• Ich möchte heute kurz eure Einschätzung zum Staatsexamen im Fach Geschichte (Unterrichtsfach, Bayern, Frühjahr 2026) einholen.

    Für mich ist leider trotz fünfmonatiger intensiver Vorbereitung der Worst Case eingetreten: Ich habe die Klausur letztlich leer abgegeben. Die Themen entsprachen überhaupt nicht dem, was ich vorbereitet hatte.

    Mein Schwerpunkt lag ausführlich auf den Merowingern, Karolingern, Ottonen und Staufern. Ergänzend habe ich mich noch mit der angelsächsischen Mission sowie der Christianisierung der germanischen Räume beschäftigt. Diese Themen hatte ich nicht nur inhaltlich erarbeitet, sondern auch mit Blick auf Quellen und Forschungskontroversen vertieft – auch, weil sie im Examenskurs behandelt bzw. zumindest angerissen wurden.

    Umso größer war nun die Enttäuschung. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich niedergeschlagen.

    Ich werde das Examen im Frühjahr erneut antreten, da ich aktuell noch eine mündliche Prüfung im Fach Englisch habe und bei meinem letzten Versuch kein Risiko eingehen möchte.

    Für die nächste Vorbereitung überlege ich, mich deutlich breiter aufzustellen und möglichst viele Themen des Mittelalters abzudecken.

    Daher meine Fragen an euch:

    Wie habt ihr das Examen heute empfunden?

    Habt ihr Tipps für die Vorbereitung?

    Und seht ihr vielleicht einen grundlegenden Fehler in meiner bisherigen Herangehensweise?

    Vielen Dank euch allen!

  • Auch als Fachfremder, eine Klausur leer abzugeben macht doch nie Sinn. Zu dem Restlichen kann ich leider nichts Sinnvolles beitragen.

    Als noch Fachfremderer kann ich das nur unterschreiben. Ich habe einmal eine ziemlich früh und auch wütend (über mich selbst), nur sehr wenig abgegeben. Natürlich bin ich durchgefallen. Das habe ich nie wieder gemacht, irgendetwas bekommt man in der Zeit schon aufs Papier. Vielleicht reicht es ja.

    Wie habt ihr das Examen heute empfunden?

    Ist das eine Zentralprüfung, die deutschlandweit einheitlich geschrieben wird?

  • Ist das eine Zentralprüfung, die deutschlandweit einheitlich geschrieben wird?

    Staatsexamen in Bayern ist zentral, aber bundeslandweit. Entsprechend kann so ziemlich alles drankommen - es gibt keine Absprachen und nur wenige Einschränkungen per Prüfungsordnung. Wie das in Geschichte ist, kann ich nicht beurteilen.
    In der Regel gibt es "Prüfungstraditionen", die zumindest zum Teil ein Lernen auf Lücke erlauben. In meinen Fächern war "neuere deutscher Literatur" das Fass ohne Boden, da theoretisch von Humanismus/Reformation/Barock bis zur Gegenwart ALLES drankommen konnte.
    Allerdings gab es immer mehrere Themen zur Auswahl und man konnte grob davon ausgehen, dass zumindest jedes Jahr eigentlich jeweils ein Thmea pro Gattung (Drama, Prosa, Lyrik) gestellt wird - auch wenn das formal nicht festgelegt war. Man konnte also hier ein wenig spezalisieren und bspw. eine Gattung ganz ausklammern und sich auf die anderen beiden Gattungen und ihre Umsetzung seit 1500 bis zur Gegenwart fokussieren etc.

    Ich nehme an, die Frage ist, wie eine solche Spezialisierung in Geschichte sinnvollerweise aussehen kann.

  • Ich komme zwar nicht aus der Historik, aber das sind (aus der Brille eines Fachfremden betrachtet) vergleichsweise exotische Themen. Ich gehe davon aus, dass sie im Studium behandelt wurden, aber nicht den Hauptteil der Seminare und Vorlesungen einnahmen. Das heißt jedoch im schlechtesten Fall: Die kompletten Inhalte der zuvor besuchten Kurse (vor allem der Pflichtkurse) müssen sitzen - oder gab es irgendwelche Einschränkungen, die im Vorfeld offiziell angekündigt wurden (also sowas wie "Prüfungsgegenstände sind aus den Themenfeldern A und B, aber nicht C.") ? Mit Berücksichtigung dieser Einschränkungen würde ich empfehlen, die Inhalte der Pflichtkurse ab Semester 1 zu wiederholen und hierbei möglichst Verknüpfungen herstellen, also z.B. "A führte zu B.", "D nahm sich später ein Vorbild an C." oder "Die Parallele zwischen E und F ist, dass...". Sowas hilft dir einerseits, dir die einzelnen Themen besser merken zu können, andererseits ist trägt vernetztes Lernen dazu bei, komplexere Fragestellungen, die den Unterschied zwischen Note 1 und Note 2 ausmachen, kompetenter beantworten zu können.

  • Zitat

    Für mich ist leider trotz fünfmonatiger intensiver Vorbereitung der Worst Case eingetreten: Ich habe die Klausur letztlich leer abgegeben. Die Themen entsprachen überhaupt nicht dem, was ich vorbereitet hatte.

    Mein Schwerpunkt lag ausführlich auf den Merowingern, Karolingern, Ottonen und Staufern. Ergänzend habe ich mich noch mit der angelsächsischen Mission sowie der Christianisierung der germanischen Räume beschäftigt. Diese Themen hatte ich nicht nur inhaltlich erarbeitet, sondern auch mit Blick auf Quellen und Forschungskontroversen vertieft – auch, weil sie im Examenskurs behandelt bzw. zumindest angerissen wurden.

    Wenn ein Schwerpunkt auf den Herrscherfamilien lag, wieso hast Du dann ausgerechnet die Salier (Heinrich IV.) ausgelassen? Du hast Dich von den Merowingern (also vor 800) bis zu den Staufern (effektiv bis 1250) durchgetankt. Da ergibt es wenig Sinn, die Salier auszulassen.

    Die anderen drei Themen erscheinen mir auf den ersten Blick auch sehr speziell.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Wenn ein Schwerpunkt auf den Herrscherfamilien lag, wieso hast Du dann ausgerechnet die Salier (Heinrich IV.) ausgelassen? Du hast Dich von den Merowingern (also vor 800) bis zu den Staufern (effektiv bis 1250) durchgetankt. Da ergibt es wenig Sinn, die Salier auszulassen.

    Die anderen drei Themen erscheinen mir auf den ersten Blick auch sehr speziell.

    Da hast du eigentlich absolut recht…! Mein Dozent meinte, dass das Thema nicht mehr so „brennend“ war, also habe ich nachgeguckt wann es zum letzten Mal drankam: 2020… die anderen Herrscherfamilien erschienen viel häufiger… deswegen habe ich die Salier ausgeklammert und eher noch Randthemen gelernt wie zB die angelsächsische Mission

  • Da hast du eigentlich absolut recht…! Mein Dozent meinte, dass das Thema nicht mehr so „brennend“ war, also habe ich nachgeguckt wann es zum letzten Mal drankam: 2020… die anderen Herrscherfamilien erschienen viel häufiger… deswegen habe ich die Salier ausgeklammert und eher noch Randthemen gelernt wie zB die angelsächsische Mission

    OK, dann hast Du einerseits "auf Lücke" gelernt und andererseits übermäßig Nischenthemen gelernt. Das ist dann schlichtweg saublöd gelaufen. Was man aber daraus lernen kann, ist, dass reines Spekulieren auf die Themen ebenso reine Glückssache ist. Und ein Thema, das lange nicht drangekommen ist, wäre doch eigentlich prädestiniert dafür, wieder einmal dranzukommen, oder?

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Bei uns gab es damals bei den Klausuren mehrere Themen zur Auswahl, aber ich fand die Vorbereitung auch schwierig. Wir haben uns damals alte Prüfungsthemen angeschaut und mehr oder weniger auf gut Glück gelernt. In Psychologie habe ich 3 oder 4 Themen angefangen und wieder verworfen. Ich hätte zu mehreren Themen was gewusst, aber nicht sooo speziell. Dadurch habe ich eine Zeitstunde verdaddelt und hatte nur noch 3 Stunden übrig.

    Zu dem Examen heute kann ich nicht viel sagen, außer: Anscheinend hat sich nicht viel geändert seit damals. Du solltest dich breiter aufstellen, wie du schon selbst schriebst.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

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