrern (aus NRW) schon mal eine 5 auf dem Zeugnis gegeben hat, oder ein Kind in der Klasse hatte, das wiederholen musste. Also nix mit AOSF durchwinken.

  • Das habe ich weder geschrieben noch gemeint, sondern dass es an allen Schularten Schüler gibt, die die Schule erfolgreich abschließen, ohne die Mindestanforderungen zu erfüllen.

    Ich hatte ja auch Maylin85 zitiert.

    Du schriebst wiederum, dass die Kinder der "Zulieferschulen" alle zu gute Noten hätten. Damit sind wohl die Grundschullehrkräfte gemeint.

  • Ich hatte ja auch Maylin85 zitiert.

    Du schriebst wiederum, dass die Kinder der "Zulieferschulen" alle zu gute Noten hätten. Damit sind wohl die Grundschullehrkräfte gemeint.

    Verdreh mir bitte nicht die Worte im Mund! Ich habe davon geschrieben, dass sie kaum 5 und 6 in den Zeugnissen haben, weil das im System Grundschule fast nicht möglich ist - wo ist da der Vorwurf an die Lehrkräfte?

  • Würde mich ja interessieren, wer von den Grundschullehrern (aus NRW) schon mal eine 5 auf dem Zeugnis gegeben hat, oder ein Kind in der Klasse hatte, das wiederholen musste. Also nix mit AOSF durchwinken.

    Hier! Mehrmals. Bist du echt der Meinung, dass das nicht vorkommt?

  • Würde mich ja interessieren, wer von den Grundschullehrern (aus NRW) schon mal eine 5 auf dem Zeugnis gegeben hat, oder ein Kind in der Klasse hatte, das wiederholen musste. Also nix mit AOSF durchwinken.

    Ich unterrichte zwar nicht in der Grundschule, sehe aber Grundschulzeugnisse. Ja, es gibt Wiederholung und dazu sind 5 oder gar 6 notwendig.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Für freiwillige Klassenwiederholungen nicht unbedingt. Für Nichtversetzungen klar.

    Ich schrieb nicht von freiwilligen Wiederholungen, genau lesen. Du bist doch sonst immer so genau.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Du schriebst von "Wiederholungen", was ich als Hyperonym für sowohl freiwillige als auch unfreiwillige auffasste. Entschuldige bitte, wenn ich das falsch verstanden habe.

    In der Praxis ist meine Wahrnehmung, dass es sowohl an den Grundschulen als auch bei uns (SBBZ mit Bildungsgang Grundschule) deutlich mehr freiwillige Wiederholungen als Nichtversetzungen gibt.

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