Lehrerin aus Ö, Wechsel nach D

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    • Lehrerin aus Ö, Wechsel nach D

      Hallo zusammen,
      ich bin eine fast 45jährige Lehrerin und würde gerne einen Neuanfang in D starten.
      Leider habe ich im Netz nicht sehr viele bzw.aufschlussreiche Informationen bekommen, darum würde ich mich gerne an euch wenden.

      So viel ich weiß, sind in der Grundschule 28 Stunden Lehrverpflichtung. Ist das in jedem Bundesland so?
      Derzeit spekuliere ich mit Berlin, da dort viele Lehrer gesucht werden und natürlich das Einstiegsgehalt sehr hoch ist.
      Ist das Gehalt eigentlich in den Bundesländern sehr unterschiedlich?
      Ich muss dazu sagen, dass ich in Österreich schon in der 9.Gehaltsstufe bin und ganz gut verdiene. Es sollte daher nicht weniger sein, zumal ich auch noch Kinder habe.
      Wie ist es mit der Verbeamtung? Könnte ich diese auch bekommen? Ist das überhaupt erstrebenswert?

      Was denkt ihr generell über so einen großen Schritt. Ein völlig neues Schulsystem, würdet ihr euch das zutrauen?

      LG lebe_lauter
    • Hallo,

      das mti den Pflichtstunden ist nicht in jedem Bundesland gleich, unterscheidet sich aber bei der Laufbahn Grundschule nur marginal.
      Berlin als Ziel hat verschiedene Vor- und Nachteile. Solltest du die Verbeamtung anstreben, ist der größte Nachteil, dass Berlin nicht mehr verbeamtet. Worüber du dir im Klaren sein musst: Auch Grundschulen in Berlin haben starke Unterschiede was die Leistungsfähigkeit und das Verhalten der Schüler angeht. Da kann das von Überbehütet, hochmotiviert und super leistungsfähig bis hin zu Klassen mit einem Großteil an sozialen und verhaltenstechnischen Auffälligkeiten variieren. Es kann also kommen, dass du an einer Schule landest, die einen Brennpunkt darstellt.

      Das Gehalt ist von Bundesland zu Bundesland tatsächlich unterschiedlich, je nachdem ob du verbeamtet wirst oder wie du eingrupiert wirst können da schon sehr starke Unterschiede bestehen. Die Frage dabei ist, was für dich "ganz gut verdienen" ist.
      Eine weitere Frage ist die nach der Anerkennung deiner Abschlüsse in Deutschland und der daraus resultierendne Eingruppierung.
      Ich denke zu dem Ganzen werden hier aber noch weitaus qualifiziertere Antworten kommen ;)


      An sich finde ich es mutig, diesen neuen Schritt zu wagen. Zutrauen würde ich es mir derzeit, ich habe jedoch noch keine Kinder und noch nicht solange in "meinem" Schulsystem gearbeitet wie du im Vergleich.
      Ob ein Weg sich lohnt gegangen zu werden weiß man erst wenn man ihn gegangen ist. - Peregrinatio maiores Weisheit
    • Danke für eure Antworten. Ich bin eigentlich für so ziemlich alle Bundesländer offen. Berlin war nur so mein erster Gedanke.
      Derzeit verdiene ich etwa 2200 Euro netto, weniger sollte es nicht sein. Ich weiß, dass das Wohnen in Deutschland generell teurer ist, aber das Leben an sich billiger als bei uns in Ö.
      In Österreich werden wir Lehrer schon lange nicht mehr verbeamtet und ich weiß daher gar nicht, was der Vorteil ,außer der Unkündbarkeit, wäre. Natürlich wäre in meinem Fall eine Verbeamtung besser, weil ich quasi in Ö einen unkündbaren Job aufgebe.

      Jetzt habe ich mich einmal an das Bildungsstelle in NRW gewandt, weil dort auch anscheinend Lehrer gesucht werden. Hessen wäre auch sicher eine Option. Mir ist es auch wichtig, dass wir relativ einfach unsere Besuche in Ö einplanen können.
      Ich bin derzeit auch nur am Beginn meiner Überlegungen. Mein älteres Kind wird in 2 Jahren 18, dann könnte ich eventuell mit meinem jüngeren Kind diesen Schritt alleine wagen.
    • Kapa schrieb:

      Auch Grundschulen in Berlin haben starke Unterschiede was die Leistungsfähigkeit und das Verhalten der Schüler angeht. Da kann das von Überbehütet, hochmotiviert und super leistungsfähig bis hin zu Klassen mit einem Großteil an sozialen und verhaltenstechnischen Auffälligkeiten variieren. Es kann also kommen, dass du an einer Schule landest, die einen Brennpunkt darstellt.
      Das hast du sehr freundlich formuliert. Da aber überall GS-Lehrer gesucht werden, hast du quasi die Möglichkeit, dir die Schule auszusuchen und könntest auch in ein besser gestelltes Gebiet gehen.
      Falls du in Berlin suchst, kleine Tipps: Schau bei Schulen, die eine "Schulstation", "Auszeitstation" oder "soziales Lernen" anpreisen, sehr genau: Das kann sehr gut implementiert sein und gut und hilfreich laufen - es kann aber auch bedeuten: "Wir haben so viele so massiv auffällige Kinder, dass wir sie regelmäßig aus dem Unterricht entfernen müssen und wir müssen Stunden durchführen, in denen wir die allergröbsten Probleme besprechen."

      Berlin hat den Vorteil, dass es sehr gut organisierte und zentralisierte Personalvertretungen gibt. Wenn es also ein Problem gibt, muss man sich nicht an Kollegin XY aus dem eigenen Kollegium wenden, die sich vielleicht bei der Schulleitung gut stellen will, sondern man wendet sich an einen der Bezirkspersonalräte, die sehr kompetent beraten.

      Gehalt ziemlich gut. Verbeamtet wirst du netto (in einem anderen Bundesland) längerfristig mehr herausbekommen.
      Weiterer Vorteil bei Verbeamtung: besserer Schutz bei Krankheit.
    • Ich kenne mich bei solchen Dingen zwar nicht sooo gut aus, aber als verbeamtete Lehrerin verdienst du ein paar 100€ mehr als ein angestellter Lehrer. Für jedes Kind erhältst du außerdem einen Familienzuschlag, für 3 Kinder unter 25 Jahren sind das immerhin ca 500 € (brutto) im Monat. Also zusätzlich zum Kindergeld. Ob das angestellte Lehrer auch bekommen, weiß ich nicht.

      Bayern und BaWü sucht auch, v.a. auf dem Land, weil viele junge Lehrer lieber in eine Grßstadt oder Unistadt wollen. Die Altersgrenze für die Verbeamtung ist von Bundesland zu Bundesland verschieden, aber du solltest dich beeilen.
    • lamaison2 schrieb:

      Ich kenne mich bei solchen Dingen zwar nicht sooo gut aus, aber als verbeamtete Lehrerin verdienst du ein paar 100€ mehr als ein angestellter Lehrer. Für jedes Kind erhältst du außerdem einen Familienzuschlag, für 3 Kinder unter 25 Jahren sind das immerhin ca 500 € (brutto) im Monat. Also zusätzlich zum Kindergeld. Ob das angestellte Lehrer auch bekommen, weiß ich nicht.
      Berlin: Nein.
    • Nun gut, dann wird es bei mir wohl eher nicht auf eine Verbeamtung hinauslaufen. Da dies in Österreich ohnehin auch nicht der Fall wäre, wäre es nicht schlimm.
      Es ist doch wahrscheinlich bei euch auch so, dass der Arbeitsplatz dennoch ziemlich sicher ist.
      Ich arbeite jetzt schon in einer so genannten Brennpunktschule, bin daher an schwierige Kinder und Umstände gewöhnt.

      Ich warte die Antworten der Bildungstellen ab, an die ich geschrieben habe, dann weiß ich vielleicht mehr. So ein Schritt muss gut geplant werden, denn ich möchte nicht in ein paar Jahren wieder nach Österreich zurückkehren müssen.
    • Ich glaube auch nicht, dass das Schulsystem sehr unterschiedlich zu dem in Österreich wäre.
      Mir macht eher mehr mein Alter Sorge, da ich dann schon Mitte 40 wäre.;)
      Mannheim würde mir gut gefallen, das wäre noch schön nah zu Österreich.
      Berlin wäre natürlich auch eine Option, aber im Netz findet man doch immer wieder Aussagen, dass es dort schwierig ist. Obwohl ich schon erwähnt habe, dass es bei mir in der Schule auch nicht gerade einfach ist.
    • Das habe ich gar nicht gewusst. Ich möchte nicht unbedingt aufs Land, eine etwas größere Stadt sollte es schon sein.
      Heidelberg wäre auch nett, auch ein heißes Pflaster?

      Wie sollte ich eigentlich generell vorgehen? Einfach mal bei der Bildungstelle in Baden-Württemberg anrufen?
    • Lebe_lauter schrieb:

      Derzeit verdiene ich etwa 2200 Euro netto, weniger sollte es nicht sein.
      Moin,

      du sprichst bei 2200,- € netto aber von insg. 14 Monatsgehältern, oder? In Österreich gibt es, soweit ich weiß, noch das volle Weihnachts- und Urlaubsgeld. Berichtige mich, wenn es nicht stimmt. In Deutschland gibt es das nicht mehr, 12 Monatsgehälter im Jahr, Ende.

      Außerdem ist unser Rentenniveau im Vgl. zu Ö sehr viel geringer.
      --> focus.de/finanzen/altersvorsor…ehr-rente_id_6255294.html

      Also wenn du deinen Lebensstandard halten willst, mußt eher schon auf 2700,- € netto im Monat raus, um den Rest fürs Alter und den Urlaub zurücklegen zu können. Soviel verdient man bei uns aber nicht. Als Berufsschulpauker komme ich in der höchsten Erfahrungsstufe vielleicht irgendwann mal in die Region. Aber das wars dann auch. Grundschullehrer verdienen weniger.

      Ganz ehrlich: Ohne die Vorteile der Verbeamtung (höhere Pensionszahlungen als bei den Angestellten), würden wohl die meisten Lehrer in D kündigen.
    • plattyplus schrieb:

      Lebe_lauter schrieb:

      Derzeit verdiene ich etwa 2200 Euro netto, weniger sollte es nicht sein.
      Moin,
      du sprichst bei 2200,- € netto aber von insg. 14 Monatsgehältern, oder? In Österreich gibt es, soweit ich weiß, noch das volle Weihnachts- und Urlaubsgeld. Berichtige mich, wenn es nicht stimmt. In Deutschland gibt es das nicht mehr, 12 Monatsgehälter im Jahr, Ende.
      Für Angestellte, deren Tarifvertrag der TV-L ist, gibt es eine Jahressonderzahlung. Je nach Entgeltgruppe 50 bzw. 80%.
    • Es werden halt da Lehrer gesucht, wo niemand hin will: Brennpunkt Grossstadt oder ablegen in der Pampa. Da wo gesucht wird, wird auch jeder eingestellt, selbst Quereinsteiger, da stellt ein Auslandsabschluss sicher auch kein Problem dar.

      An deiner Stelle würde ich mir überlegen, wo ich dauerhaft wohnen möchte. Brandenburg ist schon anders als Bayern...
    • Klar muss ich überlegen, wo ich hin will. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen aber auch Berlin wären alles Möglichkeiten.
      Bisher dachte ich immer, dass die Lehrer in D besser als wir verdienen. Zumindest ist bei uns dieses Bild entstanden.
      Vielleicht leben wir hier in Ö ja doch im Schlaraffenland. :)