Zukunft der Schulen in NRW

  • aber diese frühe selektion... da müssen grundschullehrer schon irgendwann gegen ende der klasse 3 überlegen, auf welcher weiterführenden schulform das kind am besten aufgehoben ist. ich verstehe, was du meinst, aber die momentane situation finde ich wirklich schlimm.

  • Muss man über die Tatsache wirklich noch diskutieren, dass Selektion nach der vierten Klasse absoluter Quatsch ist? Man selektiert nach sozialem Stand, nicht nach Potential. Das es natürlich auch positive Aspekte gibt, ist klar. Trotzdem, das frühe Entscheiden über das Leben der Kids ist absurd. Spricht man mit Menschen unserer europäischen Nachbarstaaten über dieses Thema, schütteln die eigentlich auch nur mit dem Kopf, genauso wie die Mehrheit der entsprechenden Erziehungswissenschaftler und Soziologen.
    Traurig und bezeichnend für die Politik und Diskussionskultur unseres Landes finde ich die Art und Weise der Instrumentalisierung des Themas. Da werden ohne Ende Klassen und Schichten aufeinander gehetzt. Bei Panorama findet man einen Beitrag über Hamburg, da hat eine Gewinner der Gesellschaft vom "akademischen Proletariat" gesprochen, das es an der Uni sowieso zu nichts bringt oder später versagt.



    P.S. Ich habe völlig überrascht registriert, dass zwei gute Bekannte nach der Grundschule auf die Hauptschule sollten, er ist Dipl. Physiker, sie promoviert in Linguistik.

  • <offtopic>
    Das die frühe Selektion Quatsch sei, mag stimmen.
    Das nach sozialem Stand selektiert wird, halte ich aber für nicht verallgemeinerbar.
    Zumindest nicht, wenn man damit ausdrücken will, dass man als Lehrer die Schüler aus unteren sozialen Schichten nur wegen der Zugehörigkeit entsprechend selektiert.
    Was wohl ne Tatsache ist, dass diese Bevölkerungsgruppen die Leidtragenden der Selektion sind, aber nicht wegen ihrer Zugehörigkeit, sondern weil sie nach Leistung und Können selektiert werden und sie aufgrund mangelnder Unterstützung nicht das leisten können, was besser unterstützte Schüler leisten können.


    Wenn man behauptet, dass nach sozialem Stand selektiert wird, überspringt man aber die Folge des sozialen Stands als "Zwischenergebnis" für die Selektionsentscheidung.


    ich hoffe, du verstehst, was ich sagen wollte. habe mich wohl ziemlich kompliziert ausgedrückt. ;)


    kl. gr. Frosch

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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  • Ja, ich verstehe dich. Es ist ja auch immer ein Trugschluss, es würde irgendjemand wollen, das Akademikerkinder nicht mehr öfter auf Unis landen. Das ist ganz normal. Solch Argumente gehören zur von mir erwähnten Instrumentalisierung.
    Ich möchte lediglich, dass dieser Effekt abgemildert wird, und unsere Gesellschaft durchlässiger ist. Zumindest ähnlich durchlässig wie in anderen europäischen Staaten.
    Aber ich glaube das Thema hatten wir hier schon oft.

  • Und genau die von dir geforderte Durchlässigkeit ist in Deutschland und speziell in NRW deutlich mehr gegeben als in vielen anderen europäischen Staaten.
    Jeder meiner Hauptschüler kann noch ABI machen, gut, nicht in 8 Jahren, aber es geht - ich habe immer wieder mit einem Abi-Zeugnis bei Klassentreffen gesehen.
    Zum Teil "Faulpelze", die vom Gym oder der Realschule zu uns gekommen waren, nach der 10 wieder weiter zum Gym oder Berufskolleg gegangen sind. Zum Teil aber auch "Spätzünder", die nicht unbedingt in einem großen Schulsystem zu ihrem Recht gekommen wären.


    Was ich mir wünsche? Mehr Fördermöglichkeiten in den weiterführenden Schulen. Kleine Gruppen, mehr Differenzierungsmöglichkeiten (und das, obwohl man ja bei Hauptschule von homogenen Gruppen ausgeht!?)


    Ich habe zur Zeit nur 20 Schüler im 9. Sj. - letztes Jahr waren es 31 Schüler im 8. Sj. - durch Klassenaufteilung: jetzt fast paradiesische Bedingungen. Also - die Politiker haben einen anderen Klassenteiler (nicht mehr 36 als Obergrenze) versprochen... Ob sie es auch halten (hatte auch die CDU genannt)?

  • aber durchlässig ist das schulsystem in nrw doch nur in der theorie. ich arbeite derzeit im sozialen brennpunkt im gu... wieviele von den regelschülern gehen da wohl zum gymnasium? keiner, in meinem letzten jahrgang gingen 3 oder 4 zur realschule.
    es ist doch mittlerweile unbestritten, dass das schulsystem die gesellschaftlichen strukturen reproduziert. und dass die selektion aufgrund von leistung stattfindet... wer ordnet denn die leistung ein? wer beurteilt diese? ganz klar fließen da auch beobachtungsfehler der lehrer mit ein. sich selbst erfüllende prophezeiungen nur als ein beispiel.


    in einem punkt sind wir uns aber einig, boeing. fördermöglichkeiten, differenzierungen usw auch in den weiterführenden schulen - ja, unbedingt!

  • Spannende Frage.


    Ich bin auch der Überzeugung, dass unser Schulsystem reformiert werden muss. Früher mag das dreigliedrige Schulsystem einen Sinn gehabt haben, die Hauptschüler waren "echte" Hauptschüler mit praktischer Begabung. Heute ist es doch so, dass sich alles verschoben hat. Die eig. Hauptschüler gehen zur Realschule, da man mit HS Abschluss nichts mehr ist. Die Realschüler gehen zum Gym. und wir an der HS haben oft Schüler, die eig. zur Förderschule gehören.


    Von daher wäre eine Einheitsschule mit Differenzierungsmöglichkeiten, wie an der Gesamtschule, meiner Meinung nach gut. Aber, dafür braucht man Geld, die Möglichkeit, die Klassen kleiner zu halten, Schüler mehr zu differenzieren. Einfach 30 Schüler verschiedener Begabung (vom Förderschüler bis zum Realschüler) in eine Klasse stecken macht noch keine Einheitsschule aus.


    Fakt ist aber, dass die Bildungspolitik der CDU der letzten 5Jahre mager war, die versprochenen Lehrerstellen hat es nicht gegeben, die tollen Neuerungen lasen sich in der Zeitung gut, im Alltag war alles murks. Die verkorksten Zentralabiturprüfungen, die schwammigen ZAP, die alles aufweichen und und und....


    Boeing, mich muss dir zustimmen, wer will lauter pubertierende 7.Klässler haben, schrecklicher Gedanke, auch wenn das frühe Selektieren nichts bringt. Ein schweres Feld, das zu beackern ist.


    Die Linke mit in die Regierung zu nehmen halte ich für eine gewagte Idee, ihr Programm ist so was von unrealistisch.
    Eig. würde ich mir wünschen, dass sie sich mal beweisen müssten, damit die Menschen merken, was für ein Luschenhaufen das ist, aber der Schaden hinterher wäre wohl zu groß.


    Schade, dass es echt Menschen gibt, die glauben, die Linken hätten annähernd ein Programm, was sie auch so durchsetzen würden, wenn sie an die Macht kämen. Wer kann denn so was Unrealistisches glauben.

    Wir helfen einem Menschen mehr, wenn wir ihm ein günstiges Bild seiner selbst vorhalten, als wenn wir ihn unablässig mit seinen Fehlern konfrontieren.
    A. Camus

  • Die Linke in NRW soll wirklich ein witziger Haufen sein ^^. Leider sind die Programme der anderen Parteien bezüglich Umsetzbarkeit nicht viel besser. Wer war das noch? "Ich unterschreibe nur einen Koalitionsvertrag mit einem einfachen, ****** und gerechtem
    Steuersystem" ???
    Ich glaube, dass die FDP nicht weniger eine Rattenfänger-Partei ist. Die lassen die Menschen glauben, dass die FDP die Wirtschaftsweisen wären, die sogenante bürgerliche Mitte, was mit Bildung und Wohlstand assoziiert wird. Dies ist leider absolut nicht der Fall. Vor 2 Wochen hätten (laut Deutschlandfunk) nur noch 6% (!!!) der Unternehmer FDP gewählt. Das Ökonome mit der haltlos dummen Ideologie der FDP, gennant Marktradikalität, ebensowenig anfangen können, hört man leider viel zu selten. (Ich sag nur: Wachstumsbeschleunigungsgesetz) Die Zielgruppe der FDP sind Menschen mit mittlerem bis niedrigem Einkommen, und wenig Bildung. (Gab auf http://www.bpb.de ein schönes Applet, mit dem man die Wählerverteilung von 2009 untersuchen konnte)



    Ich glaube, dass unsere Politik insgesamt das Problem hat, dass nicht wirklich fähige Menschen entscheiden, sondern lediglich Machtinteressen im Mittelpunkt stehen. Als Pädagoge erkennt man es am ehesten im Bildungssystem. Ein Didaktiker (prof) sagte mir, dass der damalige Bildungsminister (nicht Thü) mit den Nachbarskindern argumentierte, und er als Didaktiker wütend den Raum verließ.


    Eine Freundin, die promovierte Umwelttechnikern ist, sieht es genauso in ihrem Bereich.



    Schaut euch einfach mal auf abgeordnetenwatch.de an, welche Parteien wie abstimmen. Das sind im Endeffekt die Auswirkungen eurer Kreuze auf den Wahlzetteln. Und ich kann dazu nur sagen, das einem schlecht wird.

  • Zitat

    Original von [FoNziE]
    Muss man über die Tatsache wirklich noch diskutieren, dass Selektion nach der vierten Klasse absoluter Quatsch ist? Man selektiert nach sozialem Stand, nicht nach Potential. .


    Man sollte darüber diskutieren. Denn meiner Ansicht nach, ist eine späte Selektion absoluter Quatsch.
    Wenn ich mir jetzt die Kinder in der fünften Klasse ansehe, kann ich mit ziemlicher Sicherheit nach wenigen Wochen Unterricht sagen, welchen Abschluss sie bei uns erreichen werden.
    Das Potential wird eben bei Gesamtschulen leider überhaupt nicht ausgereizt. Die wirklich guten bleiben hinter ihrer Leistung zurück, während die wirklich schlechten überfordert sind.
    Der breiten Masse mag man gerecht werden, aber ist das wirklich Sinn der Sache?


    Gruß
    Peter

  • Zitat


    Von daher wäre eine Einheitsschule mit Differenzierungsmöglichkeiten, wie an der Gesamtschule, meiner Meinung nach gut.


    An den Gesamtschulen gibt es viel zu wenig Differenzierungen. Lediglich in den Hauptfächern wird im Jahrgang 6 bzw. 8 in zwei Leistungsbereichen differenziert bzw. ein Wahlpflichtfach gebildet. Eine wirklich umfassende Differenzierung in vielen Fächern, z.T. Jahrgangsübergreifend und in weitere Stufen gibt es leider nicht. Dann wäre die Gesamtschule tatsächlich eine überlegung wert. So wie es zur Zeit läuft jedoch nicht.


    Zitat


    Fakt ist aber, dass die Bildungspolitik der CDU der letzten 5Jahre mager war, die versprochenen Lehrerstellen hat es nicht gegeben, die tollen Neuerungen lasen sich in der Zeitung gut, im Alltag war alles murks. Die verkorksten Zentralabiturprüfungen, die schwammigen ZAP, die alles aufweichen und und und....


    Gerade die ZAPs und das Zentralabitur sind doch Dinge, die die Schule auf den richtigen Weg bringt. Dadurch ist eine bessere Vergleichbarkeit der Abschlüsse und Leistungen gegeben als es vorher möglich war. Klar ist das Paket noch verbesserungsfähig, aber aufgeben soltle man es nicht.


    Gruß
    Peter

  • Zitat

    Original von nofretete
    Früher mag das dreigliedrige Schulsystem einen Sinn gehabt haben, die Hauptschüler waren "echte" Hauptschüler mit praktischer Begabung.


    Da glaube ich ehrlich gesagt auch nicht dran, dass man Menschen überhaupt jemals in eine Schublade "Mensch mit praktischer Begabung" stecken konnte. Menschen sind vielschichtig in ihrem Wesen, ihren Talenten und ihren Interessen. Und es gehört zu unserem Erziehungsauftrag jungen Menschen einen Raum zu bieten, um sich weiterzuentwickeln.
    Die Schublade "Du bist ein Mensch mit praktischer Begabung." gehört für mich definitiv nicht dazu.


    Und übrigens sehe ich selbst bei unseren Förderschülern nicht, dass dieses alles Menschen mir praktischer Begabung sind. Viel zu oft sind ihre Defizite Folge von irgendetwas, über ihre tatsächlichen Begabungen sagen die Defizite aber selten etwas aus. Gerade wenn ich sehe, in welchem Tempo manche Schüler aufholen, wenn sie entsprechende Förderung bekommen, dann muss doch manchmal fast schon das Gegenteil der Fall sein.


    Gegen das Problem vollpubertierende Schüler auf verschiedene Schulformen aufzuteilen, gäbe es ja auch eine Lösung. Man lässt sie einfach zusammen bis Klasse 10 lernen. :P
    Ich selber beobachte das Problem übrigens nicht so massiv. An unserer Schule gibt es auch einen Schnitt nach Klasse 6 mit neuen Klassenzusammenstellungen, neuen Schülern, die von anderen Schulen kommen und neuen Klassenlehrern. Das läuft bei uns eigentlich recht entspannt ab.
    Vielleicht hat es andere Gründe, wenn die Schüler sich in einer neuen 7. Klasse an einer Hauptschule auffällig zeigen?


    Zitat

    Original von [FoNziE]
    P.S. Ich habe völlig überrascht registriert, dass zwei gute Bekannte nach der Grundschule auf die Hauptschule sollten, er ist Dipl. Physiker, sie promoviert in Linguistik.


    *Hand heb* Ich hätte auch nicht auf's Gymi gesollt. Und hätte ich in Bayern gewohnt, wäre ich bestimmt auch als "praktisch begabt" eingestuft worden und hätte mir einen entsprechenden Beruf suchen müssen.
    Klar, vielleicht wäre ich genauso glücklich damit geworden, aber ich finde es eben grundsätzlich nicht in Ordnung, wenn man Kinder in Schubladen steckt und mehr als der Hälfte per se bestimmte berufliche Wege verbaut oder ihnen zumindest Steine in den Weg legt.
    (Das erklärt vielleicht auch ein bisschen meine ganz persönliche Abneigung gegen unser Schulsystem. ;) )



    Bin mal gespannt, was sich in NRW jetzt tut, ich befürchte aber ehrlich gesagt, dass sich in Sachen Bildung nichts grundsätzlich ändern wird. Um ehrlich zu sein, habe ich sogar Angst davor, dass die SPD wieder halbherzig irgendwelche Reformen in Angriff nimmt, sich dann aber doch wieder nicht richtig traut, deswegen Rückzieher macht und dann hat man wieder so bescheuerte Situationen wie die Haupt- und Realschulen, die in angebliche Gesamtschulen umgewandelt werden, während die Gymnasien schön unangetastet bleiben. Das liefert dann den Konservativen eine super Argumentationsgrundlage, dass gemeinsames Lernen eben doch nicht möglich ist. :(

    Man soll denken lehren, nicht Gedachtes.
    (Cornelius Gustav Gurlitt)

    Einmal editiert, zuletzt von Mia ()


  • Ich kann Frosch da nur zustimmen.


    Es wird schnell geurteilt, dass die Schule Menschen mit schwachem sozialem Hintergrund benachteiligt. Das KANN man so sehen.
    Sinnvollerweise sollte man dann aber auch fragen, inwieweit eine Einheitsschule diese Problematik besser in den Griff bekommt.
    Der Mangel an Werteerziehung, an Leistungsbereitschaft etc. der vom Elternhaus vermittelt wird, bleibt ja.
    Und wieso sollte die Einheitsschule das jetzt besser kompensieren?


    Gruß
    Bolzbold

  • Was die Schulzuweisung durch Grundschulen angeht - meine Frau ist mit magna cum laude promovierte Literaturwissenschaftlerin und Alumna der Studienstiftung des deutschen Volkes, für die sie seit Jahren Stipendiaten auswählt; also in der Elitenauswahl tätig ist.


    Ihrer Mutter wurde seinerseits nahegelegt das Kind solle doch bitte auf die Realschule, was solle es denn auf dem Gymnasium unter all den Akademikerkindern. Soviel zur sozialen Selektion durch die Grundschule. Ich halte überhaupt nichts von dem Argument, man müsse die Möglichkeit der häuslichen Hilfe miteinbeziehen. Ich halte das für eine - sicherlich mit guter Absicht vorgenommene! - Ausgrenzungsstrategie.


    Nele

  • PetetKa, es scheitert natürlich auch die Idee einer sinnvollen Gesamtschule am Geld, da die Differenzierungsmöglichkeiten, so wie sie sein sollten, auch dort nicht durchgeführt werden aufgrund von Geldmangel, Personalmangel und zu großen Klassen.


    Was Mia schreibt, trifft es doch, man braucht kleinere Klassen um mehr zu differenzieren. Aber das wird keine Partei durchsetzen, da das Geld fehlt.

    Wir helfen einem Menschen mehr, wenn wir ihm ein günstiges Bild seiner selbst vorhalten, als wenn wir ihn unablässig mit seinen Fehlern konfrontieren.
    A. Camus

  • Dass die FDP überhaupt für eine Regierungsbeteiligung in Erwägung gezogen wird, finde ich bei diesem Wahlergebnis einen Schlag ins Gesicht der Wähler.

  • Panic


    Was "will" der Wähler denn Deiner Meinung nach - und welche politische Konstellation entspricht denn dem Wählerwillen?


    Wenn tatsächlich bundespolitische Themen die Wahl überschattet haben, kann es an der hiesigen Schulpolitik ja nicht liegen.


    Gruß
    Bolzbold

  • Zitat

    Original von Panic
    Dass die FDP überhaupt für eine Regierungsbeteiligung in Erwägung gezogen wird, finde ich bei diesem Wahlergebnis einen Schlag ins Gesicht der Wähler.


    Naja, man kann ja von der Politik der FDP halten, was man will - aber es ist so, dass sie bei dieser NRW-Wahl 0,5 Prozentpunkte zugelegt hat, während die SPD ein NOCH schlechteres Wahlergebnis als bei ihrem Rekorddebakel Ende der letzten Legislaturperiode eingefahren hat, worüber jetzt lieber niemand bei den Sozialdemokraten so gerne reden zu scheint. Aus welchen Gründen auch immer. :D Die Koalitionsniederlage scheint zumindest den Wahlergebnissen zu Folge eher eine CDU-Produktion zu sein. Ist ja auch kein Wunder, wenn das Land aus der Presseabteilung der Staatskanzlei regiert wird und der MP nur als populistischer Choleriker agiert.


    Nele

  • Laut Befragungen gaben die meisten an, dass die Schulipolitik mit am entscheidendsten war für die Wähler.


    Die FDP hat eig. zugelegt, 0,2%, nur in Vergleich mit dem Stimmenanteil bei der Bundestagswahl, der aus NRW kam, hat sie verloren. von daher wollte der Wähler die FDP wohl doch haben. Richtig abgewählt wurde eher die CDU. Aber eine Regierungsbildung ist echt schwierig und diesen Bedingungen.



    PeterKa, noch mal wegen der ZAP. Diese sind in keinster Weise geeignet, um Schulen und ihre Erfolge zu vergleichen, die Auswertungskriterien sind zum. in Dt. und E. viel zu schwammig und weit auslegbar. Ich habe damals, als die ZAP anfingen, beim Schulamt eine Einführung mitgemacht. Wir mussten für Deutsch eine Beispielarbeit auswerten, nach der Punktevergabe durch die einzelnen Kollegen waren fast alle Noten (von 2-5) dabei, je nachdem, ob die Kollegen fanden, dass ein Aspekt erfüllt war oder nicht.


    Von daher ist von Vergleichbarkeit keine Rede. Ferner gibt es Schulen, die die LSEs ihren Schülern vorher geben, damit sie besser abschneiden, Schulen, die schönen.


    Wie soll man denn da durch solche zentralen Prüfungen Qualität von Schule messen? Auch wenn man nach Schulstandorten, Schülerklientel unterscheidet, so kann man doch die ganzenHeterogenität der einzelnen Schulen nicht genug berücksichtigen. Aber das ist ein anderes Thema.


    ich befürchte auch, dass sich nicht viel ändert und wir weiterhin von oben zig nutzlose Erlasse aufgedonnert kriegen, die Mittel weiter gekürzt werden, mit weniger Leuten mehr erreicht werden soll und am Ende wieder wir, die Lehrer, schuld sind, wenn es nicht klappt.

    Wir helfen einem Menschen mehr, wenn wir ihm ein günstiges Bild seiner selbst vorhalten, als wenn wir ihn unablässig mit seinen Fehlern konfrontieren.
    A. Camus

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