• An einem Gymnasium in Süddeutschland wird einem Lehrer in Presse und Internet vorgeworfen, sich gegenüber Schülerinnen unangemessen verhalten zu haben.

    "Was ist mit unangemessen und grenzüberschreitend gemeint? Nach Informationen der 'Schwäbischen Zeitung' hat der Lehrer die Schülerinnen im Alter von 16 Jahren weder unsittlich berührt, begrabscht noch hat er sie beschimpft oder beleidigt. Vorgeworfen wird ihm stattdessen, dass er im Gespräch mit den Schülerinnen keinen ausreichenden Abstand halten soll.

    Außerdem soll er seine Blicke dorthin richten, wo sie nicht hingehören - in den Ausschnitt der Schülerinnen. 'Ich fühle mich von ihm bedrängt und eingeengt', sagt eine Schülerin. Eine andere Schülerin wiederum fühle sich in seiner Gegenwart unwohl, weil ihr der Lehrer viel zu nahe komme." (...) "Zur Sache kann ich nichts sagen. Man muss abwarten, was dabei raus kommt und darf den Lehrer nicht vorverurteilen.“

    https://www.schwaebische.de/re…usschnitt-schauen-2113155

    Schule ist ein schwieriges und gefährliches Terrain.

    Das Diskutieren von Tatsachen ist eine "wunder"bare Sache.

  • Von außen ist das natürlich schwierig zu beurteilen. Spontan musste ich an einen meiner alten Lehrer denken, von dem exakt das gleiche berichtet wurde. Damals [TM] wäre natürlich niemand auf die Idee gekommen, deswegen eine Welle zu machen (waresdamals besser? Fraglich). Nicht einmal die Mitschülerin, die ungefragt von ihm geküsst wurde.

  • Von außen schwierig zu beurteilen.

    Ich habe Kolleginnen, die ungefragt Menschen berühren und ihnen bspw. den Arm oder Rücken reiben oder sie ungefragt mit Bussis begrüßen wollen (das stellen die auch nach zigfacher Aufforderung nicht ein) und einen Kollegen, der nicht gelernt hat, was ein angemessener Abstand ist und deshalb fast grundsätzlich zu nah an anderen Menschen steht.

    Kann also auch normales unangebrachtes Verhalten sein. Oder da ist wirklich etwas dran. Solls ja auch geben.

    • Offizieller Beitrag

    Im Zuge der #metoo Debatte und der sexuellen Übergriffe internationaler wie deutscher prominenter Persönlichkeiten ist hier die Sensibilität deutlich gestiegen. Ich würde soweit gehen und sagen "Gott sei Dank."


    Was Fossi beschreibt, war damals auch schon mindestens disziplinarrechtlich justiziabel, wenn nicht sogar im Rahmen des Strafrecht - nur dass viele Mädchen und Frauen damals geschwiegen haben oder die damals noch von Männern dominierte Rechtsprechung das Ganze als Kavaliersdelikt erachtet hatte und es so gar nicht zu Ermittlungen oder gar einer Verurteilung kam.

    Problematisch ist die Frage, wessen Einschätzung denn maßgeblich ist. Reicht die subjektive Einschätzung des "Opfers" - beispielsweise dann, wenn ein Mann gar nicht die Absicht hatte, den Abstand zu klein zu halten oder gezielt in den Ausschnitt zu starren und es lediglich so von dem Mädchen/der Frau empfunden wurde?

    Falls dies der Maßstab sein sollte, haben wir künftig ein weiteres dickes Problem neben dem bereits existierenden Problem, dass Männer sich mitunter distanzlos verhalten.

    Ich habe mir angewöhnt, Schülerinnen überdeutlich in die Augen zu gucken, wenn ich mit ihnen spreche, um klarzumachen, dass mich alles ab Unterkante Kinn abwärts nicht interessiert. Gleichzeitig versuche ich, wo immer möglich, einen entsprechenden Abstand zu halten - gleichwohl zu allen SchülerInnen, weil ich es selbst nicht mag, wenn man sich zu sehr auf die Pelle rückt.


    Man kann nur jeder männlichen Lehrkraft hier raten, sich überkorrekt zu verhalten, um hier entsprechenden Vorwürfen vorzubeugen. Wenn dann andere SchülerInnen bezeugen können, dass die Lehrkraft sich entsprechend verhalten hat, dürfte das Ganze schnell aufzuklären sein.

  • Wie genau meinst du das?

    Was ist hier deine Fragestellung/Intention?

    Ähemmm .. Such dir's aus. Oder denk drüber nach. Als Kuk der GS hast du damit jedoch vermutlich keine Schnittmengen.

    Das Diskutieren von Tatsachen ist eine "wunder"bare Sache.

  • Ähemmm .. Such dir's aus. Oder denk drüber nach. Als

    Aha, ich soll mir also aussuchen was du denkst....


    Eigentlich dachte ich ja, ich frage lieber bevor ich irgendetwas unterstelle (ich habe nämlich schon nachgedacht...)

    Als Kuk der GS hast du damit jedoch vermutlich keine Schnittmengen.

    Und deshalb kann ich dazu keine Fragen stellen?


    In Berlin geht Grundschule übrigens bis Klasse 6.


    Und ich hab Töchter.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Und? Schule ist ein schwieriges und gefährliches Terrain. Mehr nicht.

    Befremdlich finde ich:
    "Eltern einer elften Klasse haben kürzlich von einer Lehrerin einen Brief bekommen, in dem nach den mutmaßlichen Vorfällen die weitere Vorgehensweise beschrieben wird. Die Lehrerin sei von einigen Schülerinnen darauf angesprochen worden, dass sich ein Lehrer unangemessen und grenzüberschreitend verhalte, was den Schülerinnen sehr unangenehm sei.....

    In dem Brief an die Eltern sollen die Schüler und Schülerinnen zur Klärung des Falls bis Montag, 11. Dezember, eine Schilderung des Sachverhalts anonym oder namentlich verfassen - auch nicht unmittelbar betroffene Schüler und Schülerinnen. Es soll demnach alles protokolliert werden, was vorgefallen sei und wie sich die Schülerinnen dabei gefühlt haben."

    Wohlgemerkt - der Brief stammt nicht von der Aufsichtsbehörde...

    Das Diskutieren von Tatsachen ist eine "wunder"bare Sache.

  • [...]


    Ich habe mir angewöhnt, Schülerinnen überdeutlich in die Augen zu gucken, wenn ich mit ihnen spreche, um klarzumachen, dass mich alles ab Unterkante Kinn abwärts nicht interessiert. [...]

    Und wie machst du das, wenn du während des Unterrichtes rumgehst und eine Schülerin mit tiefem Ausschnitt Hilfe braucht? Gehst du dann in die Hocke? Überdeutliches In-die Augen-schauen kann übrigens auch als unangemessen empfunden werden.

  • Und wie machst du das, wenn du während des Unterrichtes rumgehst und eine Schülerin mit tiefem Ausschnitt Hilfe braucht? Gehst du dann in die Hocke? Überdeutliches In-die Augen-schauen kann übrigens auch als unangemessen empfunden werden.

    In die Augen zu schauen statt den Blick tiefer schweifen zu lassen ist doch nicht abhängig von der Tiefe eines Ausschnitt. Überdeutliches in die Augen schauen ist aus meiner Perspektive als Frau wesentlich besser als wenn das Gegenüber mit den Brüsten spricht. Das muss ja dennoch nicht in ein Starren ausarten, das als aggressiv wahrgenommen werden könnte.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Zitat


    In die Augen zu schauen statt den Blick tiefer schweifen zu lassen ist doch nicht abhängig von der Tiefe eines Ausschnitt.

    Da gebe ich dir recht. Ich habe die Formulierung gewählt, weil im Beitrag von von Bolzbold von " [...]gezielt in den Ausschnitt zu starren" die Rede war.


    Zitat


    Überdeutliches in die Augen schauen ist aus meiner Perspektive als Frau wesentlich besser als wenn das Gegenüber mit den Brüsten spricht.

    Also ich würde das als aufdringlich empfinden. Ob das jetzt besser ist oder nicht, würde da - für mich - erstmal keine Rolle spielen. Man kann während eines Gesprächs auch einfach mal anderswohin schauen (und damit meine ich nicht auf den Körper/in den Ausschnitt). In der Regel macht man das doch auch oder schaust du Gesprächspartnern die ganze Zeit "überdeutlich" in die Augen?

    • Offizieller Beitrag

    Da gebe ich dir recht. Ich habe die Formulierung gewählt, weil im Beitrag von von Bolzbold von " [...]gezielt in den Ausschnitt zu starren" die Rede war.


    Also ich würde das als aufdringlich empfinden. Ob das jetzt besser ist oder nicht, würde da - für mich - erstmal keine Rolle spielen. Man kann während eines Gesprächs auch einfach mal anderswohin schauen (und damit meine ich nicht auf den Körper/in den Ausschnitt). In der Regel macht man das doch auch oder schaust du Gesprächspartnern die ganze Zeit "überdeutlich" in die Augen?

    Vielen Dank dafür, dass Du das Problem des persönlichen Empfindens noch einmal auf ganz natürliche Art und Weise demonstriert hast. (Wahlweise war es auch die berüchtigte Goldwaage.) Überdeutlich in die Augen schauen heißt weder starren, noch dass ich meinen Blick verharren lasse - bedarf das wirklich einer Erläuterung??? Die Entwicklung dieser Diskussion zeigt, dass so oder so das passiert, was hier auch passiert ist. Sei es, dass man bestimmte Verben recht eng auffasst, sei es, dass man sich an dem orientiert, was nicht ausdrücklich gesagt wurde.

    Ich fahre mit meinem Verhalten diesbezüglich gut. Das reicht mir.

  • Ähemmm .. Such dir's aus. Oder denk drüber nach. Als Kuk der GS hast du damit jedoch vermutlich keine Schnittmengen.

    Wieso reagierst du angegriffen? Die Frage ist doch berechtigt. Wahrscheinlich willst du mitteilen, dass die Vorgehensweise der Schule total sonderbar ist, dass irgendwer irgendwelche Briefe schickt mit Aufforderungen zu anonymen Hinweisen. Möglicherweise willst du auch darauf hinaus, dass der Kollege bestimmt unschuldig ist und ständig Männer unschuldig der sexuellen Nötigung bezichtigt werden? Mir ist deine Intention auch nicht klar.

  • Als Kuk der GS hast du damit jedoch vermutlich keine Schnittmengen.

    Doch. Mir - als Mann in der Grundschule - wurden im Laufe der letzten 2 Jahrzehnte, besonders aber seit der #MeToo Bewegung, auch immer wieder Hinweise zur Vorsicht gegeben. Türen bei Gesprächen mit einzelnen Kindern sind offen zu lassen, sie (nicht nur Mädchen) darf "Mann" nur "mit Abstand" trösten, Kinderumkleiden sind vor und nach dem Sport besser nicht zu betreten usw... Wer in der Grundschule arbeitet weiß aber, dass dies alles nur schwer 100%ig einzuhalten ist. Es besteht auch offiziell noch immer ein Generalverdacht, z.B. bei der Begleitung auf Klassenfahrten. Ich glaube, dass Wolfgang Autenrieth genau das mit "gefährlichem Terrain" meint, es war im Zusammenhang des Threads eigentlich kaum anders zu verstehen.

  • Wieso reagierst du angegriffen? Die Frage ist doch berechtigt. Wahrscheinlich willst du mitteilen, dass die Vorgehensweise der Schule total sonderbar ist, dass irgendwer irgendwelche Briefe schickt mit Aufforderungen zu anonymen Hinweisen. Möglicherweise willst du auch darauf hinaus, dass der Kollege bestimmt unschuldig ist und ständig Männer unschuldig der sexuellen Nötigung bezichtigt werden? Mir ist deine Intention auch nicht klar.

    Deine Unterstellungen sind unzutreffend.
    Der Vorgang kann zur Warnung davor dienen, wie heute Kollegen an den Pranger gestellt werden, bevor die Aufsichtsbehörde überhaupt ein Statement abgibt. Eine Kollegin (nicht Vertrauenslehrerin) verfasst ein Schreiben an alle Eltern, um "Vorfälle" zu sammeln, es erscheint ein halbseitiger Artikel in der Zeitung mit Andeutungen und dem Schlusssatz: "Man muss abwarten, was dabei raus kommt und darf den Lehrer nicht vorverurteilen." (sic!)
    Ich halte den Vorgang - und besonders den Ablauf - für befremdlich, das Vorgehen der Kollegin und die Information der Presse für übergriffig. Das ist alles.
    Zum Begriffs der "sexuellen Nötigung" solltest du nachlesen, was darunter verstanden wird:
    https://dejure.org/gesetze/StGB/177.html

    Das Diskutieren von Tatsachen ist eine "wunder"bare Sache.

  • das Vorgehen der Kollegin und die Information der Presse für übergriffig

    „Übergriffig“? Wohl eher strafrechtlich relevant. Das kann für die überengagierte Kollegin böse nach hinten losgehen.

  • „Übergriffig“? Wohl eher strafrechtlich relevant. Das kann für die überengagierte Kollegin böse nach hinten losgehen.

    Vor allen ist es dienstrechtlich fragwürdig - bzw. relevant. Aus dem Grund - auch weil es auch für den Kollegen dienstrechtliche Folgen haben kann - steht das in dieser Rubrik.

    Das Diskutieren von Tatsachen ist eine "wunder"bare Sache.

  • Doch. Mir - als Mann in der Grundschule - wurden im Laufe der letzten 2 Jahrzehnte, besonders aber seit der #MeToo Bewegung, auch immer wieder Hinweise zur Vorsicht gegeben. Türen bei Gesprächen mit einzelnen Kindern sind offen zu lassen, sie (nicht nur Mädchen) darf "Mann" nur "mit Abstand" trösten, Kinderumkleiden sind vor und nach dem Sport besser nicht zu betreten usw... Wer in der Grundschule arbeitet weiß aber, dass dies alles nur schwer 100%ig einzuhalten ist. Es besteht auch offiziell noch immer ein Generalverdacht, z.B. bei der Begleitung auf Klassenfahrten. Ich glaube, dass Wolfgang Autenrieth genau das mit "gefährlichem Terrain" meint, es war im Zusammenhang des Threads eigentlich kaum anders zu verstehen.

    Ich lasse auch Zimmertüren gerne offen, wenn ich mit einem Kind alleine bin. Zu Umkleiden und co sollte man sich transparent verständigen, nennt sich Kinderschutzkonzept und sollte langsam an allen Schulen vorhanden sein.


    Ich halte den Vorgang - und besonders den Ablauf - für befremdlich, das Vorgehen der Kollegin und die Information der Presse für übergriffig.

    Also, dann sag das doch und schreib nicht nebulös was von der gefährlichen Schule. Unterstellt habe ich übrigens nichts, sondern lediglich zwei mögliche Interpretationen deines spärlichen Beitrags geboten, da du zu icke meintest, sie habe nicht mitzureden als Grundschulkollegin.

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