Großes Gespräch- Anwalt erforderlich?

  • Zu mir: Ich hatte 2025 schon einmal hier einen Beitrag verfasst und damals auch von euch Hilfe bekommen, weshalb ich mich erneut an euch wenden möchte.

    Nun ist die Situation leider so, dass ich für eine noch höhere Anzahl an Stunden an der gleichen Schule gelandet bin, die mich schon damals gemobbt hat. Ich konnte nichts dagegen machen, da Bedarf bestand. Anfang des Jahres ging es noch, aber es eskalierte zuletzt so stark, dass ich notgedrungen in die Krankschreibung ging und dass sich mein gesundheitlicher Zustand so verschlechterte, dass ich kurz danach wegen starker körperlicher Beschwerden (bedingt durch die Psyche) im Krankenhaus landete und mir mittlerweile auch eine Therapeutin gesucht habe. Ich habe die Diagnose einer Belastungsreaktion und einer Verschlechterung meiner colitis ulcerosa.

    Um es zu umschreiben: Die Schulleitung und die Leitung der Abteilung inklusive einiger Kollegen haben sich an mir fest gebissen und es ging zuletzt soweit, dass die Schüler gegen mich aufgewiegelt worden sind Briefe über mich an die Schulleitung zu adressieren. Von der Schulleitung bekam ich dann kurz darauf (vor meiner Krankschreibung) eine Mail, dass sie mich zum Gespräch bittet. Der Personalrat würde auch zugegen sein und es würde Eltern und Schülerbeschwerden gegen mich geben. Da der Personalrat, der mich vertreten sollte an diesem Tag des Gesprächs zufällig nicht konnte und ich in der darauffolgenden Nacht zusammenbrach und zeitgleich eine Darmentzündung hatte, ließ ich mich krank schreiben und suchte später das Gespräch zum übergeordneten Personalrat. Der war entsetzt und suchte mit mir gemeinsam das Gespräch zum Referenten. Dort sagte man mir, dass man ein großes Gespräch anberaumen würde mit der Schulleitung, den beteiligten Kollegen, dem Personalrat, ihm usw., da es ja Klärungsbedarf geben würde und es mir damit nicht gut ginge. Ich will einfach nur die Rückversetzung an meine Stammschule. Mein Arzt nahm die Sache sehr ernst und schrieb mich daraufhin für 7 Wochen krank.

    Von zwei Schülerbriefen weiß ich. Dort stand mein Unterricht wäre nicht strukturiert, die Methoden (ich probiere vieles aus) würden den Schülern nicht passen, ich wäre unvorbereitet und vieles mehr, was mich einfach nur entsetzt gemacht hat (Ich plane pedantisch und habe das Referendariat gut bestanden). Außerdem hieß es, ich würde Launen an Schülern auslassen, was meines Erachtens schlichtweg gelogen ist. Eine Kollegen, der ich das erzählte, bekam fast einen Lachanfall, da ich eher durchsetzungsschwach und zu gutmütig bin.

    Der Brief wurde von einer Kollegin übermittelt. Angeblich von der Klasse, aber es liest sich wie von einem Erwachsenen geschrieben. Kurz darauf bekam ich eine Kopie eines weiteren Briefes von einer anderen Klasse. Wieder ohne Unterschrift. Wieder aus den Klassen, in der die mobbenden Kollegen die Leitung haben. Ab da wusste ich, dass es kein Zufall mehr sein kann.

    Ich weiß ansonsten nur von einer Elternbeschwerde. Dort prangerte eine Mutter die Benotung der Arbeit ihrer volljährigen Tochter an, die aus meiner Sicht gerechtfertigt war und beschwerte sich darüber. Von anderen Beschwerden weiß ich nicht. Die Arbeit brachte ich beim Gespräch mit dem Referenten mit, der über die Mutter nur mit dem Kopf schüttelte.

    Der Schulleiter ist dafür bekannt, dass er endlos übertreibt und gerne einschüchtert.

    Leider hatte ich im Gespräch das Gefühl, dass sich der Referent schützend vor den Schulleiter stellt.

    Ich kann nicht einschätzen, was auf mich zukommt. Was ich sehr irritierend finde ist, dass mir der Personalrat das Gefühl vermittelt, dass er vor dem Gespräch mehr Angst als ich hat. Ich war mittlerweile schon 4 Mal beim Schulamt und weiß nicht mehr, woran ich beim Personalrat bin. Vor 3 Wochen kam der Anruf, dass man mich nicht vertritt und an einen Kollegen verweist. Daraufhin fuhr ich erneut dort hin und erzählte das alles wieder und nochmal. Nun kam am Freitag die Nachricht, dass mich die Mitarbeiterin wie anfangs besprochen doch vertritt, ich das Gespräch aber nur aufnehmen soll, wenn ich mich wirklich fit fühle. Immerhin kommen über 8 Personen.

    Ich werde zum Zeitpunkt des Gesprächs noch im Krankenstand sein und frage mich, ob das alles so von Erfolg gekrönt sein wird, oder ob ich mir nicht besser einen Anwalt nehmen sollte? Die Mitarbeiterin des Personalrats schätze ich eher nicht so ein, dass

    Ich bin unglaublich gerne Lehrerin, aber seit diesen Vorfällen denke ich zum ersten Mal über Kündigung und Bewerbung an einer Privatschule nach.

    2 Mal editiert, zuletzt von Marie_September (22. Juni 2026 13:27)

  • Ab 6 Wochen krank innerhalb von 12 Monaten besteht ein Anspruch auf BEM. Kein Kontakt, keine Mails abrufen während der Krankschreibung. Ich würde an deiner Stelle während der Krankschreibung GAR KEINEN Kontakt haben. Null. Nichts. Keine Gespräche, keine Telefonate.

    Man hat auf das Verhalten anderer nur mäßig Einfluss. Deshalb eine andere Frage: Führt dein Verhalten dazu, dass du gesund und stabil bist und dienstfähig? Schreib denen einmal, dass du während der Krankschreibung gar nicht mehr erreichbar bist. Keine Gespräche, nichts. Zieh dich da raus und vertrau dem Arzt.

    Wenn du dann wiederkommst, BEM und Wiedereingliederung. Hier kannst du auch nach einer Versetzung fragen. So wie das jetzt läuft, läuft es nicht gut für dich.

    Letztendlich muss denen klar sein: Entweder sie können von deiner Arbeitskraft Gebrauch machen... oder eben nicht. Gigantische Gesprächsrunden und "Anklagen" machen sicher nicht gesund und im Rahmen von BEM hast du insgesamt mehr Handhabe, da du dort konkret alle Dinge benennen kannst, die dich krank machen und - ganz wichtig - diese auch protokolliert werden müssen. Du kannst bei BEM-Gesprächen auch eine Person des Vertrauens einladen. Das könnte sogar die beste Freundin sein.

    Der größte Fehler, den du machst, ist, dass du den Kontakt dauerhaft zulässt, während du über längere Zeit in krank bist. Daran solltest du arbeiten.

  • b 6 Wochen krank innerhalb von 12 Monaten besteht ein Anspruch auf BEM. Kein Kontakt, keine Mails abrufen während der Krankschreibung. Ich würde an deiner Stelle während der Krankschreibung GAR KEINEN Kontakt haben. Null. Nichts. Keine Gespräche, keine Telefonate.

    Ich hab das BEM bereits von mir aus gestartet und war auch vor Ort für ein Gespräch. Leider hatte ich das Gefühl, dass die Mitarbeiterin fast alles noch schlimmer gemacht hätte. Sie hätte am liebsten noch drei weitere Personen mitgenommen und argumentierte damit, dass Schule eben ein raues Pflaster sei. Das Motto: Da müsste man eben durch. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es mich weiter gebracht hat. Da ich nicht als untätig gelten wollte und aktiv an der Verbesserung meiner Situation arbeiten wollte, habe ich es aber schon vorab von mir aus gemacht, um Engagement zu zeigen.


    Hier kannst du auch nach einer Versetzung fragen. So wie das jetzt läuft, läuft es nicht gut für dich.

    Es gab bereits letztes Jahr Gespräche. Ich habe das Problem ja in Anfängen schon 2025 gehabt. Damals wurde meinem Versetzungswunsch nicht entsprochen. Es hieß immer man bräuchte mich dort und es ginge nicht anders. Ich überlege deshalb mir rechtliche Hilfe zu holen, denn das ist aktuell kein Zustand.

    Der größte Fehler, den du machst, ist, dass du den Kontakt dauerhaft zulässt, während du über längere Zeit in krank bist. Daran solltest du arbeiten.

    Das stimmt.

    Die Frage ist: Macht ein Anwalt Sinn?
    Ich bin meines Erachtens am Ende der Möglichkeiten angekommen. Sowohl der übergeordnete Personalrat, der Referent als auch das BEM sind involviert. Mehr geht nicht mehr.

    Gut, der Hauptpersonalrat wäre noch möglich, aber ich weiß nicht, ob das so glücklich wäre.

  • Naja, kaputt machen kann der jetzt auch nichts. Aber Mobbingnachweise im Arbeitsrecht sind verdammt schwierig. Sie müssen sehr gut dokumentiert und nachweisbar sein. Erwarte halt nicht zu viel in der Hinsicht.

    Sinnvoll halte ich ihn eher dafür, dass dein Arbeitgeber tatsächlich seiner Fürsorgepflicht nachkommt und du zeitnah wieder arbeitsfähig wirst. Was fördert deine Erkrankung (weiterleiten von Kritikbriefen in der Krankmeldung? Vollkommen absurd...), was muss folgen, damit du wieder gesund wirst? Es gibt ja nicht nur ein BEM-Gespräch. Womöglich kann der Anwalt hier eher helfen, diesen Prozess zu begleiten. Natürlich kann er auch beim Arbeitsgericht Klage einreichen bzgl. Versetzung.

    Lass dich vllt. im ersten Schritt beraten (Erstgespräch) und schau weiter.

    Aber anhand deiner Schilderungen würde ich es an deiner Stelle vermeiden, vorzeitig wieder zurückzukehren. Dann läuft es wohl erstmal auf Krankmeldung hinaus. Der Laden bricht schon nicht ohne dich zusammen. Das denken irgendwie alle Lehrer, aber die kriegen das schon hin. So scharf scheinen sie ja eh nicht auf dich zu sein, also was soll's. Dann kannst du auch erstmal wegbleiben.

  • Ich bin unglaublich gerne Lehrerin, aber seit diesen Vorfällen denke ich zum ersten Mal über Kündigung und Bewerbung an einer Privatschule nach.

    Warum denkst du an einer Privatschule ist es besser?
    Also schwarze Schafe gibt es überall. Deine alte Schule war ja auch fein.

    Kündigung wäre aber definitiv ein Ding was zu überdenken wäre, wenn es so schlecht ist und sich nicht bessert.


    Ich werde zum Zeitpunkt des Gesprächs noch im Krankenstand sein und frage mich, ob das alles so von Erfolg gekrönt sein wird, oder ob ich mir nicht besser einen Anwalt nehmen sollte?

    Was soll der Anwalt an dieser Stelle machen? Es liegt ja nichts vor, wogegen er vorgehen könnte (zumindest lese ich nichts heraus), zudem hebst du es direkt auf die nächste Eskalationsstufe.


    Grundsätzlich darfst du immer Vertrauenspersonen (gibt es bei euch einen Lehrerrat?) mit zu solchen Gesprächen nehmen. Und dann protokollieren und gegenzeichnen lassen.

  • Zum Thema Kündigung: du bist ja Angestellte, da sollte es in den meisten Bundesländern möglich sein zu kündigen und dennoch wieder eine Stelle zu bekommen.

    Wäre das eine Möglichkeit nach dem Krankenstand?

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Ich verstehe überhaupt nicht, wieso einerseits "Bedarf" besteht und andererseits dieser "Bedarf" bekämpft wird. Hat man womöglich Bedarf an Mobbingopfern ? Wie ist überhaupt der Bedarf entstanden ? Wurde dein/e Vorgänger/in ebenfalls verscheucht ?

    Briefe ohne Unterschrift: Solche würde ein Anwalt regelrecht auseinanderpflücken, da sie das Betriebsklima stören. Womöglich wissen die SchülerInnen von den Schreiben gar nichts. Hast du Rechtsschutz über eine Gewerkschaft ? Ansonsten halte dich an den übergeordneten Personalrat, da offenbar der örtliche Personalrat Angst vor dem Schulleiter hat.

    Und ja: Solange du im Krankenstand bist, würde ich an deiner Stelle NICHT zu irgendwelchen allein aufgrund der Zusammensetzung unausgewogenen Tribunalen erscheinen. Denn du musst dich ja um deine Genesung kümmern und darfst dich nicht an der allgemeinen Eskalation beteiligen.

    Lass dich weiter krankschreiben und (mit Wartezeit) in eine Tagesklinik einweisen, um die psychosomatischen Beschwerden anzugehen, die wohl einem Unterrichten auch nicht wirklich zuträglich sind.

  • Zum Thema Kündigung: du bist ja Angestellte, da sollte es in den meisten Bundesländern möglich sein zu kündigen und dennoch wieder eine Stelle zu bekommen.

    Wäre das eine Möglichkeit nach dem Krankenstand?

    Hallo Milk & Sugar. Ich habe durchaus schon überlegt mich in einem anderen Bundesland zu bewerben, da das möglich wäre.

    Was soll der Anwalt an dieser Stelle machen? Es liegt ja nichts vor, wogegen er vorgehen könnte (zumindest lese ich nichts heraus), zudem hebst du es direkt auf die nächste Eskalationsstufe.


    Grundsätzlich darfst du immer Vertrauenspersonen (gibt es bei euch einen Lehrerrat?) mit zu solchen Gesprächen nehmen. Und dann protokollieren und gegenzeichnen lassen.

    Doch. Mobbing und Vorwürfe gegen mich, wie auch eine verwehrte Rückversetzung an meine Schule.

    Nein, das wurde mir von der Schulleitung verwehrt. Ich hatte schon angefragt, ob mein Freund mitkommen kann.

    Naja, kaputt machen kann der jetzt auch nichts. Aber Mobbingnachweise im Arbeitsrecht sind verdammt schwierig. Sie müssen sehr gut dokumentiert und nachweisbar sein. Erwarte halt nicht zu viel in der Hinsicht.

    Genau deshalb denke ich ja darüber nach, ob es nicht sinnvoller wäre zu gehen. Meinem Versetzungsgesuch wird ja nicht nachgekommen.

  • Meine Gedanken:

    • Briefe ohne Unterschrift entwerten sich doch selbst, oder?
    • Im Krankenstand so ein Gespräch führen zu müssen geht nicht. Verweis auf dein ärztliches Attest und lasse dir einen anderen Termin geben.
    • Du könntest dich anwaltlich vorab beraten lassen, damit du nichts falsch machst und erst einmal ohne den Anwalt hingehen. Den kannst du immer noch ins Spiel bringen.

    Ich wünsch dir alles Gute.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

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