Hilfe, Eignungsprüfung, PGCE, OBAS und Anerkennungsschwierigkeiten

  • Ihr Lieben,


    Vielleicht hat jemand gute Ratschläge bzw. kennt jemanden, der jemanden kennt…ein Chaos:


    - ich bin dt Muttersprachlerin

    - Abitur

    - frz BA (Licence, 6 Semester in F studiert “Angewandte Fremdsprachen Deutsch &Englisch; das Studium der Beifächer wie Wirtschaft etc alles auf Französisch)

    - 5 Jahre in UK in der freien Wirtschaft gearbeitet

    - Quereinsteigerin Lehramt n England; berufsbegleitendes Studium (also Unterricht und parallel meinen PGCE, 60 credit MA-level in Deutsch & Französisch), Dauer 1 Jahr

    - 1 Jahr Newly Qualified teacher (UK Ref) gemacht und damit als vollqualifizierte Lehrkraft für Fremdsprachen anerkannt

    -2 Jahre in staatlicher Schule, 5 in Privatschule unterrichtet; Deutsch als Fremd- und Muttersprache, sowie Französisch. Alles bis Klasse 13 & Univorbereitung

    - 2 der Jahre im Internat als Hausmutter gearbeitet und dadurch viel pädagogische Erfahrung gesammelt

    - seit 12 Jahren lebe ich in England in und habe Muttersprachenniveau


    Ich möchte jetzt nach D zurück; habe mich am staatlich anerkannten privaten Gym erfolgreich beworben…aber das KM sagte nein, mein Abschluss könne nicht anerkannt werden, weil die Studieninhalte in UK anders seien. Ich dürfe nicht einmal als Quereinsteigerin berufsbegleitend anfangen, weil ich keinen abgeschlossenen MA habe.

    Ich bin 36, habe Familie und bin Hauptverdienerin; ich kann doch jetzt nicht noch vier -sechs Jahre “nebenbei “ einen MA machen, von dem mir das KM auch erst nach Abschluss sagen kann, ob der überhaupt hilft um in den Quereinstieg zu kommen. Direkt 2 Jahre Vollzeit MA Ed geht auch nicht, weil mein BA nicht lehramtsbezogen ist und wieder finanziell nicht zu stemmen.


    Ich habe nun in meiner Verzweiflung eine Stelle in NRW an einer privaten nicht-deutschen Schule angenommen, damit wir wenigstens nach D kommen können.

    Dann dachte ich, ich schaue mir mal Quereinstieg in NRW an, vielleicht kann ich dann ja wechseln. Bingo! OBAS schon mit 7 Semestern Studium und nach A13 bis Stufe 3 bezahlt, super! Aber NEIN… lt der Stelle z Anerkennung ausländischer Lehramtsqualifikationen DARF ich nicht die OBAS-Route nehmen, denn ich habe ja schon ein lehramtsbezogenes Studium. Ich soll das anerkennen lassen, Uni-Module nachholen und dann einen 18-24 Monatigen Lehrgang machen (Ref), der mit 1,600 Eur/monatlich vergütet wird (vgl OBAS 4700 EUR).

    DAs kann doch eigentlich nicht wahr sein, oder? Gibt es ein Schlupfloch? Muss ich meinen PGCE verschweigen, mogeln, noch ein Semester irgendwas studieren und mich DANN f den OBAS bewerben? Ich bin am Ende meiner Kreativität angekommen.


    Achso, alternativ zur Anerkennung gäbe es wohl die Möglichkeit einer Eignungsprüfung, sei lt Anerkennungsstelle aber auf keinen Fall zu empfehlen weil bei Nicht-Bestehen nie wieder irgendwas in ganz D anerkannt werden darf. Hat jemand damit Erfahrung?


    Ich bin gespannt und Danke im Voraus…

  • ...aber das KM sagte nein, mein Abschluss könne nicht anerkannt werden, weil die Studieninhalte in UK anders seien.

    Ich weiß das leider gar nicht, aber so wie ich die Behörden einschätze, arbeiten da Sachbearbeiter, die noch viel weniger wissen, was du bereits an Abschlüssen erworben hast. Erfahrungen in anderen Berufen oder pädagogischen Feldern zählen da wahrscheinlich leider nicht.


    An Hochschulabschlüssen lese ich: Bachelor DE/EN als Fremdsprache und DE/FR als Fremdsprache Teile eines Masters?


    Ich würde

    - schriftlich anfragen

    - alle relevanten Hochschulabschlüsse übersetzen lassen

    - die Studieninhalte sowie -dauer auflisten

    - ggf. noch einen Vergleich zum entsprechenden deutschen 1. Statsexamen oder Master für Englisch/Französisch/DaZ herstellen


    Alternativ noch im wohnartnahen Nachbarbundesland oder in Sachsen-Anhalt bewerben. Die suchen am dringendsten Lehrpersonen...

  • In NRW scheint auch das absolute Chaos zu herrschen, den Seiten-oder Quereinstieg (nennt ja auch jedes Bundesland anders) mit OBAS finde ich auch grenzwertig, mir wurde geraten sonst einen Master of Education zu absolvieren und mich dann zu bewerben :sauer:.

    Was ich sagen will, in MV, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind die Chancen für einen Seiteneinstieg meiner Meinung gegeben, in allen anderen Bundesländern wird der promovierte Informatiker gesucht, der nebenher Mathe, Physik und Abfallwissenschaften studiert hat und für E9 Stufe I arbeiten will, natürlich in Teilzeit :staun::sterne::traenen:

    Zum Glück sind die Lehrer von gestern und vorgestern verbeamtet :geschenk:

    • Offizieller Beitrag

    Also: ich kenne (mindestens) einen Fall, wo das NQT/QTS direkt zur Planstelle anerkannt wurde (2008). Die Person hatte ein deutsches Erstes Staatsexamen.
    und aus dem Forum wiederum zahlreiche, wo es NICHT der Fall war und wo eine Art Anpassungslehrgang gemacht werden musste.

    Wenn du dein PGCE verschweigst, hast du allerdings gar nichts, was dich ins System reinbringt, also keine gute Idee. (und nicht mal das 4-jährige Studium...)
    Mir fällt tatsächlich kein Weg ein, aber ich würde es in NRW definitiv versuchen, direkt die Anerkennung des 2. Staatsexamens zu bekommen (mit dem QTS und PGCE).

    Im Forum ist eine "Engländerin" (Deutsche, glaube ich, aber in Deutschland ausgebildet), die jetzt wieder in Deutschland ist. Sie arbeitet zu meinem letzten Kenntnisstand auch an einer internationalen Schule, und nicht in NRW aber vielleicht kann sie dir helfen: Dejana ?


    Bist du bei der Schulform fixiert?

    Örtlich flexibel?


    Tja, Deutschland hat auch eine Art Lehrermangel, aber die finanziellen Mitteln, womit UK gerade um sich schießt - werden dafür nicht aufgefahren (dafür ist der Lohn - WENN man es ins System schafft - durchaus besser.)

  • Was ich sagen will, in MV, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind die Chancen für einen Seiteneinstieg meiner Meinung gegeben, in allen anderen Bundesländern wird der promovierte Informatiker gesucht, der nebenher Mathe, Physik und Abfallwissenschaften studiert hat und für E9 Stufe I arbeiten will, natürlich in Teilzeit :staun::sterne::traenen:

    Quatsch! Wer ein gesuchtes Fach in einem Bundesland qualifiziert anbieten kann, sprich über entsprechende Abschlüsse/ Kurse/ Berufserfahrung verfügt, der wird an vielen Stellen mit Handkuss genommen und dank OBAS/ Ref auch entsprechend nachqualifiziert, um eine volle Lehrbefähigung zu erhalten und damit Zugang zu A12/A13, sowie ggf. vorhandenen Beförderungsämtern.

    Nur, weil dir bestimmte Bundesländer nicht den roten Teppich ausrollen, weil sie Leute mit deiner Qualifikation eben aktuell nicht dringend benötigen im Schuldienst, bedeutet das nicht, dass man absurde Vorstellung hat von der formalen Qualifikation, die eine angehende Lehrkraft mitbringen sollte oder hochqualifizierte Leute, die angesichts ihrer Qualifikation massenhaft bessere Angebote haben sollten, in E9 versauern lassen und ausbeuten würde. Werd erwachsen!

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • In NRW scheint auch das absolute Chaos zu herrschen, den Seiten-oder Quereinstieg (nennt ja auch jedes Bundesland anders) mit OBAS finde ich auch grenzwertig, mir wurde geraten sonst einen Master of Education zu absolvieren und mich dann zu bewerben :sauer:.

    Der Seiteneinstieg gemäß der OBAS ist mit das Beste, das man machen kann. Sowohl die Voraussetzungen als auch der Ablauf sind klar definiert. Klar, in Ausnahmefällen, so wie hier mit Abschlüssen und Berufserfahrung gleich in zwei anderen Staaten, sind immer noch Fragen zu klären.


    OBAS gibt es übrigens seit … ich weiß es nicht genau, 2006? Und die Zahl der Absolventen dürfte im fünfstelligen Bereich sein.

  • Nach 7 Jahren Tätigkeit als vollqualifizierte Lehrkraft in England ist es für mich durchaus auch unverständlich, jetzt irgendwas von Nachstudieren zu lesen. OBAS okay, aber alles andere ist bei faktisch vorhandenen Qualifikationen doch etwas befremdlich.


    Ich kann die Fragen leider auch nicht beantworten, aber vielleicht lohnt es sich zu überlegen, ob man sich ggf. auch längerfristig mit Privatschulen anfreunden kann. Die internationalen Schulen suchen ja auch immer mal wieder Lehrkräfte (ich stolpere z.B. öfters über Stellenanzeigen von St. George's in Duisburg und Köln).

  • Der Seiteneinstieg gemäß der OBAS ist mit das Beste, das man machen kann. Sowohl die Voraussetzungen als auch der Ablauf sind klar definiert. Klar, in Ausnahmefällen, so wie hier mit Abschlüssen und Berufserfahrung gleich in zwei anderen Staaten, sind immer noch Fragen zu klären.


    OBAS gibt es übrigens seit … ich weiß es nicht genau, 2006? Und die Zahl der Absolventen dürfte im fünfstelligen Bereich sein.

    Müsste seit 2009/2010 oder so etabliert sein und nach anfänglichen Schwierigkeiten ist es ein absolut nachhaltiges Modell!


    Lehrermangel heißt übrigens nicht, dass jeder zu seinen Bedingungen einfach so an allen Schulen anfangen darf. Es gibt gewisse Grundeinstiegsvoraussetzungen und die muss man erfüllen. Erfüllt man sie nicht, muss man sich nachqualifizierten. Egal, ob man Familie hat oder einen Hund oder eine kranke Mutter oder 10 Kredite oder oder.



    mumbutu: Bitte spam jetzt nicht jeden Faden zu, nur weil Du andere Vorstellungen hattest, die nun nicht eintreffen, weil Du kein Mangelfach hast.

  • Also, wir sind vor 5 Jahren nach Deutschland gezogen. Ich hab mein PGCE auch in England gemacht (allerdings Grund- und Mittelstufe, Altersstufen 7-16), mit Englisch als Hauptfach. Danach ca. 12 Jahre lang in staatlichen Grundschulen unterrichtet.

    Ich hab hier an einer Privatschule angefangen. Laut hessischer Lehrkräfteakademie hätte ich in Sek 1 meine Anerkennung für Englisch und Geschichte bekommen können. Für Grundschule sollte ich nochmal neu studieren. (Nach 12 Jahren als Grundschullehrerin!)

    Ich hab es dann erstmal ruhen lassen. Inzwischen bin ich an einer anderen Privatschule und hab auch meine Lehrerlaubnis vom Schulamt und deren Besuch problemlos gemeistert. Meine derzeitige Schulleitung will sich jetzt um die Gleichstellung (mit 2. Staatsexamen, für Sek 1 und 2) kümmern. Dafür müsste ich wahrscheinlich eine unserer Gymnasialklassen für ein paar Stunden pro Woche übernehmen, könnte aber in meiner Grundschulklasse weiter als Klassenlehrerin bleiben und dann auch dort weiter unterrichten. Parallel mache ich noch einen Master in Mathematik.


    Ich würde mit der Privatschule schauen, was sich machen lässt. Kommt aber vielleicht auch auf das Bundesland an. Rein theoretisch erfülle ich sämtliche Kriterien für die Gleichstellung:

    - Deutsch als Muttersprache

    - 6 Jahre Studium

    - zwei Fächer (Englisch und Geschichte)

    - Abschluss in einem EU-Land erworben (hab mich vor Brexit um die Gleichstellung beworben)

    War aber trotzdem nicht so einfach.

    Viel Glück.

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