Wie asozial ist das bitte?
Vertrauen "erschüttert": Kultusministerium streicht Landprämien von 1.250 Euro im Referendariat https://share.google/vLRZGqQHcAQORPQ5L
Wie asozial ist das bitte?
Vertrauen "erschüttert": Kultusministerium streicht Landprämien von 1.250 Euro im Referendariat https://share.google/vLRZGqQHcAQORPQ5L
Zeigt eigentlich ganz gut, wieso man solche Instrumente aus politischer Sicht nicht nutzen sollte. Erzeugt Anspruchsdenken gepaart mit völliger Naivität sich auf sowas zu verlassen.
Erzeugt Anspruchsdenken gepaart mit völliger Naivität sich auf sowas zu verlassen.
Wer in dieser Sache naiv ist, wird sich wohl in den kommenden Jahren zeigen, wenn neue Refs direkt in andere Bundesländer abwandern oder wenn die jetzt betroffenen Refs nach dem Staatsexamen sich ihre Stellen woanders suchen. Anspruchsdenken? Vielleicht, aber im Lehrermangel können sie sich das leisten. Sachsen hat sich da einen Bärendienst erwiesen.
Es gibt halt Regionen, wo insbesondere junge Menschen nicht wohnen wollen. Wenn sie sich dann für eine Zulage breitquatschen lassen und sich damit etwa ein Auto zum Pendeln oder eine kleine Zweitwohnung leisten wollen, nach oder kurz vor Antritt der Stelle so zu hintergehen, das ist einfach arschig.
Zumal, zumindest in Sachsen, in Thüringen weiß ich es nicht, der Kultusminister und andere Zuständige sich im letzten Durchgang schon übel ggü den Anwärter*innen geäußert haben. Sie persönlich angegangen sind, sie könnten ja in andere Bundesländer gehen, wenn es ihnen in Sachsen nicht passe, es gebe halt nicht nur Leipzig und Dresden und die armen Kinder in der Lausitz bekämen kaum Unterricht und die armen Kolleginnen erst... Anstatt, dass die Infrastruktur ausgebaut wird etc. . ...
Wer in dieser Sache naiv ist, wird sich wohl in den kommenden Jahren zeigen, wenn neue Refs direkt in andere Bundesländer abwandern oder wenn die jetzt betroffenen Refs nach dem Staatsexamen sich ihre Stellen woanders suchen. Anspruchsdenken? Vielleicht, aber im Lehrermangel können sie sich das leisten. Sachsen hat sich da einen Bärendienst erwiesen.
Gemessen an dem, wie sich mein Bundesland aktuell verhält, ist das genau das was passieren soll. Am liebsten keine zusätzlichen Lehrkräfte, nur Erhaltung des Bestandes oder leicht abfallend. Ekliger Sparkurs für das Bildungssystem, der sich nach hinten heraus böse rächen wird.
Auch wenn der Artikel beim MDR vom 23.02.2026 ist und damit suggeriert, der Wegfall des Sonderbedarfs für bestimmte Regionen und das Lehramt GS sei erst sehr kurzfristig bekannt gegeben worden, muss man fairerweise dazu sagen, dass das Kultusministerium Sachsen das bereits im Herbst kommuniziert hatte und nach eigenen Angaben auch bereits im Zulassungsverfahren für die aktuellen Bewerbungen darüber informiert haben will. Wie weit fortgeschritten das Bewerbungsverfahren zu diesem Zeitpunkt war, kann ich allerdings nicht beurteilen.
Gemessen an dem, wie sich mein Bundesland aktuell verhält, ist das genau das was passieren soll. Am liebsten keine zusätzlichen Lehrkräfte, nur Erhaltung des Bestandes oder leicht abfallend. Ekliger Sparkurs für das Bildungssystem, der sich nach hinten heraus böse rächen wird.
Sprichst du etwa von Brandenburg ? 😂
Und warum sollte man Landprämien bekommen? Habe ich doch früher auch nicht erhalten.![]()
Problematisch finde ich Aussagen wie "das Geld habe ich bereits eingeplant." Da frage ich mich, wie das die LehramtsanwärterInnen in den Jahrzehnten zuvor hinbekommen haben?
Auf der anderen Seite: Kurzfristige oder als solche wahrgenommene Änderungen in den Bedingungen führen natürlich zu Frustration. Die mittelfristigen Reaktionen werden nicht auf sich warten lassen.
Das Gesamtklima in den entsprechenden Regionen dürfte für nicht stramm rechtskonservative LehramtsanwärterInnen darüber hinaus wenig erfreulich sein, wenn das Diskussionsniveau über schulische Leistungen oder das Sozialverhalten ähnlich geartet ist wie man es über politische und soziale Themen über verschiedene mediale Kanäle mitbekommt.
Problematisch finde ich Aussagen wie "das Geld habe ich bereits eingeplant." Da frage ich mich, wie das die LehramtsanwärterInnen in den Jahrzehnten zuvor hinbekommen haben?
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Entweder durchgehalten mit Aussicht auf Versetzung oder gleich in Sachsen-Anhalt verbeamten lassen und von Leipzig pendeln oder nach Berlin ziehen und dort Ref machen.
Ich kenne sogar junge Kolleginnen, die sich gar nicht verbeamten lassen, um flexibler und unabhängiger zu sein.
Ich kenne sogar junge Kolleginnen, die sich gar nicht verbeamten lassen, um flexibler und unabhängiger zu sein.
Nimmt bei uns im ländlichen Umfeld in den letzten Jahren stark zu. Der Gehaltsunterschied wird für die lebenslange Flexibilität gerne hingenommen. Ich kann das sehr gut nachvollziehen.
Problematisch finde ich Aussagen wie "das Geld habe ich bereits eingeplant." Da frage ich mich, wie das die LehramtsanwärterInnen in den Jahrzehnten zuvor hinbekommen haben?
Ich verstehe nicht, was daran problematisch ist. Wenn ich zusage, dass gegen eine Zulage ich bereit bin, im ländlichen Raum zu unterrichten, weil ich mir ausgerechnet habe, dass ich mir mir ser Zulage ein Auto leisten kann, dass ich dort dann vermutlich brauche, oder eine Zweitwohnung, weil ich dann eine Fernbeziehung führe, oder oder oder, dann kann ich daran nichts Problematisches sehen.
Die Frage, wie das die Fefs in deb Jahrzehnten davor gemacht haben, klingt irgendwie nach "Wir hatten ja auch nichts und mussten jeden Tag 10km barfuß durch den Schnee Zum UB laufen..."
Ich persönlich habe mein Ref zum Teil im ländlichen Raun gemacht, was ich persönlich nur hinbekommen habe, weil meine Eltern mir ein Auto finanziert haben, dass ich dann in den ersten Dienstjahren als StR abgestottert habe. Die Möglichkeit haben halt nicht alle.
Problematisch finde ich Aussagen wie "das Geld habe ich bereits eingeplant." Da frage ich mich, wie das die LehramtsanwärterInnen in den Jahrzehnten zuvor hinbekommen haben?
Die KuK haben in den letzten Jahren auch weniger Geld bekommen als jetzt.
Oder die Realschulkolleg*innen kriegen auch weniger Geld. Wie haben sie es hinbekommen?
Ich bin auch sehr empfindlich, wenn Menschen alles verplanen (und dann mit 3 Kindern auf VZ bestehen, "weil es finanziell nicht anders geht"), aber 1200 Euro sind echt eine Hausnummer. Die NICHT zu verplanen geht nur für die wenigen, die eh vom Dorf kommen und vorhatten, sich auch dort zu bewerben. Wer sich im Zuge des Lockmittels dafür entschieden hat ("Ach, ich war nicht sooo festgelegt" oder "Mit 1200 Euro mehr leiste ich mir eine größere Wohnung und pendle zum Freund nur am Wochenende")
..., klingt irgendwie nach "Wir hatten ja auch nichts und mussten jeden Tag 10km barfuß durch den Schnee Zum UB laufen..."
Ihr auch??
Ich verstehe nicht, was daran problematisch ist. Wenn ich zusage, dass gegen eine Zulage ich bereit bin, im ländlichen Raum zu unterrichten, weil ich mir ausgerechnet habe, dass ich mir mir ser Zulage ein Auto leisten kann, dass ich dort dann vermutlich brauche, oder eine Zweitwohnung, weil ich dann eine Fernbeziehung führe, oder oder oder, dann kann ich daran nichts Problematisches sehen.
Genau das, was Du schreibst, ist problematisch. Aber tatsächlich aus anderer Perspektive. Wer macht das denn bitteschön so wie von Dir beschrieben? Wenn es all diese Dinge braucht, um in der Pampa zu unterrichten, dann würde ich trotz des Geldes darauf verzichten. Ich verkaufe Lebenszeit und -qualität, die in keinem Verhältnis zu den paar Kröten steht, die ich dafür erhalte.
Das magst du so sehen; ich würde das tatsächlich auch ganz genauso sehen. Aber andersherum kann es viellerlei Gründe geben, warum jemand aufs Land möchte (Schüler-/Elternklientel; mal was Neues etc.), aber gleichzeitig die finanziellen Belastungen, die ich ja oben exemplarisch genannt habe, scheut. Da ist dann vielleicht so ein Angebot genau der Gamechanger.
Oder, um es mit Atticus Finch zu sagen: "You never really understand a person until you consider things from his point of view... until you climb into his skin and walk around in it.”
Was ich eigentlich sagen möchte: Dass junge Menschen mit einem Angebot rechnen und das Geld dann verplanen, halte ich nicht für problematisch. Falls (!) sie sich aber nicht gründlich genug informiert haben, sieht die Sache schon wieder anders aus.
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