Zweifel am Lehramtsstudium

  • Hallo liebe Community,

    Ich bin eigentlich niemand der in Foren schreibt, aber würde aber gerne mal erfahrene Perspektiven zu gewissen Fragen zum Lehrberuf bekommen.

    Zu meiner Ausgangssituation:

    Ich habe letztes Jahr mein Lehramtsstudium in NRW begonnen, ich studiere Englisch und eine weitere Geisteswissenschaft (eventuell später noch ein Erweiterungsfach, je nachdem ob ich nicht doch einen anderen Weg einschlagen möchte).

    Die Schulform HRSGe habe ich nach meinem EOP an einer Brennpunkt Realschule gewechselt, ich studiere nun Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen. Dies ist nicht dem Brennpunkt allein geschuldet, sondern der Realisation, dass ich lieber auch mal mehr fachlich in die Tiefe gehen möchte mit den SuS.

    Ich hatte in meiner Schulzeit sehr viele gute Lehrer, die ihre Schüler (wie mich) positiv geprägt haben und Interesse an ihren Fächern bei ihnen wecken konnten. Mir persönlich ist es wichtig, dass ich in meinem Job etwas positives zur Gesellschaft beitragen kann, außerdem habe ich sehr viel Freude an meinen Fächern. Daher hat sich bei mir schon früh der Wunsch entwickelt Lehrer zu werden.

    Jedoch bin ich nach meiner eher negativen Erfahrung an der Realschule im Praktikum am überlegen, ob ich den Weg des Lehramts immer noch einschlagen möchte. Das Kollegium der Schule war in großen Teilen sehr engagiert und kompetent, jedoch auch überfordert und unterbesetzt. Die Schülerschaft war in Großteilen eher schwierig, ich habe eine Vielzahl an körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Schülern mitbekommen, zudem war in einigen Klassen das Unterrichten kaum möglich.

    Die Momente in denen das Unterrichten und lernen möglich war, haben mir gut gefallen und Spaß gemacht. Ich hatte meist die Möglichkeit Schülern während des Unterrichts zu helfen und die kleinen Erfolgsmomente der Schüler hierbei waren schön zu sehen. Mir hat es selbst über den kurzen Zeitraum Freude bereitet die verschiedenen Persönlichkeiten der Schüler zu sehen und mit ihnen zu interagieren.

    Jedoch sehe ich sehr viel negative Berichterstattung über den Lehrberuf, wie eine hohe Burnout-Rate, willkürliche Versetzungen, schwieriger werdende Schüler und schlechte Work-Life-Balance, was mich extrem verunsichert.

    Nun zu meinen Fragen:

    • Wie nehmt ihr euer Stresspensum war? Wie viel davon kommt von außen (Eltern, Schüler und Kollegium)? Habt ihr Strategien zu Stressbewältigung entwickelt? Habt ihr einen Ausgleich zum Job?
    • Die Frage richtet sich an Lehrer, die schon seit einiger Zeit im Beruf sind; Sind die Schüler wirklich schlimmer geworden oder haben sich die Probleme nur gewandelt? Sind die Ansprüche an Lehrer heutzutage anders?
    • Ich persönlich hatte riesige Probleme mit dem rauen Umgang und den körperlichen Auseinandersetzungen an der Praktikumsschule. Ich kann mir persönlich nicht vorstellen später langjährig an einer Schule zu arbeiten, wo solch ein Verhalten an der Tagesordnung ist. Kann man trotzdem ein guter Lehrer werden, wenn man unter solchen Bedingungen nicht arbeiten kann/möchte?
    • Wie seht ihr die Einstellungschancen in NRW für jemanden mit geisteswissenschaftlichen Fächern auf GymGe? Wie ernst kann man Prognosen des Landes für die Einstellungschancen nehmen?

    Der Post ist etwas durcheinander formuliert, ich hoffe jedoch das er trotzdem verständlich ist. Danke im Voraus für die Antworten.

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