Welche Unterstützung braucht man, um als Lehrer gut arbeiten zu können?

  • Ich weiß nur von der Einschulungsuntersuchungen, da bekommen die Eltern ein Gespräch, aber keine Unterlagen, und vergessen, was gesagt wurde.

    Eine Zahnärztin vom GA kommt nun regelmäßiger und gibt Briefe mit, man kann sich dem auch nicht mehr verweigern, aber durch das Fehlen am Tag entziehen.

    In einigen KiGa gibt es noch ein Screening für 4jährige durch Ärzt:innen, aber das ist nicht flächendeckend.
    Auch die frühere Erhebung zur Einschätzung des Sprachvermögens, die durch Lehrkräfte indem Schulen stattfand, war ein guter Termin, um Therapien zu empfehlen, da dann noch etwa 1 1/2 Jahre bis zur Einschulung waren und die Kinder Chancen hatten, noch vor der Einschulung eine Therapie zu beginnen. Wenn man das im Juni vor der Einschulung bei der Einschulungsuntersuchung gesagt bekommt, ist das Kind in Klasse 2 damit dran … 10 Termine, da ist es schon Herbst, und 10 Termine reichen ja nicht immer.

  • Wie ist das denn in euren Bundesländern mit Schuluntersuchungen?

    Kenne ich aus Bayern nicht, weder Förder- noch Grundschule.

    Eine Zahnärztin gab's früher mal, die schaute allen Kindern in den Mund und es gab ein Zettelchen für die Eltern, wenn was zu machen war (putzen, Löcher, Spange). Hab ich aber schon lange nicht mehr gesehen.

    Gibt wohl nur die Us bei den Kinderärzten...

  • Und an meiner amerikanischen High school gab es auch Logopäden.

    Dort sind die school based speech-language pathologists aber Teil des Bildungssystems (meistens der special education zugeordnet) und nicht des Gesundheitssystems.

  • Ja, so ist das Wünsch-dir-was hier auch gemeint

    Aber haben wir im Bildungs-/Schulsystem nicht schon "Sprachheillehrer" (Sonderpädagogen mit Schwerpunkt Sprache)?

    Ich weiß, in vielen Bundesländern sind die förderschwerpunktspezifischen und sprachtherapeutischen Studieninhalte deutlich reduziert worden in den letzten Jahrzehnten.

  • Wie ist das denn in euren Bundesländern mit Schuluntersuchungen? Wie oft kommt wer? Bei uns ist die letzte in Klasse 6 und wer in der Schule verweigert oder krank ist, muss zum Amtsarzt. Daraus folgt nichts weiter, aber eine Ärztin hat zumindest jedes Kind mal mit 9 und 12 gesehen. Und auch Empfehlungen können wichtig sein, auch aufmerksamen und bemühten Eltern kann was entgehen, besorgten Eltern umgekehrt die eine oder andere Sorge genommen werden. Wenn ein Arzt 20 Kinder am Tag im selben Alter sieht, dann fallen ihm schneller große Abweichungen auf.

    In NRW nie gehört und definitiv nicht in 5./6.

  • Aber haben wir im Bildungs-/Schulsystem nicht schon "Sprachheillehrer" (Sonderpädagogen mit Schwerpunkt Sprache)?

    Ich weiß, in vielen Bundesländern sind die förderschwerpunktspezifischen und sprachtherapeutischen Studieninhalte deutlich reduziert worden in den letzten Jahrzehnten.

    Ja, bei uns sind das Förderschullehrkräfte mit 2 Schwerpunkten, davon einer Sprache.

    Aber außerhalb der wenigen noch existierenden Sprachförderklassen gehen sie in die Inklusion, wo die Förderschullehrkräfte Sprache-Lernen-ESE die Grundversorgung machen, je mit 2 Schwerpunkten, also weit häufiger Lernen-ESE.

    Und diese sind dann in den Schulen für eine Grundversorgung zuständig, die kaum am Kind ankommt, da ja von den 2 Std. pro Woche pro Klasse auch Testungen und Gutachten und Beratung und anderes abgehen, inzwischen sind wir dabei angekommen, dass die Lehrkräfte mit anderen Schwerpunkten auch die Sprachgutachten schreiben müssen.

    Somit ist eine Grundversorgung in Sprache nicht gegeben.

    Es hilft nicht, wenn Förderung irgendwo auf dem Papier steht, aber generell gestrichen ist oder wird - siehe auch die DaZ-Stunden, die komplett wegfallen, sobald es einen Ausfall gibt, weil sie als "Zusatz" gezählt werden, der nicht ersetzt wird. Eine Vertretungslehrkraft wird nur - und auch da nur anteilig - für den Regelunterricht gewährt.

    Für FöS-Stunden, die wegfallen oder schon zu Beginn des Schuljahres nicht zugeteilt werden können, gibt es übrigens auch keinen Ersatz. Dann steht die Schule ohne Grundversorgung und kann zur Beratung den Mobilen Dienst anfragen... den es für den Bereich "Sprache" gar nicht gibt.

  • Dort sind die school based speech-language pathologists aber Teil des Bildungssystems (meistens der special education zugeordnet) und nicht des Gesundheitssystems.

    Wer bezahlt, ist doch egal. Es gab welche und niemand empfand es als übergriffig, darum ging es.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Im Setting Förderschule ja.

    Bezogen auf die typischen Störungsbilder im Bereich Kindersprache ja.

    "ja" = habe ich erlebt; nicht 'ist immer gegeben'

    Hm, naja, es geht aber doch um die Familien, die sich nicht kümmern und wie Kinder unkompliziert an Logopädie kommen könnten. Wer an der Sprachheilschule landet ist ja schon im System und nur einer von 100 mit Bedarf.

    (oT: Zu den typischen Störungsbildern: lernt man das im Studium, myofunktionelle Therapie und sowas? Ich finde das ja sehr spannend und überlege, den Förderschwerpunkt nachzustudieren, wenn er mal angeboten wird...)

  • Im Setting Förderschule ja.

    Bezogen auf die typischen Störungsbilder im Bereich Kindersprache ja.

    "ja" = habe ich erlebt; nicht 'ist immer gegeben'

    Früher kam zu uns regelmäßig eine Kollegin aus dem Sprachheilzentrum - eine Förderschullehrerin mit dem Schwerpunkt Sprechen - und hat ganz kleine Gruppen von Erstklässlern sprachlich gefördert. Sie ging auch regelmäßig in die Kindergärten. Vor ein paar Jahren ist sie plötzlich verstorben und es kam nie ein Ersatz für sie. Hat sich denn da etwas geändert? Gibt es das nicht mehr, diese Kooperation des Sprachheilzentrums mit der Regelschule und den Kindergärten? Ist das nur bei uns so?

    Aber es gibt jetzt dann auch keine Grundschulförderklassen mehr, sondern Junoirklassen Neues Schulgesetz tritt in Kraft: Baden-Württemberg.de

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Quittengelee: "Wer an der Sprachheilschule landet...", das hört sich aber negativ an. Bei uns unterrichten Sprachheilschulen nach dem Grundschullehrplan und man kann bei Verbesserung jederzeit auf eine Regelschule wechseln. Ich habe einen Jungen in der Klasse, der war 2 Jahre im Sprachheilzentrum, wechselt demnächst aufs Gymnasium. Er hat bei mir die entsprechenden Noten und auch den Kompass 4 Test bestanden.

    Plattenspieler: Ich bin mir unsicher, aber kann es sein, dass es im Sprachheilzentrum auch Klassen gibt, die nicht nach dem Bildungsplan der Grundschule unterrichtet werden, sondern nach dem der Förderschule Lernen? Kenne tatsächlich nur in paar erwachsene ehemalige Schüler mit nun erfolgreich abgeschlossenem Studium. Sieht man mal, wie wichtig Förderschulen sind.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Zauberwald , es ging doch darum, dass die SuS, die dort einen Platz ergattert haben intensive Förderung erhalten. So klingt es vielleicht positiver.

    Dann habe ich das falsch verstanden. Finde die Förderschulen sehr wichtig und solange nicht mehr für die Inklusion getan wird, einfach unverzichtbar.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Dann habe ich das falsch verstanden. Finde die Förderschulen sehr wichtig und solange nicht mehr für die Inklusion getan wird, einfach unverzichtbar.

    Ja, so sehe ich das auch. Und vor allem: Mehr für Inklusion tun, sollte dann konsequent Fördergruppen und Doppelsteckungen mit studierten Sonderpädagogen heißen. Nicht: Wir erzählen allen, wie toll Inklusion ist und dass die Lehrer an der Grundschule das ja schon ganz toll machen und prima Arbeit machen... das ist nicht hilfreich, wenn man mit der inklusiven Beschulung alleine dasteht. Da sind die ganzen Hilfskräfte ohne nennenswerte Qualifikationen auch keine große Hilfe, wenn man ernsthafte Förderung für diese Kinder erreichen will.

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