Angst bereits bei der Planung von U-Stunden

  • Hallo Zusammen,

    ich habe bereits vor einiger Zeit einen Beitrag bezüglich dem ganzen Druck, der Angst und den Zweifel im Ref verfasst. Nun hatte ich ein Gespräch mit der Seminarleiterin, dass mir eigentlich sehr geholfen hatte. Über die Ferien konnte ich zum Teil entspannen, jedoch gab es bei mir in der Familie einen Todesfall, sodass ich die restlichen Ferien gedanklich damit beschäftigt war. Nun bin ich wieder in der Schule und muss Unterricht vorbereiten. Ich habe derzeit jedoch große Probleme mit Ängsten bereits bei der Planung von den Unterrichtsstunden und befinde mich ständig in einem Gedankenkarussel. Ich kann mich schwer dazu überwinden mit der Planung der Stunden zu beginnen, da ich einfach bereits vorher die Angst habe es nicht hinzubekommen. Hat jemand einen Tipp für mich, was ich dagegen tun könnte? Ich möchte gerne weiter im Ref bleiben und eigentlich nicht aufgeben und abbrechen, aber ich weiß nicht, wie ich das auf Dauer machen soll.


    LG

  • Ich könnte jedesmal kotzen, wenn ich solche Beiträge lese.

    cat28 Die Ursache für Deine Schwierigkeiten liegen nicht an Dir.

    Bundesland und Fächer wären hilfreich.

    Fühl' Dich gedrückt.🤗

  • Mir ging es im Ref teilweise ähnlich. Was mir geholfen hat, war mir Stunden in der Woche herauszusuchen, in die ich viel Energie gesteckt habe (z.B. im Unterricht der auf einen Besuch vorbereitet hat, o.Ä.) und ansonsten habe ich oft "Buchstunden" gemacht. Viele Lehrwerke haben Handreichungen, wie man die jeweiligen Seiten zu ganzen Stunden machen kann. Meist waren die Lerngruppen ähnlich produktiv und haben auch was gelernt. Es sagen immer alle, und es dauert bis man es sich selbst klar macht, aber man muss wirklich das Rad nicht neu erfinden.

    Ansonsten haben mir auch konkrete Arbeitszeiten geholfen um die Gedankenspirale abzuwürgen und nicht zu perfektionistisch zu arbeiten. Und wenn es garnicht geht dann ist es auch mal gut vom Schreibtisch weg zu gehen statt sich dazu zu zwingen an der X-ten Stunde zu arbeiten.

    Halte durch, am Ende wird das Gras grüner sein!

  • Gibt es in deinen Fächern die Möglichkeit, die Stunden alle ähnlich aufzubauen, nach einer Art Gerüst? Also abgesehen von den Highlights und Showstunden, der ganz normale Alltag. In Geschichte zum Beispiel - keine Ahnung, ob das Sinn macht, ich unterrichte ja nicht am Gymnasium - aber Einstieg IMMER mit einem Bild, Einordnung IMMER auf einen Zeitstrahl, dann IMMER ein Lesetext aus dem Geschichtsbuch dazu, dann IMMER Gruppenarbeit (Besprechung der Inhalte -> kurze Präsentation der notierten Ergebnisse. Sowas in der Art. Dann brauchst du dir nicht über jede einzelne Stunde soviele Gedanken machen.

    Wenn das für deine Fächer und Schulform völliger Quatsch ist, vergiss es gleich wieder ;)

  • Kleines Gedankenmodell:

    Du hast vor, einen Freund in xy-Stadt zu besuchen. Besorgst ein Gastgeschenk, überlegst, ob du mit dem Auto oder der Bahn fährst, planst die Zeit und Fahrtstrecke und fährst am nächsten Tag unbeschwert los. Es sollte ja alles klappen.
    Falls dir dann doch ein Blödmann hinten ins Auto rasselt, oder die DB den Fahrplan nur als unverbindliche Empfehlung sieht, kannst du dich darüber ärgern, wenn es soweit ist. Passiert halt.

    Da machst du dir doch auch nicht vorher Gedanken darüber, dass du die Fahrt nicht überleben könntest. Und falls es einen Blechschaden gibt, gibt es eine Werkstatt.

    Wenn du jedoch mit dem Auto losfährst und an jeder Kreuzung befürchtest, dass etwas passiert, passiert's eher.

    Also. Plane die Stunde, mach dein Ding so gut wie möglich und mit soviel Aufwand wie nötig. Geh' rechtzeitig ins Bett und rechtzeitig zur Schule. Mach dich nicht selbst unsicher. Du hast dich mehrere Jahre auf dieses Lehrerdasein vorbereitet. Wird schon. "Perfekt" wird das nie.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Ganz grundsätzlich denke ich, dass der beste Tip gegen Angst ist, dass man nicht gegen sie ankämpft.

    Es ist völlig normal, dass ein Todesfall in der Familie zunächst alle nervlichen Kapazitäten bindet und Prüfungsdruck nicht dazu geeignet ist, wieder locker flockig zu werden. Also bleibt nur, das genau so zu akzeptieren.

    Dann ist etwa eine Erklärung verworren und die Kinder wissen nicht, was sie tun sollen, davon geht die Welt nicht unter. Dann erkläre es noch mal oder bitte ein Kind das zu tun.

    Und abgesehen von Vorzeige-Stunden würde ich versuchen, mich ans Buch zu halten. Lieber macht man die Aufgaben dort und bespricht diese so lange, bis es alle verstanden haben als dass man die ganze Nacht Gruppenarbeitssitzkreisstationenkarten laminiert und am Ende ist nichts fertig und man kann sich nicht mehr auf das konzentrieren, was die Kinder einem im Unterricht antworten.

    Kennst du das Folgende? Ich las, dass du Geschichte Klasse 6 unterrichtest, da fiel mir diese Seite ein. Nicht, dass du noch mehr Material bräuchtest, sondern vielleicht hilft dir, dass dort in einfachen Sätzen und knappen Aufgaben das Wesentliche vermittelt wird. Ich weiß ja nicht, was dich genau stresst, aber meist ist es am Anfang ja eher das Verzetteln oder das nicht Wissen, was man genau machen soll, die Angst, dass am Ende der Stunde noch zu viel Stunde übrig ist. Dabei ist es in der Realität dann eher umgekehrt :)

    https://segu-geschichte.de/religion/

  • Ich bin mal so frei und fasse eure guten Gedanken zusammen:

    • festes Arbeitszeitfenster
    • mehr Schulbuch einsetzen
    • klarer/ähnlicher Aufbau der Stunden
    • rechtzeitig ins Bett und rechtzeitig zur Schule
    • Unterrichtsbesuche im Blick behalten und Energie in gut vorbereitende Stunden investieren
    • nicht perfekt sein müssen.

    Kann ich alles so unterstreichen. Was ich an meinem Ref. im Nachhinein bedauere ist, dass ich sooo viel Zeit verdaddelt habe, um tolle Einstiege zu finden. Meist hat das eher verwirrt, als motivierend zum Thema zu führen, wie von mir beabsichtigt. Heute geht der Einstieg bei mir kurz und zackig.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Was mir immer geholfen hat (Geschichte und Mathematik). Plane vom Tafelbild her. Was brauchst du um dahin zu gelangen? Und beschränke deine Planung zeitlich. 80% der Arbeit werden in 20% der Zeit erledigt. Wenn du von hinten planst, sind Sicherung und Erarbeitung trotzdem in Ordnung und der Einstieg ist dann halt manchmal "heute schauen wir, warum ausgerechnet 1871 doch ein deutscher Nationalstaat entstanden ist." und wenn das jemanden langweilt, wäre der meistens auch ansonsten gelangweilt gewesen.

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Ende Februar hat ein Foren-Mitglied in einem Post ("Visuelles Tool zur Unterrichtsplanung") einen Link geteilt zu einem Werkzeug zur strukturieren visuellen Unterrichtsplanung. Wenn sich die Planung von Unterricht nach einigen Jahren eingespielt hat, ist dies Werkzeug nur noch selten nützlich, aber im Ref kann es bestimmt eine gute Hilfe sein.

    https://sessionplan.de/unterricht-vorbereiten

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