Herr Rau hat über die Konstanzer Wanne geschrieben. Ich selbst war mit Mitte 20 linksliberal, heute bin ich eher eine Mischung aus linksliberal, konservativ und umweltpolitisch grün. Was man eben so ist, wenn man ergraute Schläfen, geerbt und eigene Kinder hat.
Was mich seit einiger Zeit beschäftigt: Ich glaube, heute weniger ausländerfreundlich zu sein als früher, und zwar deutlich messbar und durch die Ausübung meines Berufs als Grundschullehrer in Deutschland in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren. Als Bibliothekar, so meine ich, würde ich heute ausländerfreundlicher sein. Falls es dafür, als Lehrer durch die Ausübung des Berufs vorurteilsbehafteter gegenüber Schülern, Schülergruppen oder Schülereltern mit Migrationshintergrund zu werden, noch keinen Begriff gibt, möchte ich dafür den Begriff der Schweinfurter Rutsche vorschlagen. Wenn aus der Rutsche irgendwann noch eine Wanne wird, dann umso besser.
Bin ich damit alleine, oder glauben noch andere Lehrkräfte, durch die Ausübung des Lehrerberufs weniger ausländerfreundlich geworden zu sein? (Oder sogar ausländerfreundlicher? Hier schlage ich Brüsseler Schanze vor.)