Schulleitung beeinflusst Notengebung

  • Die Länge von Klassenarbeiten und Prüfungen ist eine Frage der Gewohnheit und mit Sicherheit kein Qualitätsmerkmal. Ich finde diese Übertreibung in der Länge der Prüfungen sehr schädlich, da sie auch dazu führt, dass die Belastung immer höher wird. In den meisten Ländern (mit wenigen Ausnahmen wie Korea und China) liegt die zeitliche Obergrenze der Abiturprüfungen bei 2 bis 3 Zeitstunden. Und das ist lang genug!

    Normale Klassenarbeiten sollten maximal 90 Minuten dauern. Zum Glück sind unsere Klassenarbeiten zumindest 90 Minuten lang. Es ist bestimmt ein großer Aufwand, die längeren Klassenarbeiten zu organisieren, zu beaufsichtigen und zu korrigieren. Von Unterrichtausfall und der Belastung der SuS, die am gleichen Tag noch Unterricht haben, ganz zu schweigen ...

  • Das finde ich in der EF schon bedenklich knapp. Für alles drüber kann ich mir das absolut gar nicht vorstellen - was kann man da an Bearbeitungstiefe erwarten? Bei uns schreibt der LK direkt 180.

    Ich unterrichte kein Englisch, zu meiner Zeit im Englisch-LK wurden immer nur Teile pro Klausur verlangt, wir schrieben auch nicht länger. Zeit hat nichts mit Bearbeitungstiefe zu tun, sondern mit der Anzahl der Aufgaben. In Chemie verlange ich z. B. nur knapp halb so viele Aufgaben bei einem Drittel der Zeit. Der Rest kommt in einer anderen Klausur dran. Ich denke manchmal, es wäre gut, wenn es mehr Austausch zwischen den Bundesländern gibt. Hier kann sich niemand vorstellen, dass die Abiklausur nur von zwei Kollegen nicht anonym korrigiert wird (und hier wurde schon das Vorurteil bestätigt, dass dies nicht nötig sei, weil die beiden sowieso zu ähnlichen Ergebnissen kämen, klar würde hier jeder sagen, wenn der 2. die 1. Korrektur und manchmal sogar den Kollegen kennt).

    Da kein anderer Unterricht ausfällt, bin ich mir absolut sicher, dass nur Deutsch 180 Minuten schreibt.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Die Aufgabenzahl ist immer gleich und die Schüler müssen 3 verschiedene Zieltextformate verfassen + erstmal lesen. In 90 Minuten kann man eine detaillierte Analyse und beispielsweise einen differenzierten, reflektierenden Kommentar kaum erwarten. Man kann die Anforderungen natürlich noch weiter senken und sich mit ultraflachen Auseinandersetzungen zufrieden geben, dann kann man die Klausuren meines Erachtens aber auch direkt abschaffen und sich diese Farce von vornherein sparen.

  • Das finde ich in der EF schon bedenklich knapp. Für alles drüber kann ich mir das absolut gar nicht vorstellen - was kann man da an Bearbeitungstiefe erwarten? Bei uns schreibt der LK direkt 180.

    Wann unterrichtet ihr?

    Jeder Schüler schreibt bei uns in jedem LK zwei Klausuren pro Halbjahr, in jedem Basiskurs eine. Das sind ca. 15 Klausuren pro Halbjahr und jede benötigt eine Doppelstunde in einem weiteren Fach? Und jeder Schüler hat eine andere Kombination. Dann ist der komplette Unterricht stark beeinträchtigt, ich müsste ständig auf Fehlende Rücksicht nehmen. Bei uns gibt es schon wegen Deutsch heftige Diskussionen, sie schreiben daher alle gleichzeitig, obwohl mancher Deutschkurs zu einer anderen Zeit stattfindet. Aber wenn fast täglich Schülerinnen fehlen, weil sie in meiner Stunde eine andere Klausur schreiben und ich nur in meiner Klausur alle sehe?

    Ich finde Unterricht wichtig nicht nur Klausuren. Was frage ich, wenn immer einige fehlen?

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  • Ich finde Unterricht wichtig nicht nur Klausuren. Was frage ich, wenn immer einige fehlen?

    That's part of the game. In den Klausurphasen muss man damit rechnen, dass einige SchülerInnen fehlen, daher sollte man dann vielleicht nicht gerade noch Details durchnehmen, die dann explizit in der Klausur drankommen. Gleichzeitig besteht dieses Dilemma auch, wenn SchülerInnen krank sind oder aus anderen Gründen fehlen.
    Ungeachtet der Gründe ist das so oder so doof, aber man muss damit irgendwie umgehen.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Die Aufgabenzahl ist immer gleich und die Schüler müssen 3 verschiedene Zieltextformate verfassen + erstmal lesen. In 90 Minuten kann man eine detaillierte Analyse und beispielsweise einen differenzierten, reflektierenden Kommentar kaum erwarten. Man kann die Anforderungen natürlich noch weiter senken und sich mit ultraflachen Auseinandersetzungen zufrieden geben, dann kann man die Klausuren meines Erachtens aber auch direkt abschaffen und sich diese Farce von vornherein sparen.

    Müssen es 3 verschiedene Zieltextformate sein oder reichen vielleicht auch zwei? Und wann unterrichtet ihr, wenn immer die Hälfte fehlt, weil sie gerade in einem anderen Fach eine Klausur schreibt?

    Der 1. Satz ist bei euch vermutlich vorgeschrieben, ist aber kein Naturgesetz. Man könnte es auch auf 2 Klausuren verteilen.

    Nein, man kann die Anforderung sogar erhöhen, weil die Schülerinnen und Schüler den Unterricht besuchen können und nicht 15 Tage pro Halbjahr wegen Klausuren verhindert sind. Nach 4 und mehr Stunden sind sie vermutlich platt.

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  • That's part of the game. In den Klausurphasen muss man damit rechnen, dass einige SchülerInnen fehlen, daher sollte man dann vielleicht nicht gerade noch Details durchnehmen, die dann explizit in der Klausur drankommen. Gleichzeitig besteht dieses Dilemma auch, wenn SchülerInnen krank sind oder aus anderen Gründen fehlen.
    Ungeachtet der Gründe ist das so oder so doof, aber man muss damit irgendwie umgehen.

    Ich könnte weder im März noch im Mai im LK JS 2 unterrichten, im 1. Halbjahr wäre es ähnlich. 4 Monate keine relevanten Themen?

    15 Tage, 3 Schulwochen pro Schüler pro Halbjahr und weil jeder andere Fächer hat...

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  • Ich könnte weder im März noch im Mai im LK JS 2 unterrichten, im 1. Halbjahr wäre es ähnlich. 4 Monate keine relevanten Themen?

    15 Tage, 3 Schulwochen pro Schüler pro Halbjahr und weil jeder andere Fächer hat...

    Ich kenne das Problem.
    Je nach Stundenplan fallen immer dieselben Stunden wegen Klausuren aus, so dass da mitunter ein ziemliches Ungleichgewicht entstehen kann.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • So wahnsinnig viele Stunden entfallen da gefühlt gar auch nicht unbedingt. Gute Klausurplaner versuchen ja sinnvoll zu blocken und terminieren.

    Und nein, da kann kein Textformat entfallen. An früheren Schulen sind wir gestaffelt von 135 Minuten auf 165 und dann 180 hochgegangen, die 135 waren aber ebenfalls schon sehr knapp. Zum Teil mit den 3 Textformaten kommt ja noch Hörverstehen oder Sprachmittlung.

    Wäre spannend, was für Klausuren bei euch geschrieben werden und wie das funktioniert 😊

  • Ich könnte mir das gut vorstellen, wenn es eben nur Teile von Klausuren wären.
    Das würde aber in NRW eher nicht passieren. Dann tun wir weiterhin so, dass in 90 Minuten eine Inhaltswiedergabe, eine Analyse und ein weiterführender Schreibauftrag machbar sind. Und wundern uns, dass die Erwartungshorizonte die 4 mit einer passablen Inhaltswiedergabe erlauben... :(

  • So wahnsinnig viele Stunden entfallen da gefühlt gar auch nicht unbedingt. Gute Klausurplaner versuchen ja sinnvoll zu blocken und terminieren.

    Und nein, da kann kein Textformat entfallen. An früheren Schulen sind wir gestaffelt von 135 Minuten auf 165 und dann 180 hochgegangen, die 135 waren aber ebenfalls schon sehr knapp. Zum Teil mit den 3 Textformaten kommt ja noch Hörverstehen oder Sprachmittlung.

    Wäre spannend, was für Klausuren bei euch geschrieben werden und wie das funktioniert 😊

    Vielleicht erinnere ich mich falsch? Schreibt bei euch jeder Schüler in jedem Grundkurs pro Halbjahr eine Klausur oder nur in schriftlich gewähltem Abiturfach? Vielleicht war es auch ein anderes Bundesland?

    Bei uns schreibt jeder in jedem Kurs eine bzw. 2 Klausuren pro Halbjahr, also 15 Klausuren bzw. 3 komplette Schulwochen. Und jeder wählt etwas anderes, die Oberstufenleitung hat nicht viele Möglichkeiten, damit keiner mehr als 3 Klausuren pro Woche schreibt. Verlegung ist unmöglich, auch wenn ich krank sein sollte, müssen meine Schüler trotzdem schreiben.

    Und natürlich kann man den Stoff von einer Klausur auf 2 Klausuren verteilen. Mir ist klar, du bist an Verordnungen gebunden, nur die lassen sich auch ändern. Hörverstehen gibt es halt dann nur in jeder 2. Klausur. Dafür findet in den anderen Fächern Unterricht statt.

    Und Bolzbold, bei mir sind tatsächlich wenige krank, in den allermeisten Stunden fehlt niemand, und die haben dadurch natürlich Probleme. Wir hatten die Diskussion vor kurzem. Ich bin immer überrascht, wenn ich von hohen Fehlzeiten hier lese. Vielleicht hängt auch das zusammen? Wenn in jeder Stunde dank Klausur 3 fehlen und nichts klausurrelevantes unterrichtet werden kann, fehlen vielleicht noch ein paar mehr. Bei uns ist klar, jede Stunde ist wichtig, wer öfter fehlt, wird es nicht auf Anhieb schaffen.

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  • Vielleicht erinnere ich mich falsch? Schreibt bei euch jeder Schüler in jedem Grundkurs pro Halbjahr eine Klausur oder nur in schriftlich gewähltem Abiturfach? Vielleicht war es auch ein anderes Bundesland?

    In der Q-Phase werden pro Halbjahr zwei Klausuren geschrieben (im letzten Halbjahr die „Vorklausur“ und die Abiturklausur). Schriftlich zu wählen sind die vier Abiturfächer und Deutsch, Mathematik, eine fortgeführte Fremdsprache und evtl. die neu einsetzende Fremdsprache. Im letzten Halbjahr sind nur noch die drei ersten Abifächer schriftlich.

  • In der Q-Phase werden pro Halbjahr zwei Klausuren geschrieben (im letzten Halbjahr die „Vorklausur“ und die Abiturklausur). Schriftlich zu wählen sind die vier Abiturfächer und Deutsch, Mathematik, eine fortgeführte Fremdsprache und evtl. die neu einsetzende Fremdsprache. Im letzten Halbjahr sind nur noch die drei ersten Abifächer schriftlich.

    Beantwortet nicht meine Frage bzw. wir reden aneinander vorbei.

    Schreibt jeder Schüler in jedem Kurs Klausuren oder nur in denen, in denen er das schriftliche Abitur ablegt? Schreibt er also in ca. 12 Fächern in jedem Halbjahr oder nur in 4? Da du Vorklausur bzw. Klausur schreibst, vermute ich letzteres, bei uns gilt ersteres. Und auch im Halbjahr mit schriftlichen Abitur schreibt jeder in jedem Fach eine Klausur also ca. 12 Klausuren in 4 Monaten (teilweise vor, teilweise nach dem schriftlichen Abitur).

    Das ändert natürlich die Gesamtzahl und damit die ausfallenden Stunden.

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  • Das sind die Klausurverpflichtungen.

    In diesen Fächern sind in jedem Halbjahr zwei Klausuren zu schreiben. Je nach Wahl der Abiturfächer sind es also mindestens fünf, wenn man sich Optionen für das dritte und vierte Fach offenhalten möchte oder einfach schriftlich besser ist als mündlich, bis zu neun.

    Im letzten Halbjahr werden dann nur noch in den beiden Leistungskursen und in einem Grundkurs jeweils zwei Klausuren geschrieben, von denen die zweite die zentral gestellte Abiturklausur ist.

  • Das sind die Klausurverpflichtungen.

    In diesen Fächern sind in jedem Halbjahr zwei Klausuren zu schreiben. Je nach Wahl der Abiturfächer sind es also mindestens fünf, wenn man sich Optionen für das dritte und vierte Fach offenhalten möchte oder einfach schriftlich besser ist als mündlich, bis zu neun.

    Im letzten Halbjahr werden dann nur noch in den beiden Leistungskursen und in einem Grundkurs jeweils zwei Klausuren geschrieben, von denen die zweite die zentral gestellte Abiturklausur ist.

    Also werden in NRW viel weniger Klausuren geschrieben als bei uns. Bei uns sind es 3 Leistungskurse mit je 2 Klausuren pro Kurshalbjahr, die allerletzte im 4. Kurshalbjahr ist auch die schriftliche Abiturprüfung und in jedem (!) Grundkurs in jedem Halbjahr eine. Also ca. 15 Klausuren pro Halbjahr statt 6 - 9. Bei so wenigen Klausuren sieht es natürlich anders aus, hatte ich es doch richtig in Erinnerung.

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  • Nur 3 Klausuren (ohne Abitur) im letzten Halbjahr, da fällt natürlich wenig aus, bei uns sind es ohne Abitur ca. 12 (in jedem Fach eine) im allerletzten Halbjahr.

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