Gibt es auch Erfolgsgeschichten?

  • Hallo
    Ich lese seit graumer Zeit im Netz über das Ref und langsam bekomme ich wirklich Bammel. Gibt es irgendjemand der die Zeit als angenehm empfande? Alle schreiben nur wie schrecklich ansträngend es war und man kein Leben mehr hatte. Wie eine 2-jährige Ausnahmesituation.
    Gibt es auch Leute mit gegenteiligen Erfahrungen, die einfach nicht die Notwendigkeit sehen, dies im Netz preiszugeben?
    Bitte macht mir Mut :P. Aber ernsthaft... muss ich mich wirklich auf die Hölle gefasst machen?

  • Sei ganz unbesorgt: Wer (überwiegend) gute Erfahrungen macht, schreibt meist nicht darüber.


    Ich habe negative Erfahrungen gemacht und habe nach einem Jahr auf Empfehlung aufgehört, meine Situation war allerdings ein Sonderfall, Neubeginn im Fall einer erneuten Arbeitslosigkeit nicht ausgeschlossen. Ich muss sagen, das Referendariat ist von Durchschnitts-Referendaren alles in allem gut zu schaffen. Hat man stabile soziale Netzwerke, die einem emotionale Unterstützung bieten können, kann einen nix so leicht umhauen. ;)

  • Zitat

    Original von [FoNziE]
    Bitte macht mir Mut :P. Aber ernsthaft... muss ich mich wirklich auf die Hölle gefasst machen?

    Erst danach, mit der ersten vollen Stelle, auf die du dich plötzlich null vorbereitet findest: dann wirds richtig stressig. :) :tongue:


    Ansonsten läuft es bei jedem anders, der Stresspegel hängt natürlich auch immer vom Erfolg ab und darüber kann man jetzt noch keine Prognosen wagen: also entspanne dich und warte ab und vertraue mal drauf, dss du es schon hinbekommst!

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Hallo,
    also ich gehöre zu der seltenen Spezies Mensch, die es in der Tat nicht so schlimm fand. Natürlich fand ich die Häufigkeit an Prüfungen unangenehm, weil das ja selten eine entspannte Situatoin ist, aber den Arbeitsaufwand fand ich vertretbar und das, obwohl ich recht weit gependelt bin. Ansonsten kann ich mich Meike nur anschließen - den Start in die volle Stelle (bei mir gepaart mit vielen Korrekturen und der Übernahme der KLassenleitung in einer DER Chaosklassen der Schulen) war deutlich schlimmer. Aber auch das packt man!
    Viele Grüße
    D.

  • "Die Hölle" fand ich´s jetzt nicht, aber paradiesisch auch nicht gerade. Manchmal stressig, frustrierend; Zeiten, in denen ich mich ungerecht behandelt und unverhältnismäßig unter Druck gesetzt gefühlt habe ... an anderer Stelle dann wieder etwas entspanntere Phasen und Erfolgserlebnisse.

    Viele, die das Ref als "die Hölle" empfinden, haben entweder extremes Pech, z.B. mit den Ausbildern, oder sind einfach von früher nichts gewohnt - wurden z.B. das ganze Studium über komplett von ihren Eltern finanziert und mussten noch nie wirklich arbeiten. Dann kann das Ref natürlich ein Schock sein.

  • Reffi gut? .... Doch.... ja.... bei einigen.... ähm.... ;)


    Ich hatte auch Pech, aber das lag einwandfrei an meinen Ausbildern. Die Zeit selber und die Unterrichtsbelastung war im Rahmen des Machbaren und manche Klassen waren auch echt toll!


    Man muss einfach Glück haben und mit seinen Ausbildern "können", dann sind die 2 Jahre schnell rum und haben auch was gebracht!


    Nur Mut! Ich wünsche dir dieses Glück! :super:

  • Bei mir lief es auch gut. Vom Stress her muss ich sagen, dass ich es als stete Steigerung empfunden habe: Studium ging, Ref ein wenig mehr Stress, volle Stelle viel Stress.


    Wir hatten im Ref aber auch faire Ausbilder. Manchmal hängt auch einiges von der eigenen Reflexionsfähigkeit ab. Wer meint, dass alle Kritik unberechtigt ist und nicht versucht an den Schwachpunkten zu arbeiten, der kann natürlich ordentlich Stress bekommen.

  • ich habe auch fast nur positive erfahrungen gemacht. ich hatte spaß an der arbeit und hatte eigentlich auch immer das gefühl, etwas sinnvolles zu machen und etwas zu lernen.
    den arbeitsaufwand fand ich auch ok, hatte im studium mit jobben mehr zu tun! einzig den examenstag und die zeit kurz davor fand ich sehr unangenehm. aber gut, so ist das halt in einer ausbildung!
    also, freu dich drauf!!! :)

  • Ich fand das Ref super. Natürlich braucht man Glück mit Ausbildern, Seminar und Schule, und dieses Glück hat nicht jedern. Andererseits stürzen sich m. E. auch manche Refs selbst ins Unglück, weil sie eine große Party erwarten, die nicht stattfindet. Das sind dann z. B. Leute, die keine Stunde länger als nötig an ihrer Schule sind und sich hinterher wundern, dass sie "irgendwie" ein schlechtes Standing haben. Und solche Leute gibt es viele (was man natürlich nicht sagen darf, da das ja unsolidarisch und arrogant ist).


    Ich erinner mich noch lebendig an die Info-Veranstaltung nach der Vereidigung im Ref - es ging um Verwaltungsprobleme (wer ist Dienstherr etc.). Dann gab es Gelegenheit zu Fragen. Die ersten drei waren sinngemäß:
    - Hat es negative Konsequenzen, falls ich häufiger krank bin?
    - Kann ich Ausbildungsveranstaltungen ausfallen lassen, wenn ich für nur zwei Stunden anreisen müsste?
    - Darf ich meinen sehr umfangreichen Nebenjob beibehalten und muss die Schule darauf Rücksicht nehmen?

  • Ich habe vor dem Referendariat auch mit dem Schlimmsten gerechnet, aber es ist alles anders gekommen als gedacht.
    Das Referendariat war eine wundervolle Zeit, die ich nie missen möchte. Ich hatte eine tolle Schule mit tollen Kolleginnen und besonders 2 tolle Mentorinnen, die einen sehr guten Job gemacht haben. Die Kinder waren nett und auch die dazugehörigen Eltern.
    Im Seminar bin ich auf fähige FL gestoßen, die Kritik gut anbringen konnten, aber Stunden, die einfach gut waren, loben konnten.
    Ich treffe mich gerne noch mit Mitreferendaren, denen es genauso ging, wie mir. Zusätzlich muss ich aber auch sagen, dass ich schon eine ganze Menge für die Schule getan habe, oft anwesend war, in fachfremden Stunden hospitiert habe, viele Aufgaben übernommen habe, wodurch ich aber auch viel lernen konnte. Hatte aber trotzdem noch ein erfülltes Leben außerhalb der Schule.


    Ich weiß, es hört sich an, wie ein Traum, aber mein Ref war so und ich bin froh darum.

  • Auch mein Referendariat war eine schöne Zeit, natürlich auch stressig aufgrund der Tatsache, dass nun mal relativ viele Prüfungssituationen anstehen, aber auch ich habe an meiner Ausbildungsschule sehr nette Menschen kennen gelernt. Auch das Seminar war wirklich okay :-)

    Das Leben ist kein Ponyhof! Meins schon ;)

  • Das Refi war viel Arbeit, verbunden mit viel Stress, weil natürlich Erfahrung und Routine fehlten. Vieles war ungewohnt und man war am Anfang auch unsicher, aber letztlich hatte man auch das Ziel des vorangegangenen Studiums erreicht und stand zum ersten Mal als "Lehrer" vor einer Klasse und hat unterrichtet.
    Ich möchte das Referendariat nicht noch einmal machen (einmal reicht), aber es gab viele schöne Momente und ich war in dieser Zeit zufrieden und fühlte mich allermeistens wohl. Wobei ich bei meinen Seminarlehrern nie das Gefühl hatte, ungerecht behandelt oder gepiesackt zu werden.


    Sarek

  • Ich kann Sarek da nur zustimmen.
    Das Ref ist kein Urlaub, aber auch keine Horrorzeit gewesen. Die Arbeitsweise ist ganz anders als in der Uni und wenn man mit vernünftigen Leuten in der Schule und im Seminar zu tun hat, dann lernt man in der Zeit wirklich eine ganze Menge.
    Also bitte nicht verrückt machen lassen!

  • Mal eine andere Sichtweise: Mein Ref empfand ich zwar schon als übermäßig stressig und mir ging es aufgrund der ständigen Auseinandersetzungen mit dem Studienseminar und meinen Ausbildern nicht besonders gut während dieser 2 Jahre. Aber dafür erlebte ich hinterher die volle Stelle als echt entspannend im Vergleich zu den zwei Jahren vorher.
    Hat also alles seine Vor- und Nachteile, sogar wenn das Ref nicht optimal läuft.

    Man soll denken lehren, nicht Gedachtes.
    (Cornelius Gustav Gurlitt)

  • Mein Ref. lief ziemlich gut. Von meinen vier Seminarleitern habe ich drei als ziemlich fähig und nett empfunden, bei der Vierten habe ich mich leider schlecht ausgebildet gefühlt, weil sie häufig nicht da war. Aber deswegen hat sie mich keinen zusätzlichen Stress gemacht und die Bewertung war trotzdem gut.
    Meiner Schule weine ich noch immer etwas hinterher. Habe mich da pudelwohl gefühlt, wurde toll unterstützt, konnte jeden Fragen. Es war ganz klar, meine Unterrichtsbeusche kamen vor (fast) allem anderen (z.B. wenn ich mir mal etwas ausleihen wollte von Kollegen), das Kollegium, die Kinder und auch die Eltern an der Schule waren super. (Fühle mich an meiner jetzigen Schule aber auch wohl!)
    Sehr stressig habe ich die Zeit der Examensarbeit empfunden, zumal wir sie über Weihnachten beenden mussten. Allerdings machen mir solche Arbeiten (völlig Themenunabhängig) auch überhaupt keinen Spaß. Und das dem Prüfungstag etwas Stress voraus geht ist ja klar. Den Tag an sich fand ich aber ok. Der Umgang miteinander war nett. Die mündliche Prüfung am Ende hätte meinetwegen nicht mehr sein müssen, aber auch die geht dann ziemlich schnell rum.

  • Also die Zeit vom Ref, als ich an meinen SChulen war (musste immer pendeln) fand ich schön und das hat auch Spaß gemacht.
    Die theoretischen Teile am Seminar fand ich meistens sehr langweilig. Da kam kaum was Neues und irgendwie war es dadurch halt nur Wiederholung. Das Einzige was ich total spannend und gut fand, war Schulrecht.
    Da muss ich ehrlich sagen, dass mir das viel gebracht hat. Wir hatten einen tollen Ausbilder in dem Bereich und ich bin dadurch sehr fest in den Dingen die man darf/ nicht darf.


    Prüfungen lassen sich schlecht miteinander vergleichen. Da hat sich ja auch noch viel geändert. Bei mir z. B. musste man beide Stunden in beiden Fächern an einem Tag halten, danach das Kolloquium. Ich hatte dann noch einen zusätzlichen Tag, weil ich außer der Reihe ein drittes Fach habe.
    Der Jahrgang nach mir hatte pro Fach einen Prüfungstag und auch die Theorie dann getrennt. Das finde ich z. B. schon mal viel besser.


    Aber ich denke, man muss es so oder so durchstehen, weil man anders kaum in unserem Beruf arbeiten kann.
    Und ich mache das (fast immer) gerne.


    Mach Dir nicht schon vorher Stress. Das kann alles so oder so sein. Viel hängt bestimmt auch an einem selber wie man etwas sieht.

  • Bei mir war das Ref stressig und die Ausbilder menschlich richtig sch..., dafür ging es mir danach wie Mia: Die volle Stelle hat mir nicht mehr soviel ausgemacht, zum Einen, weil ich fachlich schon ganz gut ausgebildet worden bin und zum Anderen, weil endlich die ständige Kontrolle und der Druck wegfielen. Ich hab auch recht schnell gemerkt, dass die Schüler lieber eine ausgeschlafene, gut gelaunte Lehrerin mögen, die gelegentlich im Unterricht improvisieren muss, als eine perfekte vorbereitete schlecht gelaunte, die ihren Unterricht einfach nur strikt abhält.
    Achja: Was Gutes hab ich doch auch noch aus dem Referendariat mitgenommen- wir waren ein sehr kleines Seminar und wurden richtig gute Freunde, gerade auch, weil die Ausbilder menschlich so schlimm waren und wir zusammenhalten mussten.

    "Ein Mann, der noch keinen Fehler begangen hat, hat noch nie etwas getan."
    Sir Robert Baden-Powell, Earl of Gilwell

  • Ich fand das Ref als stressig, aber ich hatte gute Ausbilder, bei denen man das Gefühl hatte, etwas gelernt zu haben.
    Außerdem habe ich viele nett Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen.
    Trotzdem bin ich täglich froh, dass ich es hinter mir habe!
    Nach dem Ref bin ich mit einer Mitreferandarin und guten Freundin in Urlaub geflogen. Du kannst mir glauben, dass wir die ersten Tage nicht viel mit uns anzufangen wussten. Man steht ständig in dieser Zeit so unter Strom, dass es fast unwirklich ist, wenn man fertig ist :tongue:

  • Ich kann mich auch anschließen - bin grad fertig und gerade die letzte Zeit ist schon anstrengend. Man steht immer unter Spannung und das ist für Dich und Dein Umfeld einfach sehr anstrengend...
    Aber über die zwei Jahre fand ich es mehr schön als schlimm... man muss sich entspannen (zwischendurch) und sich immer einen Ausgleich schaffen. Da hilft Sport oder andere Unternehmungen, um immer wieder auch mal einige Stunden/Tage nicht an Schule zu denken!


    Mit den Ausbildern kann man Glück und Pech haben... genau wie mit Ausbildungslehrern... aber das Wichtigste ist, dass man mekt, ob man Spaß am Unterrichten und am Schulalltag hat!

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