Massives Mobbing im Referendariat

  • Was würdest Du tun, wenn Du der verantwortliche (hier stv. Schulleiter) wärst?

    Gegenfrage: Warum sollte ein gutes Sozialsystem kranke Kinder nicht tragen können?

    So hoch wie du hier suggerierst waren meine Ausfallzeiten auch nicht. Verteilt auf die Zeit habe ich meine Stoffgebiete bisher immer geschafft.

    Und was ich gemacht hätte? Ganz sicher kein Mobbing und keine Schikanen mit den jeweiligen Kollegen betrieben. Davon werden die nicht fitter und die Kinder nicht weniger krank. Ich habe übrigens, was hier wohl untergegangen ist, immer Materialien geschickt, obwohl ich das nicht hätte machen müssen. Das ist freiwillig und richtig frech und anmaßend zu verlangen, dass man das dann immer zu machen hat.

    Wie gesagt ist unsere Gesellschaft aber tierfreundlicher als kinderfreundlicher.

    Kinder werden nun mal krank. Die einen mehr, die anderen weniger. Ein gutes System kann das tragen. Für den Personalmagel und dass da im System Probleme sind können Einzelne nichts.

  • Doch. Ich hätte mein Kind begründen müssen, also das ich ein Kind habe und nur deshalb TZ arbeiten kann und das hätte ich belegen müssen. Man sagte mir wortwörtlich, dass man TZ nur noch aus Krankheitsgründen oder wie in meinem Fall Kindern unter 12 zulässt.

    Was wäre mit Leuten, die dann einfach nicht mehr können?`Die fallen ja komplett hinten runter. Und ich meine gehört zu haben, dass das in vielen Bundesländern so ist.

    Dann sag einfach "ich habe ein Kind". Es ehrt dich, dass du an die anderen denkst, aber gerade geht es um dich, jede*r ist sich selbst am Nächsten. Hol dir das, was DU brauchst.
    Und wenn es aufstocken bedeutet: Ja, stock auf, dafür hast du mehr Zeit für dein Kind, es ermöglicht dir viel Puffer, du brauchst weniger Sicherheitsnetz und die Zeit ist kurz (auch mit Verlängerung), ermöglicht dir aber das Ende deiner Ausbildung und ein sicheres Einkommen für den Rest deines Lebens.
    Es lohnt sich (falls es noch geht. Sonst als Hinweis hier für Alle Lesenden.)

  • Dann sag einfach "ich habe ein Kind". Es ehrt dich, dass du an die anderen denkst, aber gerade geht es um dich, jede*r ist sich selbst am Nächsten. Hol dir das, was DU brauchst.
    Und wenn es aufstocken bedeutet: Ja, stock auf, dafür hast du mehr Zeit für dein Kind, es ermöglicht dir viel Puffer, du brauchst weniger Sicherheitsnetz und die Zeit ist kurz (auch mit Verlängerung), ermöglicht dir aber das Ende deiner Ausbildung und ein sicheres Einkommen für den Rest deines Lebens.
    Es lohnt sich (falls es noch geht. Sonst als Hinweis hier für Alle Lesenden.)

    Und wer bezahlt mir meine Miete für die jetzige Wohnung? Das Forum? Das lässt sich aus der Entfernung immer alles leicht sagen. Ich gebe mir die Grabenkämpfe mit dem Amt nicht noch einmal. Das hatte ich schon, als ich noch studiert habe und er ein Jahr alt war. Und was habe ich von mehr Zeit, wenn mein Sohn trotzdem krank ist? Die Ausbildung läuft dann länger und die Kollegen sind noch frustrierter, weil sich das Leiden weiter zieht. TZ mag ja für andere vielleicht die Lösung sein. Streite ich gar nicht ab, aber in meinem Fall ist es das nicht.

  • Doch. Ich hätte mein Kind begründen müssen, also das ich ein Kind habe und nur deshalb TZ arbeiten kann und das hätte ich belegen müssen. Man sagte mir wortwörtlich, dass man TZ nur noch aus Krankheitsgründen oder wie in meinem Fall Kindern unter 12 zulässt.

    Sorry, aber das ust kein "begründen müssen". Bei Kindern unter 12 bekommt man Teilzeit. Dass man da ggf ein Formular ausfüllen muss, damit nicht jeder sagt "ich habe ein Kind unter 12" sollte auch klar sein.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Klar ist es das. Wenn ich ein Formular ausfülle, muss ich es ja automatisch begründen. Falls nicht könnte es jeder machen

    Nein. Begründen heißt: Ich möchte aufgrund meines Kinders Teilzeit haben, weil mein Kind immer krank ist.

    Begründen musst du nur, wenn es kein Automatismus ist, dass man Teilzeit mir Kindern machen kann. Aber das ist es.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Na, normal wie die andere Schule auch, bei der ich vorher war. Da fiel kein böses Wort und man hatte eher Mitleid.

    Der Unterschied ist: Jetzt machst du dein Ref. Wenn ich mich erinnere, hat man da einen sehr straffen Zeitplan. Mit deinen ganzen Fehlzeiten kannst du den Anforderungen und Terminen doch gar nicht gerecht werden.

    Ehrlich gesagt, hätte ich persönlich kein Problem damit, mit Bürgergeld aufzustocken, wenn ich das Ref. in Teilzeit machen müsste aus den ganzen Gründen, die du ununterbrochen schilderst. Ich sehe auch gar keinen anderen Weg. Wohngeld würdest du zumindest sicher bekommen.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Und wer bezahlt mir meine Miete für die jetzige Wohnung? Das Forum? Das lässt sich aus der Entfernung immer alles leicht sagen. Ich gebe mir die Grabenkämpfe mit dem Amt nicht noch einmal. Das hatte ich schon, als ich noch studiert habe und er ein Jahr alt war. Und was habe ich von mehr Zeit, wenn mein Sohn trotzdem krank ist? Die Ausbildung läuft dann länger und die Kollegen sind noch frustrierter, weil sich das Leiden weiter zieht. TZ mag ja für andere vielleicht die Lösung sein. Streite ich gar nicht ab, aber in meinem Fall ist es das nicht.

    Sorry, dann musst du eben zu Hause bleiben. Wir können dir offensichtlich nicht helfen.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Der Unterschied ist: Jetzt machst du dein Ref. Wenn ich mich erinnere, hat man da einen sehr straffen Zeitplan. Mit deinen ganzen Fehlzeiten kannst du den Anforderungen und Terminen doch gar nicht gerecht werden.

    Eigentlich nicht. Man unterrichtet nur sehr wenig und hängt ein paar Tage im Seminar rum. Die meiste Zeit verbringt man mit unnötig aufwendigen Vorbereitungen Zuhause. Das ist eigentlich super für kleine Kinder.

    Aber ich kann da nicht mitreden, weil ich ein Mann bin und mir die Kindererziehung/-betreuung mit meiner Frau teile.

  • Gegenfrage: Warum sollte ein gutes Sozialsystem kranke Kinder nicht tragen können?

    Die Frage ist ein Ablenkungsmanöver. Wir reden hier nicht vom Sozialsystem, wir reden hier von einer Lehramtsanwärterin, die im System Schule arbeitet. Das Sozialsystem trägt nebenbei kranke Kinder. Aber auch das kommt an seine Grenzen, wenn das Kind nicht fremdbetreut werden kann.

    Ich habe übrigens, was hier wohl untergegangen ist, immer Materialien geschickt, obwohl ich das nicht hätte machen müssen. Das ist freiwillig und richtig frech und anmaßend zu verlangen, dass man das dann immer zu machen hat.

    Nein, das ist nicht untergegangen - deshalb habe ich ja geschrieben, dass ich Dir gesagt hätte, dass Du das nicht musst, wenn Du krank bist. Wie ich hier in den letzten Jahren mehrmals geschrieben habe: Eine Schulleitung geht immer so weit, wie man sie lässt. Es wäre am Kollegium, sich dieser Weisung konsequent zu widersetzen, weil sie rechtswidrig ist.

    Kinder werden nun mal krank. Die einen mehr, die anderen weniger. Ein gutes System kann das tragen. Für den Personalmagel und dass da im System Probleme sind können Einzelne nichts.

    Wenn man den Anspruch hat, dass "das System" das alles kompensieren soll, gebe ich Dir Recht. Deine resultatistische Betrachtungsweise (also vom nicht zufriedenstellenden Endergebnis her) hilft hier aber nicht. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Schule oder Betriebe in der freien Wirtschaft reihenweise "SpringerInnen" als flexible Reserve bei Erkrankungen bereithalten. Das kann das System eben nicht tragen. Und das muss es auch nicht.
    Würde ich diese Erwartungshaltung umkehren, dann müsste ich sagen, dass eine gut organisierte Lehramtsanwärterin ihre Probleme in den Griff bekommt. Das wäre als Äußerung aber völlig daneben.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Eigentlich nicht. Man unterrichtet nur sehr wenig und hängt ein paar Tage im Seminar rum. Die meiste Zeit verbringt man mit unnötig aufwendigen Vorbereitungen Zuhause. Das ist eigentlich super für kleine Kinder.

    Aber ich kann da nicht mitreden, weil ich ein Mann bin und mir die Kindererziehung/-betreuung mit meiner Frau teile.

    Gut, das ist in der Grundschule anders gewesen. In Bayern ist man im zweiten Ref.jahr Klassenleitung. Zu meiner Zeit nicht, aber ich musste auch 14 Stunden eigenverantwortlich unterrichten, hatte Nachmittagsunterricht und 2 Seminartage. Wir mussten oft bis zu 70 km irgendwohin fahren. Da war nix mit zuhause rumsitzen.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Danke für so viel Mitgefühl. Hoffentlich bist du nie alleinerziehend.

    Laut deiner Logik, soll ich also Bürgergeld beziehen, bis mein Sohn 10 Jahre alt ist und sich sein Immunsystem stabilisiert hat. Da merkt man wieder, dass wir eben nicht in einem kinderfreundlichen Land leben. Aber dass die Menschen bei kranken Haustieren mehr Empathie als bei kranlen Kindern habe ist ja geläufig. Wenn der Hund der Kollegin krank ist, bekommt sie regelmäßige Mitleidsbekundungen und da ist es seltsamerweise nie ein Problem, wenn sie zum Tierarzt fahren muss. Wenn ich zum Kinderarzt fahre fragt man mich, warum mein Kind keine Oma hätte.

    Mein Mitgefühl hilft dir nichts. Es ist nunmal faktisch allein dein Problem und so wird es nach Ausschöpfen einer gewissen Toleranzspanne auch deine Schule sehen.

    Die Frage nach der Oma ist an sich ja gar nicht so abwägig. Vielleicht wäre ja ein Ansatz, seine komischen Familienverhältnisse (kein Kontakt zum Vater, kein Kontakt zu allen 4 Großeltern) mal zu sortieren und im familiären Umfeld nach Optionen zu schauen. Grundsätzlich haben Kinder nunmal zwei Elternteile. Dass ihr es nicht auf die Reihe kriegt, euer Verantwortung gemeinsam gerecht zu werden und die Belastungen aka Ausfalltage zu teilen, ist ebenfalls nicht Problem deines Arbeitgebers und dafür muss er auch nicht endlos Verständnis haben.


    Ich bin in 16 Jahren "alleinerziehender" Hundehaltung übrigens keinen Tag ausgefallen und auch keine Minute früher gegangen. Man hat seinen Privatkram ganz einfach gescheit zu organisieren.

  • Aufstocken bedeutet, dass du wesentlich mehr bekommst als das Bürgergeld. Soooo hoch das Refgehalt nicht, dass der Unterschied groß sein wird. Dafür aber vielleicht die Hälfte der Fehlzeiten...

  • Die Frage nach der Oma ist an sich ja gar nicht so abwägig. Vielleicht wäre ja ein Ansatz, seine komischen Familienverhältnisse (kein Kontakt zum Vater, kein Kontakt zu allen 4 Großeltern) mal zu sortieren und im familiären Umfeld nach Optionen zu schauen. Gr

    Die Frage im Schulkontext ist genauso übergriffig wie deine Antwort, dass ich mein familiäres Umfeld sortieren soll. Ob mein Kind eine Oma hat oder nicht geht weder fremde Leute noch dich als User eines Onlineforums etwas an. Das kann man als eng vertrauter Kollege fragen, aber nicht als distanzierter Kollege oder als Fremder.

    Du sprichst von zwei Jahre … Brandenburg hat nur ein Jahr.

    Ich habe bereits ein Jahr an einer Schule gearbeitet. Da hast du was falsch verstanden.

    Die Frage ist ein Ablenkungsmanöver

    Bitte?! Bin ich hier im Gerichtssaal? Der Kommentar ist an Unverschämtheit nicht zu übertreffen. Ich muss hier überhaupt nichts kommentieren und entscheide selbst welche Fragen ich wann wie stelle. Ob dir das passt, ist deine Entscheidung.


    Wenn man den Anspruch hat, dass "das System" das alles kompensieren soll, gebe ich Dir Recht. Deine resultatistische Betrachtungsweise (also vom nicht zufriedenstellenden Endergebnis her) hilft hier aber nicht. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Schule oder Betriebe in der freien Wirtschaft reihenweise "SpringerInnen" als flexible Reserve bei Erkrankungen bereithalten. Das kann das System eben nicht tragen. Und das muss es auch nicht.

    Keiner behauptet hier, dass das System gut läuft. Dafür dass alles auf enge Kante genäht ist, können einzelne Betroffene nichts. Wir drehen uns hier aber im Kreis.

    Grundsätzlich haben Kinder nunmal zwei Elternteile. Dass ihr es nicht auf die Reihe kriegt, euer Verantwortung gemeinsam gerecht zu werden und die Belastungen aka Ausfalltage zu teilen, ist ebenfalls nicht Problem deines Arbeitgebers und dafür muss er auch nicht endlos Verständnis haben.

    Derart frauenverachtenede Beiträge können nur von Männern kommen. Mein Partner ist gegangen. Dafür, dass er nicht die Eier hat, sich um seinen Sohn zu kümmern, willkürlich Unterhalt zahlt und sein Kind nicht sehen will kann ich nichts. Was ist denn dein Vorschlag? Ihm das Kind vor die Wohnungstür zu setzen und dann zu fahren? Hast du dir ernsthaft mal überlegt, was du hier schreibst?

  • Du sprichst von zwei Jahre … Brandenburg hat nur ein Jahr.

    Dann sehe ich überhaupt nicht, wie man die ganzen Unterrichtsbesuche, mündlichen Prüfungen, Lehrproben usw. in der Situation schaffen kann. Man muss doch bei der Lehrprobe die ganze Planung, die Stoffverteilung usw. vorlegen. Das kann ja gar nicht alles stattgefunden haben, es sei denn, die Vertretungen haben das abgearbeitet. Daher vmtl. die Nachfragen bzgl. der Planung.

    Wir mussten die Ordner/Hefte der Kinder vorlegen, die Jahresplanung, die Wochenpläne, Aufbau der Einheiten.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

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