Was tut die GEW ?

  • Die GEW vertritt die Interessen ihrer Mitglieder (LehrerInnen aller Schularten und alle, die im Bildungs- oder ERziehungswesen arbeiten).

    Ja, sie vertritt erfolgreich gleichermaßen die Interessen von Erziehern, Gymnasiallehrern, Grundschullehrern, Universitätsdozenten, Realschullehrern und Bildungswissenschaftlern. Wie naiv...


    Das ist doch gerade das Problem der GEW, dass sie qualitativ so umfassend ist. Daher spare ich mir den Beitrag. Aber, rational wie ich bin, bin ich ansonsten in dieser Hinsicht ohnehin Trittbrettfahrer: Wenn die GEW es dann doch einmal schafft, bessere Arbeitsbedingungen herauszuhandeln, nehme ich diese natürlich gerne :)

  • Ja, sie vertritt erfolgreich gleichermaßen die Interessen von Erziehern, Gymnasiallehrern, Grundschullehrern, Universitätsdozenten, Realschullehrern und Bildungswissenschaftlern. Wie naiv...


    Fragt sich, wer da naiv ist. Meinst du die GEW besteht aus EINEM Funktionär, der für alle rödelt?
    Die GEW ist - auch dank des relativ hohen Beitrags - personell gut ausgestattet und verfügt über verschiedene Abteilungen und Zuständigkeiten für die genannten Bereiche. In der Regel handelt es sich bei den genannten Zweigen auch um Menschen, die beim selben Arbeitgeber angestellt sind - entweder beim Land oder sonstigen öffentlichen Arbeitgebern. Die Zusammenfassung macht schon Sinn.


    Nach deiner Interpretation müsste sich die IGM in Sparten für die Stahl- Kupfer- und Aluminiumverarbeiter sowie die Maschinenschlosser und Automechaniker aufsplitten - weil die ja in unterschiedlichen Bereichen ackern...
    Dann wäre sie wohl nicht mehr wahrnehmbar.

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Zitat Scooby :

    Zitat

    Nö. Realschullehrkräfte werden von der GEW nicht vertreten, weil die GEW die Realschule abschaffen möchte.

    Deshalb sollte man besser die GEW als die bewährten Realschulen abschaffen ! 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Altbewährt? Naja.
    Für die Lehrer vielleicht.Ob die Schüler derselben Meinung sind?
    In Baden-Württemberg wird die Realschule nicht abgeschafft. Sie wird modernisiert und zur Gemeinschaftsschule.


    Elternschreck
    Falls du was dazu zu sagen hast, dann bitte mit Argumenten und nicht mit deiner üblichen Polemik. Geschwätz bringt (nicht nur) dabei nichts voran.

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Zitat alias :

    Zitat

    In Baden-Württemberg wird die Realschule nicht abgeschafft. Sie wird modernisiert und zur Gemeinschaftsschule.

    ...klingt nach bildungskommunistischem Apparatschik mit ihrem dialektischen Argumentationsmuster !


    Unsere Realschüler und Eltern sind mit der Schulform sehr zufrieden und wollen auch nicht mit den Hauptschülern in leistungsnivellierender und gleichmacherischer Form, so wie das die Geminschaftsschulen vorsehen, in einem Topf geworfen werden, geehrter alias !


    Unsere Schüler haben stets Erfolg. Sie sind bei sämtlichen Arbeitgebern als Lehrlinge willkommen und darüberhinaus auf den weiterführenden Gymnasien sehr erfolgreich. Noch Fragen ? 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

    2 Mal editiert, zuletzt von Elternschreck ()

    • Offizieller Beitrag

    In Baden-Württemberg wird die Realschule nicht abgeschafft. Sie wird modernisiert und zur Gemeinschaftsschule.


    Haben wir hier in SH auch. Keiner (meinetwegen schränke ich auch ein: den ich kenne), der an einer arbeitet, hält das für eine Modernisierung. Es ist eine Sparmaßnahme. Und eine ganz mies verpackte obendrein.

  • In Baden-Württemberg wird die Realschule nicht abgeschafft. Sie wird modernisiert und zur Gemeinschaftsschule.


    Komisch, dass die Realschullehrer in BW das völlig anders sehen. Aber die sind in deinen Augen bestimmt nur rückständige Hinterwäldler, die nicht anerkennen wollen, was ihnen da Gutes widerfährt.

    • Offizieller Beitrag

    Meines Wissens sind um die 10.000 Realschullehrer in BaWü GEW-Mitglieder und auch recht aktiv...


    Insgsamt ist BaWü eines der BL mit den am schnellsten wachsenden Mitgliederzahlen ...
    http://www.gew-bw.de/Zahlen-Daten-Fakten.html

  • Und wie viele Realschullehrer gibt es insgesamt in BaWü?
    Von einer "Weiterentwicklung" würde ich nicht sprechen, wenn es wieder nur darum geht, Geld zu sparen...

  • Die hier hervorgebrachten Argumente gegen die GEW sind ja nun reine Polemik.
    Die GEW setzt sich zwar für die Schaffung von Gemeinschaftsschulen ein, ist aber ebenso gegen eine Zusammenlegen von Schulen als reine Sparmaßnahme.
    Der Vorsitzende der GEW in SH ist bspw. Realschullehrer und auch sonst sind Realschullehrer recht zahlreich in der GEW vertreten.
    Dadurch, dass die GEW die Interessen von Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten abdeckt, ist sie zahlenmäßig der größte Verband von Lehrerinnen und Lehrern und hat somit wesentlich größeren Einfluss als zB der VDR.
    Dabei ist u.a. auch der Gedanke wesentlich, dass eben nicht Realschul- und Gymnasiallehrer gegeneinander kämpfen, sondern sich miteinander für bessere Arbeitsbedingungen etc. einsetzen.
    Und natürlich sind viele Realschul- und Gymnasiallehrer gegen die Schaffung von Gemeinschaftsschulen. Es ist ja auch anstrengender Kinder zu unterrichten, die Deutsch als Zweitsprache haben, keine Eltern haben, die ihnen zu Hause die HA erklären und eine Nachhilfe bezahlen können etc. etc. Aber als Arzt such ich mir auch nicht nur die Patienten aus, die gesund sind oder genug Geld für teure Medikamente haben, die die KK nicht bezahlt.
    Dass die Art udn WEise, wie zur Zeit Schulen zusammengelegt, bestehende und gut funktionierende Strukturen aufgebrochen werden, Gymnasiallehrer ohne Ausbildung Förderschüler unterrichten sollen usw. ist in jedem Fall ein riesen Problem und hat nur wenig mit der Forderung der GEW nach gemeinsamen Lernen zu tun.
    ZUmindest hier in SH erscheint mir die Unstrukturierung der SChullandschaft als völlig konfus und planlos. Ich unterrichte zB als Gyn.Ref. eine I-Klasse in Deutsch, während die Zweitbesetzung es sich hinten im Klassenraum gemütlich macht und ab und zu den I-Schülern über die Schulter schaut.
    An dieser Problematik ist aber nun nicht die GEW Schuld - im Gegenteil, diese setzt sich für eine bessere Finanzierung, Ausbildung usw. ein.

  • Zitat Sofie :

    Zitat

    An dieser Problematik ist aber nun nicht die GEW Schuld

    Selbstverständlich macht sie sich mitschuldig, solange sie in das Horn der gleichmacherischen und leistungsherunternivellierenden Gemeinschaftsschulen stößt !

    Zitat

    Aber als Arzt such ich mir auch nicht nur die Patienten aus, die gesund sind oder genug Geld für teure Medikamente haben, die die KK nicht bezahlt.

    Aber der Arzt hat natürlich die Möglichkeit die Patienten hintereinander und damit individuell zu betreuen. Insofern gibt es in seinem Behandlungsraum keine zeitparallele heterogenität. Um die Patienten, die sich möglicherweise nicht die teuren Medikamente leisten können, weil die KK nicht einspringen, macht sich der Arzt normalerweise keinen Kopf darum. Entweder die betroffenen Patienten bezahlen sie aus eigener Tasche oder geben sich mit dem zufrieden, was die KK gestatten.-Bis jetzt habe ich noch nicht gehört, dass der Arzt in solchen Fällen mit seinem Geldbeutel einspringt.-Der Vergleich mit dem Arzt hinkt hier an dieser Stelle.


    Zitat

    Dadurch, dass die GEW die Interessen von Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten abdeckt

    Es ist immer die Frage, was man als Interessen von Lehrerinnen und Lehrern definiert, und vor allen Dingen wer sie definiert. Meine Interessen vertritt sie jedenfalls nicht.8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

    Einmal editiert, zuletzt von Elternschreck ()


  • Und natürlich sind viele Realschul- und Gymnasiallehrer gegen die Schaffung von Gemeinschaftsschulen.


    Dann schauen wir uns diese Gründe doch mal an.

    Es ist ja auch anstrengender Kinder zu unterrichten, die Deutsch als Zweitsprache haben,


    Also in meinen Klassen sind bis zu 30% Kinder, die Deutsch als Zweitsprache haben und deren Muttersprache ich nicht spreche.

    keine Eltern haben, die ihnen zu Hause die HA erklären


    Das betrifft ca. 50% meiner Schüler, in den Spanischklassen 99,9% (einer hat eine spanische Mutter).

    und eine Nachhilfe bezahlen können etc. etc.


    Hab ich auch eine Menge.
    Und jetzt bitte den Blick nach links auf mein Profil richten.

  • Zitat Sofie :

    Selbstverständlich macht sie sich mitschuldig, solange sie in das Horn der gleichmacherischen und leistungsherunternivellierenden Gemeinschaftsschulen stößt !

    Das ist das, was momentan passiert. Alle Kinder werden in eine Klasse gesteckt und ich armer Gymnasiallehrer mit quasi null pädagogischer Ausbildung (geschweige denn sonderpädagogischer Ausbildung) sitze dann vor diesem Haufen unterschiedlichster Kinder und ziehe meinen gewohnten Frontalunterricht durch.


    Das ist NICHT das, was die GEW oder andere Inklusionsbefürworter fordern.
    http://www.gew-hamburg.de/them…lusion-ja-sparmodell-nein

  • Das ist das, was momentan passiert. Alle Kinder werden in eine Klasse gesteckt und ich armer Gymnasiallehrer mit quasi null pädagogischer Ausbildung (geschweige denn sonderpädagogischer Ausbildung) sitze dann vor diesem Haufen unterschiedlichster Kinder und ziehe meinen gewohnten Frontalunterricht durch.


    Das ist NICHT das, was die GEW oder andere Inklusionsbefürworter fordern.
    http://www.gew-hamburg.de/them…lusion-ja-sparmodell-nein


    Dann frag doch einmal deine geliebte GEW, wie sie DIR in DEINER Situation ganz konkret hilft.


    Als ideologiegeleiteter Interessenverband (den Euphemismus "Gewerkschaft" lasse ich einmal weg) in der heutigen Zeit des "mehr Staat für weniger Geld" einerseits die Einheitsschule und Inklusion zu fordern und sich dann andererseits verwundert die Augen darüber zu reiben, dass die Bundesländer dies als gandenloses Sparmodell durchziehen, grenzt doch schon an extremer politischer Naivität. Naives Gutmenschentum möchte man da fast sagen...


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • Das hast Du sehr schön auf den Punkt gebracht, geehrter Mikael !
    Politisch naiver gehts nun wirklich nicht mehr. Da disqualifiziert sich die GEW selbst ganz hervorragend. Sie sollte mal für ein paar Jahre bei der IG-Metall in die Lehre gehen, damit sie endlich begreift, was eine echte (!) Gewerkschaft auszeichnet.


    Im Prinzip fordere ich von einer Lehrergewerkschaft nur 2 Dinge ein : 1. Dass sie sich kompromisslos für die Erleichterung und humanere Bedingungen am Lehrerarbeitsplatz einsetzt und 2. Für mehr Geld streitet. Und das alles ausschließlich im Interesse der Lehrer und nicht im Sinne eines sozialträumerischen und utopischen Schulmodells, für das die Lehrer ihren unbezahlten Mehr-Arbeits-Zoll bezahlen müssen und verheitzt werden. 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Wenn das bei dir alles der Fall ist, dann musst du dich doch vor der Gemeinschaftsschule nicht fürchten. Oder hast du noch andere Argumente gegen diese?


    Mein Argument gegen die Gemeinschaftsschule ist das doch relativ hohe inhaltliche Niveau, das momentan fast alle meiner Schüler mitzugehen fähig sind. Zwar kann die türkische Mama oft dem Kind nicht bei den Englischhausaufgaben helfen, weil die einzige Fremdsprache, die sie spricht, Deutsch ist, aber sie achtet darauf, dass die Kinder die Hausaufgaben machen. Das ist schon mal ein guter Punkt. Ich kann differenzieren und Kindern mehr Hilfestellung geben, die eine solche brauchen, klar. Aber diese Kinder sind aufgrund ihrer Intelligenz fähig, relativ schwierige Sachverhalte zu erfassen - und wenn ich jetzt noch Kinder in der Klasse hätte, die dieses Niveau nicht gehen können - was soll ich dann machen? Ich differenziere schon jetzt in drei Leistungsstufen. Es kann ja wohl keiner von mir erwarten, dass ich auf 9 gehe. Das wäre von der Vorbereitung her absolut nicht mehr zu schaffen.

    • Offizieller Beitrag


    Nö. Realschullehrkräfte werden von der GEW nicht vertreten, weil die GEW die Realschule abschaffen möchte.



    Hm, ich weiß nicht so recht - aber auch wenn ich mich wiederhole - ich warte mal ein wenig auf die nächsten Wahlen hier in Bayern und entsprechend darauf, mit dem die CSU eine Koalition eingehen muss/will - und dann würde ich gern sehen, welche (bildungspolitische) Kuh geschlachtet wird und wie die CSU das dann verkauft.


    Soll heißen, dass die Entscheidung über die Zukunft von Realschule eher eine politische Entscheidung werden wird. Aber dennoch dürfte es wichtig sein, langsam pädagogische Konzepte dafür zu entwickeln. Und Letzteres tut m.E. die GEW eher als der brlv.

  • solange sie in das Horn der gleichmacherischen und leistungsherunternivellierenden Gemeinschaftsschulen


    Und genau mit dieser Einschätzung liegst du sowas von daneben - denn die Gemeinschaftsschulen sollen gerade die individuellen Stärken und Fähigkeiten fördern. Meine Hauptschüler schlagen manchen Gymnasiasten in musischen, sportlichen oder technischen Bereichen um Längen. Sie sprechen zwar nur gebrochenes Englisch, dafür jedoch sehr gut russisch, albanisch oder türkisch. Wo machst du "Leistungsstärke" fest? An den Fächern, die man mal als Kanon in dein Notenbuch gemeißelt hat? Oder an der Lebenswirklichkeit?


    Der Unterricht muss sich wandeln - das bedeutet für viele Kollegen - auch für mich - eine ziemliche Anstrengung. Aber die alte Definition von Unterricht ist nicht mehr haltbar: "Wenn alles schläft und einer spricht..."

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

Werbung