Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Wenn man mit der Schulform nichts zu tun hat, versteht man das kaum, auch dass es so gut wie keine 5 oder 6 geben darf.

    In den Grundschulen werden doch auch kaum 5 und 6 vergeben, durchfallen ist nahezu unmöglich - erzählen zumindestens befreundete GS-Lehrkräfte. Und auch die GS verlassen Schüler ohne grundlegende Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen. Oder ist das nur an meinen Zulieferschulen so?

  • Und auch die GS verlassen Schüler ohne grundlegende Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen.

    Das ist so, wenn

    a) es vom DaZ-Erlass gedeckt ist und das Kind Notenschutz erhält, um einen gesicherten Rahmen zum Erlernen der Zweitsprache zu bekommen. NDS hat die Frist von 2 Jahren gekippt, wodurch die SuS viel länger im Notenschutz gehalten werden können.

    b) ein Kind trotz mangelhafter Leistungen aufrücken muss, also nach 6 Jahren die GS verlässt, auch wenn es die geforderten Leistungen nicht erbringt.

    c) das Kind nur in einem Fach mangelhafte Leistungen erbringt.

    d) das Kind zieldifferent unterrichtet wird.

  • In den Grundschulen werden doch auch kaum 5 und 6 vergeben, durchfallen ist nahezu unmöglich - erzählen zumindestens befreundete GS-Lehrkräfte. Und auch die GS verlassen Schüler ohne grundlegende Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen. Oder ist das nur an meinen Zulieferschulen so?

    Nicht zuletzt, weil die GS überhaupt der einzige Ort ist, wo das aktiv gemacht wird. Wer von den Kindern schreibt aktiv von Hand noch zu Hause? Wer rechnet aktiv von Hand zu Hause? Und wer liest wirklich noch längere Texte? Das kommt nicht von ungefähr.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Diese Ausnahmen sollten angesichts der aktuellen Bildungskrise kritisch hinterfragt werden. Zum Beispiel b): Wenn ein Kind nach 6 Jahren in der Primarstufe immer noch mangelhafte Leistungen in den Fächern Deutsch und Mathematik aufweist, ist eher unwahrscheinlich, dass die Leistungen mit Aufrücken in die nächste Jahrgangstufe und damit Konfrontation mit Inhalten höheren Anspruchs plötzlich besser werden. Die Abweichung zwischen Soll und Ist wird dann eher noch größer. Ob es dann nicht besser ist, mit dem Aufrücken zu warten bis zumindest die Mindestanforderungen in Mathematik und Deutsch erreicht wurden?

    Die zentrale Frage sollte zukünftig sein: Sorgt diese und jene Methode dafür, dass das allgemeine Bildungsniveau steigt? In dem Fall: Sorgt Notenschutz dafür, dass die Kinder am Ende kompetenter sind als ohne Notenschutz?

  • Das ist so, wenn

    a) es vom DaZ-Erlass gedeckt ist und das Kind Notenschutz erhält, um einen gesicherten Rahmen zum Erlernen der Zweitsprache zu bekommen. NDS hat die Frist von 2 Jahren gekippt, wodurch die SuS viel länger im Notenschutz gehalten werden können.

    b) ein Kind trotz mangelhafter Leistungen aufrücken muss, also nach 6 Jahren die GS verlässt, auch wenn es die geforderten Leistungen nicht erbringt.

    c) das Kind nur in einem Fach mangelhafte Leistungen erbringt.

    d) das Kind zieldifferent unterrichtet wird.

    Gemeint sind wohl eher Kinder, die mit "guten" oder befriedigenden Noten an weiterführenden Schulen anlanden und faktisch wenig bis gar nichts können.

  • In den Grundschulen werden doch auch kaum 5 und 6 vergeben, durchfallen ist nahezu unmöglich - erzählen zumindestens befreundete GS-Lehrkräfte. Und auch die GS verlassen Schüler ohne grundlegende Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen. Oder ist das nur an meinen Zulieferschulen so?

    Aber nicht umsonst landen die Kinder bei dir. Wenn sie bessere Leistungen hätten, wären sie vmtl. an einer anderen Schulform.

    Bei uns wiederholen regelmäßig Drittklässler, weil die Noten zu schlecht sind. In Klasse 1 wiederholen Kinder freiwillig, da gibt es noch keine Noten. In Klasse 2 gibt es nur 2 Noten: De und Ma. Die Kinder, die da eine 5 oder 6 hätten, hätten vmtl. schon in Klasse 1 wiederholt oder wären sonderpädagogisch überprüft worden. In Klasse 4 ist wiederholen nicht üblich oder macht keinen Sinn.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Gemeint sind wohl eher Kinder, die mit "guten" oder befriedigenden Noten an weiterführenden Schulen anlanden und faktisch wenig bis gar nichts können.

    Ich fasse mal wieder zusammen: Die weiterführende Schule macht alles richtig, bekommt leider nur Dumme geschickt und Kinder, denen die Grundschullehrerinnen zu gute Noten gegeben haben, kann dann aufgrund mysteriöser Umstände selbst aber nur 4en verteilen und das bei jahrelangem Vermitteln von Regenbogenthemen, zu denen das Schulbuch zwingt. Es muss sehr belastend sein, so gar nichts im Berufsleben selbst verantworten zu können.

  • Ich fasse mal wieder zusammen: Die weiterführende Schule macht alles richtig, bekommt leider nur Dumme geschickt und Kinder, denen die Grundschullehrerinnen zu gute Noten gegeben haben, kann dann aufgrund mysteriöser Umstände selbst aber nur 4en verteilen und das bei jahrelangem Vermitteln von Regenbogenthemen, zu denen das Schulbuch zwingt. Es muss sehr belastend sein, so gar nichts im Berufsleben selbst verantworten zu können.

    Und zum Abschluss gibt es das Abitur.

    Die weiterführenden Schulen haben doch viel mehr Schuljahre mit Noten zur Verfügung als die Grundschulen. Und trotzdem passt am Ende alles.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • und faktisch wenig bis gar nichts können.

    Ich glaube "wenig bis gar nichts können" ist sehr subjektiv.

    "Das Kind kann nicht lesen" bedeutet vielerlei, manche Lehrkräfte bemühen den Satz, wenn Kinder/Jugendliche Fachtexte nicht sinnentnehmend erfassen und Inhalte anwenden können, andere Lehrkräfte bezeichnen damit, dass einem Kind grundlegende erste Lesekompetenzen fehlen, weil es das Leseprinzip noch nicht erfasst hat

    Kinder, die 4 Wochen vor Ende der 4. Klasse aus der Erstunterkunft hinzu kommen, können nach 4 Wochen nicht sehr viel besser lesen. Das ist aber kein Grund für eine Wiederholung, der Notenschutz greift ja für dieses Kind und der Erlass gilt schulformübergreifend.

  • Ich dachte eher an so Dinge wie vollständige Sätze schreiben, halbwegs lesbare Handschrift, Zuhören, Arbeitsanweisungen sinnerfassend lesen etc. Also absolute Basiskompetenzen, deren Erlernen ich der Grundschule zuordnen würde. Und ich beziehe mich auch nicht auf Kinder mit Notenschutz, sondern reguläre Fünftklässler am Gymnasium. Hier in unserer Gegend gelingt das alles zunehmend nicht mehr angemessen.

    Ich werfe das den Grundschulkollegen aber auch gar nicht unbedingt vor. Die stecken halt ebenfalls im staatlich verordneten Chaos fest und dort greifen in Sachen Notengebung vermutlich die gleichen Schwierigkeiten, wie in den weiterführenden Systemen. Wer kann schon konsequent halbe Jahrgänge ständig wiederholen lassen...

  • Wer kann schon konsequent halbe Jahrgänge ständig wiederholen lassen...

    Eigentlich müssten die Realitäten (d.h. die Ergebnisse in den Bildungsvergleichsstudien) sich endlich in formalen Resultaten widerspiegeln und das würde bedeuten: weniger Übergänge in die gymnasialen Bildungsgänge, schlechtere Notendurchschnitte, höhere Durchfallquoten. Das wäre nicht schön, aber das wäre die Realität. Solange wir diese durch geschönte Notenvergabe verdrängen, gehen wir unterbewusst davon aus, dass alles passt. Würden auch die Noten immer schlechter werden, es immer weniger Kinder in die gymnasialen Bildungsgängen schaffen, während gleichzeitig die Bildungsgänge des grundlegenden Niveaus immer voller werden, immer mehr Jugendliche das Abitur nicht schaffen, es würde ein Aufschrei durch die Republik gehen. Und erst dann würde sich eventuell etwas tun, erst dann. Bis dahin freuen wir uns, dass es immer mehr 1,0-Abiturschnitte gibt und sagen "Passt doch!". Selbst wenn PISA etwas Anderes sagt.

  • Ich fasse mal wieder zusammen: Die weiterführende Schule macht alles richtig, bekommt leider nur Dumme geschickt und Kinder, denen die Grundschullehrerinnen zu gute Noten gegeben haben, kann dann aufgrund mysteriöser Umstände selbst aber nur 4en verteilen und das bei jahrelangem Vermitteln von Regenbogenthemen, zu denen das Schulbuch zwingt. Es muss sehr belastend sein, so gar nichts im Berufsleben selbst verantworten zu können.

    Danke, ich dachte schon, nur ich sähe das anders.

  • PaPo Kennst du schon die Taube auf dem Schachbrett?

    Sie schreibt mir gerade.

    Aber so, wie du den Kommentar von state_of_Trance nicht verstehst, obwohl dir das entsprechende, eigtl. selbstevidente "Herrschaftswissen" (*LOL*) hier bereits vor Stunden mehrfach(!) erläutert wurde, scheint sich dir die Bedeutung dieser Metapher ebenso wenig zu erschließen, wie die Realsatire, dass gerade du sie anführst. 😆

    Zum Beleg: Kommt eigtl. noch irgendwann mal eine inhaltliche Replik auf meine Fragen an dich? Nein? Lieber weitergurren?! Ah ja.

    case closed (Danke für den peinlichen Lacher vorm Schlafengehen - und jetzt flott bei den Mods weinen, weil du austeilen magst, aber nicht einstecken kannsr). Gute Nacht! hdl

  • Spring : Es kam zuvor die Anmerkung, dass im beruflichen Gymnasium in BW im Englischunterricht keine Ganzschriften behandelt werden, sondern nur Sachthemen. Und da wollte ich aufzeigen, dass es sicherlich auch hier Möglichkeiten gibt, Ganzschriften einzubinden, vorausgesetzt, es besteht ein grundsätzlicher Wille hierzu.

    Alles klar, danke für die Erklärung.

  • In NRW gibt es am beruflichen Gymansium für die verschiedenen Schwerpunkte auch in den allgemeinbildenden Fächern eigene Lehrpläne. Am beruflichen Gymnasium für Technik behandelt man also andere Themen in Deutsch als am beruflichen Gymnasium für Gesundheit und Soziales. Und entsprechend auch andere Zentralabiturprüfungen (sehr zum Leidwesen der Kollegen, die da unterrichten, die öfter im Leben Prüfungsvorschläge erarbeiten müssen.

    Ui, das ist ja dann echt ein Brett jedes Jahr. Danke für die Erklärung, bundeslandspezifische Unterschiede sind immer wieder anders wild.

  • Das hat nichts mit dem Bewertungsraster an sich zu tun (die wir in der Oberstufe benutzen sollen, in der Sek1 nicht unbedingt), sondern die festen Vorgaben, wie viel AFB1, 2 und3 anteilig gelten, usw.
    Und wenn ich mich nicht täusche, bemängeln ziemlich alle BL (inklusive deins) den Niveauverfall und die Noteninflaton, egal, ob sie Gutachten, freie Texte oder Raster haben.
    In NRW fällt es hier vielleicht am meisten auf, weil hier sehr viele NRWler*innen sind. Weil darunter auch viele aus diesen betroffenen Fächern. Und seien wir mal ehrlich: NRW war nie super gut. Also: der umgekehrte Fahrstuhleffekt kommt auch an Grenzen.
    Ich vermute, Berliner oder Bremer Sek2-Sprachkolleg*innen würden Ähnliches berichten, aber: haben wir überhaupt welche hier?

    Ich bin durch das Ref ins Bremer Schulwesen sozialisiert worden. Meine Erfahrung der letzten Jahre, gerade in der FOS: wir haben sehr viele Schülerinnen und Schüler, die die Prüfungen schlicht nicht schaffen und die wiederholen. Gerade in Deutsch. Schriftlich sind die Prüfungen ungenügend, da kann man gar nichts anderes geben.

    Was allerdings auch stimmt: die Erwartungshorizonte sind nun sehr offen gehalten und die prozentuale Verteilung tut ihr Übriges. Wenn in der Fachhochschulreifeprüfung Deutsch eine kleinteilige strukturierte Textwiedergabe geschafft ist, dann sind schon 40 Prozent des inhaltlichen Teils der Prüfung durch. Im zweiten Teil (Erörterung oder Sachtextanalyse oder Stellungnahme) muss dann echt was passieren, wenn das noch durchgefallen sein soll, da ja auch die sprachliche Darstellung Punkte gibt. Und zack, bestanden.

    Warum bestehen Schüler nicht? Weil sie nicht verstehen, dass es zwei Aufgaben gibt. Weil sie nur eine strukturierte Textwiedergabe schreiben und die Erörterung vergessen. Weil sie eine strukturierte Textwiedergabe mit der Erörterung verschmelzen. Weil sie in einer argumentativen Stellungnahme drei Sätze schreiben. Passiert alles. Da sind wir aber weit von inhaltlichen oder sprachlichen Kriterien entfernt, da geht es um Aufgabenformate, die nach zwei Jahren üben nicht verstanden werden.

    Pflichtlektüre war letztes Jahr z.B. "Das Parfum" von Süskind, von einer Klasse hatten es vier von 23 gelesen. Durch die Wahl des Prüfungsthemas (Sachtexte, juchhu!), wird dann kompensiert, dass man nichts für das Literaturthema gemacht hat. Dann kapieren sie nichts vom Sachtext, schreiben irgendetwas, fallen durch und dann retten sie sich in der mündlichen Prüfung (für die man ja noch ein paar Tutorials oder Zusammenfassungen über den Roman bei YouTube schauen kann).

    Selbst im schriftlichen Abitur in Deutsch hatten wir in den letzten Jahren mehrere ungenügende Leistungen, weil einfach komplett sinnfrei und unverständlich rumgelabert wurde und das seitenweise. Da vermute ich aber in allen Fällen, dass es wirklich mit Prüfungsangst und psychischer Belastung zusammenhing.

Werbung