Mit der Kappe im Unterricht- Wie handhabt ihr das?

  • Kleidung spiegelt Haltung, egal wie sehr man versucht, sich das Geschlünze schön oder legitim zu reden 😊

    Nein tut sie eben nicht. Aber man kann oberflächliche Menschen mit "guter" Kleidung einfach hinters Licht führen.

  • In der Schule gilt heute gar nichts mehr. Regelhafte Anwesenheit, pünktliches Erscheinen, Sitzenbleiben während der Stunde, Material mitbringen (oder überhaupt besitzen), Ansagen ohne Diskutiereri befolgen, Räume sauber halten, anständige Kleidung...

    Man könnte fast meinen, es gäbe Zusammenhänge.

    Von Kappe tragen auf diese Liste zu kommen und dann auch noch Zusammenhänge zu konstruieren ist auch eine Kunst.
    Warum darf die Jugend in einem Bereich, der keinem wehtut, nicht ihre eigenen Regeln schreiben?

  • Bzw. ich frage mich gerade generell, ob es überhaupt noch ein anderes Land gibt, wo Schüler ähnlich gammelig oder unangezogen zur Schule erscheinen, wie in Deutschland...

    Frage ich mich schon seit einigen Jahren! Ich würde sogar soweit gehen und bei uns von Verwahrlosungstendenzen sprechen, innerlich und äußerlich.

    Ich finde auch nicht, das was hier im Forum größtenteils zu diesem Thema geäußert wird, repräsentiv ist. Alle Kollegen in meinem Umfeld, aktiv oder im Ruhestand, äußern sich wesentlich kritischer zum Thema 'Kappe/Bekleidung'.8)

    Dienst nach Forschrift!

    Einmal editiert, zuletzt von BaldPension (10. Februar 2026 07:38)

  • Frage ich mich schon seit einigen Jahren! Ich würde sogar soweit gehen und von Verwahrlosungstendenzen sprechen, innerlich und äußerlich.

    Danke für die Bestätigung meiner These:

    Aber man kann oberflächliche Menschen mit "guter" Kleidung einfach hinters Licht führen.


    Ich finde auch nicht, das was hier im Forum größtenteils zu diesem Thema geäußert wird, repräsentiv ist. Alle Kollegen in meinem Umfeld, aktiv oder im Ruhestand, äußern sich wesentlich kritischer zum Thema 'Kappe/Bekleidung'. 8)

    Das hilft uns sicher viel weiter, dass du ein repräsentatives Umfeld hast. Ich komme an anderer Stelle nochmal darauf zurück.

  • Gestern saß ein Schüler mit Kapuze oben in meinem Unterricht. Ein sehr leistungsstarker und freundlicher Schüler. Ich musste kurz an euch denken und herzlich lachen, wie ihr diesem Schüler sagen würdet, er dürfe das nicht im Unterricht.

  • Frage ich mich schon seit einigen Jahren! Ich würde sogar soweit gehen und bei uns von Verwahrlosungstendenzen sprechen, innerlich und äußerlich.

    Zur Ergänzung: Es geht über die Frage "Kappe' oder/und 'Jogginganzung' weit hinaus.

    "Es kann nicht sein, dass geduldet wird, dass Schüler an unserer Schule so erscheinen, als wenn sie gerade aus dem Bett gestiegen sind!" So oder ähnlich hat es ein Kollege in einer der letzten Konferenzen, denen ich beigewohnt habe, sehr treffend formuliert. Tosender Beifall seitens der Schulleitung und gesamten Kollegiums.

    Ich nehme es hin, dass man es in diesem Forum, das für mich in einigen Bereichen nicht repräsentativ ist, das Ganze ein wenig lockerer sieht.8)

  • [...] in diesem Forum, das [...] in einigen Bereichen nicht repräsentativ ist [...]

    Im Gros der Bereiche nicht.

    Zum eigtl. Thema und ob der Erziehungsauftrag von Schule auch Kleidung miteinschließt (was hier salopp negiert wurde):

    Natürlich hat Schule einen Erziehungsauftrag: Allg. soll Schule (auch ungeachtet der Spezifika diverser Landesgesetze) eine (im Idealfall komplementäre) Erziehungs- i.S.e. Sozialisationsfunktion haben. Dass Schule eine Sozialisationsinstanz ist und sein soll, wird wohl niemand bezweifeln, oder?

    Die Frage ist jetzt, was konkret die diesbzgl. Aufgabe von Schule sein soll:
    Sie soll dort, wo das autopoietische (seitens des Grundgesetzes basal normierte) Ziel der Sicherstellung einer pluralistischen, sozialen, freiheitlich-demokratischen, aber auch leistungsorientierten Grundordnung (durch die Ermöglichung von sozio-politischer und -kultureller Partizipation unserer Schüler am Ende ihrer Schulkarriere) gefährdet ist, auch ggf. eine Korrekturfunktion darstellt.
    Ziel ist es, die Schüler durch Bildung letztlich zu eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen, demokratischen Staatsbürgern zu erziehen, die zu sozio-politischer,, -kultureller und öknomischer Partizipation, zur Mündigkeit, zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit (im Rahmen der fdGO) befähigt werden. Es geht also um Erziehung durch Bildung, aber nicht ausschl., so ist es ja auch intendiert, dass Schüler in Klassen/Kursen zusammen lernen (Stichwort: Gemeinschaftsfähigkeit), wird auf basale (elterlicherseits zu vermittelnde) Sozialkompetenzen abgestellt u.ä.

    Aus diesen Zielen läßt sich eine (offen) ästhetische Erziehung (zur Potenzialentfaltung und Förderung von Mündigkeit) ebenso ableiten, wie (vom Ziel der Geme8nschaftsfähigkeit) ein Vertrautmachen, Tolerieren etc. mit bspw. (tradierten) Konventionen (z.B. der Höflichkeit), der (empathische) Umgang mit den Befindlichkeiten anderer Menschen etc. etc. etc. - dies betrifft, einen etwas weiteren Bogen schlagend, dann auch am Ende u.a. Kleidung, die Spielräume sind aber begrenzt.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    Die Bildungsmisere (eine Anekdote)

    Der Vorwurf: "lächerliche Fremdwortdichte"

    Der Fakt: Ein Kommentar von 80 Wörtern beinhaltete das Wortpaar "quantifizierend exemplifizieren" - 2,5 %, indeed "lächerlic[h]" :zahnluecke:

    2 Mal editiert, zuletzt von PaPo (10. Februar 2026 11:29)

  • In der Schule gilt heute gar nichts mehr. Regelhafte Anwesenheit, pünktliches Erscheinen, Sitzenbleiben während der Stunde, Material mitbringen (oder überhaupt besitzen), Ansagen ohne Diskutiereri befolgen, Räume sauber halten, anständige Kleidung...

    Man könnte fast meinen, es gäbe Zusammenhänge.

    Da gibt es nur dann einen Zusammenhang, wenn man den da haben möchte.

    Ich kann auch dann Disziplin in der Klasse herstellen, wenn da Leute eine Kappe tragen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wahre Wunder bewirkt, wenn man SoS in einem persönlichen Gespräch die Gründe für eigenes pädagogisches Handeln erklärt. Das geht natürlich nur dann, wenn man selbst seine eigenen Beweggründe kennt. Und diese dann auch vor sich selbst vertreten kann.

    Hierbei hat mir sehr das hier im Forum oft erwähnte Buch "Klasse Management" geholfen.

  • Da gibt es nur dann einen Zusammenhang, wenn man den da haben möchte.

    Ich kann auch dann Disziplin in der Klasse herstellen, wenn da Leute eine Kappe tragen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wahre Wunder bewirkt, wenn man SoS in einem persönlichen Gespräch die Gründe für eigenes pädagogisches Handeln erklärt. Das geht natürlich nur dann, wenn man selbst seine eigenen Beweggründe kennt. Und diese dann auch vor sich selbst vertreten kann.

    Hierbei hat mir sehr das hier im Forum oft erwähnte Buch "Klasse Management" geholfen.

    Der Zusammenhang ist doch eindeutig: Es geht um Konventionen und Konzessionen. Das Erklären des eigenen pädagogischen Handelns ist ja nicht ausgeschlossen (s.o.).

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    Die Bildungsmisere (eine Anekdote)

    Der Vorwurf: "lächerliche Fremdwortdichte"

    Der Fakt: Ein Kommentar von 80 Wörtern beinhaltete das Wortpaar "quantifizierend exemplifizieren" - 2,5 %, indeed "lächerlic[h]" :zahnluecke:

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