Beamte auf Probe und Mutter-Kind-Kur

  • Und es geht gar nicht um „Krankheitshochphasen“, sondern um eine generelle Unterversorgung von nicht mal 100%, sodass durchgängig keine Vertretung gegeben ist und Schulen im Alltag bereits unterversorgt sind.

    Wie gesagt, junge Leute sollten häufiger Lehramt studieren - und dabei idealweise Mangelfächer. Manch ein anderer Studiengang käme im Zweifelsfall mit weniger Absolventen (m/w/d) aus, ohne dass hieraus gesamtgesellschaftlich Probleme entstehen würden.

    Nehmen wir an, das wäre tatsächlich der Fall (selbst bei 120% oder 150% Unterrichtsversorgung), dann müsste aber trotzdem eine Vollzeitlehrkraft trotzdem "Überstunden" machen, sobald sie eine erkrankte Lehrkraft vertreten muss.

    Und um dieses Problem zu umgehen, dachte ich an Vertretung durch Lehrkräfte, die nicht im normalen Lehrbetrieb gebunden sind.

  • Ich gebe dir Recht, Palim , es braucht mehr personelle Ressourcen für insbesondere Krankheitshochphasen.

    Ich denke da u.a. an:

    a) Einführung einer mobilen Reserve, wie es sie bereits teilweise in Bayern gibt

    b) finanzielle Anreize für pensionierte und Teilzeitlehrkräfte zur Übernahme von Vertretungsstunden

    Und zuletzt: Durch die aktuelle Wirtschaftskrise verlieren leider immer noch zehntausende Menschen ihre Industriejobs. Vielleicht könnten passgenaue Quereinstiegsprogramme (bei gleichzeitiger Intensivierung der Werbung für das Lehramtsstudium bei jungen Studieninteressierten) diesen Menschen eine Perspektive bieten, die gleichzeitig den punktuellen Mangel im Schulsystem begrenzt.

    Wir haben mittlerweile irgendwelche ehemaligen Meditationslehrer in der Schule, die jetzt unterrichten und irgendwelche Fußballtrainer, die jetzt den Sportunterricht machen und wir haben einen enorm hohen Durchlauf an KuK. Ich habe noch keine Quereinsteiger begleitet, aber die Erfahrung bisher ist, dass Leute, die sich irgendwie so durchwurschteln (nach außen sieht alles toll aus) später dann im Seiteneinstiegsref echt Probleme kriegen, weil sie es nicht gebacken kriegen, obwohl sie doch schon jahrelang unterrichten. Die "echten" KuK dürfen das dann auffangen und Kurse zum Abschluss führen, in denen die meiste Zeit Grafize gemalt wurden und Präsentationen gehalten, aber nie eine echte Klausur auf dem Niveau des entsprechenden Bildungsgangs geschrieben wurde (ja, ist überspitzt, aber ich bin auch einfach frustriert).

    Es ist alles nicht so einfach.

  • Quereinstieg ist auch nicht als Dauerlösung zu verstehen. Die Sache ist aber: Wenn jemand mit Mitte 40 seinen Industriearbeitsplatz verliert, ist es schwierig, der Person zu vermitteln, dass sie jetzt noch einmal 3 Jahre Bachelor + 2 Jahre Master + über den Daumen gepeilt 2 Jahre Vorbereitungsdienst lang auf Existenzminimum leben soll. Das ist ab einem bestimmten Punkt im Leben nicht mehr zu vermitteln. Dann lieber Weiterqualifizierung "on the job", wie das auch immer in der Praxis genau aussehen mag.

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