Unterrichtsgestaltung ohne Arbeitsblätter

  • Man kann mal als Belohnung Rätsel und Mysterys machen, aber als Unterrichtsgrundlage? Zudem noch in der Sek I? Ich finde das schwierig, vor allem vor dem Hintergrund, dass viele Schüler (m/w/d) nach dem Schulabschluss ihre Ausbildung in einem Betrieb aufnehmen, wo sie auch nicht jeden Tag superspaßige Aktivitäten vorfinden, sondern auch mal ganz klassische Routineaufgaben ausüben müssen - und das müssen sie auch aushalten können.

    Rätsel sind super. Sie beschäftigen und fordern zur Konzentration heraus. Wann immer sich ein (gutes) Rätsel anbietet um zu lernen, sollte man die Gelegenheit nutzen. Mal davon abgesehen, dass ich es seltsam finde, wie du dich hier an so einer Nebensache aufhängst.

  • Rätsel sind super. Sie beschäftigen und fordern zur Konzentration heraus. Wann immer sich ein (gutes) Rätsel anbietet um zu lernen, sollte man die Gelegenheit nutzen.

    Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Da machen dann auch Kinder mit, die beim Schreiben von viel Text den Kopf auf der Bank hätten.

  • Ich bin Seiteneinsteigerin seit 5 Jahren und mein Unterricht ist komplett auf AB s aufgebaut. Rätsel, Übungen, Mysterys etc. Habe viel Geld in gutes Material investiert und nun das… Ich finde es aber auch eine große Unverschämtheit. Mit den Büchern kam man arbeiten aber jede Stunde 45 min, jeden Tag? Das klingt echt dröge…Puhhh…. Ok smartboard wird hoffentlich repariert, das wäre ein Lichtblick.

    Du unterrichtest zwei Naturwissenschaften, davon eine stark experimentelle. Wenn das wirklich deine Sorge und Konsequenz ist, dann läuft sowieso was grundlegend falsch in deinem Unterricht...

    Klar ist es schöner, wenn man die Möglichkeit hat Kopien auszugeben, aber notwendig sind sie nicht wirklich, um guten naturwissenschaftlichen Unterricht zu machen.

  • Ein bisschen sehr anmaßend, oder?

    Kannst du so empfinden.

    Schau dir die fachdidaktische Literatur zu deinen Fächern an und du wirst feststellen, dass nur Buchunterricht oder Arbeitsblätter nicht dem fachdidaktischen Qualitätsstandard entspricht.

    Vielleicht hast du deine Äußerungen hier im Ärger überspitzt...

  • Schau dir die fachdidaktische Literatur zu deinen Fächern an und du wirst feststellen, dass nur Buchunterricht oder Arbeitsblätter nicht dem fachdidaktischen Qualitätsstandard entspricht

    Dafür muss aber Ausstattung und Schülerverhalten stimmen und ist hier auch überhaupt nicht der Punkt.

  • Vielleicht hast du deine Äußerungen hier im Ärger überspitzt...

    Was soll ich überspitzt haben? Es geht um ein ganz grundsätzliches Problem. Kein Chemielehrer der Welt kann jede zweite Stunde ein Experiment machen, das ist auch überhaupt nicht vorgesehen, wenn du dich mal mit dem RLP beschäftigt hast. So schade, aber es bleibt viel Theorie.

  • Was soll ich überspitzt haben? Es geht um ein ganz grundsätzliches Problem. Kein Chemielehrer der Welt kann jede zweite Stunde ein Experiment machen, das ist auch überhaupt nicht vorgesehen, wenn du dich mal mit dem RLP beschäftigt hast. So schade, aber es bleibt viel Theorie.

    Jetzt muss ich doch widersprechen, ich bin seit 32 Jahren Chemielehrerin zuerst an einer integrierten Gesamtschule, seit vielen Jahren am Gymnasium mit Abitur fast jedes Jahr. Und meine Kurse schneiden beim zentralen Abitur regelmäßig im Durchschnitt 2 Notenpunkte besser als der Landesdurchschnitt ab, sind also gut vorbereitet. Nach dem letzten Abitur habe ich wieder danke gehört und in keiner Aufgabe im Abitur hätten sie das Gefühl gehabt, unvorbereitet zu sein. Die Theorie kommt also nicht zu kurz.

    Von meinem Seminarlehrer in der Ausbildung stammt der Satz, eine Stunde ohne Versuch ist keine Chemiestunde und tatsächlich, ich habe in fast jeder Stunde mindestens einen Versuch (und wenn er noch so klein ist). Chemie ist die Naturwissenschaft, die auf Beobachtung (von Versuchen) aufbaut, abstrakt ist wenig. Gerade in den Anfangsjahren besteht mehr als die Hälfte der Zeit aus Versuchen. Auch ich habe schon Mystery eingesetzt, um z. B. zu wiederholen, immer waren Versuche dabei.

    Ich teile übrigens selten Arbeitsblätter aus, meine SchülerINNen müssen viel schreiben. Und dank Versuchen schrieben selbst Fünftklässler mit Begeisterung Protokolle (in Naturphänomene, gibt es leider nicht mehr). Ich hatte jetzt ein Jahr einen defekten Abzug und konnte einen Versuch mit Brom nicht live zeigen, nur als Film, und zum allerersten Mal wurde die dazu gehörige Aufgabe in der Klassenarbeit nur von wenigen gelöst.

    Kurz, Versuche sind extrem wichtig für das Verständnis, Chemie ist die Naturwissenschaft, die bis zum Abitur auf Alltagsbeobachtungen aufbaut (mir war das früher gar nicht so klar bis mir in einer Diskussion dies Bio- und PhysikkollegINNen gesagt haben). Du schreibst Quereinstieg, ich frage mich, was du studiert hast.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Jetzt muss ich doch widersprechen, ich bin seit 32 Jahren Chemielehrerin zuerst an einer integrierten Gesamtschule, seit vielen Jahren am Gymnasium mit Abitur fast jedes Jahr. Und meine Kurse schneiden beim zentralen Abitur regelmäßig im Durchschnitt 2 Notenpunkte besser als der Landesdurchschnitt ab, sind also gut vorbereitet. Nach dem letzten Abitur habe ich wieder danke gehört und in keiner Aufgabe im Abitur hätten sie das Gefühl gehabt, unvorbereitet zu sein. Die Theorie kommt also nicht zu kurz.

    Von meinem Seminarlehrer in der Ausbildung stammt der Satz, eine Stunde ohne Versuch ist keine Chemiestunde und tatsächlich, ich habe in fast jeder Stunde mindestens einen Versuch (und wenn er noch so klein ist). Chemie ist die Naturwissenschaft, die auf Beobachtung (von Versuchen) aufbaut, abstrakt ist wenig. Gerade in den Anfangsjahren besteht mehr als die Hälfte der Zeit aus Versuchen. Auch ich habe schon Mystery eingesetzt, um z. B. zu wiederholen, immer waren Versuche dabei.

    Ich teile übrigens selten Arbeitsblätter aus, meine SchülerINNen müssen viel schreiben. Und dank Versuchen schrieben selbst Fünftklässler mit Begeisterung Protokolle (in Naturphänomene, gibt es leider nicht mehr). Ich hatte jetzt ein Jahr einen defekten Abzug und konnte einen Versuch mit Brom nicht live zeigen, nur als Film, und zum allerersten Mal wurde die dazu gehörige Aufgabe in der Klassenarbeit nur von wenigen gelöst.

    Kurz, Versuche sind extrem wichtig für das Verständnis, Chemie ist die Naturwissenschaft, die bis zum Abitur auf Alltagsbeobachtungen aufbaut (mir war das früher gar nicht so klar bis mir in einer Diskussion dies Bio- und PhysikkollegINNen gesagt haben). Du schreibst Quereinstieg, ich frage mich, was du studiert hast.

    Das ist schön für dich. Du scheinst ein toller Lehrer zu sein! Komm doch mal an meine Oberschule mit sehr! herausfordernden Kindern, die ich in Bioraum statt im Chemieraum beschule und froh bin, wenn sie auch ohne Experiment alles heil lassen!
    Bitte auch mal über den Tellerrand schauen ;)

  • Haben wir nur leider nicht…. Aber Laptops, die 20 min hochfahren

    Zwischenbemerkung und Einschub! Falls Diskussionsbedarf besteht, bitte einen neuen Thread aufmachen. Zerfledderte Themen haben wir genug.

    Ich vermute, das die noch unter Windoof mit IDE-Laufwerken laufen - oder irgendein Programm den Bootvorgang ausbremst.
    Falls ihr im Kollegium jemand habt, der sich das zutraut:

    1. EINEN Laptop umbauen, dort die Festplatte durch eine SSD ersetzen.
    2. Auf dieser Festplatte ein Linux-System für ältere Rechner (wie z.B. Q4OS) installieren. Das hat Ähnlichkeit mit Windows. Bei der Installation kann man wählen, ob Standardprogramme (LibreOffice, Firefox, VLC...) automatisch mit installiert werden. Starten, Zeitzone und Sprache wählen, Installation starten. Kaffee trinken, zurückkommen. Läuft.
    3. Über den Softwarekatalog Programme auswählen, die man mit nutzen möchte - es gibt komplette Lernprogramm-Pakete für die Schule, kategorisiert nach Primar, Sekundar ... Pakete im Softwarestore auswählen, anklicken, Installation starten, Kaffe trinken ... s.o.

    Testen, ob's taugt und Zuspruch findet. Verbessern.

    Schließlich:
    Günstige SSDs kaufen (eine 250 GB-SSD kostet ca. 25 €) - mit 500 € sind 20 Laptops ausgerüstet. Die SSDs werden dazu von der ersten Platte "geclont". Vorteil von Linus: Es gibt kein Lizenzgefrickel, es ist keine Anpassungen notwendig.
    In die Laptops stecken. Habe Laptop-Rennmaschinen.
    BTW: Es gibt kaum etwas einfacheres als eine Laptop-Festplatte zu tauschen: Zwei Schräubchen lösen, alte Platte rausziehen, neue reinstecken, Deckel wieder festschrauben. Läuft.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Man kann mal als Belohnung Rätsel und Mysterys machen, aber als Unterrichtsgrundlage? Zudem noch in der Sek I? Ich finde das schwierig, vor allem vor dem Hintergrund, dass viele Schüler (m/w/d) nach dem Schulabschluss ihre Ausbildung in einem Betrieb aufnehmen, wo sie auch nicht jeden Tag superspaßige Aktivitäten vorfinden, sondern auch mal ganz klassische Routineaufgaben ausüben müssen - und das müssen sie auch aushalten können.

    Witzig, wie ausgerechnet ein grundständig studierter Lehrer anderen erklären will, was im Ausbildungsbetrieb so gefragt ist.

  • Das ist schön für dich. Du scheinst ein toller Lehrer zu sein! Komm doch mal an meine Oberschule mit sehr! herausfordernden Kindern, die ich in Bioraum statt im Chemieraum beschule und froh bin, wenn sie auch ohne Experiment alles heil lassen!
    Bitte auch mal über den Tellerrand schauen ;)

    Wie geschrieben, ich habe 6 Jahre an einer integrierten Gesamtschule in einer Großstadt in NRW unterrichtet, ich ergänze, die Schule war im Aufbau, in den ersten beiden Jahren, waren wir in Baracken untergebracht, es gab einen (!) Fachraum für alle 3 Naturwissenschaften und Musik in einem. Wir hatten wöchentlich Klassenkonferenzen wegen Gewalt, Alkohol, Hehlerei und auch einmal Brandstiftung. Viele Kinder kamen aus zerbrochenen Familien. Und gerade für leistungsschwache SchülerINNen müssen Beobachtung und Versuche im Vordergrund stehen nicht irgendwelche abstrakten Themen, die sie nicht verstehen und nichts mit ihrem Leben zu tun haben. Mangels Chemieraum und Chemikalien brachte ich Haushaltschemikalien mit. Gerade in Sek. I kommt man sehr weit damit.

    Klar habe ich ihnen mitgeteilt, dass Versuche nur möglich sind, wenn sie keinen Blödsinn machen, klar war ich konsequent und Schüler, die sich nicht an Anweisungen hielten, mussten die entsprechende Seite im Buch abschreiben, während die anderen den Versuch durchführten. Nach ein spätestens zweimal hatten es alle kapiert und da dies sich herum sprach, klappte es in den nächsten Klassen sofort.

    Bitte bilde dich weiter, damit Chemie allen auch dir Freude macht.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Witzig, wie ausgerechnet ein grundständig studierter Lehrer anderen erklären will, was im Ausbildungsbetrieb so gefragt ist.

    Lehrer sind nicht immer Resultat einer (linearen) 'Schule->Lehramtstudium-->Referendariat->Schuldienst'-Biographie und sollten in der Lage sein, über den eigenen Tellerrand hinaus schauen zu können (Ausbildungen sind zudem keine Arkana).

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    I'm back! 😎

    "Du wirst diesen Diskurs nicht gewinnen" (Magellan).

    PaPo 4 President - Make Arguments Matter Again

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