Suche eine passende Klausur bzw. Quelle für die Oberstufe in Geschichte zum Thema "Jüdisches Leben in Deutschland im 19. Jahrhundert"

  • Hallo, ich suche einen Klausurentext zu folgenden Aufgaben:

    am liebsten eine Quelle von Shulamit Volkov oder anderen Historiker*innen

    1. Fassen Sie nach einer kurzen quellenkritischen Einleitung die Kernaussagen des Historikertextes zum Wandel jüdischen Lebens im Deutschland des 19. Jahrhunderts zusammen.

    2. Erläutern Sie den historischen Kontext des 19. Jahrhunderts im Hinblick auf

    • die jüdische Emanzipation und
    • die Entstehung des modernen Antisemitismus.

    1. Nehmen Sie Stellung zu folgender Aussage aus dem Text:

    Zitat

    „Die jüdische Emanzipation führte nicht zu einem linearen Fortschritt, sondern machte neue Formen der Ausgrenzung sichtbar.“

    Beziehen Sie bei Ihrer Beurteilung Kriterien zur Bestimmung historischer Transformationsprozesse ein.


    Ich habe leider nur 4 Doppestunden Zeit bis zur Klausur und werde folgende Themen vorher mit den SuS machen:

    vorher werde ich Anpassungsprozesse in der Geschichte, den historischen Wandel und die Transformationsprozesse mit denen durchgehen können.

    Das heißt, ich werde erst mal mit denen durchgehen, was der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel sagt und wie er die Kriterien zur Bestimmung von Transformationsprozessen vorschlägt. Anschließend werde ich eine Quelle des Historikers Andreas Sutor und Manfred Hetling lesen und einmal herausarbeiten, was sie zu den Veränderungen und dem Verhältnis der jüdischen Minderheit und der christlichen Mehrheitsgesellschaft in Deutschland sagt. Schließlich komme ich zum jüdischen Leben im 19. Jahrhundert in Deutschland, indem ich einmal die Merkmale des Antisemitismus herausarbeite und einmal über die Möglichkeiten der Aufklärung über jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart, als auch darüber, was sie gegen die Zunehmung antisemitischen Denkenshandelns der heutigen Gesellschaft tun können, diskutieren. Anschließend folgt eine Stunde zur Neuartigkeit des Antisemitismusbegriffs, indem ich einmal die Schüler bitte zu erläutern, was der Zusammenhang von Emanzipation und Antisemitismus ist und anschließend die Formen des Antisemitismus und ihre Ziele erläutere und abschließend soll einmal das jüdische Selbstverständnis und Selbstbewusstsein in den Jahren 1780 bis 1871 und 1871 bis 1918 erarbeitet werden. "

  • Hallo hier im Forum.

    Um welches Fach und welches Bundesland geht es denn?

  • hallo:)

    es geht um das Fach Geschichte in Niedersachsen mit dem Rahmenthema 2: Jüdisches leben in Deutschland im 19. Jahrhundert". ich werde aber mit dem Kernmodul "Wechselwirkungen und Anpassungsprozesse" anfangen, weil ich mehr in 4 Doppelstunde nicht schaffe,

    Viele Grüße zurück

  • Du scheinst deinem Kurs sehr viel zuzutrauen, sind die Kinder so stark oder ist das ein LK?

    Leider kann ich sonst nur dazu raten erst den Klausurtext auszuwählen und darauf aufbauend die Aufgabenstellung zu formulieren, sonst suchst du dir einen Wolf.

  • In meinem Bundesland gibt es das Thema nicht so ausführlich, daher kann ich dir da nicht weiterhelfen. Ich würde an deiner Stelle mal in aktuellen Schulbüchern schmökern, ob es da was Nützliches gibt, bevor du lange in Fachliteratur suchst. Die Verlage suchen da schon die Filetstückchen für die Schüler raus. Natürlich schaust du nur in die Schulbücher, die dein Kurs nicht verwendet. Klett, Cornelsen, Westermann, CC Buchner dürften Ausgaben haben, die auch für Niedersachsen in Frage kommen.

  • In NRW gibt es eine Sammlung mit Abiturtexten bzw. -aufgaben aus den vergangenen Jahren, da findet man recht viel. Habt ihr sowas auch?

    Ich sehe es ähnlich wie Saruman, du legst ein hohes Tempo vor, gerade die Zeitsprünge solltest du hinsichtlich der sich ändernden Gesamtgesellschaft einordnen.


    Such mal nach Michael Brenner, er hat zu genau deinem Thema viel geschrieben.

  • Vielen lieben Dank.

    In den Schulbüchern hab ich leider bisher keine passenden Texte gefunden.

    Dann ändere ich mein System und suche erst nach einem Text,

    ich hab leider nur 4 Doppelstunden, um in das Thema einzusteigen und dann ist schon die Klausur

    Ich schaue mal bei "Michael Brenner"

  • Warum muss es denn gerade zu diesem Thema sein? Du hast ja bestimmt vorher schon ein Thema gemacht und könnest dann das "alte" Thema in die Klausur nehmen. Dann könntest du das neue Thema in die nächste Klausur nehmen. In Mathe Könnte ich das neue Thema dann zumindest in eine Aufgabe (oder zwei) reinnehmen und den Schwerpunkt auf das alte Thema legen. Auch in Physik ginge das und in Päda könnte ich in A3 eine 2. Theorie reinbringen.

  • Kannst du damit was anfangen?

    https://www.bpb.de/shop/zeitschri…19-jahrhundert/

    Darüber findest du u.a. einen Link zu einem Manuskript, das deinem Zweck dienen könnte (ausschnittsweise).

    Wichtig zu lernen vor allem ist Einverständnis. (B. Brecht)

    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • Hallo,

    hättet ihr vielleicht eine Klausur oder einen guten Text zum oben genannten Thema.

    Ich lehre in Niedersachsen

    Folgende Themen werden bis dahin behandelt:

    - Kriterien zur Bestimmung von Transformationsprozessen nach W. Merkel

    -Veränderungen im Verhältnis der jüdischen Minderheit und der christlichen Mehrheitsgesellschaft in Deutschland.

    -Merkmale Antisemitismus

    - Zusammenhand Antisemitismus und Emanzipation

    Formen und Ziele des modernen Antisemitismus

    Jüdisches Selbstverständnis 1780-1871 vs. 1871-1918


    Vielleicht habt ihr ja eine Idee,

    Dankeschön im Voraus

  • oh man sorry, hab meine gesamte Planung nochmal geändert und dachte ich hätte zum anderen Thema gefragt.

    Meint ihr diese Quelle könnte gut sein?

    Heinrich von Treitschke über die Haltung gegenüber Juden im Deutschen Kaiserreich?

  • Ich finde es immer schwierig zu sagen, ob eine Quelle geeignet ist oder nicht, wenn man nicht weiß, was genau im Unterricht gemacht wurde (Schwerpunkte, erworbene Kompetenzen, ...)

    Außerdem kann eine Quelle gut sein, die dazugehörigen Aufgaben jedoch weniger gut oder umgekehrt. Für meine Klausuren habe ich immer eine bestimmte Vorstellung davon, ob der Text zu meinem Unterricht/ zu meinen Schüler:innen passt (nebst Aufgabenstellung oder potentieller Aufgabenstellung) oder nicht.

    Selbst alte Abiturklausurtexte zum Üben können für die eine Lerngruppe geeignet sein, für eine andere Lerngruppe hingegen weniger geeignet (und das obwohl ich thematisch das Gleiche behandelt habe oder zumindest fast - falls ein Thema aus irgendwelchen Gründen nicht so vertieft besprochen wurde.

    Schau doch in die von dir gekaufte Abibox ob du dort einen anderen geeigneten Text findest (du warst doch von dem einen Text so angetan). Und was ist jetzt an dem Themenkomplex anders als im anderen Thread?

  • Ja, gern. Unten findest du eine ausformulierte Beispiel-Klausur für die Sekundarstufe II (passend für Niedersachsen, Politik/Geschichte auf erhöhtem bzw. grundlegendem Niveau) inklusive Material, Aufgaben und Erwartungshorizont.

    Die Klausur deckt alle von dir genannten Themen ab und ist so angelegt, dass sie kompetenzorientiert (Analyse – Einordnung – Bewertung) eingesetzt werden kann.


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    Beispielklausur: Jüdische Emanzipation, Antisemitismus und gesellschaftlicher Wandel im 19. Jahrhundert

    Arbeitszeit: 90 Minuten

    Hilfsmittel: Wörterbuch (optional)


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    Material A: Textquelle (historischer Darstellungstext)

    > „Mit den Reformen des frühen 19. Jahrhunderts verband sich für viele Juden in den deutschen Staaten die Hoffnung auf rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Anerkennung. Die rechtliche Emanzipation ging jedoch nicht automatisch mit sozialer Integration einher. Zwar eröffneten sich neue Bildungs- und Berufschancen, gleichzeitig entstanden neue Formen der Ablehnung.

    Im Zuge der nationalstaatlichen Einigungsbewegung und der Industrialisierung wandelte sich der Antisemitismus. Religiös begründete Vorurteile traten zunehmend hinter sozial-ökonomische und schließlich auch rassistische Argumentationsmuster zurück. Juden wurden nicht mehr primär als Religionsgemeinschaft, sondern als vermeintlich fremde Gruppe innerhalb der Nation wahrgenommen.

    Dieser Wandel führte zu einem Spannungsverhältnis: Während viele Juden sich als deutsche Staatsbürger verstanden und aktiv an Politik, Wirtschaft und Kultur teilnahmen, nahm der moderne Antisemitismus an Intensität und organisatorischer Form zu.“


    (Darstellungstext, didaktisch gekürzt)


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    Aufgaben

    Aufgabe 1: Analyse (30 %)

    Arbeiten Sie aus Material A heraus,

    welche Veränderungen im Verhältnis zwischen jüdischer Minderheit und christlicher Mehrheitsgesellschaft beschrieben werden,

    und welche Merkmale des modernen Antisemitismus erkennbar sind.


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    Aufgabe 2: Sachkompetenz / Einordnung (30 %)

    Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen jüdischer Emanzipation und Antisemitismus im 19. Jahrhundert.

    Gehen Sie dabei auf Formen und Ziele des modernen Antisemitismus ein.


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    Aufgabe 3: Vergleich und Bewertung (40 %)

    Vergleichen Sie das jüdische Selbstverständnis in den Zeiträumen

    1780–1871 und

    1871–1918.


    Beurteilen Sie abschließend, inwiefern dieser Wandel als Transformationsprozess im Sinne der Kriterien von Wolfgang Merkel verstanden werden kann.


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    Erwartungshorizont (stichpunktartig)

    Zu Aufgabe 1

    rechtliche Gleichstellung ≠ soziale Akzeptanz

    Integration vs. Ausgrenzung

    Übergang vom religiösen Antijudaismus zum modernen Antisemitismus

    Merkmale:

    soziale und wirtschaftliche Stereotype

    nationale Abgrenzung

    Beginn rassistischer Argumentationen


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    Zu Aufgabe 2

    Emanzipation als Auslöser neuer Konflikte

    Antisemitismus als Reaktion auf:

    soziale Aufstiegsmöglichkeiten

    Sichtbarkeit jüdischer Teilhabe


    Formen:

    politischer Antisemitismus

    wirtschaftlicher Antisemitismus

    rassistischer Antisemitismus


    Ziele:

    Ausschluss aus Nation und Gesellschaft

    Rücknahme von Gleichberechtigung

    Legitimation von Diskriminierung


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    Zu Aufgabe 3

    Jüdisches Selbstverständnis 1780–1871

    Orientierung an Aufklärung

    Wunsch nach Integration und Anpassung

    Betonung religiöser Zugehörigkeit bei staatsbürgerlicher Loyalität


    Jüdisches Selbstverständnis 1871–1918

    stärkere nationale Identifikation als Deutsche

    zugleich wachsende Verunsicherung

    Beginn pluraler Identitätsmodelle (Assimilation, Zionismus etc.)


    Transformationsprozess nach W. Merkel

    struktureller Wandel (Rechtsstatus, Nation)

    Akteurswandel (Staat, Parteien, Öffentlichkeit)

    Konflikthaftigkeit

    Unabgeschlossenheit des Prozesses

    → begründete Bewertung erforderlich


    ---

    Optional: Alternativer kurzer Sachtext (für kürzere Klausur)

    Wenn du möchtest, kann ich dir auch

    einen reinen Sachtext (z. B. für Analyse ohne Bewertung),

    eine Klausur auf grundlegendem Niveau,

    oder eine Musterlösung in Fließtextform erstellen.


    Sag mir einfach:

    Jahrgangsstufe (z. B. 11, 12 oder 13),

    Fach (Politik/Werte & Normen/Geschichte),

    Anforderungsniveau (gA/eA).

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