Als nicht religiöser Mensch halte ich es trotzdem für sinnvoll, kulturelle Werte und Traditionen, die unsere Gesellschaft geprägt haben, in Schule zu vermitteln und mit einzubeziehen, dazu gehört auch die Weihnachtszeit. Aber es muss halt immer adressatengerecht sein. Wenn die eigenen SuS es nicht schaffen, sich in einer Großgruppe dem Anlass entsprechend zu verhalten, mache ich halt nichts in der Großgruppe.
Viele SuS bringen von zuhause nicht mehr die nötigen Voraussetzungen mit, um sich bei bestimmten Aktionen angemessen zu verhalten. Dann muss man kleiner und eger geführt planen. Es ganz sein zu lassen, vergrößert das Problem mittel- und langfristig nur. Dann lernen sie es nicht nur zu Hause nicht, sondern genau so wenig in der Schule.
Es ist ärgerlich, dass Schule mehr und mehr die Erziehungsaufgaben des Elternhauses übernehmen muss, es nicht zu tun, ist aber erst recht keine Lösung.
Ich finde, da muss man zwischen religiösem und säkularem "Weihnachten/Advent" unterscheiden.
Für den religiösen Teil fühle ich mich nicht zuständig. Für mein Empfinden müssten das Relilehrer übernehmen, ist doch auch ihr Anliegen solche Riten zu vermitteln. Diese Woche sitze ich aber trotzdem wieder in einem Schulgottesdienst. Ich weiß auch schon jetzt, welches Kind links und welches Kind rechts neben mir wird sitzen müssen, und wen ich ggf. nach draußen führen muss. Da würde ich lieber unterrichten.
Wie begründet man das säkulare Weihnachten? Vielleicht als Bespaßung und Beziehungspflege, aber vermissen würde ich ohne Singen (wollen die meisten Kinder eh nicht), Klassenadventskalender, Lichterkette und co. auch nichts. Den Konsum könnte man thematisieren, das wäre aber auch wieder scheinheilig.